In einem Coronatestzentrum wird ein Abstrich aus der Nase genommen | AP
Liveblog

Coronavirus-Pandemie ++ R-Wert sinkt wieder auf unter 1,0 ++

Stand: 23.02.2021 22:33 Uhr

Die Ansteckungsrate ist laut RKI erstmals seit Tagen wieder leicht unter den Wert von 1,0 gesunken. Die Corona-Lage auf Mallorca hat sich wegen eines strengen Lockdowns stark verbessert. Die Entwicklungen vom Dienstag zum Nachlesen.

  • RKI registriert 3883 Neuinfektionen und 415 neue Todesfälle
  • R-Wert wieder unter 1,0
  • Labore: Anteil der britischen Virus-Variante steigt auf fast 30 Prozent
  • AstraZeneca will zugesagte Impfstoff-Menge offenbar halbieren
  • Deutschland verlängert Grenzkontrollen um acht Tage
23.2.2021 • 22:32 Uhr

Ende des Liveblogs

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23.2.2021 • 22:29 Uhr

Impfskepsis in Polen nimmt trotz steigender Fallzahlen zu

In Polen nimmt die Skepsis gegenüber den Corona-Impfstoffen zu. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts CBOS wollen sich 33 Prozent der Polen nicht gegen Covid-19 impfen lassen - das waren drei Prozentpunkte mehr als in einer ähnlichen Befragung vom Januar. Wegen steigender Infektionszahlen hatte die Regierung in Warschau kürzlich vor einer dritten Corona-Welle gewarnt.

23.2.2021 • 22:07 Uhr

Israel schickt Impfdosen in "symbolischer Menge" an Palästinenser

Israel hat erneut übrig gebliebene Corona-Impfstoffdosen in die Palästinensergebiete geschickt. In den vergangenen Monaten sei in der israelischen Impfkampagne eine "begrenzte Zahl" nicht verwendeter Einheiten von Vakzinen angefallen, die zur Unterstützung von medizinischem Personal der palästinensischen Behörden weitergeben worden seien, erklärte das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Es handle sich dabei um eine "symbolische Menge". Israel hatte bereits zuvor Tausende Impfdosen in das besetzte Westjordanland geliefert. Auch mehrere weitere Länder seien nun mit kleinen Mengen der Vakzine versorgt worden, erklärte Netanjahus Büro weiter. Laut israelischen Medienberichten erhielt etwa Honduras Impfdosen aus Israel.

23.2.2021 • 21:38 Uhr

Neues Epidemiegesetz in Dänemark verabschiedet

Das dänische Parlament hat einem neuen Epidemiegesetz zugestimmt, das neue, weitreichende Beschränkungen zur Eindämmung von Infektionskrankheiten ermöglicht. Das Gesetz wurde am Abend mit großer Mehrheit verabschiedet. Zum 1. März ersetzt es die Gesetzesänderungen, die im März 2020 zu Beginn der Coronavirus-Pandemie im Schnellverfahren abgesegnet worden waren - kurz nachdem Ministerpräsidentin Mette Frederiksen strikte Corona-Maßnahmen in ihrem Land eingeführt hatte.

Zugleich verleiht das neue Gesetz dem Folketinget - dem Parlament in Kopenhagen - mehr Macht: Der Gesundheitsminister muss sich künftig an die Parlamentarier wenden, um Unterstützung für geplante Maßnahmen zu erhalten, bevor diese erlassen werden. Das bedeutet letztlich, dass die Regierung das Land nicht ohne Parlamentszustimmung in den Lockdown versetzen oder Maßnahmen erlassen kann. Das Folketinget kann jedoch nicht verhindern, wenn ein Minister geltende Bestimmungen aufheben, lockern oder leicht abändern will.

23.2.2021 • 21:22 Uhr

RKI veröffentlicht Leitfaden für Lockerungen

Das Robert Koch-Institut hat einen Leitfaden für mögliche Lockerungen der Corona-Maßnahmen veröffentlicht. Die Strategie mit dem Titel "ControlCOVID" umfasst vier Lockerungsstufen. Als Indikator dient nicht ausschließlich der Inzidenzwert.

23.2.2021 • 20:01 Uhr

AstraZeneca will zugesagte Impfstoff-Menge offenbar halbieren

Der Pharmakonzern AstraZeneca wird offenbar auch im zweiten Quartal deutlich weniger Impfstoff in die EU liefern als vereinbart. Das Unternehmen rechne damit, zwischen April und Juni weniger als die Hälfte der vertraglich zugesagten 180 Millionen Impfdosen in die Staatengemeinschaft zu liefern, sagte ein EU-Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Ein AstraZeneca-Sprecher wollte sich auf Anfrage nicht zu konkreten Zahlen äußern.

23.2.2021 • 19:56 Uhr

Reisen in der EU bleiben voraussichtlich eingeschränkt

Die EU-Staats- und Regierungschefs werden sich in ihrer morgiger Videokonferenz voraussichtlich dafür aussprechen, nicht notwendige Reisen in der Europäischen Union wegen der Pandemie weiterhin einzuschränken. Das geht aus einem Entwurf für Schlussbemerkungen nach der Schalte hervor, der mehreren Nachrichtenagenturen vorliegt. Darin heißt es auch, dass bei Reisebeschränkungen Rücksicht genommen werden sollte auf die Situation einzelner Gemeinden in Grenzgebieten. Außerdem will man sich dem Entwurf zufolge darauf einigen, weiter an einem EU-weiten Impfzertifikat zu arbeiten. Dieses soll Geimpften mehr Reisefreiheiten einräumen und dem Tourismus auf die Beine helfen

23.2.2021 • 19:44 Uhr

Niederlande lockern nur wenig - Ausgangssperre bleibt

Angesichts steigender Infektionszahlen werden die Niederlande an der geltenden Ausgangssperre festhalten und den Lockdown nur geringfügig lockern. Ab dem 2. März dürfen Friseure, Kosmetikerinnen und Masseure wieder Kunden empfangen, wie Ministerpräsident Mark Rutte mitteilte. Besonders für Jugendliche werden einige Corona-Maßnahmen gelockert. "Wir sind auf dem Weg zu besseren Zeiten, einer schrittweisen Öffnung der Gesellschaft", sagte Rutte. Doch er warnte auch: "Die dritte Welle ist nach Ansicht von Experten unvermeidlich, die Zahlen steigen wieder." Dennoch würden einige Maßnahmen gelockert, da auch soziale, psychische und wirtschaftliche Folgen immer schwerer ins Gewicht fielen.

Seit Mitte Dezember gilt in den Niederlanden ein strenger Lockdown. Gaststätten und Geschäfte sind geschlossen, Kontakte beschränkt auf eine Person, die nicht zum eigenen Haushalt gehört. Seit 23. Januar gilt zudem eine Ausgangssperre von 21 bis 4.30 Uhr.

23.2.2021 • 19:41 Uhr

Spahn: Lehrer und Kita-Beschäftigte ab Mittwoch impfen

Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher in Kitas sollen von Mittwoch an gegen das Coronavirus geimpft werden können. "Beschäftigte in Kitas, in der Kindertagespflege, in Grund- & Förderschulen können ab morgen von den Ländern geimpft werden", teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf Twitter mit. "Unsere entsprechende Verordnung tritt dann in Kraft." Nach Angaben aus seinem Ministerium soll die Verordnung am Mittwoch im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Spahn erwartet so "zusätzliche Sicherheit" in einem Umfeld, in dem Abstand und Maske nicht immer möglich seien. Seit Montag sind Grundschulen und Kitas in zehn Bundesländern teilweise wieder geöffnet. Für diese Impfungen infrage kommen dann voraussichtlich zunächst Hunderttausende Impfdosen des Herstellers AstraZeneca, die bisher ungenutzt in den Ländern lagern.

23.2.2021 • 19:34 Uhr

Söder will Reihenfolge von Impfungen überdenken

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder plädiert für eine Änderung der Impfreihenfolge. "Wir müssen diese Impfpriorität nochmal echt klug wägen. Ehrlich gesagt, schon in den nächsten Wochen, wenn man sieht, wie viel bleibt da übrig von AstraZeneca", sagte Söder in einem Online-Gespräch der "Bild"-Zeitung mit Kindern. "Es ist ja echt absurd, dass wir Impfstoff haben, den keiner will." Söder fand deutliche Worte: "Das ist ziemlich ätzend, diese Geschichte mit AstraZeneca. Dieser Eindruck, dass der nicht wirksam sei, und dann liegt er rum." Wegen der Altersbeschränkung werde der Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns inzwischen auch an Lehrkräfte und Erzieherinnen vergeben. "Aber das wird wahrscheinlich nicht reichen."

23.2.2021 • 19:03 Uhr

Bericht: Impfnachweis soll entwickelt werden

Das Bundesgesundheitsministerium treibt einem Medienbericht zufolge Pläne für einen fälschungssicheren Corona-Impfnachweis voran. Das Ministerium wolle am Mittwoch eine sogenannte beschränkte Ausschreibung für die Entwicklung eines digitalen Impfnachweises verschicken, berichtete die Tageszeitung "Welt". Das Ministerium wolle über das Vergabeverfahren möglichst schnell eine technische Lösung für einen fälschungssicheren Corona-Impfnachweis entwickeln lassen.

Mittels des beschleunigten Vergabeverfahrens schränkt das Ministerium von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dem Bericht zufolge den Kreis der beteiligten Firmen ein. Zum Zuge sollen demnach nur Unternehmen kommen, die nach Einschätzung der Beamten möglichst zügig eine bundesweit einsetzbare digitale Lösung liefern können.

23.2.2021 • 18:38 Uhr

Italien: Kultur-Beschäftigte protestieren

In Italien mehren sich die Proteste gegen die monatelangen Schließungen von Kultureinrichtungen wie Theatern und Kinos. Kultur-Beschäftigte gingen in mehreren Städten wie Mailand, Rom und Palermo auf die Straßen, um eine Öffnung zu fordern. Gewerkschaften und Verbände hatten nach italienischen Medienangaben beklagt, dass ein Teil der Häuser schon seit rund einem Jahr dicht sei. Außerdem würden die von der Regierung in Rom zugesagten Hilfen bei vielen Kulturmachern nicht ankommen. Kinos, Theater und Musiksäle sind mindestens seit Oktober 2020 geschlossen - einige noch länger. Museen, die nicht in kritischen Virus-Risikozonen liegen, durften im Februar wieder Publikum einlassen, allerdings nur mit Beschränkungen.

23.2.2021 • 18:25 Uhr

RKI: Ansteckungsrate wieder unter 1,0

Die Ansteckungsrate ist laut Robert Koch-Institut erstmals seit Tagen wieder leicht unter den Wert von 1 gesunken. Das RKI beziffert die sogenannte Reproduktionsrate (R) in seinem Lagebericht vom Abend mit 0,96 auf Basis der Vier-Tages-Schätzung, mit 0,98 auf Basis der Sieben-Tages-Schätzung. Der R-Wert gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter statistisch ansteckt. Unter 1,0 lag der Wert zuletzt am Donnerstag.

23.2.2021 • 18:21 Uhr

Großbritannien will internationales System für Impfnachweis

Das Vereinigte Königreich will sich für ein international anerkanntes Corona-Impfpasssystem einsetzen. Der britische Premier Boris Johnson räumte ein, dass mit dem Vorhaben "komplexe" ethische Fragen verbunden seien. Das System soll weltweite Reisen in der Pandemie wieder möglich machen. Johnsons Regierung hatte zuvor mitgeteilt, sie ziehe ein Ausstellen von Impfpässen für Menschen nicht in Erwägung, die gegen das Coronavirus geimpft wurden. Sie beschäftigt sich aber inzwischen mit einer "Covid-Status-Zertifizierung", mit der Personen nachweisen können, nicht erkrankt zu sein.

Die Regierung teilte mit, sie werde sich über die WHO und die G7 um "einen klaren internationalen Rahmen mit Standards" bemühen, "die Passagieren und Industrie gleichermaßen Beständigkeit bieten". Es müsse dafür gesorgt werden, dass noch nicht geimpfte Personen keinen unzumutbaren Nachteil erlitten.

23.2.2021 • 17:43 Uhr

Podcast: Warum sinken die Infektionszahlen kaum?

In der neuen Folge des NDR-Podcasts "Coronavirus-Update" spricht die Virologin Sandra Ciesek über die Virus-Variante B1.1.7, ihren Effekt auf die Neuinfektionszahlen und über ein Nasenspray im Tierversuch.

23.2.2021 • 17:17 Uhr

Griechenland: Mehr Infektionen trotz Lockdown

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist in Griechenland stärker gestiegen als von Experten angenommen. Am Dienstagnachmittag meldete die griechische Gesundheitsbehörde 2147 neue Fälle binnen 24 Stunden. Zu Beginn des harten Lockdowns für den Großraum Athen vor knapp zwei Wochen waren es landesweit noch 1526 Neuinfektionen am Tag. Mit einem Höhepunkt der Fallzahlen seit dem Start des Lockdowns hatte der Corona-Krisenstab der Regierung zwar gerechnet - allerdings nicht mit einem so starken Anstieg, heißt es.

Fast die Hälfte aller aktuellen Neuinfektionen wurden der Behörde zufolge im Großraum Athen mit seinen vier Millionen Einwohnern registriert. Damit scheint es sicher, dass die Regierung den harten Lockdown für stark betroffene Regionen wie die Hauptstadt um mindestens eine Woche verlängern wird.

23.2.2021 • 17:15 Uhr

Digitalverband kritisiert deutsches Impfmanagement

Der Digitalverband Bitkom hat eine deutliche Verbesserung des Corona-Impfmanagements in Deutschland gefordert. "Dieses Chaos bei der Terminvergabe ist einer Hightech-Nation wie Deutschland absolut unwürdig", sagte Bitkom-Präsident Achim Berg angesichts des nur schleppenden Fortschritts bei den Impfungen gegen das Coronavirus.

23.2.2021 • 16:54 Uhr

Merkel konkretisiert Ideen für Öffnungsstrategie

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihre Vorstellungen für vorsichtige Öffnungsschritte in Kombination mit vermehrten Testmöglichkeiten in der Corona-Pandemie konkretisiert. Es gebe drei Stränge, bei denen man Schritt für Schritt öffnen wolle, sagte Merkel nach Angaben von Teilnehmern in einer Online-Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Die Kanzlerin nannte demnach die persönlichen Kontaktbeschränkungen sowie den Bildungs- und den Wirtschaftsbereich. Bis zur nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am 3. März sollten hier Öffnungsschritte erarbeitet werden, machte Merkel deutlich. Dann solle vereinbart werden, unter welchen Umständen diese Schritte gemacht werden könnten.

Bei jedem Öffnungsschritt müsse es das Ziel sein, ein wieder exponentielles Wachstum der Infektionszahlen auch angesichts der verschiedenen Mutationen zu verhindern. Man wolle einen Pfad bis in den Sommer hinein finden, bei dem man auch die Wirkung des Impfens deutlich sehen werde. Und bei dem möglichst nichts wieder geschlossen werden müsse, was geöffnet worden sei.

Angela Merkel | EPA

Am Mittwoch kommender Woche berät die Kanzlerin mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten über das weitere Vorgehen in der Pandemie. Bild: EPA

23.2.2021 • 16:48 Uhr

Schottland: Vorsichtiger Weg aus dem Lockdown

Beim Weg aus dem Corona-Lockdown gibt sich die schottische Regierung zurückhaltender als der britische Premierminister Boris Johnson. Derzeit gebe es nur "begrenzte Möglichkeiten", die Maßnahmen zu lockern, sagte Regierungschefin Nicola Sturgeon im Parlament in Edinburgh.

Sie kündigte an, dass in den kommenden zwei Monaten einige Restriktionen in drei Stufen gelockert werden sollen. So sollen vom 15. März an wieder alle Grundschüler sowie mehr ältere Schüler am Präsenzunterricht teilnehmen. Außerdem dürfen sich dann vier Menschen aus zwei Haushalten wieder im Freien treffen. In einer nächsten Stufe, die vom 5. April an gilt, werden die Ausgangsbeschränkungen weiter gelockert, einige Geschäfte dürfen wieder öffnen. Am 26. April soll dann wieder ein Stufenmodell in Kraft treten.

23.2.2021 • 16:36 Uhr

Powell: US-Wirtschaft weiter auf Hilfen angewiesen

Die von der Corona-Pandemie schwer getroffene US-Wirtschaft ist nach Einschätzung von Notenbankchef Jerome Powell noch für eine geraume Zeit auf die Hilfen der Währungshüter angewiesen. Die konjunkturelle Erholung sei weiterhin "uneinheitlich und noch längst nicht abgeschlossen", sagte Powell bei seiner halbjährigen Anhörung im Bankenausschuss des US-Senats. Es werde noch einige Zeit dauern, bevor die Federal Reserve erwägen werde, ihre Geldpolitik zu verändern, mit der sie dem Land helfe, wieder Vollbeschäftigung zu erreichen. "Die Wirtschaft ist noch weit entfernt von unseren Vollbeschäftigungs- und Inflationszielen, und es braucht wahrscheinlich noch einige Zeit, bis weitere deutliche Fortschritte erreicht sein werden", ergänzte Powell.

23.2.2021 • 16:29 Uhr

Petition fordert Öffnung von Hotels für Obdachlose

Eine bundesweite Initiative von 13 deutschen Straßenzeitungen fordert die Unterbringung von Obdachlosen in Hotels. Redaktionsleiter Volker Macke vom niedersächsischen Magazin "Asphalt" und Mitherausgeberin Margot Käßmann überreichten dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) eine entsprechende Petition. Sie richtet sich an alle Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten und wurde nach Angaben der Initiatoren von mehr als 118.000 Menschen unterzeichnet. Um Obdachlose vor der Kälte und vor einer Corona-Ansteckung zu schützen, dürften sich die Politiker nicht auf ehrenamtliche Hilfe und private Spenden verlassen, sagte Macke.

23.2.2021 • 16:23 Uhr

Seehofer für frühere Impfung auch von Polizisten

Nach dem Beschluss zur rascheren Corona-Impfung von Kita-Personal und Lehrkräften hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) gefordert, auch Polizisten früher zu impfen. "Wir müssen die schützen, die uns schützen", erklärte Seehofer. Neben Lehrern und Erziehern müsse auch die Polizei früher geimpft werden. "Unsere Polizistinnen und Polizisten wissen morgens nicht, auf wen sie im Laufe der Tages treffen werden", hob Seehofer hervor. Wer jemanden festnehmen solle, könne keinen Abstand halten. 

Allerdings sind Polizei- und Ordnungskräfte, die im Dienst einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, auch bisher schon der Prioritätsgruppe zwei zugeordnet - ebenso wie auch Soldatinnen und Soldaten im Auslandseinsatz. Die Lehrkräfte und Kita-Beschäftigten werden also durch die zuletzt vereinbarte Neuregelung diesen Polizeikräften gleichgestellt.

23.2.2021 • 16:04 Uhr

Corona-Lage auf Mallorca besser als in Deutschland

Die Corona-Lage auf der spanischen Insel Mallorca und auf den anderen Balearen verbessert sich im Zuge des strengen Lockdowns weiterhin rapide. Die Region meldete am Dienstag nur noch 52 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das sind die niedrigsten Werte seit Ende Juli. Vor genau einer Woche waren noch 128 neue Fälle erfasst worden. Mit rund 46 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gehören die Balearen, die im Dezember lange die schlimmsten Zahlen ganz Spaniens hatten, inzwischen zu den Regionen des Landes mit den besten Werten.

Mallorca hat aktuell auch bessere Zahlen als fast alle deutsche Regionen. Nach Angaben des Robert Koch Instituts lag die Sieben-Tage-Inzidenz zum Beispiel in Hamburg bei 66, in Berlin bei 55 und in Bayern bei 58. "Spitzenreiter" ist Thüringen mit 120.

23.2.2021 • 15:50 Uhr

Tschechische Krankenhäuser am Limit

Angesichts der hohen Corona-Fallzahlen hat Tschechien seine Kapazitätsgrenze bei den Plätzen auf den Intensivstationen erreicht. Vor allem qualifiziertes Personal fehle, sagte der stellvertretende Gesundheitsminister Vladimir Cerny. Er verwies auf die Möglichkeit, Patienten aus dem schwer betroffenen tschechischen Westen in deutsche Krankenhäuser zu verlegen. Die Regierung dürfte Deutschland demnach offiziell bitten, Patienten aufzunehmen.

Cerny warnte vor einer Überlastung des gesamten Gesundheitssystems. Bei der Behandlung von Nicht-Corona-Patienten gebe es bereits Verzögerungen. "Wir stehen kurz davor, dass uns die Kapazitäten für die Intensivpflege ausgehen. Das System ist nahe an seiner Grenze."  Tschechien registrierte am Dienstag mehr als 1300 Patienten auf der Intensivstation, darunter 660 an Beatmungsgeräten, wie Cerny erklärte.

In einer Halle sind Betten für am Coronavirus Erkrankte aufgestellt | REUTERS

In Tschechiens Krankenhäusern ist der Platz knapp - Covid-19-Kranke werden auch an anderen Orten versorgt. Bild: REUTERS

23.2.2021 • 15:45 Uhr

Hans: Öffnungen mit Ausweitung von Tests verbinden

Öffnungsschritte aus dem Corona-Lockdown müssen nach Ansicht des saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans (CDU) mit vermehrten Tests einhergehen. "Wichtig ist aus meiner Sicht, dass wir dabei weiterhin vorsichtig sind und die Öffnungen mit der Ausweitung von Tests verbinden", sagte Hans am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. "Wir dürfen nichts überstürzen, sondern sollten schrittweise und mit Augenmaß vorgehen." Bei den nächsten Bund-Länder-Beratungen am 3. März würden weitere Öffnungsschritte - abhängig von der dann bestehenden Pandemielage - diskutiert.

23.2.2021 • 15:41 Uhr

Brinkhaus verteidigt späteren Start von Schnelltests

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) hat den späteren Start kostenloser Corona-Schnelltests verteidigt. Es sei nicht entscheidend, ob die Tests sieben Tage früher oder später eingeführt würden, sagte Brinkhaus in Berlin. Entscheidend sei, "dass es vernünftig organisiert wird". Auch die Länder müssten dabei eingebunden werden. Deshalb sei es richtig, dass die Tests auch Thema beim Bund-Länder-Treffen zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie in der kommenden Woche seien.

23.2.2021 • 15:36 Uhr

Brandenburger Gartenmärkte dürfen öffnen

In Brandenburg dürfen am Montag neben Friseursalons auch Gartenmärkte, Gärtnereien und Blumenläden wieder öffnen. Das gab Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) nach einer Kabinettssitzung bekannt. Diese Lockerungen der Corona-Beschränkungen sind bereits nach der aktuellen Verordnung möglich, die noch bis zum 7. März gültig ist. "Das ist ein kleiner Schritt, das ist mir bewusst", sagte Woidke. "Ich weiß, dass die Erwartungen bei den Industrie- und Handelskammern, bei den Handwerkskammern und im Einzelhandel deutlich größer sind."

23.2.2021 • 15:24 Uhr

Saarland: Weitere Schulen im Wechselunterricht

Ab dem 8. März starten im Saarland auch alle weiteren Schulen zunächst in den Wechselunterricht. Dies hat die saarländische Landesregierung entschieden. Am Montag waren bereits die Grundschulen und Primarstufen der Förderschulen in den Wechselbetrieb aus Präsenzunterricht und Lernen von zu Hause gestartet. "Wir brauchen auch in der Pandemie möglichst viel Präsenzunterricht für unsere Schülerinnen und Schüler", sagte Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD). "Schulen sind soziale Lern- und Lebensorte, sie geben Kindern und Jugendlichen gerade in der Krise Halt."

Ab dem 15. März soll es nach dem Beschluss für die Schüler der Klassenstufe 11 am Gymnasium und der Klassenstufe 12 an der Gemeinschaftsschule täglichen Präsenzunterricht vor Ort geben. An beruflichen Schulen könne die Beschulung bereits ab dem 8. März im wöchentlichen Wechsel erfolgen, hieß es.

23.2.2021 • 15:10 Uhr

Sachsen-Anhalt lässt erste Öffnungen zu

In Sachsen-Anhalt dürfen neben den Schulen und Friseurgeschäften ab März auch einige andere Wirtschaftszweige wieder öffnen. Gartenmärkte, Gärtnereien, Blumenläden sowie Baumärkte, Fahr- und Flugschulen könnten ab kommender Woche wieder den Betrieb aufnehmen, kündigte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) nach einer Kabinettssitzung an. "Das ist notwendig, weil wir auch saisonal bedingt diese Angebote benötigen, auch für das persönliche Bedürfnis, sich zu betätigen, wenn das Wetter wieder schöner wird."

Außerdem sollen Spitzensportler wieder trainieren dürfen, sagte der Regierungschef. Neben den allgemeinbildenden Schulen sollen auch Sportschulen wieder öffnen dürfen.

23.2.2021 • 15:02 Uhr

Niedersachsen: Erste Impfzentren erweitern Angebot

Die ersten Impfzentren in Niedersachsen können beginnen, Menschen aus der zweiten Prioritätsgruppe zu versorgen. Die Zentren hätten alle Patienten der ersten Kategorie unter 65 Jahren mit dem Astra-Zeneca-Impfstoff geimpft, sagte die stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs, Claudia Schröder. Nun könnten Beschäftigte aus Behinderteneinrichtungen, der Wiedereingliederungshilfe oder Beschäftigte aus dem Gesundheitswesen geimpft werden. Für Lehrkräfte von Grund- und Förderschulen sowie für das Personal von Kindertagesstätten solle schnellstmöglich ein Impfkonzept erstellt werden, kündigte Schröder an. Diese Berufsgruppen waren in die zweite Prioritätsgruppe hochgestuft worden.

23.2.2021 • 14:56 Uhr

Scholz wirbt für Testkonzept "aus einem Guss"

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat die verzögerte Einführung von kostenlosen Corona-Schnelltests verteidigt. Die Bundesregierung wolle gemeinsam mit den Bundesländern "ein Konzept aus einem Guss" entwickeln, um das Testen und die angepeilten Öffnungsschritte miteinander zu kombinieren, erklärte der Finanzminister. Die Möglichkeit kostenloser Tests müsse in die Öffnungsstrategie eingebunden werden, die noch mit den Ministerpräsidenten erörtert werde.

23.2.2021 • 14:55 Uhr

Marokko: Kein Flugverkehr von und nach Deutschland

Marokko hat aus Sorge vor der Ausbreitung der neuen Corona-Mutationen vorläufig den Flugverkehr von und nach Deutschland eingestellt. Die Beschränkungen gelten seit Dienstag und sollen zunächst bis zum 21. März gelten, wie die deutsche Botschaft in Rabat unter Berufung auf die marokkanische Regierung mitteilte. Zudem dürften auch Menschen unabhängig von ihrer Staatsbürgerschaft nicht mehr nach Marokko einreisen, die sich vorher in Deutschland aufgehalten haben. Auch eine Einreise über Drittstaaten sei nicht mehr möglich, Ausreisen hingegen schon, hieß es.

23.2.2021 • 14:52 Uhr

Labore: Anteil der britischen Virus-Variante steigt

Die zunächst in Großbritannien entdeckte Corona-Variante B.1.1.7 breitet sich nach Beobachtung eines großen Laborverbands in Deutschland weiter aus. Während sich die Rate der positiven Corona-Tests insgesamt in den vergangenen Wochen verringert habe, sei der Anteil der Mutante gewachsen, sagte Michael Müller, der Vorsitzende des Verbands Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM), in einer Videoschalte. In untersuchten Stichproben aus der vergangenen Woche habe der Anteil bei annähernd 30 Prozent gelegen. Die Angaben bilden die Ansteckungen von ungefähr ein bis zwei Wochen zuvor ab. Müller sprach von einer erwartbaren Zunahme.

In dieser Woche laufe in den Laboren wieder eine Erhebung für das Robert Koch-Institut (RKI). In dessen Berichten zur Entwicklung der Mutanten sind die ALM-Daten ein Baustein. Zuletzt hatte das RKI von einem Anstieg der britischen Variante von knapp sechs auf rund 22 Prozent in Stichproben binnen zwei Wochen berichtet.

23.2.2021 • 14:32 Uhr

Stockholm rät zu konsequentem Maskentragen

Die schwedische Hauptstadt Stockholm legt ihren Einwohnern angesichts wieder steigender Neuinfektionszahlen den umfassenden Gebrauch eines Mund-Nasen-Schutzes ans Herz. "Wir wollen, dass man während des gesamten Tages Mundschutz im öffentlichen Verkehr verwendet", sagte die Infektionsschutzärztin der Region Stockholm, Maria Rotzén Östlund. Auch in bestimmten überdachten Bereichen - etwa beim Friseur, in der Apotheke oder im Lebensmittelmarkt - sowie bei Bedarf am Arbeitsplatz werde zum Mundschutz geraten. Die Empfehlungen gelten mit sofortiger Wirkung und vorläufig bis zum 22. März.

Schweden ist in der Corona-Krise einen Sonderweg mit vergleichsweise freizügigen Corona-Maßnahmen sowie Empfehlungen und Appellen an die Vernunft der Bürger gegangen. Damit einhergegangen waren höhere Infektions- und Todesfallzahlen als zum Beispiel in Deutschland.

23.2.2021 • 14:20 Uhr

Rheinland-Pfalz erlaubt Textileinkauf mit Termin

In Rheinland-Pfalz soll Einkaufen im Bekleidungsgeschäft ab 1. März nach Terminvereinbarung wieder möglich sein. "Wir erweitern im kleinen Rahmen auch unsere 'Click&Collect' Regelungen", teilt Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) mit. "Ab 1. März ist dann auch ein 'Termin-Shopping' möglich."

Nach vorheriger Vereinbarung könnten Einzeltermine vergeben werden und immer nur ein Hausstand das Geschäft betreten. "Das ist zum Beispiel für Bekleidungsgeschäfte und Brautmodenläden eine Perspektive." Bei den Einzelterminen gelte die Maskenpflicht und die Pflicht zur Kontakterfassung. Würden mehrere Einzeltermine für einen Tag vergeben, so sei ein Zeitraum von mindestens fünfzehn Minuten zwischen Ende und Anfang der jeweiligen Termine freizuhalten, um Hygienemaßnahmen vorzunehmen und zu lüften.

Eine Frau passiert ein geschlossenes Modegeschäft | dpa

In Rheinland-Pfalz kann bald wieder Kleidung im Einzelhandel vor Ort gekauft werden. Bild: dpa

23.2.2021 • 14:13 Uhr

Mützenich kritisiert Spahn wegen Schnelltests

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Rolf Mützenich hat Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dafür kritisiert, dass die kostenlosen Corona-Schnelltests später kommen als zunächst angekündigt. "Dass der 'Ankündigungsminister' Spahn hier offensichtlich gestern wieder zurückrudern musste, hat uns doch sehr irritiert", sagte Mützenich in Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei offensichtlich gezwungen gewesen, ihren Gesundheitsminister "zurückzupfeifen". Das Testen sei Voraussetzung für verlässliche Öffnungsschritte, betonte Mützenich.

23.2.2021 • 14:11 Uhr

Unicef-Lieferungen von Impf-Spritzen gestartet

Das UN-Kinderhilfswerk Unicef hat mit den Lieferungen für weltweite Covid-19-Impfungen begonnen. Die ersten 100.000 Spritzen und 1000 Sicherheitsboxen seien per Luftfracht aus dem Unicef-Warenlager in Dubai auf die Malediven verschickt worden, teilte die Organisation in New York mit. "Im weltweiten Kampf gegen die Covid-19-Pandemie sind Spritzen genauso wichtig wie der Impfstoff selbst", sagte Unicef-Direktorin Henrietta Fore. "Es ist wichtig, dass in jedem Land bereits ausreichend Spritzen vorhanden sind, bevor der Impfstoff eintrifft, damit der Impfstoff sicher verabreicht werden kann." Unicef plane die Lieferung von zwei Milliarden Impfdosen bis Ende 2021.

23.2.2021 • 14:02 Uhr

Altmaier will mit Länderkollegen über Lockerungen beraten

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will am Freitag mit seinen Amtskollegen aus den Ländern über eine Öffnungsstrategie beraten. Das sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums der Nachrichtenagentur dpa.

Über 40 Verbände seien dem Angebot von Altmaier gefolgt und hätten ihre Anregungen für eine gemeinsame Öffnungsstrategie der Wirtschaft übersandt. Altmaier werde diese mit den Wirtschaftsministerinnen und Wirtschaftsministern der Länder diskutieren und in die weiteren Verhandlungen bezüglich einer Öffnungsstrategie einbringen.

23.2.2021 • 13:58 Uhr

Hamburg verschärft Maskenpflicht

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen und dem vermehrten Auftreten von Virus-Mutanten wird Hamburg die Maskenpflicht weiter verschärfen. Generell müsse davon ausgegangen werden, dass ab dem Wochenende an allen Orten der Stadt Masken getragen werden müssen, an denen Abstände nicht eingehalten werden können, sagte Senatssprecher Marcel Schweitzer nach einem entsprechenden Senatsbeschluss.

Dies gelte insbesondere für stark besuchte Orte wie Stadtpark, Jungfernstieg oder Landungsbrücken. Eine entsprechende Anpassung der Corona-Verordnung werde zeitnah vorgenommen. Schweitzer kündigte auch Schwerpunktkontrollen der Polizei an.

Lockerungen - wie eine vielfach geforderte vorzeitige Öffnung der Blumenläden und Gartencenter - habe der rot-grüne Senat nicht beschlossen.

23.2.2021 • 13:40 Uhr

Kretschmann hält leichte Lockerung bei Kontakten für möglich

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hält eine baldige Lockerung der strengen Corona-Kontaktbeschränkungen für möglich. Auch wenn die Zahl der Infektionen nicht unter die Schwelle von 35 pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen sinke, könne es hier eine leichte Öffnung geben, sagte Kretschmann in Stuttgart. "Ich könnte mir vorstellen, dass wir wieder auf zwei Haushalte kommen."

Bisher dürfen sich im bundesweiten Corona-Lockdown, der noch bis 7. März gilt, nur ein Haushalt und eine weitere Person treffen. Allerdings müsse für eine Lockerung die 7-Tage-Inzidenz dauerhaft unter 50 liegen, sagte der Regierungschef. Kretschmann dämpfte gleichzeitig die Hoffnung des Handels auf eine baldige Wiedereröffnung der Geschäfte. Das Konzept Click&Meet, also Einkaufen nach Terminvergabe, könnte eine Perspektive sein.

23.2.2021 • 13:23 Uhr

Laschet erwartet Öffnungsstrategie

Nordrhein-Westfalens Regierungschef Armin Laschet (CDU) erwartet von der Ministerpräsidentenkonferenz in der kommenden Woche Öffnungsperspektiven in der Corona-Pandemie. "16 Länder erwarten, dass wir eine Öffnungsstrategie vorlegen", sagte er in Düsseldorf. Das sei Beschlusslage. "Dass eine Perspektive erkennbar ist: wo wird es hingehen - damit rechne ich bei der Ministerpräsidentenkonferenz."

NRW trete seit über einem Jahr dafür ein, dass bei Öffnungsschritten nicht nur auf die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz zu blicken sei, sagte Laschet. "Man braucht mehr Instrumentarien, um Infektionsketten nachzuverfolgen." Hier gebe etwa eine neue App Anlass zu Hoffnungen. Darüber hinaus seien die zur Verfügung stehenden Impf- und Test-Instrumentarien wichtige Kriterien für Öffnungsentscheidungen. Derzeit erörterten die Chefs der Staatskanzleien, ob man mehr öffnen kann, wenn mehr getestet werden kann, sagte Laschet.

23.2.2021 • 13:04 Uhr

Keine Einigung vor Gericht im Streit um Maskenpause

Im Streit um Maskenpausen auf einer Intensivstation mit Corona-Patienten hat es beim Arbeitsgericht Herne keine gütliche Einigung gegeben. Einen Vergleichsvorschlag des Gerichts nahm der Anwalt des beklagten Krankenhauses nicht an, sondern gab ihn zur Prüfung an das Krankenhaus weiter. Kommt es weiter nicht zu einer Einigung, steht Anfang Mai eine ordentliche Arbeitsgerichtsverhandlung an.

Die 47-jährige Klägerin, die auf der Intensivstation als Krankenschwester arbeitete, hatte Masken- und Trinkpausen alle 75 Minuten verlangt. Das Krankenhaus in Recklinghausen bietet auf Intensivstationen alle 120 Minuten eine Maskenpause und hatte eine Verkürzung abgelehnt. Das zeitaufwendige Umbetten von Corona-Patienten und das An- und Ausziehen der umfangreichen Schutzkleidung sei mit einem kürzeren Pausenrhythmus nicht zu schaffen, argumentierte das Haus. Die Krankenpflegerin war auf eine andere Station versetzt worden und hatte dagegen geklagt, sie sprach von "Zwangsversetzung".

In der Güteverhandlung schlug der Richter vor, dass das Krankenhaus die Versetzung zurücknehmen und Pausen alle 120 Minuten garantieren solle. Das Haus werde den Vorschlag gründlich prüfen, sagte ein Krankenhaussprecher. Er widersprach dem Vorwurf der Zwangsversetzung. Der Frau sei ein alternativer, ebenfalls anspruchsvoller Arbeitsplatz angeboten worden.

23.2.2021 • 12:43 Uhr

Bundeswehr-Hilfsteam fliegt nach Portugal

Die Bundeswehr hat erneut Sanitäter zum Corona-Hilfseinsatz nach Portugal geschickt. 27 Angehörige des Sanitätsregiments 3 aus dem baden-württembergischen Dornstadt flogen von Stuttgart nach Lissabon. Sie sollen 26 Soldatinnen und Soldaten ablösen, die seit dem 3. Februar in einer Klinik in der portugiesischen Hauptstadt bei der Behandlung von Corona-Patienten helfen. An der Hilfsaktion nehmen Ärzte, Pfleger und notfallmedizinische Assistenten der Bundeswehrkrankenhäuser in Ulm, Westerstede (Niedersachsen), Hamburg, Berlin sowie Koblenz (Rheinland-Pfalz) teil. Sie sollen voraussichtlich für bis zu sechs Wochen in Lissabon das dortige medizinische Personal unterstützen.

23.2.2021 • 12:30 Uhr

Berlin weist Kritik Brüssels an Grenzkontrollen zurück

Die Bundesregierung hat die Kritik der EU-Kommission an den Grenzkontrollen zu Tschechien und dem österreichischen Bundesland Tirol zurückgewiesen. "Ich weise den Vorwurf von uns, dass wir uns nicht an das EU-Recht halten", sagte Europa-Staatsminister Michael Roth (SPD)vor einer Video-Konferenz mit seinen EU-Kollegen. Deutschland habe auf "die besondere Bedrohung" durch Virus-Mutationen reagieren müssen.

Die EU-Kommission hatte am Montag in einem Brief an den deutschen EU-Botschafter in Brüssel erneut die Kontrollen und Einreiseverbote zu Tschechien und Österreich kritisiert. Der Schutz der deutschen Bevölkerung könne durch "weniger einschränkende Maßnahmen" erreicht werden, hieß es.

23.2.2021 • 12:28 Uhr

Mehr als 1000 Äußerungen von Hildmann werden überprüft

Im Berliner Ermittlungsverfahren gegen Attila Hildmann werden mehr als 1000 Äußerungen einzeln überprüft. Es geht dabei um Verdacht auf Volksverhetzung, Beleidigung und Bedrohung. "Das sind intensive, umfangreiche und zeitaufwendige Ermittlungen", sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. "Die Auswertung der Beweismittel dauert an."

WDR und "Süddeutsche Zeitung" hatte zuvor berichtet, dass die Beweiserhebung nur schleppend vorankommt. Eine der Festplatten ist demnach so stark beschädigt, dass die Daten nicht ausgelesen werden können, eine weitere offenbar durch ein Passwort so geschützt, dass Ermittler sie nicht öffnen können. Hildmann, der früher als veganer Kochbuchautor bekannt war, nennt sich selbst "ultrarechts" und einen Verschwörungsprediger.

23.2.2021 • 12:09 Uhr

Deutschland verlängert Grenzkontrollen um acht Tage

Die Grenzkontrollen an den Übergängen zu Tschechien und dem österreichischen Bundesland Tirol werden bis zum 3. März verlängert. Wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums bestätigte, sollen die seit dem 14. Februar geltenden Verbote und Regeln für Einreisen von dort unverändert beibehalten werden.

Die Bundesregierung hatte Tschechien, die Slowakei und weite Teile Tirols in Österreich zu sogenannten Virusvariantengebieten erklärt. Von dort dürfen aktuell nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen. Ausnahmen gibt es für Lastwagenfahrer und Grenzgänger mit systemrelevanten Berufen. Sie müssen einen negativen Corona-Test mitführen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Die Regeln waren zunächst für zehn Tage eingeführt worden.

23.2.2021 • 12:06 Uhr

Städte und Gemeinden fordern rasches Schnelltest-Konzept

Die Kommunen haben enttäuscht auf die Verzögerung bei der Schnelltest-Offensive der Bundesregierung reagiert und mahnen mehr Tempo an. "Bund und Länder müssen jetzt klar sagen, bis wann sie wie viele und welche Schnelltests beschaffen können und wie die Verteilung in den Ländern auf den Weg gebracht wird", sagte Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Damit reagierte er auf die von Gesundheitsminister Jens Spahn angekündigte Einführung kostenloser Schnelltests für den 1. März, die am Montag auf Drängen des Kanzleramtes verschoben worden war. Landsberg forderte, jetzt umgehend "ein solides, einfaches und unbürokratisches Verfahren" für die Tests zu entwickeln. Das müsse für Schnelltests durch Fachleute und auch für sogenannte Wohnzimmertests gelten, die Laien selbst ausführen könnten.

23.2.2021 • 11:52 Uhr

Intensivmediziner warnt vor zu frühen Lockerungen

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensiv- und Notfallmedizin, Christian Karagiannidis, warnt vor eiligen Lockerungen der Corona-Maßnahmen. "Unsere Berechnungen zeigen, dass die Impfungen noch nicht schnell genug sind, um eine dritte Welle zu verhindern, wenn es vor April eine Rückkehr zum Lockdown light wie im November gibt", sagte der Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie und Intensivmedizin der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Dienstag). "Ich warne davor, noch im März starke Lockerungen des Lockdowns vorzunehmen."

Der Mediziner forderte zudem mehr Tempo bei den Impfungen, etwa durch eine Einbindung der niedergelassenen Ärzte. "Es ist jetzt zwingend nötig, die Hausarztpraxen schnell fitzumachen, damit sie möglichst ab sofort alle Impfstoffe verimpfen können", sagte Karagiannidis. Das könne die Impfungen, ähnlich wie bei der Grippe, beschleunigen sofern genug Vakzin vorhanden sei.

23.2.2021 • 11:41 Uhr

Wochenend-Lockdown an der Côte d'Azur

Die Inzidenz im südfranzösischen Nizza liegt mit 700 mehr als drei Mal so hoch wie im Landesdurchschnitt. An den kommenden beiden Wochenende müssen die Menschen zu Hause bleiben, damit sich die Lage nicht verschlimmert.

23.2.2021 • 11:37 Uhr

Högl: "Corona riesige Herausforderung für Bundeswehr"

Die Amtshilfe in der Corona-Pandemie hat die Bundeswehr nach Einschätzung der Wehrbeauftragten Eva Högl vor eine "riesige Herausforderung" gestellt. "Fast 500 Eingaben rund um die Covid-19-Pandemie zeigten, wie hoch die Belastung der Soldatinnen und Soldaten war, wie groß die Sorge um ihre Gesundheit und ihren Dienst und wie wichtig und ernsthaft ihre Anliegen zur Bewältigung dieser Krise waren", schreibt die SPD-Politikerin in ihrem Jahresbericht. "Das vorbildliche Engagement bei der Amtshilfe sollte durch eine Einsatzmedaille ausgezeichnet werden", so Högl.

"Wo zivile Institutionen und Strukturen an ihre Grenzen kommen, kann die Bundeswehr unterstützen, sie kann die personellen Defizite jedoch nicht ersetzen. Wir sollten aus dieser Pandemie Lehren ziehen und prüfen, wie der Bevölkerungsschutz und die Katastrophenhilfe verbessert werden können", sagte Högl weiter.

23.2.2021 • 11:24 Uhr

Laut BA drei Millionen Jobs gerettet

Vor allem durch Kurzarbeit sind in der Corona-Pandemie nach Angaben des Vorstandschefs der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, bislang drei Millionen Jobs gerettet worden. Im vergangenen Jahr habe die Bundesagentur 22 Milliarden Euro für Kurzarbeit ausgegeben, für dieses Jahr werde mit 6,1 Milliarden Euro gerechnet, sagte der SPD-Politiker dem "Tagesspiegel" (online). Hinweise auf massiven Missbrauch von Kurzarbeit durch Arbeitgeber gebe es nicht, so Scheele.

Der frühere Hamburger Sozialsenator warnte zugleich vor den Folgen eines verlängerten Lockdowns. "An der Kernbelegschaft halten die Arbeitgeber mit Blick auf den Impfstoff fest und nutzen, wenn nötig, die Kurzarbeit", sagte Scheele: "Sollte sich die Virus-Mutante jetzt aber durchsetzen und der Lockdown nicht bald enden, hätte das eindeutig Folgen."

23.2.2021 • 11:02 Uhr

Berliner Senat berät über Plan für Lockerungen

Nach gut zwei Monaten Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie liegt dem Berliner Senat ein umfassender Plan für schrittweise Lockerungen etwa in Handel, Gastronomie oder Kultur vor. Die Vorlage für die heutige Senatssitzung trägt das Datum 21. Februar, sie liegt der Nachrichtenagentur dpa vor.

Das Dokument umfasst sechs Stufen für mögliche Lockerungsschritte, die sich über mehrere Wochen erstrecken. Grundlage sind Kriterien wie der Inzidenzwert, die Reproduktionszahl (R-Wert), die angibt, wie viele Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt, die Kapazitäten bei den Intensivbetten, die Veränderungsrate der Inzidenz und perspektivisch die Impfquote.

23.2.2021 • 10:58 Uhr

Britische Reisebuchungen schießen in die Höhe

Nach den angekündigten Corona-Lockerungen in England verzeichnen britische Reise- und Urlaubsanbieter ein sprunghaft gestiegenes Interesse.

Flugbuchungen aus Großbritannien seien in den Stunden nach der Rede von Premierminister Boris Johnson um 337 Prozent im Vergleich zur Vorwoche und Urlaubsbuchungen sogar um 630 Prozent gestiegen, teilte die Fluggesellschaft Easyjet in Luton mit. Der größte britische Reiseanbieter Tui UK verzeichnete eine Versechsfachung der Buchungen. An der Londoner Börse legten die Aktien der Konzerne kräftig zu.

Johnson hatte am Montag die Pläne der Regierung aus dem Corona-Lockdown vorgestellt. Demnach sollen die Restriktionen schrittweise aufgehoben werden, bis vom 21. Juni an dann gar keine Beschränkungen mehr gelten. Bereits vom 17. Mai an könnte Urlaub im Ausland wieder erlaubt werden.

23.2.2021 • 09:48 Uhr

Millionen Kinder und Jugendliche ohne Vereinssport

Rund die Hälfte der Kinder und Jugendlichen in Deutschland ist durch die Corona-Pandemie und den Lockdown seit November vom Vereinssport abgeschnitten. Dies teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Insgesamt 7,3 Millionen Mädchen und Jungen bis 18 Jahren waren demnach zum Jahresbeginn 2020 Mitglied in einem Sportverein. 

Vom Lockdown sind laut Bundesamt vor allem Mannschafts- und Hallensportarten sowie Fitness- und Kursangebote im Turnbereich betroffen. 29,5 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Sportvereinen spielen Fußball. 26,4 Prozent sind in Turnvereinen angemeldet.

Der Sport-Lockdown betrifft aber auch Senioren, die Sport häufig im Sinne aktiver Gesundheitsprävention nutzen. Rund jeder Fünfte der über 60-Jährigen gehörte 2020 einem Sportverein an, wie das Bundesamt mitteilte. Insgesamt waren etwa 24,2 Millionen Frauen und Männer aller Altersgruppen aktive oder passive Mitglieder in den rund 90.000 Sportvereinen - das sind 29,1 Prozent der Bevölkerung.

23.2.2021 • 09:41 Uhr

Drei Millionen Israelis zweifach geimpft

Rund 70 Prozent der Menschen in Israel ab 16 Jahren sind mindestens ein Mal gegen das Coronavirus geimpft worden. Knapp 4,5 Millionen Israelis hätten die Erstimpfung und mehr als drei Millionen bereits die Zweitimpfung erhalten, schrieb der israelische Gesundheitsminister Yuli Edelstein bei Twitter.

Israel ist ein sehr junges Land und hat rund 9,3 Millionen Einwohner. Davon sind mit 6,4 Millionen rund 70 Prozent über 16 Jahre alt und rund 30 Prozent unter 16. Die Jüngeren können bisher noch nicht geimpft werden.

Zum jüdischen Karnevalsfest Purim, das am Donnerstag beginnt, erwägt die Regierung die Verhängung einer nächtlichen Ausgangssperre. Vor einem Jahr hatten sich nach Angaben von Experten viele Menschen in Israel auf Karnevalsfeiern angesteckt. Gesundheitsminister Edelstein warnte vor "riesigen Ansteckungspartys" auch in diesem Jahr.

23.2.2021 • 09:19 Uhr

Arbeitslosigkeit in Großbritannien steigt weiter an

Die Corona-Krise lässt die Arbeitslosigkeit in Großbritannien weiter steigen. Im vierten Quartal sei die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent gestiegen, teilte das Statistikamt ONS in London mit. Das ist der höchste Stand seit fast fünf Jahren. Im gleichen Quartal des Vorjahres hatte die Quote 1,3 Punkte niedriger gelegen.

Angesichts der drastischen ökonomischen Verwerfungen, die die Virus-Krise und deren Bekämpfung mit sich bringt, ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit aber immer noch moderat. Begrenzt wird der Anstieg in erster Linie durch Unterstützungsprogramme der Regierung, die der in Deutschland praktizierten Kurzarbeit ähneln. Auch erhalten die Haushalte Unterstützungszahlungen.

Eine Frau vor einem geschlossenen Pub in London | AFP

In Großbritannien ist die Arbeitslosigkeit durch die Corona-Krise auf dem höchsten Stand seit fast fünf Jahren. Bild: AFP

23.2.2021 • 09:08 Uhr

Müller fordert konkreten Öffnungsplan

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat konkrete Öffnungsperspektiven gefordert. "Was uns schon in der letzten Ministerpräsidentenkonferenz wichtig war, muss jetzt miteinander verabredet werden - nämlich die Perspektive 'Wann passiert was'", sagte Müller im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF. Insbesondere die Wirtschaft könne sich dann auf die Öffnung einstellen.

Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz kritisierte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für die Verschiebung der versprochenen kostenlosen Antigentests ab dem 1. März. "Es ist zum wiederholen Mal so, dass von Seiten des Bundesgesundheitsministers Dinge angekündigt wurden, die dann so oder zumindest so schnell nicht kommen", sagte Müller. Wenn entprechende Testkapazitäten nicht wie angekündigt zum 1. März da seien, "müssen wir sehen, dass wir das mit anderen Maßnahmen, für die Tage bis sie da sind, auffangen."

23.2.2021 • 08:05 Uhr

Ethikrat kritisiert vorgezogene Lehrerimpfung

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, sieht das Vorziehen von Beschäftigten in Grundschulen und Kindertagesstätten bei Corona-Impfungen kritisch. Sie könne das politische Ziel nachvollziehen, die Schulen und Kindertagesstätten möglichst schnell und sicher wieder zu öffnen, sagte Buyx im Deutschlandfunk. Doch diese politische Entscheidung sei eine Abkehr vom Prinzip, zunächst die besonders gefährdeten Gruppen zu impfen.

Buyx sagte, sie hätte sich gewünscht, man hätte für einen sicheren Schulbetrieb andere Mittel genutzt und nannte den Einsatz von Schnelltests. "Ich gönne das den Lehrerinnen und Lehrern von Herzen", betonte die Münchner Medizinethikerin. Auch diese seien besonderen Infektionsrisiken ausgesetzt, jedoch weniger als Beschäftigte zum Beispiel in Teilen des Gesundheitswesens oder Krebskranke, die eine Chemotherapie erhalten. Sie hoffe nun, dass die Zahl der verfügbaren Impfdosen kurzfristig so stark steige, dass ein "harscher Verteilungskampf" ausbleibe.

Die Kriterien zur Priorisierung bei den Covid-19-Impfungen waren vom Ethikrat mit entwickelt worden. Bund und Länder hatten sich am Montag auf frühere Corona-Impfungen für Lehrkräfte und Kita-Beschäftigte geeinigt.

23.2.2021 • 07:41 Uhr

Philologenverband kritisiert Vorgehen bei Schulöffnung

Nach der Öffnung von Grundschulen in zehn Bundesländern hat die Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Susanne Lin-Klitzing, davor gewarnt, Schulen zu Corona-Hotspots werden zu lassen. "Wenn der allgemeine gesellschaftliche Lockdown bis Anfang März geht, können Schulen davon nicht grundsätzlich ausgenommen werden, denn für Lehrkräfte wie für ihre Schülerinnen und Schüler müssen im Schulbetrieb bestmögliche Sicherheit und Verlässlichkeit gewährleistet werden", sagte Lin-Klitzing der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

"Für eine Rückkehr ins Klassenzimmer müssen gerade angesichts der jetzigen Lage und einer möglichen Zunahme der Mutationen neben dem stabilen Inzidenzwert von deutlich unter 50 am Schulort und in den Heimatorten der Schüler weitere Kriterien erfüllt sein. Dazu gehöre etwa auch ein R-Wert stabil deutlich unter 1,0 sowie Impfangebote für Lehrkräfte.

Lin-Klitzing übte Kritik an der Kultusministerkonferenz. "Ein an Werten wie unter anderem dem Inzidenzwert orientierter Kriterienplan für die Stufen des Unterrichts wäre die Aufgabe der Kultusministerkonferenz gewesen. Diese Aufgabe hat sie nicht erfüllt hat", so die Erziehungswissenschaftlerin.

23.2.2021 • 07:25 Uhr

Impfungen in Afghanistan starten

Afghanistan hat mit seinem Impfprogramm gegen das Coronavirus begonnen. Die erste Dosis erhielt die bekannte Journalistin Anisa Schahid, die vergangenes Jahr für ihre Berichterstattung über die Corona-Pandemie ausgezeichnet worden war. Danach wurden eine Ärztin sowie zwei Angehörige der Sicherheitskräfte geimpft. Die Veranstaltung im Beisein von Präsident Aschraf Ghani und seiner Frau Rula wurde im Fernsehen übertragen.

Indien hatte Anfang Februar 500.000 Dosen des Pharmakonzerns Astrazeneca an Afghanistan gespendet. Zunächst sollen etwa eine Viertelmillion Menschen geimpft werden. Bislang wurden in Afghanistan rund 55.000 Infektionen und mehr als 2400 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus nachgewiesen. Vermutet wird, dass die Dunkelziffer deutlich höher ist, da wenig getestet wurde. Afghanistans Gesundheitssystem ist nach über vier Jahrzehnten Krieg und Konflikten schlecht ausgestattet und angeschlagen.

Angehörige der Armee erhalten ihre erste Impfung in Kabul | via REUTERS

Angehörige der Armee erhalten ihre erste Impfung in Kabul Bild: via REUTERS

23.2.2021 • 07:06 Uhr

STIKO-Chef Mertens rechnet mit digitalen Impfnachweisen

Der Chef der Ständigen Impfkommission (STIKO), Thomas Mertens, rechnet mit dem Einsatz digitaler Impfnachweise, um gegen das Coronavirus geimpften Menschen den Zugang zum Beispiel zu Kulturveranstaltungen oder Restaurants wieder zu ermöglichen. "In der Lebensvorsorge, in Kliniken oder Heimen, kommt das nicht infrage. Aber im privatrechtlichen Bereich - bei Kinos, Theatern, Restaurants und auf Fluglinien kann ich mir einen solchen Nachweis sicher vorstellen", sagte Mertens der "Bild"-Zeitung (Dienstag). "Wichtig ist, dass zunächst das Impfangebot ausreicht, um niemanden zu benachteiligen."

Auch der Ethikrat habe bereits Impfnachweise im privaten Sektor nicht ausgeschlossen, sagte der Virologe. Die Bundesregierung will die Voraussetzungen für einen digitalen Impfnachweis schaffen und unterstützt die beim EU-Gipfel im Januar besprochene europäische Lösung.

Die Mitgliedsstaaten hatten damals Leitlinien für einen Impfnachweis besprochen, der zunächst ausschließlich für medizinische Zwecke verwendet werden soll. Auf einen späteren Zeitpunkt verschoben die Mitgliedstaaten die Entscheidung, ob ein solcher Impfnachweis auch im Alltag Anwendung finden sollte.

23.2.2021 • 06:26 Uhr

Giffey würde sich öffentlich impfen lassen

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey würde sich nach eigener Aussage auch öffentlichkeitswirksam gegen Corona impfen lassen, um möglicher Impfskepsis entgegenzuwirken. Die SPD-Politikerin sagte der Nachrichtenagentur dpa, man habe in der Bundesregierung entschieden, sich einzureihen, so wie alle anderen auch. "Wir lassen uns impfen, wenn wir dran sind."

Für den Fall, dass eine Situation eintreten sollte, in der zwar genügend Impfstoff vorhanden ist, es aber in der Bevölkerung eine "abwartende Haltung" gibt, plädierte Giffey jedoch dafür, dass sich Politiker demonstrativ impfen lassen. "Dann kommt der Punkt, wo wir auch mit gutem Beispiel vorangehen müssen. Und ich bin dazu bereit", sagte die Ministerin.

23.2.2021 • 05:43 Uhr

RKI registriert 3883 Neuinfektionen und 415 weitere Tote

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 3883 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 415 weitere Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 3856 Neuinfektionen und 528 neue Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Morgen bundesweit bei 60,5 - und damit etwas niedriger als am Vortag (61,0).

23.2.2021 • 05:06 Uhr

Mobilitätsforscher: 35er-Inzidenz vorerst unrealistisch

Mit der offenbar raschen Ausbreitung einer ansteckenderen Corona-Mutante in Deutschland rückt die Zielmarke von 35 bei der Sieben-Tage-Inzidenz aus Expertensicht in die Ferne. Ohne zusätzliche Maßnahmen erscheine das Erreichen dieses Wertes "bis auf weiteres unrealistisch", erklärte der Leiter des Fachgebiets Verkehrssystemplanung und Verkehrstelematik an der TU Berlin, Kai Nagel, der Nachrichtenagentur dpa. Seine Gruppe modelliert das Infektionsgeschehen in Berlin unter anderem mit anonymisierten Mobilfunkdaten. Nagel zufolge sind die Ergebnisse übertragbar auf die Lage bundesweit.

23.2.2021 • 05:06 Uhr

Studie: Lehrer stärkere Infektionstreiber als Schüler

Lehrer und Lehrerinnen verursachen einer neuen Studie im US-Staat Georgia zufolge mehr Corona-Infektionen in Schulen als Schülerinnen und Schüler. Die Untersuchung der Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention (CDC) in den USA erstreckte sich laut dem Bericht im Dezember und Januar auf neun Grundschulen in Marietta bei Atlanta im US-Staat Georgia. "Pädagogen spielten bei der Ausbreitung eine wichtige Rolle", sagte die CDC-Direktorin Rochelle Walensky. "Covid-19 wurde häufig bei persönlichen Treffen oder bei Mittagessen weitergegeben und breitete sich anschließend in die Klassenräume aus."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. Februar 2021 um 12:00 Uhr.