Ein medizinischer Mitarbeiter in Schutzkleidung nimmt einen Nasenabstrich bei einer Patientin, um sie auf das Coronavirus zu testen. |
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Coronavirus-Pandemie ++ Mehr als 100 Millionen Infektionen weltweit ++

Stand: 26.01.2021 22:29 Uhr

Die Zahl der weltweit nachgewiesenen Corona-Infektionen ist nach Daten der US-Universität Johns Hopkins auf mehr als 100 Millionen angestiegen. Irland verlängert seinen Lockdown bis Anfang März. Der Liveblog vom Dienstag zum Nachlesen.

  • Weltweit mehr als 100 Millionen bestätigte Corona-Infektionen
  • Mehr als 22.000 Neuinfektionen in Frankreich
  • WHO: Impf-Zeitraum bei Moderna-Impfstoff kann gestreckt werden
  • Seehofer erwägt massive Flug-Einschränkungen
  • Merkel zieht kritische Corona-Bilanz
  • RKI meldet 6408 Neuinfektionen
26.1.2021 • 22:28 Uhr

Ende des Liveblogs

Wir schließen den Liveblog für heute. Vielen Dank für Ihr Interesse!

26.1.2021 • 21:55 Uhr

Weltweit mehr als 100 Millionen bestätigte Corona-Infektionen

Seit Beginn der Pandemie vor gut einem Jahr ist die Zahl der weltweit nachgewiesenen Corona-Infektionen auf mehr als 100 Millionen angestiegen. Das geht aus Daten der US-Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Erst vor etwa einem Monat, am zweiten Weihnachtsfeiertag, war die Schwelle von 80 Millionen Infektionen überschritten worden. Die Zahl der bekannten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus liegt inzwischen bei mehr als 2,1 Millionen. Experten gehen sowohl bei den Infektionen als auch bei den Todesfällen weltweit von hohen Dunkelziffern aus.

Die Webseite der US-Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen aber auch wieder nach unten korrigiert. Die meisten bestätigten Infektionen gibt es mit gut 25 Millionen in den USA. In Indien sind inzwischen rund 10,7 Millionen Infektionen nachgewiesen worden, in Brasilien 8,8 Millionen. In Europa wurden die meisten Infektionen bislang in Großbritannien gemeldet (3,7 Millionen).

26.1.2021 • 20:35 Uhr

Virologin Ciesek: Mutationen können nur europaweit aufgehalten werden

Um die Ausbreitung von Coronavirus-Varianten aus anderen Ländern zu verlangsamen, braucht es aus Sicht von Wissenschaftlern einen europaweiten Plan. Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek und andere fordern in der Fachzeitschrift "The Lancet" unter anderem einheitliche Regeln für Einreisende. "Wir müssen versuchen, die Ausbreitung der Varianten in Deutschland zu verzögern", sagte Ciesek im NDR-Podcast "Coronavirus-Update". "Das kann nur europaweit funktionieren - weil wir nicht isoliert auf einer Insel leben."

In Deutschland wurden bisher Mutationen des Coronavirus aus Großbritannien, Südafrika und Brasilien nachgewiesen. Die Variante aus Großbritannien sei sicher ansteckender, sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Main. Ob sie auch tödlicher sei, "kann man im Moment noch nicht abschätzen". Wegen größerer Nähe, vieler Kontakte und verschiedener Verkehrswege sei es kaum möglich, diese Variante aufzuhalten. Man könne und müsse aber die Ausbreitung verlangsamen.

Sandra Ciesek | dpa

Virologin Sandra Ciesek: "Wir leben nicht isoliert auf einer Insel." Bild: dpa

26.1.2021 • 19:37 Uhr

Mehr als 22.000 Neuinfektionen in Frankreich

In Frankreich steigen die Infektionen mit dem Coronavirus um 22.086 Fälle. Das sind rund 1500 Fälle weniger als am Dienstag vor einer Woche. Binnen 24 Stunden sind 612 Menschen mit oder an dem Virus gestorben.

Angesichts der noch immer hohen Infektionszahlen berät das französische Kabinett am Mittwoch über eine erneute Verschärfung der Corona-Maßnahmen. Ein dritter Lockdown mit strikten Ausgangssperren und der Schließung aller Geschäfte scheint zumindest in dieser Woche vom Tisch. Präsident Emmanuel Macron will nach Angaben aus seinem Umfeld die Entwicklung abwarten.

Im Gespräch ist unter anderem eine längere Schließung der französischen Schulen rund um die Winterferien im Februar. Im Protest gegen die Lage hatten am Dienstag zahlreiche Lehrer die Arbeit niedergelegt, ihnen schloss sich auch Krankenhauspersonal an. Derzeit gilt in Frankreich eine landesweite Sperrstunde ab 18 Uhr. Kultur- und Sporteinrichtungen, Restaurants und Cafés sind geschlossen. Schulen und Geschäfte sind dagegen tagsüber offen.

26.1.2021 • 19:08 Uhr

Sanofi will Biontech-Pfizer beim Abfüllen des Impfstoffs helfen

Der französische Pharmakonzern Sanofi will dem Mainzer Unternehmen Biontech und dem US-Konzern Pfizer beim Abfüllen des Corona-Impfstoffs unter die Arme greifen. "In unserem Werk in Frankfurt werden wir das Produkt verpacken, das uns ab Juli von Pfizer-Biontech geliefert wird", sagte Sanofi-Generaldirektor Paul Hudson der Zeitung "Le Figaro". "Wir sollten in der Lage sein, bis Ende des Jahres mehr als 100 Millionen Dosen zu liefern, die für die Europäische Union und damit teilweise für Frankreich bestimmt sind", sagte Hudson. "Da wir mit unserem Hauptimpfstoff einige Monate hinter dem Zeitplan zurücklagen, fragten wir uns, wie wir uns jetzt nützlich machen könnten", so Hudson weiter.

Das Abfüllen des Impfstoffs müsse in einer sterilen Umgebung und bei einer sehr niedrigen Temperatur erfolgen. Sanofi wolle das in einem großen Maßstab tun. Da die Sanofi-Produktionsstätte in der Nähe des Biontech-Hauptsitzes in Mainz liege, werde das die Sache erleichtern. Die Arbeit an eigenen Impfstoffen wolle Sanofi fortsetzen. Zuletzt war bekanntgeworden, dass die Corona-Impfstoffentwicklung von Sanofi und GSK (GlaxoSmithKline) sich verzögere. "Wir streben eine Markteinführung im letzten Quartal des Jahres an", bestätigte Hudson frühere Angaben.

26.1.2021 • 18:24 Uhr

Irland verlängert Lockdown bis zum 5. März

Irland hat seinen Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie bis zum 5. März verlängert. Das kündigte der irische Premier Micheál Martin am Dienstag in Dublin an. Für die kommenden sechs Wochen gelte weiterhin, dass die Menschen zuhause bleiben und sich nicht außerhalb eines Radius von fünf Kilometern rund um ihren Wohnort bewegen sollten.

Derzeit sind wegen des Lockdowns Geschäfte, Schulen und die Gastronomie weitestgehend geschlossen. Einreisende aus Hochrisikogebieten wie Brasilien oder Südafrika müssen sich fortan in eine 14-tägige Quarantäne begeben, das gleiche gilt für Menschen, die ohne negativen Corona-Test ins Land reisen.

26.1.2021 • 18:10 Uhr

Virologin Ciesek: Immunsystem braucht bei einigen Mutationen mehr Antikörper

Zunehmend Sorge in der Pandemie bereitet das Auftreten und die Verbreitung von Mutationen des ursprünglichen Coronavirus. Es wird befürchtet, dass eine Impfung nicht oder nicht so gut gegen diese Mutationen wirken könnte. In einer neuen Folge des NDR Info Podcast Coronavirus-Update erklärt Sandra Ciesek, inwiefern Impfungen durch Mutationen beeinflusst sein können und für wen Antikörper-Medikamente sinnvoll wären.

26.1.2021 • 17:52 Uhr

Festnahmen nach neuen Ausschreitungen in Israel

Nach neuen Ausschreitungen ultra-orthodoxer Juden bei Protesten gegen die Corona-Maßnahmen hat die israelische Polizei 14 Festnahmen vermeldet. Im Jerusalemer Stadtteil Mea Schearim setzten Demonstranten Müllbehälter in Brand und bewarfen die Polizisten mit Tomaten, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Polizei setzte einen Wasserwerfer ein, um die Menschen auseinanderzutreiben. In einer Erklärung der Polizei war auch von Straßenblockaden und Steinwürfen die Rede.

Die Polizisten seien angegriffen worden, als sie die bestehenden Lockdown-Bestimmungen durchsetzen wollten. Acht Festnahmen erfolgten in Jerusalem, drei in der ultra-orthodoxen Siedlung Modiin Ilit im Westjordanland und drei weitere in einem Viertel der Stadt Beit Schemesch. Die Auseinandersetzungen halten schon seit Tagen an. In der Nacht zum Montag war in Bnei Brak bei Tel Aviv ein Bus gestürmt und in Brand gesetzt worden. Danach gab es zehn Festnahmen.

26.1.2021 • 17:50 Uhr

Haarschnitt im Dienst: Geldstrafen für 31 Polizisten in London

Für einen Haarschnitt während der Dienstzeit müssen 31 Polizisten in London teuer bezahlen. Wegen Verstoßes gegen die Corona-Regeln muss jeder Beamte eine Geldstrafe von 200 Pfund (etwa 225 Euro) bezahlen, wie die Polizei mitteilte. Die Beamten hatten sich am 17. Januar von einem professionellen Friseur auf ihrer Wache die Haare schneiden lassen. Den beiden Organisatoren drohen zusätzlich disziplinarische Maßnahmen.

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie gilt in England ein Lockdown. Alle nicht lebensnotwendigen Geschäfte - darunter auch Friseure - müssen schließen. "Es ist zutiefst enttäuschend und frustrierend, dass meine Beamten die Erwartung, die Covid-19-Vorschriften einzuhalten, nicht erfüllt haben", sagte der örtliche Polizeichef Marcus Barnett. Die Strafen seien vollauf berechtigt. Vor kurzem waren bereits neun Polizisten einer anderen Londoner Wache zur Kasse gebeten worden: Sie hatten gemeinsam in einem Café gegessen.

26.1.2021 • 17:48 Uhr

Geburtstagsparty aufgelöst - Gäste aus ganz Deutschland

Die Polizei hat in Wiesbaden eine Geburtstagsparty mit fast 40 Gästen aus dem gesamten Bundesgebiet aufgelöst. Es seien jegliche Hygienebestimmungen der Corona-Verordnungen missachtet worden, teilte die Stadt mit. Bei dem Treffen seien auch mehrere Kleinkinder und Säuglinge dabei gewesen. Gegen die Beteiligten seien Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden. Alle Feiernden, die außerhalb des Wiesbadener Stadtteils Kastel wohnten, erhielten bei der Kontrolle am Sonntag einen Platzverweis.

26.1.2021 • 17:39 Uhr

Russland: Massenproduktion von zweitem Impfstoff ab Februar

Russland will ab Februar mit der Massenproduktion seines zweiten Impfstoffs beginnen. Ministerpräsident Michail Mischustin sagte, seine Regierung habe für die Produktion des Impfstoffs Epivaccorona umgerechnet knapp 22 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Er wurde bereits im Oktober zugelassen, zwei Monate nach dem ersten Vakzin, Sputnik V. Epivaccorona wurde in einem Labor in der Region Nowosibirsk entwickelt, das während des Kalten Kriegs heimlich an Biologischen Kampfstoffen geforscht hatte.

Nach Angaben der Gesundheits-Aufsichtsbehörde Rospotrebnadsor hat der Impfstoff eine Wirksamkeit von hundert Prozent. Russland hatte in der vergangenen Woche mit Massenimpfungen begonnen. Kremlchef Wladimir Putin sagte am Montag, die Corona-Lage habe sich inzwischen "stabilisiert".

Den amtlichen Angaben zufolge haben sich inzwischen mehr als 3,7 Millionen Menschen im Land mit dem Virus infiziert, mehr als 70.000 starben demnach an den Folgen ihrer Infektion.

26.1.2021 • 17:29 Uhr

Rund 3000 Mitarbeiter von Klinikum Bayreuth unter Quarantäne

Nach dem Auftauchen der britischen Corona-Mutante gilt am Klinikum Bayreuth für etwa 3000 Mitarbeiter eine Quarantäneanordnung. Alle Beschäftigten unterliegen nach Anordnung der Gesundheitsbehörden ab sofort einer sogenannten Pendelquarantäne, wie die Klinik mitteilte. Sie dürfen noch ohne öffentliche Verkehrsmittel zur Arbeit und nach Hause pendeln, im häuslichen Umfeld müssen sie aber eine Quarantäne einhalten. In der Klinik gibt es elf Verdachtsfälle auf die als deutlich ansteckender geltende Variante des Coronavirus. Ein abschließendes Ergebnis werde aber erst in zehn bis 14 Tagen erwartet.

Insgesamt sind laut Klinik 99 Mitarbeiter des Klinikums derzeit positiv auf Corona getestet, diese Mitarbeiter seien nicht im Dienst. Eine Reihentestung von bislang mehr als 2800 Mitarbeitern habe am Wochenende 18 positive Fälle ergeben. Neben der Quarantäneanordnung gilt auch für alle geplanten Eingriffe ein Aufnahmestopp. Entlassen werden können Patienten nur noch, wenn bei ihnen innerhalb von 48 Stunden zwei negative Coronatests gemacht wurden.

26.1.2021 • 17:17 Uhr

WHO: Impf-Zeitraum von Moderna-Impfdosen kann gestreckt werden

Impfexperten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) halten auch beim Corona-Impfstoff des US-Herstellers Moderna eine Vergrößerung des zeitlichen Abstands zwischen den für eine Immunisierung notwendigen zwei Dosen für vertretbar. In Ausnahmesituationen, etwa bei Versorgungsengpässen, könnte die zweite Dosis auch noch sechs Wochen nach der ersten verabreicht werden, erklärte die Expertengruppe Sage. Empfohlen werde aber ein Zeitabstand von 21 bis 28 Tagen.

Ähnlich hatte sich Sage Anfang Januar bereits im Fall des Impfstoffs von Biontech-Pfizer geäußert. Dieser ist bislang das einzige Vakzin, dem die WHO eine Notfallzulassung erteilt hat. Allgemein wird damit gerechnet, dass der Impfstoff von Moderna bald ebenfalls grünes Licht bekommt.

Die WHO-Experten lehnten gleichzeitig eine Bevorzugung von international Reisenden bei den Covid-19-Impfungen ab. Angesichts des derzeit "begrenzten Angebots" an Vakzinen widerspräche dies dem "Gerechtigkeitsprinzip", erklärten sie. Zudem sei bislang unklar, ob Impfungen das Übertragungsrisiko reduzierten.

26.1.2021 • 16:57 Uhr

Portugal: Neuer Höchstwert bei Todesfällen

Portugal meldet in Zusammenhang mit dem Coronavirus 291 Todesfälle binnen 24 Stunden - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der Neuinfektionen stieg um 10.765. Insgesamt verzeichneten die Gesundheitsämter in dem südeuropäischen Land 653.878 positive Corona-Tests und 11.012 Tote.

26.1.2021 • 16:47 Uhr

Söder stellt Lockerungen an Schulen und Kitas in Aussicht

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat Öffnungen für Schulen und Kitas ab Mitte Februar in Aussicht gestellt. "Fakt ist, wenn keine höheren Einträge kommen, die Zahlen sinken, wenn es kein Durchlaufen von Mutationen gibt, dann gibt es auch eine Aufhellung im Februar", sagte der CSU-Chef nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts in München.

Für die Regierung in Bayern hätten in dem Fall Schulen und Kitas Priorität, "weil es für die Schüler ganz wichtig ist, doch wieder einen geregelten und vernünftigen Unterrichtsmodus auf den Weg zu bringen", sagte Söder. Er kündigte daher für Anfang Februar einen bayerischen Schulgipfel mit Eltern, Lehrern, Schülern und Kultusminister Michael Piazolo an.

26.1.2021 • 16:30 Uhr

Corona-Infektionszahlen in Israel weiter hoch

Trotz harten Lockdowns und massiver Impfkampagnen bleiben die Coronavirus-Neuninfektionszahlen in Israel hoch. "Wir sehen nicht den Rückgang, den wir wollten - gestern wurden 8571 Neuinfektionen registriert, und wir haben weiterhin mehr als 1100 Schwerkranke", sagte Vize-Gesundheitsminister Yoav Kisch dem Armeesender.

Ermutigende Daten gab es nach Angaben einer Krankenkasse des Landes aber zur Wirksamkeit des Pfizer-Impfstoffes. Wie Maccabi mitteilte, wurde bei lediglich 20 von 128.600 Empfängern der zweiten Dosis nach mehr als einer Woche eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt. Dies entspricht 0,015 Prozent. Von den Infizierten erkrankte demnach niemand schwer, niemand musste ins Krankenhaus. Maccabi betonte, es handele sich um vorläufige Ergebnisse, diese machten aber Mut. Pfizer hat den Impfschutz eine Woche nach der zweiten Impfung mit 95 Prozent angegeben.

26.1.2021 • 16:17 Uhr

Menschen mit Behinderung fordern höhere Priorität bei Impfung

Menschen mit Behinderung, die ein hohes Risiko für einen schweren Corona-Krankheitsverlauf haben, müssen nach Ansicht von Selbsthilfeorganisationen und der Behindertenbeauftragten von Bund und Ländern vorrangig geimpft werden. Neben schnelleren Impfungen müsse es auch eine bessere Versorgung mit FFP2-Masken, mehr Schnelltests und einen barrierefreien Zugang zu den Impfzentren geben.

In den ersten Kategorien sollen bisher nur die Menschen schnell eine Impfung erhalten, die in Einrichtungen leben oder von professionellen Pflegediensten versorgt werden sowie im Einzelfall Menschen mit hohen Gesundheitsrisiken. Die Mehrheit von rund drei Millionen pflegebedürftigen und behinderten Menschen lebe zu Hause, hieß es.

Die Behindertenbeauftragten verlangen in ihrer Erklärung weiter, dass die Anmeldung zu einer Impfung sowie der Zugang zu den Zentren auch mobilitätseingeschränkten, gehörlosen, blinden und geistig behinderten Menschen ermöglicht werden müsse, etwa indem die notwendigen Informationen auch in Leichter Sprache zur Verfügung gestellt werden.

26.1.2021 • 16:06 Uhr

Dänemark zahlt Milliarden Entschädigung an Nerzzüchter

Die Entschädigung der Pelzbranche nach der veranlassten Tötung von mehreren Millionen Nerzen aus Corona-Sorgen kommt den dänischen Staat teuer zu stehen. Nach monatelangen Verhandlungen einigten sich die Regierung und eine Mehrheit der dänischen Parlamentsparteien am Montagabend auf Entschädigungszahlungen in Gesamthöhe von bis zu knapp 19 Milliarden Kronen (mehr als 2,5 Milliarden Euro), darunter 10,9 bis 11,9 Milliarden Kronen an direkter Kompensation für die Züchter.

Mit den Mitteln sollen demnach unter anderem entgangene künftige Gewinne, der Verlust der nicht verkauften Nerzfelle sowie die Kosten für den Gebäudeabriss gedeckt werden. Auch indirekt von der Massenkeulung betroffene Betriebe wie Auktionshäuser und Futterproduzenten erhalten Entschädigung.

Ein Lkw lädt tote Nerze ab. | AFP

Nach der Tötung von mehreren Millionen Nerzen wegen des Coronavirus, zahlt die dänische Regierung Milliarden Entschädigung an die Züchter. Bild: AFP

Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen hatte am 4. November 2020 angekündigt, dass alle Nerze in Dänemark getötet werden sollen. Als Begründung hatte die Regierung angeführt, dass das Coronavirus in den Tieren mutiert sei und sich auf den Menschen übertragen habe. Die Massenkeulung der etwa 17 Millionen Pelztiere hatte zu einer größeren Debatte im Land geführt, unter anderem, weil für die Tötung länger die Rechtsgrundlage gefehlt hatte. Die Regierung bekam dafür viel Kritik, in der Folge trat Lebensmittelminister Mogens Jensen zurück.

26.1.2021 • 15:47 Uhr

RKI: Zwei Prozent der Deutschen geimpft

Rund einen Monat nach dem Start der Corona-Impfkampagne haben zwei Prozent der Einwohner in Deutschland die erste Dosis erhalten. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Demnach wurde nun mehr als 1,6 Millionen Menschen das Mittel einmal verabreicht.

Je nach Bundesland variiert die Impfquote deutlich: In Mecklenburg-Vorpommern haben 3,2 Prozent die erste Dosis bekommen, in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen je 1,6 Prozent. Bei den meisten Geimpften handelt es sich laut RKI-Statistik um Pflegeheimbewohner, alte Menschen und Personal in Krankenhäusern und Altenheimen. Mehr als 283.000 Menschen haben die zweite Dosis bekommen, die etwa drei Wochen nach der ersten gespritzt werden soll.

26.1.2021 • 15:30 Uhr

Anrufe wegen angeblicher Impftermine - LKA warnt vor Betrügern

Das Landeskriminalamt (LKA) Rheinland-Pfalz warnt vor betrügerischen Anrufen im Zusammenhang mit der Impfterminvergabe. Impftermine würden nur vergeben, wenn die Menschen unter der dafür vorgesehenen Nummer anrufen oder sich auf der Homepage anmelden würden, teilte das LKA am Dienstag mit. Die genauen Hintergründe der Anrufe seien noch unklar. "Wir gehen davon aus, dass man die Leute verunsichern will oder auch an sensible Daten kommen will", teilte ein LKA-Sprecher mit.

Das LKA warnt davor, Informationen über Impftermine an fremde Personen weiterzugeben. Wer einen verdächtigen Anruf erhalte, solle das Telefonat sofort beenden und die Polizei darüber informieren. Vor kurzem habe es bereits gefälschte, aber täuschend echt aussehende Schreiben gegeben, in denen ein angeblicher Termin für die Impfung gegen das Coronavirus mitgeteilt worden sei. "Die Schreiben wurden offensichtlich von Impfgegnern verschickt", teilte das LKA mit. Bekannt wurden in den vergangenen Wochen demnach auch Fälle, bei denen sich Betrüger am Telefon als Mitarbeiter einer Impfstofffirma ausgaben.

26.1.2021 • 15:19 Uhr

Gericht bestätigt FFP2-Masken-Pflicht in Bayern

Die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske kann in Bayern in Kraft bleiben. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) lehnt einen Eilantrag gegen die Pflicht zur Benutzung eines solchen medizinischen Mund-Nasen-Schutzes in Bussen und Bahnen sowie beim Einkaufen ab. Die FFP2-Masken böten "einen erhöhten Selbst- und Fremdschutz". Eine Gesundheitsgefahr sei dadurch nicht zu erwarten, auch die Kosten für die Anschaffung seien "grundsätzlich zumutbar", heißt es in der Entscheidung. Ob notfalls die Sozialkassen dafür aufkommen müssten, lässt das Gericht offen.

26.1.2021 • 15:18 Uhr

Frankreich verlängert Zeitabstand zwischen Impfungen nicht

Frankreich hat den Plan eines größeren zeitlichen Abstands zwischen zwei Impfungen gegen das Coronavirus aufgegeben. Der französische Gesundheitsminister Olivier Véran teilte mit, dass die Zeitspanne zwischen Impfungen mit dem Impfstoff von Pfizer und Biontech bei einer Person bei 21 bis 28 Tagen beibehalten werde. Das steht im Einklang mit Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation.

Anfang Januar hatte der französische Premierminister Jean Castex angekündigt, dass der Abstand zwischen den Impfungen auf sechs Wochen verlängert werde, um mehr Menschen die erste Impfung verabreichen zu können. Der Präsident des wissenschaftlichen Komitees, das die französische Regierung zu Impfstoffen berät, Alain Fisher, sagte, es sei unklar, welche Auswirkungen ein größerer Abstand zwischen Impfungen habe. Die erste Impfung biete nur eine begrenzte Immunität. Es könnte riskant sein, den Abstand zu erweitern, sagte er.

26.1.2021 • 15:15 Uhr

Bayern: Verwaltungsgerichtshof kippt 15-Kilometer-Regel

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat das Verbot von touristischen Tagesausflügen über einen Umkreis von 15 Kilometern hinaus in Bayern vorläufig gekippt. Die textliche Festlegung eines solchen Umkreises sei nicht deutlich genug und verstoße gegen den Grundsatz der Normenklarheit, entschied das Gericht am Dienstag. Gegen den Beschluss zu einem Eilantrag eines Antragstellers aus Passau gibt es keine Rechtsmittel.

26.1.2021 • 15:12 Uhr

Corona-Mutation: Berlin führt Zweittestung bei Infizierten ein

Berlin will bei allen positiv auf das Coronavirus getesteten Personen auch einen Zweittest auf mögliche Mutanten vornehmen. Die Kosten für diesen PCR-Test werde der Berliner Senat übernehmen, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) in Berlin nach der Senatssitzung. Die Bereitschaft und die Kapazitäten bei den Berliner Laboren seien vorhanden. Ziel müsse es sein, die weitere Ausbreitung der Virusmutationen ebenso wie die Schließung weiterer Krankenhäuser zu verhindern, sagte Kalayci.

Das Vivantes Humboldt-Klinikum in Berlin ist seit dem Wochenende unter Quarantäne, neue Patienten werden nicht mehr aufgenommen. Grund ist die Ausbreitung der als hochansteckend geltenden Corona-Variante B.1.1.7. Am Montag sei von 26 Personen die Rede gewesen, die in dem Krankenhaus mit der Virus-Mutation infiziert waren, sagte Kalayci. Außerdem seien für Berlin weitere 19 Fälle mit Virusvarianten aus anderen "Clustern" bekannt geworden.

26.1.2021 • 15:09 Uhr

Lockdown in Kalifornien aufgehoben

Im US-Bundesstaat Kalifornien ist der strikte Lockdown mit sofortiger Wirkung aufgehoben worden. Gouverneur Gavin Newsom sagte am Montag, der Bundesstaat habe seinen Kampf gegen "die herausforderndste Welle" der Corona-Pandemie hinter sich.

Damit sind Besuche beim Friseur im Restaurant wieder erlaubt. Die Genehmigung, zum Essen auszugehen, bezieht sich lediglich auf die Terrassenbewirtschaftung. Bars müssen aber weiterhin geschlossen bleiben und es dürfen keine Live-Sportveranstaltungen stattfinden.

In den beiden vergangenen Wochen sank die Zahl der Einlieferungen in Intensivstationen um etwa zehn Prozent. Zugleich verdreifachte sich die Zahl der Corona-Impfungen im Verlauf des Monats Januar. In Kalifornien wurden bislang mehr als 3,1 Millionen Corona-Infektionen und mehr als 37.000 Todesfälle registriert.

Die Behörden von Las Vegas wollen die Wiedereröffnung der Schulen, die bereits seit dem März vergangenen Jahres geschlossen sind, aus Sorge um eine Zunahme der Suizide von Schülern beschleunigen. Seit der Schulschließung hätten 19 Jugendliche Suizid begangen, doppelt so viel wie im vorausgegangenen Schuljahr, erklärte der Pressedienst des Schulverwaltungsbezirkes Clark.

26.1.2021 • 14:57 Uhr

Kolumbien: Verteidigungsminister mit Infektion gestorben

Der kolumbianische Verteidigungsminister Carlos Holmes Trujillo ist an einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Es habe Komplikationen gegeben, "während er gegen eine Covid-19-Erkrankung kämpfte", sagte Präsident Ivan Duque in einem bei Twitter veröffentlichten Video.

Der 69-jährige Trujillo war am 11. Januar ins Krankenhaus eingeliefert worden und vier Tage später auf die Intensivstation eines Militärkrankenhauses in Bogotá verlegt worden. Fernando Navarro, ein früherer General der kolumbianischen Armee, wird neuer  Verteidigungsminister. Kolumbien hat seit dem Beginn der Pandemie mehr als zwei Millionen Corona-Infektionsfälle und fast 52.000 Tote registriert. 

26.1.2021 • 14:55 Uhr

Seehofer erwägt notfalls massive Flug-Einschränkungen

Bundesinnenminister Horst Seehofer erwägt zur Bekämpfung der Corona-Pandemie den Flugverkehr nach Deutschland massiv einschränken und außerdem schärfere Grenzkontrollen einleiten. "Die Gefährdung, die von den zahlreichen Virus-Mutationen ausgeht, verlangt von uns, dass wir auch drastische Maßnahmen prüfen und in der Bundesregierung diskutieren", sagte Seehofer der "Bild". 

Bundesinnenminister Seehofer | dpa

Bundesinnenminister Horst Seehofer erwägt, den Flugverkehr nach Deutschland notfalls "auf nahezu Null" zu reduzieren. Bild: dpa

"Dazu gehören deutlich schärfere Grenzkontrollen, besonders an den Grenzen zu Hochrisikogebieten, aber auch die Reduzierung des Flugverkehrs nach Deutschland auf nahezu Null, so wie Israel das derzeit auch macht, um die Einschleppung der Virus-Mutation zu verhindern", sagte der Minister. Die Menschen in Deutschland erwarteten, "dass wir sie bestmöglich vor einer Explosion der Infektionszahlen schützen". 

26.1.2021 • 14:50 Uhr

Griechenland verbietet Proteste

Die griechische Regierung hat ein einwöchiges Verbot von Demonstrationen mit mehr als 100 Teilnehmern wegen des Coronavirus verhängt. Einzelpersonen, die dagegen verstoßen, müssen womöglich ein Bußgeld von bis zu 3000 Euro zahlen. Protestgruppen könnten 5000 Euro zahlen müssen.

Das Verbot erfolgte nach Demonstrationen von Studenten gegen Pläne, Hochschulgelände von der Polizei überwachen zu lassen. Bei einigen Kundgebungen kam es Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei. Die linksgerichtete Oppositionspartei Syriza bezeichnete das Verbot als "willkürlich und undemokratisch". Die Kommunistische Partei von Griechenland teilte mit, sie werde weiterhin Demonstrationen in dieser Woche unterstützen. Das Verbot, das die Mitte-Rechts-Regierung verhängte, gilt bis 1. Februar.

26.1.2021 • 13:51 Uhr

Merkel zieht kritische Corona-Bilanz

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat im Rückblick auf ein Jahr Corona-Pandemie auch eine kritische Bilanz gezogen. Es seien in Deutschland Schwachstellen und Stärken sichtbar geworden, sagte sie beim Online-Treffen des Weltwirtschaftsforums. Die Tagung ersetzt in diesem Jahr die traditionelle Jahrestagung in Davos.

In Deutschland habe man sehr auf den Gemeinsinn und den Einsatz von Bürgerinnen und Bürgern bauen können. Ein gutes Fundament seien die soliden Finanzen gewesen. So habe man Unternehmen und Bürgern helfen können, fügte Merkel hinzu.

Angela Merkel bei der Bundespressekonferenz | dpa

"Die Schnelligkeit unseres Handelns lässt sehr zu wünschen übrig", so Bundeskanzlerin Merkel. Bild: dpa

Kritisch äußerte sie sich zur Geschwindigkeit von Prozessen in Deutschland: "Die Schnelligkeit unseres Handelns lässt sehr zu wünschen übrig." Prozesse seien oft sehr bürokratisch geworden und dauerten lange. Da habe man nachzuarbeiten. "Wo wir nicht gut aussahen, das zeigt sich bis in die heutigen Tage, das ist der Mangel an Digitalisierung unserer Gesellschaft." Merkel nannte als Beispiele die mangelnde Vernetzung der Gesundheitsämter, der Verwaltung und des Bildungssystems.

26.1.2021 • 13:47 Uhr

Söder: Es ist jetzt nicht die Zeit für Lockerungen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat vor dem Hintergrund sinkender Corona-Zahlen vor überstürzten Lockdown-Lockerungen gewarnt. Die Tendenz bei den Zahlen sei positiv, sagte Söder nach einer Videoschalte des Kabinetts in München. Unter Verweis auf das mutierte Virus warnte Söder aber, "toxisch" wäre eine Verbreitung der Mutation parallel zu einer überstürzten Lockerung. "Wir dürfen jetzt nicht nachlassen, es ist noch nicht vorbei", betonte Söder. "Es ist nicht die Zeit für Lockerungen."

26.1.2021 • 13:46 Uhr

Vorgaben für Gottesdienste in Österreich verschärft

Die Katholische Kirche in Österreich hat ihre Corona-Schutzmaßnahmen verschärft. Ab sofort ist in Kirchen eine FFP2-Maske Pflicht, der bisher geltende Mindestabstand von 1,5 Metern wird auf zwei Meter erhöht. Keine Maskenpflicht besteht für Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr. Die am Montag von der Österreichischen Bischofskonferenz beschlossenen Maßnahmen gelten vorerst bis zum 6. Februar, wie die Wiener Presseagentur Kathpress berichtete. Öffentliche Gottesdienste bleiben untersagt; die Kirchen stehen wie bisher tagsüber weiterhin für das persönliche Gebet offen.

26.1.2021 • 13:44 Uhr

Proteste gegen Lockdown im Libanon

Aus Protest gegen den anhaltenden Lockdown sind in Beirut Dutzende Menschen auf die Straße gegangen. Die Bereitschaftspolizei hinderte sie daran, zentrale Verkehrsadern der libanesischen Hauptstadt lahmzulegen, wie die Zeitung "Daily Star" berichtete. Zu Zusammenstößen wie am Montagabend in der nordlibanesischen Hafenstadt Tripolis sei es nicht gekommen.

26.1.2021 • 13:42 Uhr

Verband: Einzelhändler bekamen im Schnitt nur 11.000 Euro

Die von den Corona-Beschränkungen stark betroffenen Einzelhändler haben laut ihrem Branchenverband im vergangenen Jahr im Schnitt nur jeweils 11.000 Euro an Hilfszahlungen erhalten. "Die staatlichen Coronahilfen für den Einzelhandel waren im vergangenen Jahr meist nur ein Tropfen auf den heißen Stein", kritisierte am Dienstag der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth. "Das reicht in der Regel nicht einmal für die Mietzahlungen in den Lockdown-Monaten."

26.1.2021 • 13:38 Uhr

Staatshilfen für Galeria Karstadt Kaufhof möglich

Die Bundesregierung verhandelt mit dem angeschlagenen Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof über Staatshilfen. Wie die Nachrichtenagentur dpa von Insidern erfuhr, geht es um ein Darlehen bis zu einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag. Eine Entscheidung könnte am Mittwoch in einer Sitzung des Ausschusses des Wirtschaftsstabilisierungsfonds fallen. In diesem sitzen Vertreter von mehreren Bundesministerien.

Zuvor hatte der "Spiegel" berichtet, Galeria Karstadt Kaufhof habe sich mit der Bundesregierung grundsätzlich auf einen Staatskredit in Höhe von bis zu mehreren Hundert Millionen Euro geeinigt, um das Unternehmen bis Ostern durchzufinanzieren. Der Deal sei aber noch nicht final bewilligt, die Details würden noch verhandelt. Die Bundesregierung hatte den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) im März 2020 gegründet, um in der Corona-Krise große Unternehmen mit Garantien und Kapitalhilfen zu unterstützen und Arbeitsplätze zu erhalten. Vereinbart wurden bereits zum Beispiel ein milliardenschweres Rettungspaket für die Lufthansa sowie Hilfen für den Reisekonzern Tui.

26.1.2021 • 13:35 Uhr

Weitere Fälle von Mutation in Berliner Klinik

Am Berliner Vivantes Humboldt-Klinikum sind zwei weitere Fälle der britischen Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Insgesamt seien damit 24 Fälle bekannt, darunter 14 Patienten und 10 Mitarbeiter. Das sagte der Leiter des Gesundheitsamts Reinickendorf, Patrick Larscheid, der Nachrichtenagentur dpa. Er sprach von einer "erfreulichen Nachricht", denn es stünden momentan keine weiteren Testergebnisse aus. Es waren rund 1700 Mitarbeiter und mehr als 500 Patienten untersucht worden.

Der Virus-Typ B.1.1.7 war bisher vor allem in Großbritannien aufgetreten. Die Variante ist Experten zufolge leichter übertragbar und womöglich auch tödlicher als die bislang vorherrschende. Weil in dem Krankenhaus in der vergangenen Woche Infektionen mit dem Virus bekannt wurden, war ein Aufnahmestopp verhängt worden.

26.1.2021 • 13:31 Uhr

Tschechien hofft auf Einlenken Bayerns in Pendlerfrage

In den tschechischen Grenzregionen hofft man weiter auf ein Einlenken Bayerns bei der Corona-Testpflicht für Berufspendler, die in Deutschland arbeiten. Seit der Einstufung Tschechiens als Hochrisikogebiet müssen sich tägliche Grenzgänger alle 48 Stunden testen lassen. "Das wird aus meiner Sicht langfristig nicht aufrechtzuerhalten sein", sagte der Präsident der Verwaltungsregion Karlsbad (Karlovy Vary), Petr Kulhanek, der Nachrichtenagentur dpa. Eine Frequenz von zweimal die Woche wie in Sachsen halte er eher für praktikabel. Der konservative Politiker geht von 15.000 bis 20.000 Pendlern allein aus seiner Region aus. 

Es sei für ihn eine Priorität, den Pendlern so gut wie möglich zu helfen. Doch er warnte: "Unsere Möglichkeiten sind nicht unbegrenzt." Man könne das Testniveau kurzfristig hochfahren, nicht aber über Wochen aufrechterhalten. "Es ist für uns eine Belastung, wenn wir Gesundheits- und anderes Personal für andere Aktivitäten als die Betreuung der Covid-19-Patienten einsetzen müssen", kritisierte Kulhanek.

Die Region hat die Hilfe der Armee angefordert. Soldaten sollen nach den Plänen die Teststelle am Übergang Pomezi nad Ohri-Schirnding besetzen. Nach dem Andrang von Sonntag und Montag blieb die Lage an den Grenzen zunächst ruhig. Die Behörden in Tschechien meldeten landesweit 6910 neue Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden. Die Zahl der Todesfälle seit Pandemiebeginn stieg auf 15.618. Der EU-Mitgliedstaat hat rund 10,7 Millionen Einwohner.

26.1.2021 • 13:24 Uhr

Scholz offen für Braun-Vorstoß zur Schuldenbremse

Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat sich offen gezeigt für Überlegungen von Kanzleramtschef Helge Braun, die Schuldenbremse im Grundgesetz für einige Jahre auszusetzen. Es gebe mehrere Optionen, welche Antwort man im Bundeshaushalt mit Blick auf die finanziellen Herausforderungen gebe, erklärte Scholz. Frühere Aussagen aus dem vorigen Jahr, er wolle im Bundeshaushalt 2022 die Schuldenregel wieder einhalten, wiederholte Scholz nicht. Stattdessen unterstrich er: "Für mich als Bundesfinanzminister ist klar: Ich lehne Kürzungen in den sozialstaatlichen Sicherungssystemen ab und werde die Investitionen weiterhin auf Rekordniveau halten, um für künftiges Wachstum und Beschäftigung zu sorgen."

Scholz bezeichnete Brauns Vorstoß als einen "interessanten Gastbeitrag" in einer Zeitung. Der Kanzleramtschef habe darin einen Vorschlag des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung aufgegriffen. "Neben vielen Vorzügen macht dieser Vorschlag hohe gesetzgeberische Eingriffe nötig, die einen breiten parteiübergreifenden Konsens voraussetzen", erklärte Scholz offenkundig mit Blick auf die für eine Grundgesetzänderung erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit.

26.1.2021 • 13:19 Uhr

Rund 150.000 Corona-Patienten 2020 in deutschen Kliniken behandelt

Die Kliniken in Deutschland haben im vergangenen Jahr nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft rund 150.000 Corona-Patienten behandelt. Die Zahl nannte Hauptgeschäftsführer Georg Baum bei einer Pressekonferenz. 28.000 Patienten seien intensivmedizinisch versorgt worden. "Der Scheitel ist hoffentlich erreicht gewesen Anfang Januar mit der Belastung der Intensivstationen."

Aktuell würden rund 4600 Menschen auf Intensivstationen behandelt. Die Zahl ist den Angaben zufolge in den vergangenen zwei Wochen um 20 Prozent gesunken. "Der Lockdown wirkt, er macht sich bemerkbar, gleichwohl darf jetzt nicht der Eindruck entstehen, es ist jetzt alles in Ordnung", sagte Baum. Die Kliniken stünden weiter unter hoher Belastung. Die Krankenhausgesellschaft forderte mit Blick auf das laufende Jahr, das weiterhin vom Coronavirus dominiert sein werde, "kurzfristige Finanzhilfen" und kritisierte die bisherigen Hilfen in der zweiten Corona-Welle als "unsicher und unzureichend".

Der Verband verwies auf Einnahmeausfälle durch weniger Überweisungen in die Kliniken. Viele Patienten verzichteten derzeit auf einen planbaren Krankenhausaufenthalt. Die Kliniken hätten zudem Behandlungen zurückgefahren, um Personal auf die Behandlung von Covid-19-Erkrankten zu konzentrieren oder um Personalausfälle zu kompensieren.

26.1.2021 • 13:17 Uhr

WHO: Moderna-Impfstoff nicht für Schwangere

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Empfehlungen für den Einsatz des Covid-19-Impfstoff des US-Konzerns Moderna veröffentlicht. Demnach sollen zwei Dosen im Abstand von 28 Tagen verabreicht werden. Unter besonderen Umständen könne der Abstand auch 42 Tage betragen. Nicht eingesetzt werden solle das Vakzin bei Schwangeren - es sei denn, sie arbeiteten im Gesundheitswesen oder seien Risiko-Bedingungen ausgesetzt.

26.1.2021 • 13:15 Uhr

Behinderte fordern höhere Priorität bei Impfung

Behinderte Menschen, die ein hohes Risiko für einen schweren Corona-Krankheitsverlauf haben, müssen nach Ansicht von Selbsthilfeorganisationen vorrangig geimpft werden. Sie müssten bei der Impfstrategie eine genauso höchste Priorität haben wie Bewohnerinnen und Bewohner von Pflege- und Altenheimen, forderte die LIGA Selbstvertretung in Berlin. Die Organisation wies darauf hin, dass im benachbarten Österreich Behinderte mit einem hohen Erkrankungsrisiko in der ersten Prioritätsgruppe geimpft werden. Die LIGA Selbstvertretung ist ein Zusammenschluss von 13 bundesweit tätigen Selbstvertretungsorganisationen, die von behinderten Menschen selbst verwaltet werden.

26.1.2021 • 13:12 Uhr

Patientenschützer: Impfstoff-Hersteller machen, was sie wollen

Patientenschützer fordern ein energisches Einschreiten der Bundesregierung sowie der Europäischen Kommission gegen die Lieferverzögerungen bei Impfstoffen. "Die Impfstoff-Hersteller machen, was sie wollen", sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Berlin und Brüssel trügen aber eine Mitverantwortung. "Die Verträge sind blauäugig verhandelt. Selbst Forschungsgelder in Milliardenhöhe haben Deutschland und Europa ohne Bedingungen überwiesen. Jetzt kommt die Quittung."

Bundesregierung und Europäische Kommission müssten das stoppen, "sei es mit Regressforderungen oder Ausfuhrbegrenzungen". Der Druck auf die Hersteller müsse erhöht werden, forderte Brysch. "Die Menschen wollen sich impfen lassen, doch es gibt keinen Impfstoff." Das aber sei der Branche egal. "Es geht ums Geld, koste es, was es wolle."

26.1.2021 • 13:03 Uhr

900 Holocaust-Überlebende starben 2020 an Corona

Rund 900 Holocaust-Überlebende sind nach offiziellen Angaben im vergangenen Jahr in Israel nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Insgesamt starben im Jahre 2020 rund 17.000 Holocaust-Überlebende, wie Israels Zentrales Statistikbüro am Dienstag mitteilte. Bei rund 5300 Holocaust-Überlebenden sei eine Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 nachgewiesen worden, 17 Prozent seien daran gestorben. Alle Holocaust-Überlebenden seien über 75 Jahre alt, rund 17 Prozent davon über 90. Ingesamt betrug die Zahl der Holocaust-Überlebenden in Israel demnach zum Ende des Jahres 2020 rund 179.600. Die Zahlen wurden anlässlich des internationalen Holocaust-Gedenktag veröffentlicht.

26.1.2021 • 12:49 Uhr

AstraZeneca will EU früher beliefern

Der britische Pharmakonzern AstraZeneca bietet nach Informationen aus EU-Kreisen an, die Staatengemeinschaft eine Woche früher als bislang geplant mit seinem Impfstoff zu beliefern. Die Lieferungen sollten am 7. Februar beginnen und nicht erst am 15. Februar, sagten EU-Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Keine Klarheit gebe es in der Frage, ob Impfstoff aus Großbritannien in die EU umgleitet werden könne, um hier mehr Vakzin verfügbar zu haben.

26.1.2021 • 12:45 Uhr

Post-Chef: Große Unternehmen könnten Beschäftigte selbst impfen

Die 500 umsatzstärksten Unternehmen der Welt könnten ihre Beschäftigten Post-Chef Frank Appel zufolge selbst impfen und damit den Kampf gegen das Coronavirus einen entscheidenden Schritt voranbringen. "Wenn es ausreichend Impfstoff gibt, wären wir froh, wenn wir all unsere Beschäftigten selbst impfen könnten", sagt Appel in einer virtuellen Diskussionsrunde des Davoser Weltwirtschaftsforums. Aktuell wolle der Bonner Konzern aber keine Impfstoffe für seine mehr als 500.000 Beschäftigten kaufen und dies den Regierungen überlassen. Wenn einzelne Staaten aber sagten, multinationale Unternehmen sollten das Impfen übernehmen, könnten dem die 500 umsatzstärksten Unternehmen der Fortune-500-Liste nachkommen. Dies könne einen Durchbruch bedeuten.

26.1.2021 • 12:40 Uhr

Steinmeier ruft zu verstärkten Anstrengungen auf

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Menschen in Deutschland angesichts des andauernden Lockdowns zu verstärkten Anstrengungen aufgerufen. "Weil die Lage ernst ist, müssen wir unsere Anstrengungen alle gemeinsam noch einmal verstärken", sagte Steinmeier zum Auftakt eines Gesprächs mit Studierenden über deren Lage in der Pandemie laut vorab verbreitetem Redemanuskript. "Vernunft, Geduld, Durchhaltevermögen, das sind in diesem langen, dunklen Corona-Winter nach wie vor unsere wichtigsten Mittel."

Der Bundespräsident ging auf die besonders schwierige Lage gerade für Studierende ein. Die Corona-Maßnahmen verlangten den Menschen "enorm viel ab - auch Ihnen, den Jungen, die hinaus wollen ins Leben und stattdessen seit Monaten zu Hause sitzen", sagte er. "Sie alle starten unter wirklich sehr schwierigen Umständen ins Leben."  Die Hochschulen seien verwaist, Lehre und Studium gebe es fast nur noch digital, Mensen, Bibliotheken und Labore seien geschlossen, sagte Steinmeier.

Kontakte seien eingeschränkt und Auslandsaufenthalte kaum möglich. Steinmeier dankte den Studierenden für den "Kraftakt", den sie tagtäglich stemmten. Gefragt seien nun "sehr viel Kreativität, Improvisationstalent und starke Nerven".  Als positiv hob Steinmeier hervor, dass es Universitäten und Hochschulen gelungen sei, "Lehre und Studium praktisch komplett auf digitale oder hybride Formate umzustellen". Dafür danke er.

26.1.2021 • 12:36 Uhr

Friseure senden finanziellen "Notruf"

Deutschlands angeschlagene Friseurbranche fordert von der Politik stärkere und schnellere Finanzhilfen. "Es sind alle Rücklagen aufgebraucht, teilweise auch die Altersvorsorge - es geht um Existenzen", sagte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Hans Peter Wollseifer, in Köln über die Situation in vielen Betrieben. Die Branche sende einen "Notruf". Es dauere zu lang, bis Coronahilfen ankommen, und dann kompensierten sie nur einen viel zu kleinen Teil der Umsatzeinbußen. Die Branche brauche eine Perspektive, wann sie wieder aufmachen könne, forderte Wollseifer. In Deutschland gibt es 80.000 Friseurbetriebe mit 240.000 Mitarbeitern. Seit Mitte Dezember sind die Salons wegen der Pandemie geschlossen.

26.1.2021 • 12:20 Uhr

Baerbock will Lehramtsstudenten als Krisenhelfer einsetzen

Nach Ansicht von Grünen-Chefin Annalena Baerbock vernachlässigt die Bundesregierung in ihrer Corona-Politik die Interessen von Kindern. "Kinder kommen in dieser Pandemie immer zu kurz, und das darf nicht so weitergehen", sagt sie der "Augsburger Allgemeinen". "Jedes fünfte Kind in Deutschland hat in den vergangenen Wochen überhaupt keinen Zugang zur Bildung gehabt", so Baerbock.

Bei den Grundschülern hätten manche das ABC vergessen, bei anderen sei die Tagesstruktur komplett weggebrochen. Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) stehle sich aus der Verantwortung. Als Sofortmaßnahme müssten Lehramtsstudenten als Krisenhelfer eingesetzt werden. Der Bund müsse dafür Geld zur Verfügung stellen.

26.1.2021 • 12:14 Uhr

EU plant Programm zur Pandemie-Abwehr

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen plant als Lehre aus der Corona-Pandemie ein auf Dauer angelegtes Programm zur Abwehr biologischer Gefahren. Ziel sei, in Partnerschaft mit privaten Unternehmen gezielt neue, gefährliche Erreger aufzuspüren und dann im großen Stil Impfstoffe zu entwickeln und zu produzieren, sagte von der Leyen in einer Rede beim Online-Treffen des Weltwirtschaftsforums. "Wir können nicht auf die nächste Pandemie warten, bevor wir uns vorbereiten", sagte von der Leyen. "Deshalb wird dieses neue Programm auf Dauer angelegt."

Das Programm solle verlässlich finanziert werden, statt im Notfall Gelder umzuschichten. Und es solle Technologieunternehmen mit Behörden wie der EU-Arzneimittelagentur EMA und der EU-Kommission an einen Tisch bringen. "Wir wissen, dass Vorbereitung alles ist", so von der Leyen. "Und wir wissen, dass in einer Pandemie keine Zeit zu verlieren ist. Wir brauchen diese Zusammenarbeit von öffentlichem und privatem Sektor, um früher Bescheid zu wissen und gemeinsam schneller zu entwickeln und zu produzieren."

26.1.2021 • 12:07 Uhr

100.000 Corona-Tote in Großbritannien

In Großbritannien sind seit Beginn der Pandemie mehr als 100.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Bis Mitte Januar war bei fast 99.000 Menschen in England und Wales Covid-19 auf dem Totenschein verzeichnet, wie die britische Statistikbehörde am Dienstag mitteilte. Seitdem kamen nach offiziellen Zahlen der Regierung mehrere Tausend weitere Todesfälle in ganz Großbritannien hinzu.

Nach einem massiven Anstieg der Fallzahlen im Zusammenhang mit der neuen Variante B.1.1.7 im Dezember verzeichnete das Land die weltweit höchste tägliche Covid-Todesrate. Der britischen Regierung wird vorgeworfen, wiederholt zu spät und falsch auf die Pandemie reagiert zu haben. Krankenhäuser stehen massiv unter Druck, derzeit werden mehr Corona-Patienten künstlich beatmet als zu jedem anderen Zeitpunkt der Pandemie.

26.1.2021 • 12:01 Uhr

Krankenhäuser fordern notfalls tägliche Tests wegen Mutationen

Angesichts von neuen und stärker ansteckenden Virus-Mutationen fordern die Krankenhäuser umfangreichere Tests. Die Strategie müsse hier angepasst werden, das komplette Schließen von Häusern wie etwa in Berlin dürfe nur das letzte Mittel sein, sagt der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum. Stattdessen müssten Patienten und Personal konsequent getestet werden: "Tag für Tag, wenn es sein muss." Dafür sollte es eine Vorgabe des Robert Koch-Instituts (RKI) geben, die zusätzlichen müssten einschließlich von PCR-Tests dann auch bezahlt werden.

26.1.2021 • 11:47 Uhr

Hotelbetreiber AccorInvest erhält Millionenhilfe

Die französische Hotelgruppe AccorInvest mit Marken wie Ibis, Novotel und Mercure erhält in der Corona-Pandemie staatliche Hilfe in Höhe von einer halben Milliarde Euro. Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire kündigte die Kreditbürgschaft für den Hotelbetreiber und -investor im Sender Radio Classique an. "AccorInvest ist in großen finanziellen Schwierigkeiten", betonte er.

AccorInvest betreibt fast 900 Hotels in 28 Ländern. Der Umsatz der Gruppe war in der Pandemie um rund 70 Prozent eingebrochen. Mitte Januar hatte der Konzern deshalb die Streichung von 1900 Stellen in Europa angekündigt. Davon sollen rund 770 in Frankreich wegfallen. Zuvor hatte Frankreich bereits Milliardenhilfen für andere Schlüsselzweige wie die Luftfahrt- und Automobilindustrie gebilligt. Das Corona-Hilfspaket des Landes hat einen Umfang von 100 Milliarden Euro. Es ist das größte Konjunkturpaket seit dem Zweiten Weltkrieg.

26.1.2021 • 11:41 Uhr

Ministerium weist Berichte zu AstraZeneca-Wirksamkeit zurück

Das Bundesgesundheitsministerium hat Berichte über eine angeblich schlechtere Wirksamkeit des Impfstoffs der Firma AstraZeneca bei über 65-Jährigen zurückgewiesen. Aktuelle Berichte dazu könne man nicht bestätigen, erklärte ein Sprecher. Das "Handelsblatt" berichtete, nach Angaben aus Koalitionskreisen rechne die Bundesregierung nur mit einer Wirksamkeit von acht Prozent bei über 65-Jährigen. Auch die "Bild"-Zeitung berichtete darüber.

Das Ministerium erläuterte, auf den ersten Blick scheine es so, dass Dinge verwechselt würden: Rund acht Prozent der Probanden der AstraZeneca-Wirksamkeitsstudie seien zwischen 56 und 69 Jahre alt gewesen, nur 3 bis 4 Prozent über 70 Jahre. Daraus lasse sich aber nicht eine Wirksamkeit von nur acht Prozent bei Älteren ableiten. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) werte die Studien aus, erklärte das Ministerium. Bekannt sei seit dem Herbst, dass in den ersten eingereichten Studien von AstraZeneca weniger Ältere beteiligt gewesen seien als bei Studien anderer Hersteller.

26.1.2021 • 11:31 Uhr

Von der Leyen: "Impfstoff-Hersteller müssen liefern"

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die Hersteller von Corona-Impfstoffen aufgefordert, ihre Lieferverpflichtungen zu erfüllen. Europa habe "Milliarden investiert, um die Entwicklung der weltweit ersten Covid-19-Impfstoffe zu unterstützen", sagte von der Leyen in ihrer per Video übertragenen Rede für das Weltwirtschaftsforum. "Und jetzt müssen die Firmen liefern, sie müssen ihre Verpflichtungen einhalten."

26.1.2021 • 11:25 Uhr

London: Keine Impf-Liefersorgen - aber Kritik an deutschen Medien

Trotz der Ankündigung der Europäischen Union, alle Ausfuhren von Corona-Impfstoffen zu erfassen und zu genehmigen, hat die britische Regierung keine Angst vor Lieferengpässen. "Ich bin zuversichtlich, dass der Pfizer-Impfstoff geliefert wird", sagte der zuständige britische Staatssekretär Nadhim Zahawi dem Sender Sky News. Der US-Konzern, der zusammen mit dem deutschen Unternehmen Biontech ein Impfstoff entwickelt hat, habe die vereinbarten Lieferungen immer eingehalten. "Sie werden dies auch weiterhin tun" sagte Zahawi. Das Unternehmen habe die gerechte Versorgung der ganzen Welt versprochen. "Ich bin sicher, dass sie an die Europäische Union, das Vereinigte Königreich und an den Rest der Welt liefern werden."

In Großbritannien ist allerdings der Ärger über deutsche Medienberichte groß, denen zufolge der Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca bei Menschen über 65 Jahren nur eine Wirksamkeit von acht Prozent habe. "Keine Ahnung, wo die Zahl herkommt", zitierte das Online-Portal "Politico" aus Regierungskreisen in London. Vielleicht sei die Zahl vertauscht worden: "Acht Prozent ist der Anteil der über 65-Jährigen, die an der Studie teilgenommen haben, aber nicht die Wirksamkeit", so "Politico" weiter. Ein anderer ranghoher Mitarbeiter des Regierungsapparats nannte die Berichten demnach "unbegründet und falsch", eine dritte Quelle betonte, solche Angaben seien eher von der russischen Propaganda erwartet worden als von deutschen Medien. AstraZeneca wies die Berichte als "komplett falsch" zurück.

26.1.2021 • 11:21 Uhr

"Querdenken" will Demo-Pause mit Autokorso in Stuttgart beenden

Nach einer mehrwöchigen Pause der Großdemos ruft der Gründer der "Querdenken"-Initiative, Michael Ballweg, zur ersten größeren Protestveranstaltung in diesem Jahr auf. Seine Bewegung wolle am Mittwoch mit einem Autokorso in Stuttgart gegen die anhaltenden Corona-Auflagen demonstrieren, kündigte der Unternehmer über den Videokanal Youtube an. Der Stadt lag nach Angaben aus dem Rathaus am Vormittag noch keine Anmeldung vor.

Ballweg hatte seine Anhänger an Weihnachten zu einer Pause der Großdemos aufgerufen. In einer Videobotschaft auf der Seite der Gruppe "Querdenken 711" aus Stuttgart hatte er argumentiert, er wolle den Winter nutzen, um Kräfte zu sammeln.

Die "Querdenken"-Bewegung wird mittlerweile vom Landesamt für Verfassungsschutz in Baden-Württemberg beobachtet. Mehrere maßgebliche Akteure der "Querdenken"-Bewegung ordnet das Landesamt dem Milieu der Reichsbürger und Selbstverwalter zu, die die Existenz der Bundesrepublik leugnen und demokratische und rechtsstaatliche Strukturen negieren. Die Stuttgarter Gruppe "Querdenken 711" ist so etwas wie die Keimzelle der mittlerweile bundesweit aktiven Corona-Protestbewegung.

26.1.2021 • 11:17 Uhr

Report: Corona treibt arme Länder weiter in die Schuldenfalle

Die Corona-Pandemie hat nach Einschätzung von Hilfsorganisationen die Schuldenkrise vieler armer Länder dramatisch verschärft. 132 von 148 untersuchten Staaten seien zu Anfang diesen Jahres kritisch verschuldet, acht mehr als vor einem Jahr, sagte Kristina Rehbein von der Initiative Erlassjahr.de bei der Vorstellung des Schuldenreports 2021, der zusammen mit Misereor erstellt wurde. Die Überschuldung treffe nicht nur die ärmsten Länder, sondern auch Staaten wie Sri Lanka, Ägypten, Kolumbien, Angola und die Mongolei. Der Libanon und Sambia hatten sich 2020 für zahlungsunfähig erklärt.

"Die Corona-Pandemie treibt Länder, die schon vor dem Ausbruch von Covid-19 hoch verschuldet waren, weiter in die Schuldenfalle", heißt es in dem Report, der sich vor allem auf Schätzungen von Weltbank und Internationalem Währungsfonds stützt. Auch Suriname habe die Zahlungen inzwischen eingestellt, und der Tschad gelte als nächster "Pleitekandidat", sagte Rehbein.

26.1.2021 • 11:10 Uhr

Belgien: Sorge vor Überschwappen der Krawalle aus Niederlanden

Nach den schweren Corona-Ausschreitungen in den Niederlanden herrscht in Belgien Sorge, die Proteste könnten auf das eigene Land überschwappen. In sozialen Medien würden mehrere Aufrufe zu Demonstrationen am Samstag in den grenznahen Städten Maasmechelen, Sint-Niklaas und Turnhout geteilt, berichtete die flämische Tageszeitung "De Standaard". Sein Telefon klingele seit Montagnachmittag, weil viele Menschen den Aufruf gesehen hätten, sagte der Bürgermeister von Turnhout, Paul Van Miert, demnach. Die Polizei versuche herauszufinden, wer hinter dem Aufruf stecke.

Auch in Maasmechelen sind einem Polizeisprecher zufolge Ermittlungen eingeleitet worden. Dort ermitteln die Behörden bereits, weil am Montagabend ein junger Mann einen Molotow-Cocktail auf das Haus des ehemaligen Bürgermeisters geworfen hat, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Die Tat wurde in Verbindung mit möglichen Protesten gegen die Corona-Maßnahmen gestellt. In den Regionen Belgiens gelten seit Monaten unter anderem nächtliche Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus.

Bislang hat es in dem Königreich keine größeren Proteste dagegen gegeben. In den Niederlanden gab es zuletzt hingegen zwei Nächte in Folge schwere Ausschreitungen gegen die Corona-Maßnahmen. Zum Beginn der Ausgangssperre um 21 Uhr hatten sich am Montagabend große Gruppen Jugendlichen in mehr als zehn Städten versammelt. Stundenlang zogen sie durch die Zentren und hinterliessen eine Spur der Verwüstung.

26.1.2021 • 11:09 Uhr

Deutsche Maschinenbauer zuversichtlich

Trotz des aktuellen Corona-Lockdowns in vielen europäischen Ländern ist die Zuversicht der deutschen Maschinenbauer gewachsen. Etwa drei von vier Unternehmen rechnen in diesem Jahr mit einem Umsatzwachstum, wie aus einer veröffentlichten Umfrage des Branchenverbandes VDMA hervorgeht. Fortschritte werden vor allem auf den Absatzmärkten China und Nordamerika erwartet. Allerdings rechnet die Branche mit einem schwierigen ersten Quartal. Zudem baut jedes fünfte Unternehmen (22 Prozent) Personal ab oder plant dies in absehbarer Zeit.

An der Befragung beteiligten sich 575 Maschinenbauer. Zwar seien die Umfrageergebnisse im Großen und Ganzen erfreulicher als im September 2020, erläuterte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Im ersten Quartal müsse aber mit Rückschlägen gerechnet werden. "Grundsätzlich bleibt die Lage im Maschinenbau im laufenden Jahr äußerst labil und angespannt. Für eine Entwarnung ist es zu früh", appellierte Wiechers an die Adresse der Tarifpartner. Der Verband rechnet nach einem Produktionsminus von etwa 14 Prozent im vergangenen Jahr mit einem Plus von 4 Prozent für 2021. Das Produktionsniveau dürfte damit rund 10 Prozent unter dem ohnehin recht niedrigen Niveau des Jahres 2019 liegen.

26.1.2021 • 11:06 Uhr

Pilotengewerkschaft vereinbart Mediation mit TUIfly

In den schon länger schwelenden Konflikt um Personalabbau im Cockpit bei TUIfly kommt Bewegung. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) erklärte, sie habe sich mit dem Arbeitgeber auf eine Mediation verständigt. Das Vermittlungsverfahren solle im Februar beginnen. Die deutsche Airline des Reisekonzerns will wegen der Corona-Krise die Flotte mehr als halbieren auf 17 Flugzeuge und 270 von 500 Stellen im Cockpit abbauen. Die Piloten hatten der VC zufolge einen Sparbeitrag von 200 Millionen Euro angeboten, forderte aber im Gegenzug Kündigungsschutz für die Beschäftigten.

"Wir sehen konstruktiven Gesprächen entgegen und sind zuversichtlich, dass das Management ein ebenso hohes Interesse an einer Einigung hat wie wir", erklärte Marcel Gröls, im Vorstand der VC zuständig für Tarifpolitik. Wegen der Corona-Krise baut der Reisekonzern massiv Stellen ab. Die gesamte Flugzeugflotte soll von 150 auf etwa 120 Maschinen schrumpfen. TUIfly soll in Deutschland von 39 auf 17 Flugzeuge verkleinert werden, die Zahl der Jobs auf rund 1000 halbiert werden. Der Staat rettet den Tourismuskonzern mit Finanzhilfen von rund 4,3 Milliarden Euro vor dem Aus.

26.1.2021 • 11:01 Uhr

Triebwerksbauer Rolls-Royce wegen Mutation vorsichtiger

Die Unsicherheit über die Auswirkungen ansteckenderer Corona-Mutanten auf den Flugverkehr stimmt den britischen Triebwerkshersteller Rolls-Royce pessimistischer. Fortschritte bei den Corona-Impfungen seien mittelfristig zwar positiv für den Flugverkehr, aber die aktuell erweiterten Beschränkungen verzögerten die Erholung bei Langstreckenflügen in den kommenden Monaten anders als zuvor erwartet, teilte der Konzern in London mit. Das werde die Kunden sowie die Luftfahrtindustrie insgesamt finanziell weiter unter Druck setzen und damit auch Auswirkungen auf den Geldfluss bei Rolls-Royce haben.

Für 2021 rechnet der Vorstand mit einem Abfluss freier Barmittel (Free Cash Outflow) um die zwei Milliarden britische Pfund (umgerechtet 2,25 Milliarden Euro). Dabei geht der Triebwerkshersteller vor allem von Belastungen in den ersten sechs Monaten aus. Der Konzern hofft weiterhin, in der zweiten Jahreshälfte einen Liquiditätszufluss erzielen zu können. Mit einer Liquidität von neun Milliarden Pfund Ende 2020 sieht sich Rolls-Royce trotz der kurzfristig schwierigeren Marktbedingungen zudem gut gerüstet. Im vergangenen Jahr habe der Mittelabfluss im Rahmen der Prognose gelegen, hieß es weiter. Die Geschäfte im Dezember hätten sich über alle Bereiche hinweg weitgehend erwartungsgemäß entwickelt. Das Restrukturierungsprogramm komme voran. Die Einsparungen hätten im Jahr mehr als eine Milliarde Pfund erreicht. 7000 Stellen seien gestrichen worden, bis Ende 2022 sollen es mindestens 9000 werden. Die konkreten Ergebnisse für 2020 will der Konzern am 11. März bekanntgeben.

26.1.2021 • 10:55 Uhr

Mehr als eine Million Corona-Fälle in Indonesien

Indonesien hat die Schwelle von einer Million Coronavirus-Fällen überschritten. Wie das Gesundheitsministerium in Jakarta mitteilte, wurden seit Beginn der Pandemie 1.012.350 Infektionen verzeichnet. Das sind die meisten in Südostasien. Heute wurden 13.094 neue Fälle registriert. Das Gesundheitssystem des Landes mit einer Bevölkerung von 270 Millionen Menschen stößt an seine Grenzen; in der Hauptstadt Jakarta waren für neue Patienten noch 8,5 Prozent der 8066 Krankenhausbetten frei. Betten mit Beatmungsgeräten waren alle belegt. Eine Impfkampagne mit einem chinesischen Vakzin ist vor Wochen angelaufen.

In Indonesien sind bislang mehr als 28.000 Menschen mit Covid-19 gestorben. Fast 20 Länder haben mittlerweile mehr als eine Million Coronavirus-Fälle verzeichnet. Hinter Indonesien sind laut Johns-Hopkins-Universität die Niederlande und Tschechien knapp unter dieser Schwelle.

26.1.2021 • 10:52 Uhr

Neue Version der Corona-Warn-App zeigt Statistiken

Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes wird künftig auch Statistiken enthalten, die einen Überblick über die wichtigsten Kennzahlen zum aktuellen Infektionsgeschehen in Deutschland geben. Das kündigte eine Sprecherin des Softwarekonzerns SAP in einem Blogeintrag an. Das Informationsangebot ist Teil der neuen Version 1.11, die noch in dieser Woche in den App Stores von Google und Apple zur Verfügung stehen soll. Die Nutzerinnen und Nutzer könnten dann in der App stets auf die aktuellen Zahlen zu den Neuinfektionen, der Sieben-Tage-Inzidenz und dem Sieben-Tage-R-Wert zugreifen. "Außerdem können sie direkt in der App einsehen, wie viele Nutzer ihr Testergebnis geteilt haben. Ziel ist es, noch mehr positiv getestete Nutzer dazu anzuregen, ihr Testergebnis zu teilen und Kontaktpersonen zu warnen."

Des Weiteren hätten die Entwickler die Nutzerfreundlichkeit verbessert und einige kleinere Fehler beseitigt. Die Sieben-Tage-Inzidenz zeigt die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage und wird pro 100.000 Einwohner angegeben. Sie wurde von Bund und Ländern mit Blick auf Kreise und kreisfreie Städte als maßgeblich für neue Einschränkungen in der Corona-Pandemie festgelegt.

Die Corona-Warn-App der Bundesregierung wurde bislang mehr als 25 Millionen Mal heruntergeladen. Experten schätzen, dass sie von rund 23 Millionen Menschen aktiv genutzt wird. Die Wirksamkeit der App erhöht sich, je mehr Menschen die Anwendung auch tatsächlich einsetzen.

26.1.2021 • 10:49 Uhr

Präsident Tadschikistans: Wir haben keine Corona-Fälle mehr

Der zentralasiatische Staat Tadschikistan hat sich frei vom Coronavirus erklärt. "Tadschikistan hat seit Anfang Januar dieses Jahres keinen einzigen Fall registriert", sagte Präsident Emomali Rachmon in einer Rede vor dem Parlament in der Hauptstadt Duschanbe. "Wir können mit Zuversicht sagen, dass wir kein Coronavirus mehr haben." Die Menschen hätten Geduld und Weisheit bewiesen und seien nicht in Panik verfallen. "Aber das bedeutet nicht, dass wir unvorsichtig sein sollten", mahnte der Präsident. So sollten die Hygienemaßnahmen weiter eingehalten werden. Flugreisende aus dem Ausland müssten zwei Wochen in Quarantäne.

Die Ex-Sowjetrepublik hatte bereits im Frühjahr lange behauptet, das Land sei coronafrei. Kritik an der autoritären Führung hatte es unter anderem gegeben, weil trotz der Pandemie weiter Fußball gespielt worden war. Später wurden dann Schulen und Universitäten geschlossen. Bis zum vergangenen Montag wurden offiziell 13.308 Corona-Infektionen gemeldet. 90 Menschen starben mit dem Virus.

26.1.2021 • 10:34 Uhr

SPD-Chef fordert Corona-Zuschlag für Bedürftige

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans fordert einen Corona-Zuschlag von einmalig 200 Euro für Bedürftige. Schon im Sommer habe die SPD einen Bonus von 100 Euro gefordert, sei damals aber an CDU und CSU gescheitert, sagt er RTL/ntv. "Wir sind der Meinung, dass die Situation um so vieles ernster geworden ist, dass wir eher über 200 als über 100 Euro reden müssen." Für viele arme Menschen bedeute der Kauf einer Maske, dass sie zehn Prozent oder mehr des Geldes ausgeben müssten, das sie am Tag zur Verfügung hätten. "Da müssen wir was drauf tun. Es geht hier um einen Kreis von Menschen, den wir nicht ausschließen dürfen." Beim Koalitionsausschuss werde man mit der Union über das Thema reden müssen.

SPD-Vorsitzender Norbert Walter-Borjans | dpa

Für viele arme Menschen bedeute der Kauf einer Maske, dass sie zehn Prozent oder mehr des Geldes ausgeben müssten, das sie am Tag zur Verfügung hätten, sagte SPD-Chef Norbert Walter-Borjans. Bild: dpa

26.1.2021 • 10:16 Uhr

Südafrikas Präsident warnt vor Impfstoff-Nationalismus

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa hat vor der ungleichen Verteilung von Covid-19-Impftstoffen für Menschen in armen und reichen Ländern gewarnt. Der "Impfstoff-Nationalismus" bedrohe die Erholung und den Wiederaufbau aller Staaten nach der Corona-Pandemie, betonte Ramaphosa auf dem virtuellen Kongress "Davos Agenda" des Weltwirtschaftsforums in Genf. Die Menschheit sei nicht vor Corona-Infektionen sicher wenn nur einige Länder ihre Bewohner impften, andere Länder aber nicht dazu in der Lage seien. Covid-19 betreffe alle Staaten in gleicher Weise und das Leiden müsse einheitlich bekämpft werden.

Ramaphosa rief die Weltgemeinschaft zu einem neuen Start nach der Pandemie auf, um brennende Probleme wie den Klimawandel energisch anzugehen. Die Welt dürfe nicht einfach so weitermachen wie sie es vor Ausbruch der Pandemie getan hatte. Südafrika ist das am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land in Afrika. Laut der Weltgesundheitsorganisation sind die Menschen in den Ländern Afrikas und in Staaten anderer armer Regionen bis auf einzelne Ausnahmen ohne Impfschutz gegen Covid-19. In reichen Staaten hingegen erhielten bereits mehrere Dutzend Millionen Menschen eine Immunisierung. Angesichts der Corona-Pandemie hält das Weltwirtschaftsforum den Kongress virtuell ab.

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa | REUTERS

Der "Impfstoff-Nationalismus" bedrohe die Erholung und den Wiederaufbau aller Staaten nach der Corona-Pandemie, betonte Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa. Bild: REUTERS

26.1.2021 • 09:59 Uhr

Krankenhausverband fordert Konsequenzen nach Ausbruch in Berliner Klinik

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat nach dem Corona-Ausbruch in der Berliner Humboldt-Klinik bessere Schutzvorkehrungen im Gesundheitssystem gefordert. Die Schließung von ganzen Krankenhäusern müsse die Ausnahme bleiben, sagte Hauptgeschäftsführer Georg Baum im rbb. Andernfalls breche die medizinische Versorgung zusammen. So müsse auch die Teststrategie verändert werden, Kliniken müssten nach eigenem Ermessen testen dürfen.

Hintergrund ist die Schließung der Berliner Humboldt-Klinik, in dem sich die neue britische Corona-Mutation unter Patienten und Mitarbeitern verbreitete. Das Krankenhaus nimmt keine neuen Patienten mehr auf, rund 1500 Mitarbeiter aus dem medizinischen und nicht medizinischen Bereich stehen unter Quarantäne. Es dürfe keinen zweiten Ausbruch in einer Berliner Klinik geben, sagte Baum.

26.1.2021 • 09:55 Uhr

Lindner schlägt Stufenplan bei möglichen Lockerungen vor

FDP-Chef Christian Lindner hat in der Diskussion um Lockerungen des Corona-Lockdowns einen Stufenplan vorgeschlagen. "Mit Hygienekonzepten, Maskenpflicht, Luftreinigern, Schulunterricht im Kinosaal, der Ausdehnung der Schnelltests oder der Digitalisierung der Gesundheitsämter sind schrittweise Öffnungen verantwortbar", sagte Lindner dem "Handelsblatt" in einem gemeinsamen Interview mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

Daneben sprach sich der FDP-Politiker für eine Stärkung der Rolle des Bundestags in der Pandemiebekämpfung aus. "Die Bundeskanzlerin geht lieber in die Bundespressekonferenz, als sich einer Debatte im Bundestag zu stellen", kritisierte Lindner. Altmaier widersprach, der Bundestag könne jederzeit über alle Aspekte der Pandemie debattieren.

26.1.2021 • 09:30 Uhr

EU-Politiker Liese: Bericht über AstraZeneca-Impfstoff "übertrieben"

EU-Abgeordneter Peter Liese hält Berichte über eine angeblich schlechtere Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs der britisch-schwedischen Firma AstraZeneca bei Älteren für überzogen. "Ich glaube, diese Meldung ist übertrieben", sagte er im ZDF-Morgenmagazin. Vielmehr solle man die bevorstehende Zulassung des Impfstoffs am Freitag abwarten und nicht spekulieren, sagte Liese, der in der EVP-Fraktion im EU-Parlament als gesundheitspolitischer Sprecher tätig ist.

Der Pharmahersteller wehrte sich gegen Berichte zu einer geringen Schutzwirkung seines Impfstoffs bei Senioren. Berichte, dass das Mittel bei Menschen über 65 Jahren nur eine Wirksamkeit von acht Prozent habe, seien "komplett falsch", teilte ein Sprecher mit. Unter anderem hatten das "Handelsblatt" und die "Bild"-Zeitung über eine geringere Wirkung bei älteren Menschen berichtet.

26.1.2021 • 09:22 Uhr

Unions-Chefhaushälter weist Vorstoß von Braun zurück

Der Chefhaushälter der Unionsfraktion, Eckhardt Rehberg, hat einen Vorstoß von Kanzleramtschef Helge Braun zurückgewiesen, die Schuldenbremse auch in den kommenden Jahren auszusetzen. Rehberg sagte: "Die Unionsfraktion im Bundestag hält an der Schuldenbremse im Grundgesetz fest. Solide Staatsfinanzen sind für die Unionsfraktion nicht verhandelbar." Der Vorschlag von Braun für eine Grundgesetzänderung zur Aussetzung der Schuldenbremse sei seine "persönliche Meinung".

26.1.2021 • 09:09 Uhr

Braun fordert längere Aussetzung der Schuldenbremse

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hat angesichts der Belastungen durch die Corona-Krise gefordert, die Schuldenbremse für einen längeren Zeitraum auszusetzen und dafür das Grundgesetz zu ändern. "Die Schuldenbremse ist in den kommenden Jahren auch bei ansonsten strenger Ausgabendisziplin nicht einzuhalten", schrieb Braun im "Handelsblatt". Er sprach sich zugleich dafür aus, die Sozialabgaben "bis Ende 2023 zu stabilisieren und auch auf Steuererhöhungen zu verzichten".

Braun wandte sich in einem Gastbeitrag für die Zeitung dagegen, in den kommenden Jahren weiter wie 2020 und 2021 die Ausnahme für Naturkatastrophen zu nutzen. Das würde ein "Tor zur dauerhaften Aufweichung der Schuldenregel" öffnen, so der Kanzleramtsminister. Denn es sei völlig unklar, wie lange die Pandemie eine Ausnahme von der Regel begründe. 

"Deshalb ist es sinnvoll, eine Erholungsstrategie für die Wirtschaft in Deutschland mit einer Grundgesetzänderung zu verbinden, die begrenzt für die kommenden Jahre einen verlässlichen degressiven Korridor für die Neuverschuldung vorsieht und ein klares Datum für die Rückkehr zur Einhaltung der Schuldenregel vorschreibt", schrieb Braun weiter. Die längere  Abweichung von der Schuldenbremse sei eine "strategische Entscheidung zur wirtschaftlichen Erholung".

26.1.2021 • 08:56 Uhr

Städte- und Gemeindebund fordert baldige Lockerungen

Deutschlands Kommunen fordern baldige Lockerungen der Corona-Beschränkungen. Es brauche eine "klare, abgestufte Exit-Strategie aus dem Lockdown", sagte Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Infektionszahlen seien derzeit zwar noch zu hoch., "aber sie sinken". Deshalb sei die Politik gefordert, jetzt klare Perspektiven aufzuzeigen, ab welchen Inzidenzwerten welche Lockerungen gelten sollten.

Im Vordergrund müssten die Perspektiven für Kindertagesstätten und Grundschulen stehen. Auch die Wirtschaft brauche klare Signale für eine solide Planung, sagte Landsberg. Beim Einzelhandel und in der Gastronomie, aber auch im Kulturbereich sei die Lage dramatisch. Der Geschäftsführer forderte, dem Einzelhandel durch mehr verkaufsoffene Sonntage zusätzliche Perspektiven zu eröffnen. Der boomende Online-Handel müsse angemessen an der Finanzierung der kommunalen Infrastruktur, die er nutze, beteiligt werden - zum Beispiel durch eine Paketversandsteuer.

Von Mahnungen, wegen der Mutationen müsste der Lockdown womöglich noch verschärft werden, zeigte sich Landsberg nicht überzeugt. Die Lockerungen zu Weihnachten hätten entgegen manchen Befürchtungen nicht zu einem dramatischen Anstieg der Infektionen geführt. Die Menschen seien nicht mehr ohne Weiteres bereit, alles zu akzeptieren und mitzutragen, was angeordnet oder diskutiert werde. An die Medien appellierte der Hauptgeschäftsführer, nicht immer nur die "Negativszenarien" zu betonen: "Auch hier brauchen wir mehr Signale der Hoffnung."

26.1.2021 • 08:45 Uhr

Baerbock: Öffnungsdiskussion derzeit verfehlt

Die Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Annalena Baerbock, ist dagegen, die derzeitigen Corona-Maßnahmen frühzeitig wieder zu lockern. Im SWR sagte sie: "Ich halte es nicht für sehr sinnvoll, angesichts dessen, dass wir die Zahlen gerade mal ein bisschen runter bekommen konnten, jetzt sofort wieder darüber gesprochen wird, was wir lockern können." Die Situation sei nach wie vor schwierig - auch angesichts der neu aufgetretenen Virus-Mutation. Viele Krankenhäuser seien "am Limit".

Angesichts dessen hält Baerbock Diskussionen über Öffnungen derzeit für "verfehlt". Wichtig sei es jetzt, so Baerbock, dass Schnelltests, Impfdosen und FFP2-Masken überall verfügbar seien. Für richtig hält es Baerbock, dass die Bundesländer im Umgang mit Schulöffnungen "differenziert" vor allem für Schülerinnen und Schüler unterer Klassen vorgingen. Allerdings müssten jetzt die Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder dafür sorgen, "dass die Sicherheit an den Schulen erhöht wird. Schnelltests gerade für Lehrkräfte und Kinder wären dafür ein absolut richtiger Schritt". Zudem sei es wichtig, dass überall ein Online-Unterricht möglich sei, wenn man in den Wechselunterricht gehe, so Baerbock. Ein Fünftel der Kinder sei davon "seit Wochen abgeschnitten".

26.1.2021 • 08:34 Uhr

Produktion von Beatmungsgeräten deutlich gestiegen

Wegen der Corona-Pandemie sind zuletzt in Deutschland deutlich mehr Beamtmungsgeräte produziert worden: In den ersten drei Quartalen 2020 wurden 426 Millionen Apparate und Geräte für Sauerstoff- und Beatmungstherapie hergestellt - 33,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Zugleich erhöhte sich Wert der insgesamt produzierten Geräte um rund 60 Prozent auf 900,6 Millionen Euro.

Zu den Geräten für Sauerstoff- und Beatmungstherapie gehören Geräte für die invasive und nichtinvasive Beatmung wie zum Beispiel Beatmungsapparate, Atemmasken oder Beatmungsbeutel.

Auch im Außenhandel machte sich die gestiegene Nachfrage bemerkbar. So stiegen die Importe von Geräten und Zubehör für die Sauerstoff- und Beatmungstherapie von Januar bis November 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wertmäßig um 46,0 Prozent auf rund 567,9 Millionen Euro. Die Exporte nahmen im gleichen Zeitraum um 88,0 Prozent zu auf 979,7 Millionen Euro.

26.1.2021 • 08:00 Uhr

Spahn will sich an Spekulationen über AstraZeneca-Wirksamkeit nicht beteiligen

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will sich nicht an Spekulationen über eine angeblich schlechtere Wirksamkeit des Impfstoffs der Firma AstraZeneca bei über 65-Jährigen beteiligen. Er wolle warten, bis die Daten aus den Studien ausgewertet worden seien. "Ich halte wenig davon, das jetzt in Überschriften spekulativ zu machen", sagte Spahn im ZDF-Morgenmagazin. Er sagte, man werde auf Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse nächste Woche entscheiden, "welche Altersgruppen zuerst mit diesem Impfstoff geimpft werden".

Laut einem Bericht des "Handelsblatt" soll der Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns AstraZeneca eine Wirksamkeit von nur acht Prozent bei älteren Menschen haben. Die Zeitung bezieht sich dabei auf Koalitionskreise. Auch die "Bild"-Zeitung berichtete darüber. AstraZeneca widersprach der Darstellung. Berichte, dass die Wirksamkeit des Impfstoffs bei Menschen über 65 Jahren nur bei acht Prozent liege, seien komplett falsch, teilte ein Sprecher mit. Am Freitag wird mit der Zulassung des Impfstoffs gerechnet.

26.1.2021 • 07:55 Uhr

Taiwan schickt nach zwei Fällen 5000 Menschen in Quarantäne

Taiwanische Behörden haben nach zwei Coronavirus-Fällen in einem Krankenhaus rund 5000 Menschen angewiesen, sich in Quarantäne zu begeben. Die Maßnahme wurde ergriffen, nachdem nicht geklärt werden konnte, wie ein Patient und seine ihn besuchende Frau mit dem Virus infiziert wurden, teilten Gesundheitsbeamte mit. Nun sollten Patienten, die zwischen dem 6. und 19. Januar aus dem Krankenhaus der Stadt Taoyuan entlassen wurden, und die sie Pflegenden in Quarantäne. Der infizierte Patient wurde in dem Krankenhaus drei Tage wegen einer anderen Diagnose als Covid-19 behandelt. In dem Krankenhaus wurden danach bislang 15 Coronavirus-Fälle entdeckt. Taiwan hat mit strikten Maßnahmen die Pandemie bisher eingedämmt. Bislang wurden insgesamt nur 900 Infektionen und sieben Todesfälle mit Covid-19 registriert.

26.1.2021 • 07:44 Uhr

Kunstmuseen fordern Wiedereröffnung mit Brief an Kulturminister

Die Kunstmuseen in Deutschland wollen schneller raus aus dem Lockdown. Mit einem Brief an die Kulturverantwortlichen von Bund und Ländern haben sich die Leitungen führender Häuser für eine Öffnung der Museen stark gemacht. "Unsere Sorge gilt der Eindämmung der Pandemie, zugleich aber auch einer dem jeweiligen Verlauf von Corona angepassten Wiedereröffnung der Museen", heißt es in dem der Nachrichtenagentur dpa in Berlin vorliegenden Schreiben an Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sowie ihre Länderkolleginnen und -kollegen.

"Die Museen haben schon nach der Phase des ersten Lockdowns ihre Häuser mit großer Sorgfalt der neuen Situation angepasst", schreiben die Verantwortlichen. Museen seien sichere Orte, in denen Hygienemaßnahmen strikt befolgt und "wie an keinem anderen öffentlichen Ort" überwacht würden. Die meisten Museen verfügten über eine ausgefeilte Klimatechnik und Raumkapazitäten, die Bewegungsabläufe nach Distanzgebot steuern und entzerren könnten.

26.1.2021 • 07:30 Uhr

Guterres fordert globale Allianz gegen Neonazis und Rechtsextremismus

UN-Generalsekretär António Guterres hat die internationale Gemeinschaft aufgerufen, eine globale Allianz gegen Neonazis und Rechtsextremismus zu schmieden. In einer Rede zum 76. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am Mittwoch sagte er, "Propaganda und Desinformation", Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Hassreden müssten international koordiniert bekämpft werden. Ein wichtiges Werkzeug sei Bildung und Unterricht über nationalsozialistische Gräueltaten, sagte Guterres und verwies darauf, dass fast zwei Drittel der jungen Amerikaner nicht wüssten, dass die Nazis im Holocaust sechs Millionen Juden ermordeten.

Die Gedenkveranstaltung in New York fand wegen der Coronavirus-Pandemie virtuell statt. Guterres sagte, Covid-19 habe "lange bestehende Ungerechtigkeiten und Spaltungen verschärft". "Propaganda, die beispielsweise Juden mit der Pandemie in Verbindung bringt, indem sie sie beschuldigt, das Virus als Teil ihrer Bemühungen geschaffen haben, die Weltherrschaft zu erlangen, wäre lächerlich, wenn sie nicht so gefährlich wäre", sagte er. "Das ist die jüngste Manifestation eines antisemitischen Klischees, das bis mindestens ins 14. Jahrhundert zurückreicht, als den Juden vorgeworfen wurde, die Beulenpest zu verbreiten."

Guterres bei seiner Rede in der UN-Generalversammlung | Eskinder Debebe/UN Photo/HANDOUT

"Propaganda und Desinformation", Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Hassreden müssten international koordiniert bekämpft, sagt UN-Generalsekretär Guterres. Bild: Eskinder Debebe/UN Photo/HANDOUT

26.1.2021 • 07:25 Uhr

Organisation: Corona verstärkt Migrationsdruck auf EU

Als Folge der Corona-Pandemie wird die Zahl der Flüchtlinge in Europa in diesem Jahr nach Einschätzung der Migrationsorganisation ICMPD steigen. Die Verfügbarkeit von Impfstoffen und die Versorgung von Patienten sorgten nach Einschätzung des in Wien ansässigen ICMPD (International Centre for Migration Policy Development) mit dafür, dass mehr Migranten nach Europa wollten. "Die gute Gesundheitsversorgung in Europa ist ein Anziehungspunkt für illegale Immigranten", sagte ICMPD-Chef Michael Spindelegger dem "Handelsblatt".

"In der EU wird man gratis geimpft. Das ist sehr attraktiv für Flüchtlinge aus Afrika, Lateinamerika und Asien. Deshalb erwarten wir eine Zunahme der illegalen Immigration", so der frühere österreichische Vizekanzler und Außenminister weiter. Die ICMPD-Experten beobachten, dass sich die illegale Einwanderung nach Europa neue Routen erschließe. Als Beispiele nennt das ICMPD die Fluchtrouten vom Libanon ins EU-Land Zypern oder von Mauretanien auf die Kanarischen Inseln. Dort sei die Zahl der Migranten um 900 Prozent gestiegen. In der zentralen Mittelmeerroute über Tunesien legte ihre Zahl im vergangenen Jahr demnach um 155 Prozent zu.

26.1.2021 • 07:17 Uhr

Drogenbeauftragte: Bei Medienkonsum "auch mal den Stecker ziehen"

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung empfiehlt Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen, in der Corona-Krise nicht nur vor dem Bildschirm zu hocken. "Fürs Homeschooling und Homeoffice sind die digitalen Medien natürlich ein Gewinn, aber irgendwann muss man schlichtweg auch mal den 'Stecker' ziehen und einfach mal etwas anderes machen", sagte die CSU-Politikerin Daniela Ludwig der "Augsburger Allgemeinen".

Mit Blick auf die Entwicklung von Kindern meinte sie: "So wie man nicht jeden Tag tafelweise Schokolade essen sollte, muss man beim Konsum von digitalen Medien genauso aufpassen, dass es nicht überhandnimmt. Der Alltag, das restliche Drumherum, muss noch funktionieren." Beim Erlernen von Medienkompetenz sieht Ludwig auch die Eltern gefragt. "Ich sage immer: So wie kein Elternteil die Kinder einfach ins Wasser wirft und sagt 'Jetzt schwimm halt los', so sollten die Eltern auch ihre Kinder nicht alleine die digitale Welt erobern lassen. Begleiten, ein gutes Vorbild sein, zusammen genau hinschauen, was da vor einem so flimmert - das ist schon mal ein guter Anfang."

Ein kleines Mädchen schaut auf das Display eines Smartphones. | dpa

Ein kleines Mädchen schaut auf das Display eines Smartphones: So wie man nicht jeden Tag tafelweise Schokolade essen sollte, muss man beim Konsum von digitalen Medien genauso aufpassen, dass es nicht überhandnimmt, sagt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Bild: dpa

26.1.2021 • 07:15 Uhr

Bericht: Rund 10.000 Proteste in Venezuela 2020

In Venezuela wurden im vergangenen Jahr rund 10.000 Demonstrationen und Proteste verzeichnet. Wie das regierungskritische Portal "Tal Cual" unter Berufung auf die unabhängige "Venezolanische Beobachtungsstelle für soziale Konflikte" (OVCS) berichtete, zielten die meisten der 9.633 registrierten Proteste auf die katastrophale Versorgungslage, das schlechte Gesundheitswesen sowie den Mangel an Lebensmitteln und Benzin ab. "Weder die Repression des Regimes von Nicolas Maduro noch die Corona-Krise haben die Zivilgesellschaft aufhalten können, ihre Rechte einzufordern", wird OVCS-Direktor Marco Antonio Ponce zitiert.

Venezuela leidet bereits seit Jahren unter einer schweren Versorgung- und Wirtschaftskrise. Wegen der unsicheren politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse sowie staatlicher Repression haben inzwischen bis zu fünf Millionen Venezolaner ihre Heimat verlassen. Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet berichtete in der Vergangenheit von schweren Menschenrechtsverletzungen der Regierung von Präsident Nicolas Maduro darunter außergerichtliche Hinrichtungen, Folter und Unterdrückung der Opposition. Die Regierung weist dies als politische Kampagne zurück.

26.1.2021 • 07:03 Uhr

Karliczek fordert von Ländern zusätzliche Lern-Angebote für Schüler

Angesichts der Unterrichtsausfälle während des Corona-Lockdowns hat Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) an die Bundesländer appelliert, zusätzliche Bildungsangebote für Schülerinnen und Schüler zu schaffen. Es sei damit zu rechnen, dass die Schulschließungen zu "Rückständen im Lernstoff" führten, sagte Karliczek den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Deshalb müssten in allen Ländern Angebote vorbereitet werden, um den versäumten Lernstoff nachzuholen.

Diese Angebote sollen vor allem jenen Schülerinnen und Schülern gemacht werden, die "unter schwierigen sozialen und finanziellen Bedingungen aufwachsen", forderte die CDU-Politikerin. Aber auch anderen Gruppen sollten solche Angebote gemacht werden. Sie schlug vor, dass dies etwa Programme in den Ferien sein könnten. Allerdings wäre es laut Karliczek auch gut, wenn es solche Angebote parallel zum Schulbetrieb gebe - "sofern dieser überhaupt unter den Bedingungen der Pandemie realisierbar ist". 

In einem Brief an die Kultusminister der Länder sagte Karliczek nach Informationen der Funke-Blätter finanzielle Unterstützung für solche Lern-Angebote zu. Diese Hilfen sollen demnach über das Bundesprogramm "Kultur macht stark" geleistet werden, das sich in erster Linie an bildungsbenachteiligte Schüler richtet. Für den Zeitraum 2018 bis 2022 stünden für dieses Programm 250 Millionen Euro zur Verfügung, zitierten die Zeitungen aus dem Schreiben.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek während der Vorstellung eines Förderprogramms zur Entwicklung von Medikamenten gegen Covid-19. | dpa

Es sei damit zu rechnen, dass die Schulschließungen zu "Rückständen im Lernstoff" führten, sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. Bild: dpa

26.1.2021 • 07:00 Uhr

Britische Hotelbranche offen für Quarantäne in Hotels

In der Debatte um Quarantäne in Hotels für Einreisende aus dem Ausland hat sich die britische Hotelbranche offen für eine solche Regelung gezeigt. Das Gastgewerbe habe sich durch die Krise immer wieder als hilfsbereit erwiesen, etwa bei der Errichtung von Impfzentren oder der Versorgung von systemrelevanten Arbeitskräften, sagte die Chefin des Verbands Hospitality UK, Kate Nicholls, der Nachrichtenagentur dpa. "Auch jetzt sind wir bereit, unseren Part in der nationalen Anstrengung zu übernehmen, diese Krise zu bekämpfen." Man habe die Kapazitäten, um zu helfen, und Unternehmen hätten bereits Pläne gemacht, um ihre Betriebe in sicherer Art und Weise zu führen.

Angesichts der Bedrohung durch verschiedene und möglicherweise gefährliche Coronavirus-Varianten, die unter anderem in Südafrika und Brasilien aufgetaucht waren, wird in Großbritannien derzeit über eine Verschärfung der Einreise- und Quarantäneregeln diskutiert.

Australien hat mit strikter Quarantäne in Hotels nach der Einreise aus dem Ausland erfolgreich die Pandemie eingedämmt. Viele Unternehmen der Gastronomie- und Hotelbranche, die im aktuellen harten Lockdown fast vollständig geschlossen bleiben müssen, kämpfen ums Überleben. Eine Zusammenarbeit mit dem Staat könnte ihnen womöglich Erleichterung verschaffen. Teile der britischer Regierung sind Berichten zufolge jedoch skeptisch, da ein solches Vorhaben hohe Kosten verursachen würde.

26.1.2021 • 06:56 Uhr

Polizei Berlin: Kleine Corona-Proteste statt großer Demonstration

Der Protest gegen die Corona-Gesetze zeigt sich nach Einschätzung der Polizei Berlin derzeit nicht mehr in Form großer Demonstrationen. "Es gibt im Moment mehr kleinere Aktionen und ich kann mir auch vorstellen, dass das ein neuer Trend werden könnte", sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik der Nachrichtenagentur dpa. "Derzeit begegnen uns etwa Spaziergänge, die immer wieder in Alt-Köpenick stattfinden. Wir sehen auch Ausweich-Anmeldungen: als Parteigründung, als Gottesdienst oder als Lauftreff getarnt." Protestierer würden versuchen, Möglichkeiten zu finden, um ohne Maske und ohne Vorschriften ihre Meinung zu zeigen und zu demonstrieren, sagte Slowik. "Dieses Vorgehen, bestimmte rechtliche Lücken zu nutzen, könnte sich noch verstärken."

26.1.2021 • 06:54 Uhr

Sri Lanka will mit Corona-Impfungen beginnen

Sri Lanka startet ein Impfprogramm gegen das Coronavirus. Am Mittwoch soll in dem Land nach Angaben der Behörden eine Lieferung von 500.000 Dosen des Impfstoffs von AstraZeneca und der Universität Oxford eintreffen – eine Spende aus Indien. Am darauffolgenden Tag sollen die ersten Impfungen verabreicht werden.

Als erstes sollen Mitarbeiter des Gesundheitswesens, des Militärs und der Polizei ihre Impfungen erhalten. Die asiatische Inselnation hat auch Bestellungen für den Impfstoff des US-Unternehmens Pfizer und seines deutschen Partners Biontech aufgegeben.

Impfstoffe für etwa 20 Prozent der Bevölkerung sollen über das Covax-Programm der Weltgesundheitsorganisation bereitgestellt werden. Sri Lanka hatte dem AstraZeneca-Vakzin vor wenigen Tagen eine Notfallzulassung erteilt. Zuletzt hatten Ärzte vor einem Systemkollaps gewarnt und schnelle Impfungen für das medizinische Personal gefordert, das an vorderster Front gegen die Pandemie ankämpft.

26.1.2021 • 06:52 Uhr

Tägliche Neuansteckungen in Großbritannien gesunken

Die Behörden in Großbritannien haben zum Wochenstart so wenige Neuansteckungen mit dem Coronavirus verzeichnet wie zuletzt Mitte Dezember. Das Absinken wird als Beleg für die Wirksamkeit von Lockdowns für das Senken von Übertragungsraten gewertet. Nach Angaben der Regierung wurden 22.195 Neuansteckungen innerhalb eines Tages verzeichnet. Am Vortag waren es noch 30.004 gewesen.

Auch wenn es grundsätzlich gewisse Schwankungen bei den täglichen Fallzahlen gibt, hatte sich zuletzt auch ein Absinken der Ansteckungen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen abgezeichnet. Das Vereinigte Königreich hatte einen scharfen Anstieg Ende des vergangenen Jahres und bis ins neue Jahr registriert. Verantwortlich gemacht wurde dafür vor allem eine infektiösere Variante des Virus, die zuerst im Großraum London und im Südosten Englands entdeckt wurde.

26.1.2021 • 05:37 Uhr

RKI meldet 6408 Neuinfektionen

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 6408 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 903 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI bekanntgab. Vergangenen Dienstag hatte das RKI 11.369 Neuinfektionen und 989 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Allerdings enthielten die beiden Werte Nachmeldungen aus Rheinland-Pfalz.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI bei 107,6. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder.

26.1.2021 • 05:26 Uhr

Kalifornien wagt Lockerungen

Der US-Staat Kalifornien hat regionale Ausgangsbeschränkungen aufgehoben. Die Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sollen künftig Bezirk für Bezirk beschlossen werden, wie Verantwortliche des Gesundheitswesens in Kalifornien mitteilten. Die Bürgermeisterin von San Francisco, London Breed, kündigte bei Twitter eingeschränkte Öffnungen der Gastronomie an. Kalifornien hatte zuletzt Besserungen bei den Infektionsraten, den Krankenhausaufenthalten, der Situation auf den Intensivstationen und bei dem Impffortschritt verzeichnet.

26.1.2021 • 04:31 Uhr

US-Demokraten wollen Corona-Hilfen notfalls per Sonderverfahren durchsetzen

Die US-Demokraten wollen versuchen, das angepeilte 1,9 Billionen Dollar schwere Corona-Hilfspaket von Präsident Joe Biden bei Widerstand der Republikaner zumindest in großen Teilen in einem beschleunigten Verfahren durchzubringen. Der Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer, sagt dem Sender MSNBC, sollten die Republikaner das Vorhaben im Kongress blockieren, werde er auf das sogenannte Reconciliation-Verfahren zurückgreifen. Dadurch würde die Redezeit im Senat begrenzt und damit die Möglichkeit der Blockade. Außerdem könnten große Teile des Gesetzespakets mit einfacher Mehrheit verabschiedet werden.

26.1.2021 • 03:46 Uhr

Mexiko bestellt 24 Millionen Dosen des russischen Corona-Impfstoffs

Mexiko hat 24 Millionen Dosen des russischen Anti-Corona-Impfstoffs Sputnik V bestellt. Das teilte Präsident Andrés Manuel López Obrador nach einem Telefonat mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin mit. Der Einsatz von Sputnik V muss aber noch von den mexikanischen Aufsichtsbehörden genehmigt werden. 

In Russland selbst war das Vakzin schon im August zugelassen worden - noch vor Abschluss der dritten und damit letzten Phase der klinischen Studien. Dieses Vorgehen war international auf scharfe Kritik gestoßen. Nach russischen Angaben, die von unabhängiger Seite bisher nicht überprüft werden konnten, hat Sputnik V eine Wirksamkeit von mehr als 90 Prozent. Neben in Russland selbst wurde Sputnik den russischen Behörden zufolge schon in Serbien, Weißrussland, Venezuela, Bolivien und Algerien zur Impfung freigegeben.

26.1.2021 • 03:17 Uhr

Flugverkehr nach Israel im Anti-Corona-Kampf eingestellt

Im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus schottet sich Israel ab. Seit Mitternacht (Ortszeit) ist der internationale Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv weitgehend geschlossen. Mit der drastischen Einschränkung des Luftverkehrs will die Regierung das Einschleppen weiterer Coronavirus-Mutationen verhindern. Die Maßnahme soll vorerst bis Ende des Monats gelten, ausgenommen sind unter anderem Frachtflüge und Flüge aus medizinischen Gründen. Eine ranghohe Repräsentantin des Gesundheitsministeriums sprach sich aber bereits für eine Verlängerung um mehrere Wochen aus. Der Flughafen müsse mindestens einen Monat lang geschlossen bleiben. Der internationale Luftverkehr läuft in Israel fast ausschließlich über den Ben-Gurion-Flughafen.

26.1.2021 • 02:54 Uhr

Biden verlängert Corona-Einreiseverbot für Europäer

Der neue US-Präsident Joe Biden hat die Einreiseverbote für Europäer wegen der Corona-Pandemie verlängert. Mit dem Erlass bleiben Reisen aus den 26 Schengenstaaten, Großbritannien und Irland in die USA untersagt. Verlängert wurde auch das Einreiseverbot für Menschen aus Brasilien. Neu auf die Verbotsliste wurde Südafrika gesetzt, wo kürzlich eine neue Variante des Coronavirus aufgetaucht war. Bidens Vorgänger Donald Trump hatte zum Ende seiner Amtszeit angeordnet, dass die seit dem vergangenen Jahr geltenden Einreiseverbote für Europäer und Brasilianer aufgehoben werden. Dies wäre am Dienstag, den 26. Januar, in Kraft getreten. Biden hatte jedoch umgehend angekündigt, die Grenzen würden nicht geöffnet. Dies wurde nun mit einem neuen Erlass umgesetzt.

26.1.2021 • 02:54 Uhr

Dutzende Festnahmen nach erneuten Krawallen in Niederlanden

In den Niederlanden ist es den dritten Abend in Folge in mehreren Städten zu Krawallen gekommen. In Rotterdam ging die Polizei am Montag mit Wasserwerfern gegen Plünderer vor, in Haarlem setzte sie Tränengas ein. Auch aus anderen Städten, darunter Amsterdam, wurden Ausschreitungen gemeldet. Nach Angaben der Polizei wurden etwa 150 Menschen festgenommen. Die ersten Krawalle hatte es am Wochenende bei Protesten gegen die nächtliche Ausgangssperre gegeben, die die Regierung zur Eindämmung des Coronavirus angeordnet hat. Mittlerweile ist die Motivation der überwiegend jugendlichen Randalierer aber nicht mehr klar.