Geschlossenes Restaurant in den Niederlanden | REUTERS
Liveblog

Coronavirus-Pandemie ++ Niederlande wollen lockern ++

Stand: 21.04.2021 00:24 Uhr

Trotz hoher Infektionsraten wollen die Niederlande die Kontaktbeschränkungen kommende Woche lockern. Weitere Länder verschärfen ihre Reisehinweise für Indien. Alle Entwicklungen vom Dienstag zum Nachlesen.


  • Niederlande wollen Kontaktbeschränkungen lockern
  • EMA gibt grünes Licht für Johnson-Impfstoff
  • Bis Juli Impfstoff für Großteil der EU-Bevölkerung
  • UNICEF: Corona-Auswirkungen belasten Kinder
  • Strengere Maßnahmen bei der Oscar-Verleihung
  • Handwerkspräsident kritisiert Recht auf Tests im Betrieb
  • RKI meldet 9609 Neuinfektionen
  • Lehrerverband beklagt zu hohe Grenzwerte für Schulschließungen
20.4.2021 • 23:24 Uhr

Ende des Liveblogs

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20.4.2021 • 19:51 Uhr

Niederlande wollen trotz hoher Infektionsrate lockern

Die Niederlande wollen die Kontaktbeschränkungen kommende Woche trotz anhaltend hoher Infektionsraten lockern. Am 28. April sollen die seit drei Monaten gültigen nächtlichen Ausgangssperren aufgehoben werden, kündigte Ministerpräsident Mark Rutte an. Restaurants und Bars werde erlaubt, Gäste in den Außenbereichen zu bewirten.

Rutte räumte ein, dass die Lockerung angesichts der steigenden Zahlen riskant sei. Die Prognosen seien jedoch vorsichtig optimistisch. In den vergangenen sieben Tagen waren knapp 54.000 Neuinfektionen registriert worden, rund 5,3 Prozent mehr als in der Woche zuvor. Mit rund 280 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen sind die Niederlande nach wie vor ein Hochinzidenzland.

20.4.2021 • 19:16 Uhr

Weitere Länder verschärfen Reisehinweise für Indien

Angesichts der Corona-Lage in Indien verschärfen weitere Länder ihre Reisehinweise. Die US-Gesundheitsbehörde CDC teilte mit: "Selbst vollständig geimpfte Reisende sollten alle Reisen nach Indien vermeiden". Auch Singapur entschied, dass Reisende aus Indien nun drei Wochen statt bisher zwei in Quarantäne müssen. Großbritannien hatte Indien bereits am Montag auf seine rote Liste mit Einreisebschränkungen gesetzt, und Hongkong verhängte ein zweiwöchiges Landeverbot für alle Flüge aus Indien. 

Das Auswärtige Amt in Berlin veröffentlichte aktualisierte Reise- und Sicherheitshinweise, in denen es heißt, aufgrund der derzeitigen Überlastung des indischen Gesundheitssystems sei der "Zugang zu intensivmedizinischer Versorgung vielerorts sehr stark eingeschränkt". Daher sollten Deutsche, die noch nicht geimpft seien, "eine temporäre Rückkehr nach Deutschland bis zur Stabilisierung der medizinischen Versorgungslage erwägen".

In der vergangenen Woche war Indien bei der Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen weltweit an zweite Stelle gerückt, vor Brasilien und hinter die USA. Indien hat mit überfüllten Krankenhäusern, fehlenden Corona-Medikamenten und Sauerstoff-Flaschen sowie Versorgungsengpässen bei den Corona-Impfstoffen zu kämpfen.

20.4.2021 • 18:35 Uhr

Hamburg und Sachsen wollen Notbremse zustimmen

Hamburg wird aller Voraussicht nach am Donnerstag im Bundesrat der bundesweiten Corona-Notbremse zustimmen. Zugleich werde die Stadt aber an schärferen eigenen Regelungen festhalten, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher. "Wir werden unsere Maßnahmen jetzt nicht lockern, denn wir sind jetzt in einer Situation, in der die Infektionszahlen nicht mehr ansteigen - und das werden wir nicht durch unvorsichtige Lockerungen infrage stellen."

Tschentscher sagte, er bedauere es, dass in dem Entwurf Lockerungen wie das "Click & Meet"-Shoppen auch bei einer Inzidenz von über 100 vorgesehen seien. "Aber insgesamt ist es wichtig, jetzt eine Notbremsen-Regelung für ganz Deutschland zu haben." Hamburg hatte bereits vor Ostern die Notbremse gezogen. Bereits seit Karfreitag gilt eine nächtliche Ausgangsbeschränkung.

Auch Sachsen will den geplanten Änderungen des Infektionsschutzgesetzes zustimmen. Das teilte Staatskanzleichef Oliver Schenk nach der Kabinettssitzung in Dresden mit. "Als Staatsregierung akzeptieren wir das Gesetz und sehen die Notwendigkeit, angesichts der hohen Inzidenzwerte - vor allem steigender Auslastung in Krankenhäuser - zu einem bundeseinheitlichen Handeln zu kommen". Dennoch sei man mit einigen Einzelregelungen nicht einverstanden. sagte Schenk. Er nannte er unter anderem die Regelungen zur nächtlichen Ausgangssperre und die Konsequenzen für Schulen und Kitas, wenn die Wocheninzidenz den Wert von 100 übersteigt.

20.4.2021 • 17:56 Uhr

Ciesek: "Asthmasprays halte ich nicht für einen Game Changer"

Sind Asthmasprays ein Hoffnungsträger im Kampf gegen schwere Covid-19-Verläufe? Virologin Ciesek bleibt skeptisch. Im NDR-Podcast Coronavirus-Update macht sie deutlich, warum Asthmasprays bei der Therapie zu vernachlässigen sind.

20.4.2021 • 17:26 Uhr

MV: Wer AstraZeneca nicht verimpft, bekommt weniger BioNTech

Zur Erhöhung des Impftempos in Mecklenburg-Vorpommern verstärkt die Regierung den Druck auf die Landkreise und kreisfreien Städte. Wer bis kommenden Freitag seinen Überhang an AstraZeneca-Impfstoff nicht gespritzt habe, bekomme danach entsprechend weniger vom Präparat BioNTech geliefert, kündigte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig an.

Nach Angaben von Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) liegen in den Impfzentren noch rund 3000 AstraZeneca-Impfdosen aus bisherigen Lieferungen. Vor zwei Wochen waren es noch rund 53.000 gewesen. Mit mehreren Sonder-Aktionen gelang es, den Berg weitgehend abzutragen. In den Arztpraxen des Landes liegen noch einmal rund 30.000 Impfdosen. Die Kassenärztliche Vereinigung meldete am Dienstag Probleme der Ärzte, die Dosen rasch zu geben. Als einen Grund wurde das sinkende Vertrauen in den Impfstoff von AstraZeneca bei vielen Patienten genannt.

20.4.2021 • 16:56 Uhr

Vorerst keine Modellprojekte in MV

Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe hat Modellprojekten mit vereinzelten Lockerungen vor dem Hintergrund zu hoher Corona-Infektionszahlen vorerst eine Absage erteilt. Es sei derzeit nicht zu verantworten, Modellprojekte auszurufen, sagte Glawe in Schwerin.

Die Landesregierung hatte sich Ende März darauf verständigt, dass es von Mitte April an pro Landkreis beziehungsweise kreisfreier Stadt jeweils ein Modellprojekt geben soll, was dann zwei bis drei Wochen andauert. Laut Glawe seien mehrere Vorschläge eingereicht worden. Als Beispiele nannte er die Öffnung des Einzelhandels in Vorpommern-Rügen, mehr Bildung, Freizeit- und Sportaktivitäten in Schwerin sowie die Öffnung der Außengastronomie in Teilen des Landkreises Vorpommern-Greifswald.

20.4.2021 • 16:44 Uhr

Norwegen für Touristen weiter tabu

Die norwegische Regierung hat ihre Einreisebeschränkungen verlängert. Das heißt, dass Touristen aus dem Ausland vorerst nicht ins Land gelassen werden. Die Regelung gilt zunächst bis zum 12. Mai. Obwohl das skandinavische Land vergleichsweise niedrige Ansteckungszahlen hat, sind die Einreiseregeln sehr streng. Im Wesentlichen ist nur Norwegern und in Norwegen registrierten Ausländern die Einreise gestattet. Wer von einer unnötigen Auslandsreise zurückkommt, muss für eine Woche auf eigene Kosten ins Quarantänehotel. Selbst ausländische Familienmitglieder, Partner und Geschäftsreisende sind in der Regel nicht willkommen. In Norwegen waren in den letzten 14 Tagen durchschnittlich rund 163 Corona-Fälle per 100.000 Einwohner registriert.

20.4.2021 • 16:23 Uhr

EU-Behörde gibt grünes Licht für Johnson-Impfstoff

Der Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson kann in der EU nach Prüfung der EU-Arzneimittelbehörde (EMA) uneingeschränkt verwendet werden. Der Wirkstoff könne in sehr seltenen Fällen Blutgerinnsel auslösen. Gleichwohl überwögen die Vorteile des Vakzins dessen Risiken, teilte die EMA in Amsterdam mit. Der Impfstoff solle mit einer Warnung vor sehr ungewöhnlichen Blutgerinnseln versehen werden. Diese sollten als "sehr seltene Nebenwirkungen des Impfstoffs" betrachtet werden.

20.4.2021 • 15:27 Uhr

Frankreich fordert von Deutschland Grenz-Lockerungen

Frankreich hat von der Bundesregierung sofortige Lockerungen der Corona-Auflagen in Teilen des Grenzgebiets gefordert. "Es gibt keinen öffentlichen Verkehr mehr zwischen Mosel und Saar", kritisierte der französische Europaminister Clement Beaune im Radiosender France Info. "Das ist sehr schädlich." Zumindest für Fahrten zur Schule müsse Berlin den Grenzübertritt erleichtern.

Die Bundesregierung hatte den französischen Verwaltungsbezirk Moselle zum "Virusvariantengebiet" erklärt, weil dort die hoch ansteckende Mutante aus Südafrika grassierte. Anfang März traten strenge Einreisebeschränkungen und Testpflichten in Kraft, der grenzüberschreitende Nahverkehr wurde ausgesetzt.

Beamte der Bundespolizei kontrollieren ein französisches Fahrzeug, das von Petite-Rosselle nach Grossrosseln im Saarland fahren will | dpa

Beamte der Bundespolizei kontrollieren ein französisches Fahrzeug, das von Petite-Rosselle nach Grossrosseln im Saarland fahren will Bild: dpa

20.4.2021 • 15:25 Uhr

Thüringen will "Bundesnotbremse" passieren lassen

Thüringen will das Infektionsschutzgesetz mit der umstrittenen Bundes-Notbremse in dieser Woche im Bundesrat passieren lassen. Die Landesregierung werde keinen Antrag auf ein Vermittlungsverfahren stellen oder unterstützen. Darauf habe sich das Kabinett erständigt, sagte der für Bundesangelegenheiten zuständige Staatssekretär Malte Krückels.

20.4.2021 • 15:23 Uhr

Fast 5000 Corona-Patienten auf Intensivstationen

Die Zahl der Schwerkranken mit Covid-19 auf deutschen Intensivstationen nähert sich der Marke von 5000. In den Kliniken bundesweit werden nun 4966 solche Fälle behandelt, das sind 34 mehr als am Vortag, wie aus dem Tagesreport des Robert Koch-Instituts (RKI) mit Daten des DIVI-Intensivregisters hervorgeht. So hoch war die Auslastung zuletzt Mitte Januar.

Einer der wissenschaftlichen Leiter des Intensivregisters, Christian Karagiannidis (Klinikum Köln-Merheim), zeigte sich in einer Video-Schalte des Science Media Centers (SMC) sehr beunruhigt durch die "enorme Belastung" für Ärzte und Pflegekräfte. Nur ein Drittel der Intensivstationen könne noch "einfach so" Patienten aufnehmen.

20.4.2021 • 14:53 Uhr

Bis Juli Impfstoff für 70 Prozent der EU-Erwachsenen

Die EU dürfte nach Einschätzung von Binnenmarktkommissar Thierry Breton bis zum Sommer genug Impfstoff für den Großteil der Bevölkerung haben: "Wir werden bis Mitte Juli genug Dosen haben, um 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in der Europäischen Union zu impfen", sagte er der französischen Zeitung "Le Figaro". "Im Laufe des Monats Juli werden wir sehr wahrscheinlich Großbritannien einholen."

Breton ließ offen, ob er Dosen für eine Erst- oder auch Zweitimpfung meint. In der EU haben derzeit im Schnitt gut 20 Prozent der Erwachsenen eine erste Impfdosis erhalten. In den USA haben bereits die Hälfte der Erwachsenen mindestens eine Corona-Impfdosis erhalten. Mit gut 50 eigenen Produktionsstätten für Vakzine sei Europa inzwischen "der größte Produzent weltweit nach den Vereinigten Staaten", betonte der französische Kommissar. Skeptisch äußerte sich Breton zu einer schnellen Zulassung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V. Dafür fehlten noch "wichtige Daten", betonte er. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft derzeit die Zulassung.

20.4.2021 • 14:19 Uhr

Sachsen hebt Impfpriorisierung für AstraZeneca in Praxen auf

In Sachsen können sich ab sofort alle Bürger in Arztpraxen mit dem Impfstoff von AstraZeneca impfen lassen. Damit ist die Impfpriorisierung für diesen Impfstoff komplett aufgehoben. Es gibt allerdings Bedingungen: Die Impfung darf in den am Impfprogramm beteiligten Praxen nur nach einer ausführlichen Beratung erfolgen. Sowohl der Arzt als auch der impfwillige Bürger müssen zustimmen. Bisher wurde der Impfstoff nur Menschen im Alter ab 60 Jahren verabreicht. "Wir kommen in Sachsen mit dem Impfen gut voran", sagte Köpping. Derzeit würden täglich bis zu 39.000 Dosen gespritzt. Bei Erstimpfungen liege die Impfquote nunmehr bei 19,9 Prozent.

20.4.2021 • 14:05 Uhr

Diskriminierung von Migranten hat zugenommen

Die Corona-Pandemie hat gravierende Auswirkungen auf Einwanderer und Flüchtlinge. Die Ergebnisse einer Studie des Forschungsbereichs Migration, Flucht und Integration am Institut für Politische Wissenschaft der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen zeigen, dass sie in den Bereichen Arbeit, Wohnen, Gesundheit und Bildung mehr benachteiligt sind. Außerdem hätten Diskriminierungen zugenommen, sagte die Leiterin des Projekts, Petra Bendel.

Die Suche nach "Sündenböcken" für die Ausbreitung des Virus oder eine verschlechterte wirtschaftliche Lage hätten Nachkommen von Eingewanderten, Migranten und Geflüchteten zur Zielscheibe gemacht, heißt es in der Untersuchung. Bendel forderte daher präventive, rassismuskritische Bildungsarbeit, nicht nur in Schulen, sondern auch in Betrieben und Behörden.

20.4.2021 • 12:33 Uhr

Jugendämter erwarten deutlich mehr Schulabbrecher

Die Jugendämter in Deutschland warnen vor enormen Entwicklungsdefiziten junger Menschen in der Corona-Krise und einer steigenden Zahl von Schulabbrechern. Sorgen machten die Jugendlichen ab der 7. Klasse, die in den vergangenen Monaten "einfach abgetaucht sind", erklärte die Bundesarbeitsgemeinschaft Landesjugendämter in Köln. Es sei zu erwarten, dass in diesem Jahr rund 104.000 Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlassen - doppelt so viele wie in Nicht-Pandemiejahren. In den beiden Corona-Jahren 2020 und 2021 werde es insgesamt rund 210.000 Schulabbrecher geben, hieß es.

Eine Status-Umfrage unter den 559 Jugendämtern habe ergeben, dass die Folgen der Pandemie in der Bildung "längst zu einem Mittelschicht-Problem" geworden seien. Betroffen seien rund vier Millionen Kinder und Jugendliche, vor allem zwischen 6 und 13 Jahren. "Keiner kann die persönliche Entwicklung in zwei Jahren Kindheit, die verloren gegangen sind, nachholen. Aber es kann und es muss künftig eine stärkere Kinder- und Jugendhilfe geben", betonte Bahr.

20.4.2021 • 12:28 Uhr

UNICEF: Massive Corona-Auswirkungen für Kinder

Ein Jahr nach dem ersten Lockdown zeichnen sich nach UNICEF-Angaben massive Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Kinder und Jugendliche ab. Die Einschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens gefährden nach Einschätzung des Kinderhilfswerks nicht nur die Bildungserfolge junger Menschen, sondern haben auch weitreichende Folgen für ihr gesamtes Wohlbefinden und ihre Entwicklung. Das laste auch auf den Seelen der Kinder, sagte die Schirmherrin von UNICEF Deutschland, Elke Büdenbender, bei der Vorstellung des UNICEF-Berichts zur Lage der Kinder in Deutschland 2021.

Die Frau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier warnte: "Je länger die Pandemie dauert, umso mehr nehmen Frust und Stress in den eigenen vier Wänden zu." Der UNICEF-Bericht zeige, dass Deutschland bei der Zufriedenheit der Kinder schon vor der Pandemie im internationalen Vergleich zur Mittelmaß gewesen sei, sagte der UNICEF-Vorstandsvorsitzende Georg Graf Waldersee. Mängel, die auch vorher schon da gewesen seien, würden jetzt "schonungslos offengelegt". Dazu gehörten zum Beispiel Defizite bei der digitalen Ausstattung der Schulen. Zur Bewältigung der Folgen von Corona für Kinder, Jugendliche und Familien in Deutschland forderte UNICEF die Einberufung eines Kindergipfels.

20.4.2021 • 12:03 Uhr

Corona belastet Frauen stärker als Männer

Die Corona-Krise schlägt Frauen offenbar deutlich mehr auf die Seele als Männern. Das geht aus einer Auswertung von Versichertendaten der Krankenkasse KKH hervor. Demnach haben 2020 bundesweit rund doppelt so viele Arbeitnehmerinnen ein Attest wegen psychischer Erkrankungen vorgelegt als Arbeitnehmer. Anpassungsstörungen und Reaktionen auf schwere Belastungen hätten Ärzte sogar bei fast dreimal so vielen Frauen diagnostiziert.

Der Spagat zwischen Arbeit sowie der Betreuung von Kindern und pflegebedürftiger Angehöriger gehöre zu den Gründen, warum Frauen in der Krise psychisch mehr beansprucht seien als Männer, so KKH-Wirtschaftspsychologin Antje Judick. Zwar habe die Doppelbelastung von Familie und Beruf Frauen auch schon vor der Pandemie seelisch stärker gefordert. Seit Corona habe sich das Problem allerdings noch verschärft. Ein weiterer Faktor sei, dass mehr Frauen in sozialen Berufen etwa als Kranken- und Altenpflegerinnen sowie in Branchen mit viel Menschenkontakt beschäftigt seien, zum Beispiel im Verkauf. "In diesen Bereichen ist die Belastung durch Corona besonders hoch", sagte Judick.

 Eine Frau sitzt im Homeoffice an ihrem Laptop und telefoniert, während ihr Kind neben ihr in einem Kinderstuhl am Tisch sitzt. | Christian Beutler/KEYSTONE/dpa

Arbeit und Kinderbetreuung - dieser Spagat belastet Frauen immer häufiger Bild: Christian Beutler/KEYSTONE/dpa

20.4.2021 • 11:57 Uhr

Hochschulen bieten Hilfen für Abiturjahrgang

Die Hochschulen wollen dem Abiturjahrgang mit kostenloser Nachhilfe und weniger Zulassungsbeschränkungen den Übergang von der Schule ins Studium erleichtern. Zwei Drittel aller Fachbereiche bieten zum kommenden Wintersemester Vor- oder Brückenkurse an, um noch vor Studienbeginn mögliche Wissenslücken zu schließen, heißt es in einer Untersuchung des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE).

Zudem nehme die Dominanz der Abi-Note beim Bewerbungsverfahren um einen Studienplatz weiter ab, hieß es. "Die aktuelle Generation der Abiturientinnen und Abiturienten sollte trotz zahlreicher Corona-Einschränkungen im vergangenen Schuljahr keine Angst vor einem Start ins Studium haben", so CHE-Geschäftsführer Frank Ziegele.

20.4.2021 • 11:53 Uhr

"Erhebliche Störungen": NRW-Corona-Daten unvollständig

Die Corona-Fallzahlen für Nordrhein-Westfalen sind heute nur unvollständig an das Robert Koch-Institut übermittelt worden. "Seit gestern Abend bestehen erhebliche Störungen im Landesverwaltungsnetz", so eine Sprecherin des Landeszentrums Gesundheit (LZG) in Bochum. Eine größere Zahl von Meldungen der Gesundheitsämter habe das LZG noch nicht erreicht. Die angegebenen Werte seien daher unvollständig.

Über den Grund der Störungen wurde zunächst nichts bekannt. Über die Probleme hatte zuvor der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet. Auf der Grundlage der noch vor Eintritt der Störungen übermittelten Daten hatte das RKI am Morgen eine NRW-weite Inzidenz von 168,5 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen angegeben, 2,7 weniger als am Vortag. Aus einer Übersichtstabelle ging dabei hervor, dass große Städte wie Köln, Düsseldorf oder Duisburg keinen einzigen neuen Fall gemeldet hatten.

20.4.2021 • 11:38 Uhr

UEFA-Präsident hofft auf möglichst normale Fußball-EM

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hofft auf eine Fußball-EM im Sommer, die "so normal wie möglich ist". Zum Turnierstart am 11. Juni werde ein hoher Anteil der Bevölkerung geimpft sein, sagte Ceferin. Alle 51 Partien sollen vor zumindest einigen Zuschauern stattfinden. Es würden aber keine Risiken eingegangen und alle Entscheidungen gemeinsam mit den lokalen Behörden getroffen, sagte der Verbandschef. Neun der zwölf EM-Städte haben die Ausrichtung ihrer Partien vor Publikum bereits zugesagt. München, wo unter anderem die Gruppenspiele der deutschen Mannschaft stattfinden sollen, sowie Bilbao und Dublin allerdings nicht. Die endgültige Entscheidung soll am Freitag fallen.

20.4.2021 • 11:06 Uhr

Lob und Kritik für Recht auf Corona-Test im Betrieb

Seit heute haben Beschäftigte, die nicht im Homeoffice arbeiten, das Recht auf mindestens einen kostenlosen Corona-Test pro Woche im Betrieb. Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Reiner Hoffmann, begrüßte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" den Schritt. Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer dagegen sagte den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland", es sei zwar im Interesse der Betriebe, Erkrankte zu identifizieren und Ansteckungen zu verhindern. Ein solches Gesetz zu erlassen, obwohl die Tests erst seit wenigen Wochen zugelassen seien, halte er aber für "politisch motivierten Aktionismus, um von den Impfdefiziten abzulenken". "In Wahrheit hilft das niemandem", so Wollseifer.

20.4.2021 • 10:07 Uhr

Lauterbach: Ausgangssperre senkt R-Wert um bis zu 20 Prozent

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält Ausgangsbeschränkungen für sinnvoll, um die Corona-Pandemie abzubremsen. Die Mehrheit der Experten sage, dass Ausgangsbeschränkungen den R-Wert - also den Wert, der angibt, wie viele weitere Personen ein Infizierter ansteckt - um zehn bis 20 Prozent senkten, sagte Lauterbach im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF. In der geplanten bundesweiten Notbremse ist eine Ausgangsbeschränkung zwischen 22 Uhr und 5 Uhr vorgesehen. Nur Spazierengehen oder Individualsport soll bis Mitternacht möglich sein. Bundestag und Bundesrat sollen in dieser Woche darüber abstimmen.

Karl Lauterbach | dpa

Lauterbach hält die umstrittene Ausgangssperre für sinnvoll im Kampf gegen Ansteckungen. Bild: dpa

20.4.2021 • 10:00 Uhr

Schüler in Deutschland verbringen 4,3 Stunden täglich mit Lernen

Schulkinder in Deutschland haben im Corona-Lockdown Anfang 2021 einer Befragung zufolge im Schnitt 4,3 Stunden am Tag mit schulischen Tätigkeiten verbracht. Das sind drei Stunden weniger als an einem üblichen Schultag, wie aus einer Befragung des ifo-Instituts unter 2122 Eltern hervorgeht. "Die Corona-Krise ist eine extreme Belastung für die Lernentwicklung und die soziale Situation vieler Kinder", sagte der Leiter des ifo-Zentrums für Bildungsökonomik, Ludger Wößmann. Für die Hälfte der Kinder sei die Situation eine große psychische Belastung gewesen. Die Befragung zeigte aber auch positive Aspekte: Die Mehrheit der Eltern gab an, dass ihr Kind durch die Schulschließungen gelernt habe, sich eigenständig Unterrichtsstoff zu erarbeiten und mit digitalen Techniken besser umzugehen.

20.4.2021 • 08:54 Uhr

Kurz kündigt Öffnungsschritte an

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hat für Mitte Mai umfassende landesweite Öffnungsschritte angekündigt. Den genauen Plan wolle die Regierung Ende der Woche präsentieren, sagte Kurz im ORF. "Alle Bereiche brauchen endlich wieder einen Schritt Richtung Normalität." Die Öffnungen würden mit strengen Auflagen verbunden. Für den Handel seien zwar keine Zutrittstests geplant, für die Gastronomie und den Tourismus aber schon. Im Juni und Juli sollen die Sicherheitskonzepte dann gelockert werden. Derzeit gibt es in Österreich regional unterschiedliche Maßnahmen. In Wien und Niederösterreich gilt bis Anfang Mai ein harter Lockdown, in allen anderen Bundesländern sind die Schulen und der Handel geöffnet.

20.4.2021 • 08:05 Uhr

Oscar-Verleihung: Zutritt nur mit negativen Tests

Auch die Stars der diesjährigen Oscar-Verleihung müssen sich an Corona-Regeln halten: Wie das Branchenblatt "Variety" berichtet, haben die Produzenten der 93. Academy Awards die Nominierten und deren Vertreter in einer Videoschalte über die Maßnahmen aufgeklärt. So sind für alle Teilnehmer drei negative Corona-Tests und eine Temperaturmessung vor der Verleihung im Bahnhofsgebäude Los Angeles Union Station Pflicht. Vor der Kamera müssen die Schauspieler und Produzenten zwar keinen Mund-Nasen-Schutz tragen. Während der Drehpausen - also während der Werbeunterbrechungen oder wenn sie gerade nicht gefilmt werden - allerdings schon. Im Publikum gibt es 170 Plätze - zudem sind Schalten aus London und von anderen Schauplätzen geplant. Die Show auf dem Roten Teppich fällt dieses Jahr aus. Wegen der Pandemie war die Verleihung vom üblichen Termin im Februar auf den 26. April verschoben worden.

20.4.2021 • 06:48 Uhr

Bürger geben 1250 Euro weniger für Konsum aus

Die Deutschen haben im vergangenen Jahr durchschnittlich mindestens 1250 Euro weniger für Konsum ausgegeben als 2019. Das berichtet die "Rheinische Post" unter Berufung auf eine noch unveröffentlichte Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Insgesamt belaufe sich der Rückgang auf 104 Milliarden Euro oder mehr und gehe auf verringerte Einkommen während der Pandemie oder eine höhere Ersparnis zurück. Vor allem für Kleidung und Schuhe sei deutlich weniger ausgegeben worden.

20.4.2021 • 05:30 Uhr

RKI meldet 9609 Neuinfektionen - Inzidenz fällt auf 162,4

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat 9609 Neuinfektionen gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz fällt auf 162,4 von 165,3 am Vortag. 297 weitere Menschen sind in Verbindung mit dem Virus gestorben. Damit erhöht sich die Zahl der Todesfälle auf 80.303. Insgesamt wurden bislang mehr als 3,16 Millionen Menschen in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet.

20.4.2021 • 05:16 Uhr

Bericht: Hausärzte erhalten nächste Woche 500.000 Impfdosen mehr

Die niedergelassenen Ärzte in Deutschland sollen einem Bericht zufolge in der kommenden Woche 500.000 Corona-Impfdosen mehr erhalten als bisher geplant - allerdings nur noch den Impfstoff von BioNTech und Pfizer. Wie die "Rheinische Post" unter Berufung auf die Kassenärztliche Bundesvereinigung berichtete, wird der Bund den Praxen "für die Woche vom 26. April bis 2. Mai ausschließlich den Impfstoff von BioNTech-Pfizer bereitstellen, mit zwei Millionen Dosen aber deutlich mehr, als bisher avisiert waren".

20.4.2021 • 05:16 Uhr

Lehrerverband beklagt zu hohe Grenzwerte für Schulschließungen

Der deutsche Lehrerverband fordert, die geplante Corona-Notbremse des Bundes noch einmal nachzuschärfen und Schüler früher in den Distanzunterricht zu schicken als bisher vorgesehen. Es sei zwar ein Fortschritt, dass der maßgebliche Inzidenzwert für Schulschließungen von 200 auf 165 gesenkt worden sei, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Doch auch eine Inzidenz von 165 ist noch deutlich zu hoch."

Über dieses Thema berichtete am 20. April 2021 Deutschlandfunk um 08:00 Uhr in den Nachrichten und die tagesschau um 09:00 Uhr.