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Liveblog zum Coronavirus ++ Impfen maximal vier Tage nach Zulassung ++

Stand: 15.12.2020 23:35 Uhr

Gesundheitsminister Spahn rechnet mit ersten Impfungen binnen zwei bis vier Tagen nach einer möglichen Impfstoff-Zulassung. Die Amtseinführung des künftigen US-Präsidenten Biden findet ohne Massenpublikum statt. Der Liveblog zum Nachlesen.

  • Merkel sieht Zahl der Intensivpatienten bis Januar weiter steigen
  • EU will weitere 180 Millionen Impfdosen kaufen
  • FFP2-Masken - großer Andrang in Apotheken
  • EMA entscheidet am 21.12. über Impfstoff-Zulassung
  • Bundeswehr: Zentrales Impfstoff-Lager ist betriebsbereit
  • RKI: 14.432 neue Fälle und 500 Tote - ohne Sachsen
15.12.2020 • 23:35 Uhr

Ende des Liveblogs

Damit schließen wir den Liveblog für heute. Vielen Dank für Ihr Interesse!

15.12.2020 • 22:32 Uhr

US-Behörden melden insgesamt mehr als 300.000 Todesfälle

Die Zahl der Todesfälle in den USA überschreitet nun auch nach Zählung der US-Seuchenzentren CDC die Marke von 300.000. Es seien 1766 weitere Tote hinzugekommen, teilte die Behörde mit. Nach Zählung von Wissenschaftlern der Johns Hopkins-Universität war die Marke schon vorher erreicht worden. Die CDC gaben zudem 204.748 Neuinfektionen und damit insgesamt 16,3 Millionen Fälle bekannt.

15.12.2020 • 22:26 Uhr

Spahn: Impfungen zwei bis vier Tage nach Zulassung

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat in den tagesthemen zur Geduld angesichts der europäischen Zulassung des Corona-Impfstoffes aufgerufen. Ein ordentliches Zulassungsverfahren sei wichtig für das Vertrauen in der Bevölkerung. "Wir werden nach einer möglichen Zulassung binnen zwei bis vier Tagen beginnen können zu impfen", sagte Spahn. Den Bürgern solle zudem nach einer Corona-Impfung die Möglichkeit gegeben werden, Wirkungen und Nebenwirkungen schnell per App zu melden.

Die Impfzentren und Impfstrukturen seien "ab heute einsatzbereit", in einem ersten Schritt könnten nach der Zulassung "um die 400.000 Dosen ausgeliefert werden", so Spahn. Danach würden es dann "Zug um Zug, Woche für Woche, mehr Dosen, die ausgeliefert werden können". Zuvor hatte die Europäische Arzneimittelbehörde ihr Gutachten zum Impfstoff von Biontech und Pfizer für den 21. Dezember angekündigt.

15.12.2020 • 21:51 Uhr

USA genehmigen rezeptfreien Schnelltest

Die USA haben einen ersten rezeptfreien Corona-Schnelltest für den Privatgebrauch zu Hause genehmigt. Die Arzneimittelbehörde FDA erteilte eine Notfallzulassung für den Schnelltest des Herstellers Ellume, der binnen 20 Minuten ein Ergebnis liefern soll. Ellume will allein im kommenden Januar drei Millionen der Tests mit einem Stückpreis von rund 30 Dollar (25 Euro) herstellen.

"Mit der Zulassung eines rezeptfreien Tests, kann der Test an Orten wie Drogeriemärkten verkauft werden. Patienten können ihn kaufen, einen Abstrich in ihrer Nase nehmen, den Test anwenden und in nur 20 Minuten ein Ergebnis haben", sagte FDA-Chef Stephen Hahn.

Bei dem Ellume-Schnelltest handelt es sich um einen sogenannten Antigen-Test, der deutlich günstiger ist als die herkömmlichen PCR-Tests, allerdings auch etwas weniger genau.

15.12.2020 • 20:00 Uhr

Bundestag berät über strengere Regeln für Fleischindustrie

Der Bundestag stimmt morgen über schärfere Regeln für die Fleischindustrie ab. Das Arbeitsschutzkontrollgesetz der Bundesregierung soll Ausbeutung von Arbeitskräften in der Fleischindustrie verhindern; zudem soll ihre Unterbringung damit verbessert werden.

Auslöser für das Gesetz waren die vielen Corona-Infektionen in zahlreichen fleischverarbeitenden Großbetrieben. Als Grund dafür galten unter anderem die Arbeitsbedingungen und die Unterbringung der meist ausländischen Beschäftigten in oft beengten Verhältnissen. Die Fleischwirtschaft protestierte im Vorfeld scharf gegen die strengeren Vorschriften.

15.12.2020 • 19:41 Uhr

EU-Kommission will 180 Millionen zusätzliche Impfdosen kaufen

Die EU-Staaten sollen mehr Corona-Impfstoffe erhalten als bisher vorgesehen. Nach Informationen des "Spiegel" bereitet die EU-Kommission derzeit vor, die vertraglich vereinbarten Optionen für den Kauf von zusätzlichen 180 Millionen Impfdosen einzulösen.

Geplant ist demnach der Kauf von 80 Millionen weiteren Dosen des US-Herstellers Moderna und 100 Millionen der deutschen Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer. Der Preis für die 180 Millionen zusätzlichen Dosen läge bei gut 3,2 Milliarden Euro.

Moderna sollte 80 Millionen Dosen liefern, Biontech und Pfizer 200 Millionen. Für den Fall, dass diese Mengen den Bedarf nicht decken können, waren Optionen für den Kauf zusätzlicher Chargen vorgesehen.

Als weiterer Grund kommt infrage, dass Sanofi-GSK und AstraZeneca zuletzt Rückschläge bei der Entwicklung ihrer Impfstoffe erlitten haben. Das Vakzin von Moderna soll voraussichtlich Mitte Januar in der EU zugelassen werden, das von Biontech und Pfizer schon am 21. Dezember. Die Zustimmung der EU-Kommission gilt als sicher.

15.12.2020 • 19:34 Uhr

Kanada erwartet 168.000 Moderna-Impfstoffdosen vor Jahresende

Nach ersten Impfungen mit dem Corona-Mittel von Biontech und Pfizer rechnet Kanada noch vor Jahresende mit einer Lieferung eines zweiten Vakzins. Bis Ende Dezember würden gemäß Vertrag bis zu 168.000 Dosen des US-Pharmakonzerns Moderna erwartet, sobald die kanadische Arzneizulassungsbehörde grünes Licht gebe, teilte Premierminister Justin Trudeau mit.

Demnach könnten die Lieferungen binnen 48 Stunden nach der Zulassung beginnen. Gesundheitsbeamte erklärten, dass es bald soweit sein dürfte. Am Montag war ersten Bürgern in Kanada der Corona-Impfstoff der deutschen Firma Biontech und des US-Konzerns Pfizer verabreicht worden.

15.12.2020 • 19:14 Uhr

Experten: Britische Regierung soll Weihnachtslockerungen kassieren

Ein dramatischer Anstieg von Corona-Neuinfektionen in Großbritannien lässt Expertenrufe nach einer Rücknahme von geplanten Lockerungen an Weihnachten lauter werden. In einem gemeinsamen Leitartikel appellierten die Medizin-Fachzeitschrift "British Medical Journal" und der Nachrichtendienst Health Service Journal an die Regierung, ihre "voreilige" Entscheidung zu überdenken. Denn die werde "viele Leben kosten", hieß es in dem Beitrag. Es war erst das zweite Mal, dass sich die beiden Publikationen in ihrem jeweils mehr als 100 Jahre langem Bestehen für einen Leitartikel zusammengetan hatten. "Wir veröffentlichen das, weil wir glauben, dass die Regierung im Begriff ist, sich einen weiteren krassen Fehler zu leisten."

Ende November hatte die britische Regierung erlaubt, dass sich vom 23. bis 27. Dezember Mitglieder von maximal drei Haushalten treffen dürfen. Die Lockerungen sollen nicht nur für England, gelten dessen Gesundheitspolitik die konservative Regierung von Premierminister Boris Johnson steuert, sondern auch für Schottland, Nordirland und Wales, die in der Regel ihre eigene Corona-Politik machen.

15.12.2020 • 18:32 Uhr

Bidens Amtseinführung ohne Massenpublikum

Die Amtseinführung des künftigen US-Präsidenten Joe Biden am 20. Januar soll angesichts der Corona-Pandemie ohne das sonst bei der Amtsübergabe übliche Massenpublikum stattfinden. Das für die Vereidigung des Präsidenten zuständige Komitee rief die Bevölkerung dazu auf, von Reisen abzusehen und die Amtseinführung stattdessen von zu Hause aus zu verfolgen.

Biden und die künftige US-Vizepräsidentin Kamala Harris sollten wie üblich bei einer Zeremonie am Kapitol, dem Sitz des US-Kongresses in der Hauptstadt Washington, vereidigt werden, hieß es weiter. Biden werde dort auch seine Amtsantrittsrede halten. Die Veranstaltung werde aber sehr begrenzt sein, und die sonst übliche Parade nach der Vereidigung werde "neu erdacht". Nähere Einzelheiten würden in den nächsten Tagen und Wochen bekannt gegeben.

Joe Biden und Kamala Harris | dpa

Bild: dpa

15.12.2020 • 18:13 Uhr

Große EU-Staaten wollen Impfstart koordinieren

Deutschland, Frankreich, Italien und fünf andere europäische Staaten wollen den Start ihrer Corona-Impfkampagnen koordinieren. Das gaben die Gesundheitsminister der Länder in einer gemeinsamen Stellungnahme bekannt. Zudem wollen sie Informationen über den Verlauf der Impfungen austauschen. Zu den Unterzeichnern gehören ferner Belgien, Luxemburg, Niederlande, Spanien sowie die Schweiz.

In Deutschland sollen die Impfungen nach Angaben von Gesundheitsminister Jens Spahn "24 bis 72 Stunden" nach der EU-Zulassung beginnen. Das kündigt der CDU-Politiker in einem Instagram-Auftritt mit Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) an. Wenn die europäische Zulassungsbehörde EMA am 21. Dezember grünes Licht für den Impfstoff von Biontech und Pfizer gebe, werde die EU-Kommission "ein, zwei Tage" später formell entscheiden.

15.12.2020 • 18:00 Uhr

Großer Andrang vor dem Lockdown

Trotz aller Warnungen wegen der steigenden Infektionszahlen haben sich viele Menschen nicht zurückgehalten und die letzten Stunden vor dem Lockdown genutzt, um einkaufen zu gehen. Die Innenstädte waren voll, vor Geschäften bildeten sich teils lange Schlangen. Einen wahren Ansturm erlebten Friseursalons.

15.12.2020 • 17:52 Uhr

Anmeldung zum Festgottesdienst

Das Bundesinnenministerium und die Kirchen haben sich auf Regeln für die Gottesdienste an Heiligabend und zu Weihnachten unter den Bedingungen der Corona-Pandemie verständigt. Demnach können Gottesdienste weiter stattfinden. "Wir waren uns einig, dass den Menschen am Ende dieses belastenden Jahres Trost und spirituelle Begleitung nicht vorenthalten werden dürfen", sagte der Bevollmächtigte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Berlin, Martin Dutzmann, nach einem Gespräch mit dem Ministerium.

Bund und Länder hatten bei ihren Beratungen am Sonntag bereits konkrete Voraussetzungen für Weihnachtsgottesdienste festgelegt. Sie gaben vor, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden muss, Masken auch am Platz getragen werden müssen, kein Gemeindegesang stattfinden darf und bei erwartet hoher Teilnehmerzahl eine Anmeldepflicht eingeführt wird.

15.12.2020 • 17:47 Uhr

Dänemark weitet Lockdown auf ganzes Land aus

Der in Dänemark verhängte Teil-Lockdown für den Großteil der Bevölkerung wird auf das gesamte Land und damit auch auf das an Deutschland grenzende Süderjütland ausgeweitet. Wie Verkehrsminister Benny Engelbrecht mitteilte, sollen die Maßnahmen ab Mittwochnachmittag um 16.00 Uhr gelten.

Die Infektionszahlen in Dänemark seien schlichtweg zu hoch, so Engelbrecht. Dänemark lag in den vergangenen 14 Tagen bei mehr als 500 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern, das ist auf die Bevölkerung heruntergerechnet etwa der anderthalbfache Wert Deutschlands.

15.12.2020 • 17:33 Uhr

Schwere Vorwürfe gegen Schwedens Regierung

Schweden hat mit seinem lockeren Sonderweg in der Pandemie von Anfang an für Skepsis gesorgt. Eine im Sommer von der Regierung eingesetzte Corona-Kommission bestätigt nun, was viele befürchtet hatten. Der Schutz der Bevölkerung - vor allem der älteren - ist nicht ausreichend. Als Schuldigen benennt die Kommission die Regierung - die amtierende und die davor.

15.12.2020 • 17:23 Uhr

Virologin: Nicht ausreizen, was der Lockdown noch erlaubt

Die Menschen sollten gerade im Hinblick auf Weihnachten nicht all das ausreizen, was der am Mittwoch beginnende Lockdown noch erlaubt. Davor warnt die Virologin Sandra Ciesek im NDR Info Podcast Coronavirus-Update. Außerdem spricht sie sich für Schnelltests in Schulen und Heimen aus.

15.12.2020 • 17:12 Uhr

"Lichtblicke" auf Schloss Bellevue

Persönliche Botschaften leuchten als "Lichtblicke" ab sofort auf der Fassade von Schloss Bellevue. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte, er wolle den Ort "mit den persönlichen Lichtblicken" von ganz vielen Menschen erhellen. Statt vorweihnachtlichem Trubel erlebe das Land nun Leere und Stille, betonte er. "Die Corona-Pandemie, so scheint es jedenfalls, hat unser Land in Dunkelheit gehüllt." Es falle schwer, in diesen Momenten von Zuversicht zu sprechen. Und doch gebe es Hoffnung, die sich in diesen Tagen "millionenfach in Impfstoff" verwandele. Steinmeier würdigte die Solidarität der Menschen untereinander und sagte: "Mein persönlicher Lichtblick in diesem Jahr sind die Vernunft und der Zusammenhalt, mit denen sich die meisten in unserem Land dem Virus entgegenstellt haben."

Die Illumination soll noch bis einschließlich Donnerstag jeweils zwischen 16.30 und 22.00 Uhr an der Schlossfassade leuchten.

15.12.2020 • 17:05 Uhr

Einreise nach Serbien nur noch mit Negativtest

Angesichts hoher Ansteckungszahlen mit dem Coronavirus hat Serbiens Regierung neue Reisebeschränkungen erlassen. Ab dem 20. Dezember darf nur noch ins Land, wer an der Grenze einen negativen Corona-Test vorweisen kann, der nicht älter als 48 Stunden ist. Serbische Staatsbürger, die keinen vorgeschriebenen Corona-Test mitbringen, müssen sich in eine zehntägige Selbstisolation begeben. Diese können sie nur dann vorzeitig beenden, wenn sie sich einem PCR-Test unterziehen und dieser negativ ausfällt.

15.12.2020 • 16:59 Uhr

Weil sie "schnell reißen": Klinik sortiert Kittel von van Laack aus

Die Uni-Klinik Essen hat rund 40.000 Schutzkittel der Modefirma van Laack, deren Bestellung von der Opposition im nordrhein-westfälischen Landtag kritisiert wird, ausgemustert. Die Kittel würden "beim Anziehen schnell reißen", teilte die Klinik auf Anfrage mit. An der Uni-Klinik Essen seien Ende August die gut 40.000 vom Land bereitgestellten Kittel angekommen, aber nicht für die Verwendung freigegeben worden, teilte die Klinik mit. "Wir setzen zum Schutz unserer Anwender und Patienten nur Schutzkittel aus Vlies ein, die gem. DIN EN ISO 10993-5 geprüft und zertifiziert sind", hieß es in der Mitteilung.

Die van Laack-Kittel - die in 476 Paketen kamen - würden derzeit gelagert. Die Klinik bestätigte damit einen Bericht des Podcasts "Lauer und Wehner", demnach die Kittel nicht der notwendigen EU-Norm entsprechen. Van Laack reagierte zunächst nicht auf dpa-Anfrage. Das Magazin "Capital" zitierte eine Sprecherin mit den Worten: "Selbstverständlich erhalten unsere Kunden ausschließlich Lieferungen, die den Anforderungen und Kriterien der Bestellungen entsprechen."

Die Beschaffung der Schutzkittel wird am Mittwoch auch Thema in der Plenarsitzung des Landtags sein. Das Geschäft mit dem Modehersteller van Laack hatte für Debatten gesorgt, da Ministerpräsident Armin Laschets Sohn den Kontakt zu der Firma hergestellt hatte. Johannes "Joe" Laschet ist Mode-Blogger und Werbepartner der Firma aus Mönchengladbach.

15.12.2020 • 16:50 Uhr

Corona-Warn-App auch für ältere iPhone-Modelle

Die Corona-Warn-App des Bundes wird künftig auch auf den älteren iPhone-Modellen 5s und 6 laufen können. Das Robert Koch-Institut wies darauf hin, dass Apple die notwendige technische Schnittstelle nun dafür bereitstelle. Allerdings werde die Anpassung noch eine Zeit lang dauern.

15.12.2020 • 16:47 Uhr

Norwegen verlängert Beschränkungen bis Mitte Januar

Trotz vergleichsweise niedriger Infektionszahlen hat Norwegen seine Corona-Beschränkungen bis Mitte Januar verlängert. "Die Situation ist weiter instabil und kann sich schnell ändern", sagte Gesundheitsminister Bent Hoie. Vor allem Reisen über Weihnachten und Silvester könnten zu einem Anstieg der Infektionszahlen führen. "Darum behalten wir die landesweiten Maßnahmen bis zur zweiten Januar-Hälfte bei." Dann werde die Situation neu bewertet.

Norwegen hat derzeit die drittniedrigste Corona-Infektionsrate in Europa - nach Island und Irland. Nach Angaben der EU-Gesundheitsbehörde ECDC lag die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen 14 Tagen bei 99 pro 100.000 Einwohnern.

15.12.2020 • 16:27 Uhr

FDP für Entscheidung des Bundestages über Impfreihenfolge

Die FDP fordert ein Entscheidungsrecht des Bundestags darüber, nach welcher Reihenfolge die einzelnen Bevölkerungsgruppen gegen Corona geimpft werden sollen. Anfangs werde es weit weniger Impfstoff geben als Menschen, die sich impfen lassen wollen, sagte der Partei- und Fraktionsvorsitzende Christian Lindner in Berlin. Daher sei eine Priorisierung nötig. "Hier geht es am Ende um eine Frage, die im schlimmsten Fall über Leben und Tod entscheidet."

Lindner betonte: "Eine so eminent wichtige Frage sollte nicht allein nur von der Regierung entschieden werden." Vielmehr müsse der Bundestag darüber entscheiden, "damit diese für unsere Gesellschaft so wichtige Frage mit der größtmöglichen Legitimation beantwortet wird, das ist die Legitimation durch die Volksvertretung, durch den Deutschen Bundestag".

Der Bundestag wird an diesem Donnerstag erstmals über einen von der FDP-Fraktion vorgelegten Entwurf für ein Coronavirus-Impfgesetz beraten. Dieses sieht eine Priorisierung auf der Grundlage von Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) beim Robert Koch-Institut (RKI) vor. Lindner rief die anderen Fraktionen dazu auf, diesen Entwurf mitzutragen.

15.12.2020 • 16:19 Uhr

Merkel besorgt über weiteren Anstieg bei Infektionen

Kurz vor Inkrafttreten des neuen Corona-Lockdowns hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besorgt über ein weiteres Anwachsen der Infektionszahlen in Deutschland gezeigt. In der Sitzung der Unionsfraktion habe Merkel auf die hohe Zahl der Einkaufenden vor dem Start des Lockdown am Mittwoch hingewiesen, berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Beteiligte der Runde. Sie hoffe, "dass das Einkaufsverhalten jetzt am Montag und Dienstag uns nicht nach hinten wirft", wurde die Kanzlerin zitiert.

"Die Kurve in Deutschland sieht sehr schlecht aus", sagte Merkel laut Teilnehmern mit Blick auf das Infektionsgeschehen. "Wir steuern auf einen Inzidenzwert von 200 für ganz Deutschland zu." Der Anstieg bei der Nutzung der Intensivbetten sei "massiv". Hinzu komme, dass "an manchen Tagen hunderte Betten als nicht mehr einsatzfähig abgemeldet werden, weil Mitarbeiter erkranken, es keine Fachkräfte gibt".

In der Fraktionssitzung habe Merkel zudem auf die vielen Unwägbarkeiten der Pandemie hingewiesen, was eine längerfristige Strategie erschwere. "Das Impfen wird uns helfen, aber wie lange es dauert, wissen wir nicht", wurde die Kanzlerin zitiert. "Wir wissen vieles noch nicht - deshalb können wir auch einen Endpunkt nicht sagen."

15.12.2020 • 16:06 Uhr

EU gibt 500 Millionen Euro für Impfstoff in ärmeren Ländern

Die Europäische Union stellt 500 Millionen Euro für die Versorgung ärmerer Länder mit Corona-Impfstoffen zur Verfügung. Damit könne eine Milliarde Impfdosen gekauft werden, teilte die diplomatische Vertretung der Europäischen Union in Genf mit. 400 Millionen Euro kommen von der Europäischen Investmentbank, 100 Millionen Euro von der EU-Kommission.

Das Geld geht an die Impfinitiative Covax der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die die Forschung an zahlreichen Impfstoffkandidaten fördert und eine faire Verteilung erfolgreicher Impfstoffe gewährleisten soll. Mehr als 180 Länder sind beteiligt, darunter neben den EU-Ländern auch China, nicht aber die USA. Zusätzlich zu den 500 Millionen Euro der EU haben die einzelnen Mitgliedstaaten ebenfalls Beiträge zugesagt.

15.12.2020 • 15:51 Uhr

DIW: Harter Lockdown kostet 58,5 Milliarden Euro

Das DIW-Institut hat seine erst wenige Tage alte Konjunkturprognose für die deutsche Wirtschaft wegen der Lockdown-Maßnahmen von Bund und Länder deutlich gesenkt. Statt um 5,3 Prozent dürfte das Bruttoinlandsprodukt im kommenden Jahr lediglich um 3,5 Prozent wachsen, geht aus neuen Berechnungen hervor. "Dies entspricht einem Verlust an Wirtschaftsleistung von rund 58,5 Milliarden Euro." Dabei gehen die Berliner Forscher davon aus, dass die beschlossenen Maßnahmen bis Ende Januar fortgesetzt werden.

"Ein harter Lockdown ist kurzfristig schmerzlich, birgt aber auch wirtschaftliche Chancen", betonte das DIW. "Den wirtschaftlichen Kosten bis Ende Januar stehen günstigere Entwicklungen ab dem Frühjahr entgegen." Besonders betroffene Wirtschaftszweige - vom Gastgewerbe bis zur Kunst-, Kultur- und Veranstaltungsbranche - könnten dann rascher wieder ihre Geschäftstätigkeit aufnehmen.

15.12.2020 • 15:42 Uhr

Studieren in der Pandemie - eine Videokonferenz mit der Kanzlerin

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zu einem konsequenten Kampf gegen Verschwörungsideologien in Deutschland aufgerufen. "Das ist ja im Grunde ein Angriff auf unsere ganze Lebensweise", sagte Merkel bei einem Online-Gespräch mit Studierenden in Berlin. Diese schilderten auch ihre Zukunftsängste und finanziellen Sorgen durch die Corona-Pandemie.

15.12.2020 • 15:33 Uhr

Große Nachfrage nach FFP2-Masken

Zum Auftakt der Ausgabe von kostenlosen FFP2-Masken an Menschen aus Corona-Risikogruppen war der Andrang in vielen deutschen Apotheken enorm groß. "Ein Patientenplus von 100 Prozent oder mehr war bis zum Mittag durchaus die Regel", sagte der Sprecher der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Die meisten Apotheken hätten es geschafft, sich rechtzeitig Masken zu besorgen. "Bei vielen waren aber bis mittags die bereits beschafften Kontingente auch schon vergriffen", so Kern. Neue Ware sollte es jedoch schon ab Mittwoch geben.

Aufgrund des erwartet hohen Andrangs hatten viele Apotheken zusätzliche Ausgabeplätze eingerichtet und sich personell verstärkt. Nach ersten Informationen der ABDA konnten Apotheken mit besonders großen Masken-Vorräten bereits gut ein Drittel der anspruchsberechtigten Stammkunden versorgen. "Das würde bedeuten, dass man den wesentlichen Teil der Risikopatienten noch vor Weihnachten weitgehend schafft", sagte Kern.

15.12.2020 • 15:28 Uhr

Lauterbach: Priorisierung - "immer ein niemals ganz gerechtes System"

Der Gesundheitsexperte der SPD Karl Lauterbach sieht zur der Priorisierung der Corona-Impfungen keine Alternative. "Das ist immer ein niemals ganz gerechtes System", sagte er im ARD-Mittagsmagazin. "Tatsache ist, wenn wir die Zahl der Sterbenden und der Schwerstkranken hier verringern sollen, dann müssen wir uns zunächst auf die Pflegeeinrichtungen und auf die über 80-Jährigen konzentrieren." Das Alter sei bei Covid-19 in der Regel das allerhöchste Risiko, "ich erkenne überhaupt keine Erkrankung, wo das Alter eine so große Rolle spielt wie bei der Covid-Erkrankung".

15.12.2020 • 15:14 Uhr

Prognose: Zahl der Toten 2020 in Italien wie im Zweiten Weltkrieg

Italien könnte in diesem Jahr so viele Tote verzeichnen wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. "Dieses Jahr werden wir leider mit leichtem die Grenze von insgesamt 700.000 Toten übertreffen", sagte der Präsident der italienischen Statistikbehörde Istat, Gian Carlo Blangiardo, Rai 3. Das sei ein besorgniserregender Wert, denn zuletzt hätte Italien diese Zahlen im Jahr 1944 erreicht - zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Die Geburtenrate des Mittelmeerlandes sank von 420.000 in 2019 auf 400.000 in diesem Jahr. Italien wurde hart von der Corona-Pandemie getroffen. Die Gesundheitsbehörden verzeichneten bislang rund 1,86 Millionen Corona-Infektionen und mindestens 65.000 Menschen, die mit einer Infektion gestorben waren.

15.12.2020 • 15:08 Uhr

US-Chefvirologe: Biden schnell impfen

Der US-Chefvirologe Anthony Fauci hat eine rasche Corona-Impfung des gewählten Präsidenten Joe Biden und seiner Stellvertreterin Kamala Harris empfohlen. Besonders beim 78-jährigen Biden wäre es wünschenswert, wenn er am 20. Januar mit vollem Schutz sein Amt antreten könnte, so Fauci gegenüber den Sender ABC.

Auch für den scheidenden Amtsinhaber Donald Trump und dessen Vizepräsidenten Mike Pence sei eine rasche Impfung anzuraten, um die Entscheidungsträger zu schützen, sagte Fauci weiter. Trump, der Anfang Oktober an Covid-19 erkrankt war, habe dadurch zwar vermutlich noch zumindest für einige Monate Antikörper gegen das Virus. Aber auch er sollte die Impfung bekommen, um sich doppelt abzusichern, sagte Fauci.

Anthony Fauci | Al Drago/POOL/EPA-EFE/Shuttersto

Bild: Al Drago/POOL/EPA-EFE/Shuttersto

15.12.2020 • 15:05 Uhr

FDA stuft Moderna-Impfstoff als sicher ein

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den Corona-Impfstoff des US-Pharmaunternehmens Moderna als sicher und wirksam eingestuft. In einer vorgelegten Analyse bescheinigt die Behörde dem Impfstoff-Kandidaten ein "positives Sicherheitsprofil". Daten von rund 30.350 Teilnehmern klinischer Studien hätten "keine besonderen Sicherheitsbedenken" ergeben, die einer Notfallzulassung entgegenstehen würden. Der Impfstoff sei zudem "hoch wirksam", um ein Ausbrechen der durch das Coronavirus verursachten Lungenerkrankung Covid-19 zu verhindern, schreibt die FDA. Die Arzneimittelbehörde bestätigt eine Wirksamkeit von 94,1 Prozent.

15.12.2020 • 15:02 Uhr

57.600 Ausbildungsverträge weniger als 2019

Im Jahr der Corona-Pandemie haben deutlich weniger junge Menschen eine Ausbildung begonnen als noch 2019. So wurden 57.600 Ausbildungsverträge weniger abgeschlossen als im Vorjahr, wie aus der vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) vorgestellten Ausbildungsbilanz 2020 hervorgeht. Das entspricht einem Minus von elf Prozent. Insgesamt wurden bundesweit 467.500 Ausbildungsverträge geschlossen, 2019 waren es noch 525.000. Gründe dafür sind nach Angaben des Instituts einerseits ein deutlich reduziertes Angebot an Ausbildungsplätzen und zugleich eine gesunkene Nachfrage nach Lehrstellen. Außerdem ist es dem BIBB zufolge in Zeiten ohne Ausbildungsmessen und Betriebspraktika noch schwerer geworden, Betriebe und Azubis zusammenzubringen. Demnach blieben zum Stichtag 30. September fast 60.000 und damit knapp zwölf Prozent aller von Betrieben angebotenen Ausbildungsplätze unbesetzt. Mehr als 78.000 Jugendliche suchten gleichzeitig noch nach einer ihnen passend erscheinenden Lehrstelle.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) zufolge betrifft der Rückgang dabei alle Branchen. "Die Corona-Pandemie hat merkliche Spuren auch auf dem Ausbildungsmarkt hinterlassen." Mit einer Corona-Ausbildungsprämie unterstützt der Bund deshalb Betriebe, damit Auszubildende aus anderen Unternehmen, die wegen der Corona-Krise zahlungsunfähig werden, ihre Lehre dort fortsetzen können.

15.12.2020 • 14:39 Uhr

Eine Million Chinesen geimpft

In China leben mehr als 1,4 Milliarden Menschen. Etwa eine Million von ihnen wurde bereits mit einem Corona-Impfstoff geimpft. Möglich ist dies wegen einer Notfallverordnung, die die Regierung im Sommer erlassen hatte.

15.12.2020 • 14:33 Uhr

EMA entscheidet am 21. Dezember über Impfstoff-Zulassung

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA will am 21. Dezember ihr Gutachten über die Zulassung des Corona-Impfstoffs der Unternehmen Biontech und Pfizer vorlegen - acht Tage früher als zuletzt geplant. Das teilte die Behörde mit. Die Zustimmung der EU-Kommission gilt als sicher. Der Impfstoff könnte so noch vor Weihnachten für die EU zugelassen sein.

15.12.2020 • 14:20 Uhr

Nicht-EU-Bürger brauchen Negativ-Test für Bayern

Für die Einreise nach Bayern müssen Ministerpräsident Markus Söder zufolge alle Nicht-EU-Bürger einen negativen Corona-Test vorlegen. "Jetzt ist die Zeit für klare Regelungen und nicht für Ausnahmen", sagte der CSU-Chef in seiner Regierungserklärung im bayerischen Landtag.

EU-Bürger müssten nach ihrer Einreise in Quarantäne und könnten sich frühestens nach fünf Tagen frei testen lassen. Verstöße gegen die Quarantänepflicht würden hart bestraft - der Bußgeldkatalog sieht dafür eine Zahlung von 5000 Euro vor.

15.12.2020 • 14:17 Uhr

Neue Website für Corona-Infos

Die Bundesregierung bündelt auf der neuen Internetseite dashboard-deutschland.de aktuelle Daten zur Coronavirus-Krise. Dort finden sich nach Angaben der zuständigen Ministerien Informationen zu Gesundheit, Wirtschaft und Finanzen, beispielsweise der Umsetzungsstand der Corona-Hilfen. Bis Mitte 2021 soll das inhaltliche Angebot noch ausgebaut werden.

15.12.2020 • 14:05 Uhr

Saudi-Arabien beginnt mit Impfungen

Saudi-Arabien hat wenige Tage nach der Notfallzulassung für den Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer den Beginn der Impfungen verkündet. Beim Gesundheitsministerium können sich seit heute alle Einwohner für die kostenlosen Impfungen registrieren lassen, wie die staatliche Nachrichtenagentur SPA berichtete. Zuerst sollen demnach Risikogruppen wie Alte und Kranke sowie stark gefährdete Berufsgruppen geimpft werden. Saudi-Arabien, das bislang mehr als 360.000 Corona-Infektionen und mehr als 6000 Todesfälle verzeichnete, hatte dem Impfstoff von Biontech und Pfizer am vergangenen Donnerstag eine Notzulassung erteilt.

15.12.2020 • 14:01 Uhr

Lufthansa stellt Schnelltests vorübergehend ein

Die Lufthansa hat ihren Probelauf mit verpflichtenden Corona-Schnelltests vorübergehend eingestellt. Voraussichtlich Ende Januar werde das Verfahren wieder aufgenommen, sagte eine Sprecherin. Zuvor war der vorerst letzte Flug mit durchgängig auf das Coronavirus getesteten Passagieren in München gestartet. Auch die Lufthansa-Tochter Austrian hat ihre Testreihe auf der Verbindung Wien-Berlin zunächst beendet. Lufthansa hatte im November erstmalig Antigen-Tests in ihren Abfertigungsprozess integriert und dafür 250.000 Sets beschafft. "Kurz gesagt: Es funktioniert", fasste die Sprecherin die Ergebnisse zusammen. Nun müssten die Durchlaufzeit weiter verkürzt und zudem die Testlabore in das Lufthansa-IT-System eingebunden werden. Lufthansa hat nach eigenen Angaben rund 2000 Passagiere getestet.

15.12.2020 • 13:36 Uhr

Söder: Wir müssen die Notbremse ziehen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat den harten Lockdown zur Eindämmung des Coronavirus als unausweichlich bezeichnet. "Wir müssen die Notbremse ziehen", sagte Söder in einer Regierungserklärung im Landtag in München. "Wenn wir jetzt nicht konsequent runterfahren, sind die Schäden enorm groß, und das wollen und werden wir nicht verantworten." Nach Angaben Söders wurde mit 126 Toten binnen 24 Stunden zuletzt die höchste Zahl an Todesfällen gezählt, die es wegen Corona in Bayern je gegeben habe. "Alle 17 Minuten stirbt in Bayern ein Mensch." Söder warnte erneut: "Corona gerät außer Kontrolle." Dies sei kein Alarmismus und keine Panikmache. Er appelliere deshalb an alle, im Kampf gegen Corona mitzuziehen.

15.12.2020 • 13:29 Uhr

Schweiz: Mediziner kritisieren lasche Maßnahmen

Schweizer Krankenhäuser sind wegen der Corona-Pandemie an der Belastungsgrenze - und der Ruf nach einem Lockdown wird immer lauter. "Wir können uns nicht vorstellen, dass wir um einen Lockdown herumkommen", sagte der Direktor des Universitätsspitals Zürich (USZ), Gregor Zünd, bei einer Pressekonferenz. Im Kanton Zürich liege der R-Wert bei 1,16 - das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 116 weitere Menschen anstecken. "Wie lange sollen diese Warnungen denn noch gehen, bevor etwas passiert???", twitterte Isabelle Eckerle, deutsche Virologin am Universitätsspital Genf. Zünd sprach sich zusammen mit den Direktoren zweier weiterer Krankenhäuser in Zürich entschieden gegen die Erlaubnis zum Skifahren über Weihnachten aus. Auch der Berner Epidemiologe Christian Althaus kritisiert auf Twitter die Untätigkeit der Behörden. "Die Schweiz. Das Land, in welchem Lobbyisten die Telefonnummern von Bundesräten haben, die Wissenschaft aber kontinuierlich ignoriert wird. Erklärt wohl so einiges", twitterte er vor wenigen Tagen. Gesundheitsminister Alain Berset hatte sich am Montag gegen einen Lockdown ausgesprochen. Man wolle den Schweizer Weg weiter gehen und nicht alles schließen.

15.12.2020 • 13:14 Uhr

November-Hilfen: Bislang 610 Millionen Euro ausbezahlt

Im Rahmen der November-Hilfen sind bislang Abschlagszahlungen im Umfang von rund 610 Millionen Euro ausbezahlt worden. Das sagt eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums. Insgesamt seien bisher 203.708 Anträge eingegangen - rund ein Viertel davon von Selbstständigen. Vom Teil-Shutdown im November betroffene Unternehmen können einen Großteil ihrer Umsatzausfälle ersetzt bekommen. Insgesamt sind dafür rund 15 Milliarden Euro eingeplant.

15.12.2020 • 13:08 Uhr

Estlands Regierung verabschiedet Impfplan

Im Kampf gegen das Coronavirus will Estland zunächst medizinisches Personal sowie Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen impfen. Die Regierung des baltischen EU-Staats hat heute einen entsprechenden Impfplan verabschiedet. Vorrang bei den Impfungen erhalten sollen auch alle Menschen über 70 Jahre und Personen mit bestimmten Diagnosen, wie aus dem Impfplan hervorgeht. Ziel sei es, eine möglichst hohe Impfrate unter den Risikogruppen zu erreichen. Letztlich soll allen Einwohnern ermöglicht werden, in 2021 freiwillig und kostenlos gegen das Coronavirus geimpft zu werden. "Wir bereiten uns darauf vor, so bald wie möglich mit der Impfung zu beginnen. Wir wollen dies im Januar tun", sagte Regierungschef Jüri Ratas in einer politischen Erklärung im Parlament in Tallinn. Estland hat im Rahmen der gemeinsamen EU-Bestellung bei mehreren Herstellern Impfdosen geordert. Der Beginn der Impfungen hängt von der EU-Zulassung ab.

15.12.2020 • 12:55 Uhr

Auch Jordanien lässt Impfstoff von Biontech und Pfizer zu

Auch Jordanien hat den Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer zugelassen. Die jordanische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (JFDA) gab die Notzulassung am Montagabend bekannt. Wann die Impfungen starten sollen, blieb aber zunächst unklar. JFDA-Generaldirektor Nisar Mheidat sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Petra, der Biontech/Pfizer-Impfstoff habe alle Stufen des Zulassungsverfahrens durchlaufen und könne nun genutzt werden. Seine Behörde prüft demnach noch zwei weitere Impfstoffe. Die jordanische Regierung hatte nach eigenen Angaben auch mit den Herstellern AstraZeneca und Johnson & Johnson über Impfstoffverträge verhandelt. Der Biontech/Pfizer-Impfstoff war zuvor bereits in Großbritannien, den USA, Kanada und einigen anderen Ländern zugelassen worden.

15.12.2020 • 12:48 Uhr

Bundeswehr: Zentrales Impfstoff-Lager ist betriebsbereit

Die Bundeswehr ist bereit für einen umfassenden Einsatz zur Unterstützung der Impfkampagne gegen Covid-19 in Deutschland. Inzwischen sei das zentrale Lager für die Verteilung im niedersächsischen Quakenbrück betriebsbereit und aufnahmefähig für das Vakzin, sagte Generalleutnant Martin Schelleis, Inspekteur der Streitkräftebasis und damit Nationaler Territorialer Befehlshaber, in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Für die weitere Unterstützung der Impfkampagne halte die Bundeswehr 26 stationäre Impfzentren mit eigenen Ärzten und Sanitätern bereit, was einer Kapazität von täglich 18.000 Impfungen entspreche, sagte Schelleis. Außerdem gebe es 13 mobile Impfteams, die eingesetzt werden könnten. Die Bundesländer müssten sagen, was als Amtshilfe gebraucht werde, so der Offizier. Wenn nötig, könne das Kontingent von derzeit 20.000 Soldaten in "abgestufter Einsatzbereitschaft" erhöht werden. Für die Impfkampagne selbst sind bisher etwas mehr als 100 Soldaten als Helfer angefragt.

15.12.2020 • 12:38 Uhr

Frankreich lockert Ausgangsbeschränkungen

In Frankreich sind die strengen Ausgangsbeschränkungen ein weiteres Stück gelockert worden. Seit heute können sich die Menschen im Land tagsüber wieder ohne Formulare und Einschränkungen bewegen. Neu ist allerdings eine Art abendlicher Ausgangssperre. Die Menschen dürfen zwischen 20.00 Uhr abends und 6.00 Uhr morgens nur mit triftigem Grund auf die Straße - dazu zählen der Arbeitsweg, Kinderbetreuung oder medizinische Notfälle. Es ist außerdem erlaubt, Haustiere auszuführen. Anders als vorher ist es aber in diesem Zeitraum nun nicht mehr möglich, Sport zu treiben oder zu spazieren. Die Lockerungen sind weniger weitgehend als zunächst angekündigt. Eigentlich sollten auch Kinos, Theater oder Museen wieder öffnen. Da die Zahl der Neuinfektionen aber nicht so stark gesunken ist wie erhofft, ist dies nun erstmal verschoben worden.

Lerrer Platz vor dem Eingang des Louvre in Paris | AP

Eventuell können Museen, Theater und Kinos ab dem 7. Januar wieder öffnen. Bild: AP

15.12.2020 • 12:32 Uhr

GEW fordert Schließungen von Kitas und Schulen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat die Bundesländer aufgefordert, wie mit dem Bund vereinbart, neben Schulen auch Kitas weitgehend zu schließen. "Wir können jetzt keine Alleingänge der Länder gebrauchen. Beschäftigte, Eltern und Kinder benötigen Regelungen, auf die sie sich verlassen können. Das ständige Hin und Her der vergangenen Monate darf so nicht weitergehen", mahnte Björn Köhler, Kitaexperte und GEW-Vorstandsmitglied. Deshalb sei es notwendig, den Lockdown in den Kitas in allen Bundesländern möglichst gleich umzusetzen. "Es ist niemandem mehr zu erklären, warum es für die Kitas mindestens 16 unterschiedliche Umsetzungsvarianten gibt", sagte Köhler. Der Gewerkschafter sieht aber die Notwendigkeit, dass eine Notbetreuung für Familien, die dringend darauf angewiesen seien, sichergestellt werden müsse. Deshalb sei insbesondere in den nächsten Tagen verstärkt Wert auf Hygiene- und Arbeitsschutzvorschriften zu legen.

15.12.2020 • 12:25 Uhr

Schwedischer Premier kritisiert Gesundheitsbehörden

Der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven hat den Gesundheitsbehörden Fehlurteile zum Coronavirus vorgeworfen. Sie hätten die Kraft des Virus unterschätzt, die Pandemie erneut aufflammen zu lassen, sagte Löfven. "Ich denke, die meisten Leute in dem Beruf haben die Welle vor sich nicht gesehen", sagte der Sozialdemokrat der Zeitung "Aftonbladet". Schweden hatte in der ersten Corona-Welle auf einen landesweiten Lockdown verzichtet, was weltweit Beachtung fand.

Im Herbst breitete sich das Virus in Schweden bei medizinischem Personal rasend schnell aus. Daraufhin verbot die Regierung öffentliche Versammlungen mit mehr als acht Personen und Alkoholausschank in Bars und Restaurants nach 22.00 Uhr. Inzwischen hat das Land mit gut zehn Millionen Einwohnern mehr als 320.000 Corona-Fälle registriert. Gut 7500 Infizierte sind gestorben. Das ist eine deutlich höhere Todesrate als in den Nachbarländern Dänemark, Finnland und Norwegen.

15.12.2020 • 11:58 Uhr

Spahn kündigt Impfstoff-Zulassung vor Weihnachten an

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn setzt auf einen baldigen Start von Impfungen gegen das Coronavirus. Ziel sei, eine europäische Impfstoff-Zulassung noch vor Weihnachten zu erreichen und dann in Deutschland noch vor dem Jahreswechsel mit dem Impfen beginnen zu können, sagte der CDU-Politiker.

Spahn nannte keine konkreten Daten. "Wir setzen alles daran, dass sobald wie möglich zugelassen wird", sagte er. Zugleich verteidigte Spahn es, keine Notfallzulassung für Impfstoffe vorzusehen, sondern ein reguläres Verfahren der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA). Dies sei wichtig für das Vertrauen in Impfstoffe.

15.12.2020 • 11:50 Uhr

Diakonie: Lockdown hat schwere Folgen für Obdachlose

Die Berliner Diakonie-Chefin Barbara Eschen hat vor den Folgen des verschärften Lockdowns für Obdachlose gewarnt. Das Leben auf der Straße werde erheblich erschwert, sagte die Direktorin des Diakonischen Werks in Berlin im RBB-Inforadio.

"Er macht die Menschen noch ärmer, weil niemand mehr da ist, der ihnen mal einen Euro geben kann", sagte Eschen. "Sie können keine Flaschen sammeln, mit denen sie oft ihren Lebensunterhalt bestreiten, weil einfach kein Leergut mehr da ist." Zudem werde das Leben auf der Straße dann "endgültig völlig einsam."

Als großes Problem bezeichnete sie, dass viele Hilfsangebote für Wohnungslose derzeit eingeschränkt sind. "Beispielsweise sind die Tagesstätten immer nur für wenige Personen zu öffnen, aufgrund der Platzbedingungen", so Eschen.

15.12.2020 • 11:36 Uhr

Kitaverband: Langfristige Öffnungsstrategie fehlt

Der Deutsche Kitaverband fordert von Bund und Ländern eine langfristige Strategie zur Bewältigung der Corona-Folgen für die Tagesbetreuung über den Januar hinaus. "Wir können nicht wieder auf das System der Notbetreuung nur für Kinder von Eltern aus systemrelevanten Berufsgruppen zurückfallen", sagte Verbandschefin Waltraud Weegmann. Gebraucht werde dringend ein vernünftiges Konzept zur Öffnung für das kommende Frühjahr. "Die Pandemie-Strategie der Politik muss sich ändern: Anstatt die Alten- und Pflegeheime zu schützen, Hotspots in Betrieben, an Glühweinständen und bei Gottesdiensten zu verhindern, werden Kindertageseinrichtungen geschlossen, weil das eine einfach umzusetzende Maßnahme ist", rügte die Verbandsvorsitzende. Sie forderte, dass Kitaträger vor Ort selbst entscheiden können, was an Betreuung möglich ist und was nicht. "Der Gesundheitsschutz von Erziehern und die Öffnung der Kitas für alle Kinder ist von großer Bedeutung", betonte die Vorsitzende.

15.12.2020 • 11:27 Uhr

Italien hofft auf rasche Zulassung von Biontech/Pfizer-Impfstoff

Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza hofft auf die rasche Zulassung des Biontech/Pfizer-Impfstoffs. Er hoffe, die EU-Zulassungsbehörde EMA gebe noch vor dem von ihr anvisierten Zeitplan grünes Licht, damit mit den Impfungen begonnen werden könne, erklärt er. Die EMA will über die Zulassung bis spätestens Ende Dezember entscheiden.

15.12.2020 • 11:19 Uhr

Flixbus sagt Fahrten zwischen den Jahren ab

Der Fernbusanbieter Flixbus will angesichts des neuerlichen Shutdowns doch keine Fahrten zwischen dem 17. Dezember und dem 11. Januar anbieten. Die Kunden, die bereits eine Reise gebucht haben, würden nun angeschrieben und bekämen ihr Geld zurück, teilte das Unternehmen mit. Darüber hinaus erhielten sie einen Flixbus-Gutschein in Höhe von 15 Euro für eine Fahrt im kommenden Jahr. "Damit reagiert das Unternehmen auf den Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz in Deutschland, einen erneuten bundesweiten Lockdown umzusetzen", hieß es. Flixbus hatte seinen Betrieb bereits am 3. November wegen der neuen Corona-Kontaktbeschränkungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorübergehend eingestellt. Für die Weihnachtstage und bis ins neue Jahr hinein wollte das Unternehmen den Betrieb wieder aufnehmen. Diese Pläne sind nun vom Tisch.

Bus des Unternehmens Flixbus | REUTERS

Die Busse des Unternehmens bleiben vorerst stehen. (Archivbild) Bild: REUTERS

15.12.2020 • 11:00 Uhr

Haseloff: Es zählt die Disziplin von allen

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat um Verständnis für die strengen Regeln zur Eindämmung des Coronavirus geworben. In einer Regierungserklärung im Magdeburger Landtag appellierte Haseloff an die Bevölkerung, die getroffenen einschneidenden Maßnahmen zu befolgen. "Nunmehr zählen das Verhalten und die Disziplin von uns allen", fügte er hinzu. Er sei sich bewusst, dass diese Regeln für viele Menschen zur Folge hätten, das Weihnachtsfest nicht in dem sonst gewohnten Rahmen feiern zu können. Es ginge aber nicht anders, "wenn das Fest der Liebe, der Hoffnung und der Zuversicht nicht zum Katalysator für einen noch viel stärkeren Anstieg der Infiziertenzahlen und somit für eine deutliche Zunahme der Zahl verstorbener Mitmenschen werden soll", begründete er das Vorgehen von Bund und Land. Auch in Gottesdiensten in Kirchen, Synagogen und Moscheen sowie bei Zusammenkünften anderer Glaubensgemeinschaften sollte die Infektionswahrscheinlichkeit weiter gesenkt werden. Die Landesregierung befindet sich nach Haseloffs Angaben dazu im engen Austausch mit den jeweiligen Glaubensgemeinschaften.

15.12.2020 • 10:54 Uhr

Gesundheitsministerium: Masken sind tauglich

Das Bundesgesundheitsministerium hat Vorwürfe der Arbeiterwohlfahrt in NRW zurückgewiesen, der Bund habe Zehntausende ungeeignete Masken für Pflegeheime geliefert. Dieser Vorwurf entbehre jeder Grundlage, teilte das Ministerium mit. "Die Masken sind geprüft und für gut befunden worden." Sie erfüllten die Anforderungen an eine Atemschutzmaske nach dem vereinfachten CPA-Prüfverfahren vollumfänglich. Sie seien aber ausdrücklich als "eiserne Reserve" für den Notfallgebrauch in Mangelsituationen vorgesehen. "Nach den Nutzungsbedingungen sind vorrangig weiter diejenigen Masken zu nutzen, die von der Einrichtung auf dem üblichen Marktwege beschafft werden."

Am Montag hatte die Arbeiterwohlfahrt in Westfalen ihre Pflegeheime davor gewarnt, die von der Bundesregierung zur Verfügung gestellten Schutzmasken zu verwenden. Die FFP2-Masken seien mit dem Hinweis "Non-Medical" versehen und damit nicht für den Einsatz im medizinischen Bereich nutzbar. Auch würde bei einigen Masken Angaben zum Haltbarkeitsdatum oder Verwendungsbereich fehlen. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hatte heute Morgen schnelle Aufklärung gefordert.

15.12.2020 • 10:45 Uhr

2628 Neuinfektionen in Österreich

Österreich hat 2628 bestätigte neue Corona-Fälle innerhalb der vergangenen 24 Stunden gemeldet. Das sind etwas mehr als am Vortag, als 2588 Neuinfektionen gezählt wurden. Derzeit werden 3524 Personen im Zusammenhang mit dem Virus im Krankenhaus behandelt, davon 573 auf Intensivstationen, teilt das Innenministerium mit. Binnen Tagesfrist wurden 118 neue Todesfälle verzeichnet. Damit sind in Österreich seit Beginn der Pandemie 4648 Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, gestorben.

15.12.2020 • 10:40 Uhr

Merkel rechnet für Herbst mit mehr Normalität an Universitäten

Bundeskanzlerin Angela Merkel hofft auf eine Rückkehr zum Regelbetrieb an den deutschen Hochschulen im zweiten Halbjahr 2021. Sie gehe davon aus, dass die Studierenden "zum Herbstsemester wieder mehr Normalität haben könnten", sagte Merkel in einem Online-Bürgerdialog mit Studierenden. Der Winter allerdings werde "hart".

15.12.2020 • 10:32 Uhr

Laschet dankt Niederlanden für Corona-Maßnahmen

NRW-Ministerpräsident Armin Lascht betont, die Pandemie müsse länderübergreifend bekämpft werden. Er danke deshalb den Niederlanden dafür, ähnliche Maßnahmen wie in Deutschland ergriffen zu haben. "Das ist für den Grenzraum ein ganz wichtiges Signal", sagt der CDU-Politiker. Er verweist darauf, dass in NRW die Lage nicht so dramatisch sei wie etwa in Bayern oder Sachsen. Dies sei aber keine "Rangliste parteipolitischen Handelns". Die Dynamik der Seuche sei auf Dauer regional nicht zu begrenzen.

15.12.2020 • 09:52 Uhr

Patientenschützer: Sorge um Qualität der Schutzmasken

Nach Vorwürfen der Arbeiterwohlfahrt in NRW, sie habe vom Bund Zehntausende Masken für Pflegeheime geliefert bekommen, die nicht für den Einsatz im medizinischen Bereich geeignet seien, fordern Patientenschützer eine rasche Aufklärung. Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sagte der "Rheinischen Post", dass es schon im Frühjahr Ärger mit sechs Milliarden FFP2-Masken gegeben habe: "Damals haben Lieferanten gegen die Bundesregierung prozessiert, weil das Gesundheitsministerium wegen Beanstandung der Qualität nicht bezahlen wollte." Deshalb verwundere es, dass jetzt die Regierung selbst FFP2-Masken von offenbar zweifelhafter Qualität verschickt haben soll. Solche Hinweise gebe es aus Pflegeheimen, die vorab Pakete im Auftrag des Ministeriums erhalten haben, fügte Brysch hinzu. "Jens Spahn muss den Vorwurf jetzt unverzüglich aufklären. Denn schon Dienstagfrüh werden die ersten Menschen ihre drei kostenfreien Masken in der Apotheke abholen wollen", sagte er.

15.12.2020 • 09:33 Uhr

Reportage: Sind die Impfzentren einsatzbereit?

Um die Bevölkerung so schnell wie möglich gegen das Coronavirus impfen zu können, sobald ein Impfstoff zugelassen wird, wurden in den vergangenen Wochen bundesweit rund 400 Impfzentren eingerichtet. Christian Kretschmer war in einem der Zentren in Zweibrücken zu Besuch.

15.12.2020 • 08:43 Uhr

Giffey: Kitas und Schulen bei Lockerungen zuerst öffnen

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey fordert, Kitas und Schulen vorrangig zu behandeln, wenn es wieder zu Lockerungen der strengen Corona-Beschränkungen kommt. "Wenn wir wieder Schritte der Lockerung nehmen können, dann muss es wieder zu einem vollständigen Angebot in Kitas und Schulen kommen. Das ist die oberste Priorität", sagte die SPD-Politikerin im Morgenmagazin von ARD und ZDF. Giffey appellierte angesichts des bevorstehenden Lockdowns in Deutschland erneut an die Arbeitgeber, Familien zu unterstützen. Die Ministerin sagte, die Ausstattung für das Lernen von Schülern zuhause sei "ausbaufähig". Im Vergleich zum Frühjahr gebe es aber an vielen Stellen eine Weiterentwicklung.

15.12.2020 • 08:38 Uhr

RKI-Zahlen enthalten offenbar noch keine Angaben aus Sachsen

Die heutigen Angaben zu Neuinfektions- und Todesfällen in Deutschland enthalten offenbar noch keine Daten aus Sachsen. Im RKI-Dashboard sind diese noch nicht ersichtlich. Es ist also möglich, dass die bundesweiten Angaben zu einem späteren Zeitpunkt nach oben korrigiert werden müssen.

15.12.2020 • 08:08 Uhr

Conte: Italien muss mit neuen Maßnahmen dritte Welle verhindern

Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte will mit neuen Beschränkungen über die Weihnachtszeit die Corona-Pandemie eindämmen. "Wir müssen um jeden Preis eine dritte Welle verhindern, denn das wäre verheerend, auch im Hinblick auf den Verlust von Menschenleben", sagte Conte der Zeitung "La Stampa". Italien ist das europäische Land mit der höchsten Zahl an Covid-19-Toten: Mehr als 65.000 Menschen starben seit dem Ausbruch der Krankheit im Februar. Die Regierungskoalition erwägt nun strengere landesweite Regeln für die Weihnachts- und Neujahrsfeiertage. Am Wochenende waren Menschenmassen in die Stadtzentren geströmt, nachdem zuvor einige Beschränkungen gelockert worden waren.

Eine volle Einkaufsstraße in der Innenstadt von Rom mit abendlicher Weihnachtsbeleuchtung | AP

Auch in der Innenstadt von Rom waren viele Menschen auf der Straße. Bild: AP

15.12.2020 • 07:56 Uhr

2279 Neuinfektionen in Israel

In Israel sind nach offiziellen Angaben erstmals seit zwei Monaten mehr als 2000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Binnen 24 Stunden wurden 2279 neue Fälle verzeichnet, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Höher lag der Wert zuletzt am 13. Oktober mit 2336 Fällen. Die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu will neue Verschärfungen umsetzen, wenn die Zahl der Neuinfektionen die Zahl 2500 übersteigt. Sollte dies die Neuinfektionen binnen drei Wochen nicht deutlich senken, würde ein neuer Teil-Lockdown verhängt.

15.12.2020 • 07:41 Uhr

Handelsverband rechnet mit Klagen von Unternehmen

Der Handelsverband HDE rechnet mit Klagen wegen einer Ungleichbehandlung von Handel und Gastronomie bei der staatlichen Unterstützung in der Corona-Krise. "Ich gehe davon aus, dass einzelne Unternehmen sicher klagen werden", sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth im Morgenmagazin von ARD und ZDF. Große Handelsunternehmen bekämen überhaupt keinen Betriebskostenzuschuss, während es bei der Hotellerie und Gastronomie völlig anders sei. "Ich verstehe, dass Einzelhändler sagen, sie fühlen sich hier ungleich behandelt und werden wahrscheinlich den Weg vor Gericht gehen müssen."

15.12.2020 • 07:35 Uhr

Diakonie-Präsident fordert zusätzliche Hilfskräfte für Pflegeheime

Der Präsident der Diakonie Deutschland, Ulrich Lilie, hat zusätzliche Hilfe für Alten- und Pflegeheime gefordert, um durch die Corona-Pandemie zu kommen. Benötigt würden vor allem Kräfte, die beispielsweise in den Einrichtungen fachgerechte Tests durchführen könnten, sagte Lilie im NDR: "Im Moment ist die Personalsituation die Achillesferse der gesamten Versorgung. Tests sind inzwischen ausreichend da, wir haben auch Schutzmaterial und in all unseren Einrichtungen gibt es selbstverständlich Präventionskonzepte." Viele Beschäftigte würden derzeit aber ausfallen, weil sie inzwischen selbst an Covid-19 erkrankt seien, so Lilie. "Es gibt eine Einrichtung in Sachsen-Anhalt, da sind von 52 Mitarbeitern noch acht im Dienst, und das haben wir jetzt flächendeckend, solche Befunde." Grundsätzlich gibt es nach Einschätzung des Diakonie-Präsidenten an vielen Standorten aber gute Schutzkonzepte, die auch Besuche von Angehörigen zu Weihnachten ermöglichten. "Wir brauchen klare verlässliche Rahmenbedingungen und dann sollten wir alles dafür tun, dass die Häuser offen bleiben. Die Leute haben ein Recht auf Teilhabe und ein Recht auf Besuch", sagte Lilie.

15.12.2020 • 07:01 Uhr

Lehrerverband wirft Landesregierungen Versäumnisse vor

Der Deutsche Lehrerverband wirft den Landesregierungen und Schulministerien in der Corona-Pandemie "katastrophales Krisenmanagement" vor und fordert ein klares Konzept für die Zeit nach den Winterferien. Bis zuletzt sei trotz exponentiell steigender Infektionszahlen am vollständigen Präsenzunterricht unter allen Umständen festgehalten worden, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der "Passauer Neuen Presse". Das räche sich jetzt. Der Verbandschef verlangte von der Politik die Vorlage eines Gesamtkonzepts, wie in Pandemiezeiten die Bildungsqualität und die Zukunftschancen der Kinder und Jugendlichen gesichert werden könnten. Nur mit einem Hygienestufenplan, der klar regele, ab welchem regionalen Infektionsgeschehen welche Gesundheitsschutzmaßnahmen an Schulen umzusetzen seien, bekomme man wieder mehr Verlässlichkeit und Berechenbarkeit an den Schulen. Dringend gebraucht würden FFP2-Masken für alle Lehrkräfte und Raumluftfilteranlagen in Unterrichtsräumen, die nicht ausreichend gelüftet werden könnten, so Meidinger. Zuletzt habe man "eine unsägliche und alle Betroffenen demotivierende Hü-Hott-Politik" erlebt.

15.12.2020 • 06:56 Uhr

US-Verteidigungsminister gegen Coronavirus geimpft

Der kommissarische US-Verteidigungsminister Christopher Miller hat als einer der ersten Bürger des Landes den zugelassenen Corona-Impfstoff gespritzt bekommen. Vor laufenden Kameras wurde Miller im Walter-Reed-Militärkrankenhaus nahe Washington mit dem vom Mainzer Pharmaunternehmen Biontech und dem US-Konzern Pfizer entwickelten Vakzin geimpft. Das Pentagon hatte in der vergangenen Woche angekündigt, dass Miller und Spitzenmilitärs zu einem frühen Zeitpunkt freiwillig und öffentlich geimpft werden sollten, um der Öffentlichkeit die Wirksamkeit und Sicherheit des Vakzins zu vermitteln.

Der kommissarische US-Verteidigungsminister Christopher Miller wird gegen das Coronavirus geimpft. | REUTERS

"Das ist alles? Ach, wirklich? Das hat überhaupt nicht wehgetan", witzelte Miller anschließend. Bild: REUTERS

15.12.2020 • 06:50 Uhr

Verteilung kostenloser FFP2-Masken startet

Ab heute können Menschen ab 60 oder Patientinnen und Patienten mit bestimmten chronischen Erkrankungen drei FFP2-Masken gratis in der Apotheke abholen. Dafür ist Zeit bis zum 6. Januar. Laut Gesundheitsministerium genügt als Nachweis die Vorlage des Personalausweises "oder die nachvollziehbare Eigenauskunft über die Zugehörigkeit zu einer der Risikogruppen". Zur Abholung könne auch eine andere Person bevollmächtigt werden.

15.12.2020 • 06:41 Uhr

USA: 209.021 Neuinfektionen und 1596 Tote

In den USA ist die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen binnen 24 Stunden um mindestens 209.021 auf 16,5 Millionen gestiegen. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus erhöhte sich um 1596 auf 301.085, wie weiter aus einer Erhebung der Nachrichtenagentur Reuters auf Basis offizieller Daten hervorgeht.

15.12.2020 • 06:30 Uhr

Kommunen befürchten Verödung der Innenstädte

Der Lockdown ab Mittwoch wird nach Einschätzung des Deutschen Städte- und Gemeindebundes die Verödung der Ortskerne weiter vorantreiben. "Wir müssen befürchten, dass der Verödungsprozess unserer Innenstädte sich fortsetzt, weil viele Geschäfte die Krise nicht überleben werden", warnte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg in der "Passauer Neuen Presse". Landsberg forderte, dem entgegenzusteuern, denn lebenswerte Städte und Gemeinden seien für die Bürger wichtig. "Notwendig ist ein langfristiges Hilfsprogramm, nicht nur im Hinblick auf die Umsatzeinbußen der stationären Geschäfte, sondern auch zum Umbau der Innenstädte", so der Kommunalexperte: "Mehr Kultur, mehr Handwerk, mehr Erlebnisräume, mehr Grün, aber auch mehr Wohnen sollten die Zielmarken sein."

15.12.2020 • 06:27 Uhr

Türkei: Erdogan kündigt Lockdown über Neujahr an

Mit einem Lockdown um das neue Jahr will die Türkei der Ausbreitung des Coronavirus entgegentreten. Präsident Recep Tayyip Erdogan kündigte einen Lockdown von vier Tagen an, der am Abend des 31. Dezember beginnen und am Morgen des 4. Januar enden soll. Die Regierung hatte vor kurzem nächtliche Ausgangssperren und "Wochenend-Lockdowns" wieder eingeführt, um die steigenden Infektions- und Todeszahlen zu senken. Einen vollständigen Lockdown hat das Land bisher aus Rücksicht auf die Wirtschaft vermieden.

15.12.2020 • 06:23 Uhr

Auch Krankenhausgesellschaft will Notfallzulassung für Impfstoff

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft fordert eine Notfallzulassung für den Impfstoff gegen das Coronavirus. "Ich frage mich, ob wir wirklich bis zum 29. Dezember brauchen, um in Europa eine Zulassung des Impfstoffs zu erreichen. Europa sollte auch versuchen, schon vorher eine Notfallzulassung zu schaffen", sagte der Präsident der Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Dann könnten wir noch vor Weihnachten mit mobilen Teams in die Pflegeheime gehen und die Bewohner dort impfen", fügte er hinzu.

15.12.2020 • 05:24 Uhr

RKI: 14.432 neue Fälle und 500 Tote

Die Zahl der Todesfälle und der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt auf hohem Niveau. Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut 14.432 neue Fälle und 500 Todesfälle binnen eines Tages übermittelt. Am Dienstag der Vorwoche waren 14.054 Neuinfektionen und 423 Todesfälle gemeldet worden. Die Höchststände von 29.875 gemeldeten Fällen und 598 Toten waren am Freitag erreicht worden. Die 500 Todesfälle vom Dienstag bedeuten den dritthöchsten Wert seit Beginn der Pandemie.

15.12.2020 • 05:10 Uhr

Südafrika schließt Strände

Präsident Cyril Ramaphosa hat die Schließung zahlreicher Strände in Südafrika rund um die Feiertage angekündigt. Mit der Maßnahme will der Staatschef die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen. Die Schließungen sollen in einigen Provinzen morgen beginnen und bis in den Januar dauern. Andernorts beschränken sich die Schließungen auf Feiertage, etwa Weihnachten und den Neujahrstag.

15.12.2020 • 04:47 Uhr

Giffey: Arbeitgeber sollen Eltern im Lockdown unterstützen

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat die Arbeitgeber aufgefordert, berufstätigen Eltern in den kommenden Wochen des harten Lockdowns beizustehen. "Die beschlossenen massiven Einschränkungen werden berufstätigen Eltern wieder viel abverlangen", sagte Giffey den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Sie appelliere deshalb an alle Arbeitgeber, Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch in den kommenden Wochen "pragmatisch zu unterstützen". Eltern und Arbeitgeber könnten diesmal von den Erfahrungen aus dem Frühjahr profitieren, betonte die Ministerin. Studien hätten gezeigt, dass jedes zweite Unternehmen in der Krise familienbewusste Maßnahmen eingeführt oder ausgeweitet habe.

15.12.2020 • 04:04 Uhr

FDP-Generalsekretär wirbt für Abholstationen im Handel

FDP-Generalsekretär Volker Wissing wirbt für Abholstationen, um dem Einzelhandel während der coronabedingten Schließungen zu helfen. "Wenn der innerstädtische Handel nicht vollends zum Erliegen kommen soll, brauchen wir zum einen großzügige Hilfen, die umgehend fließen müssen, zum anderen aber auch Konzepte und Strategien, wie Geschäfte ihren Betrieb zumindest in Teilen aufrechterhalten können", sagte der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Schließungen seien notwendig, aber gerade in der Vorweihnachtszeit "ein harter Schlag", der viele Existenzen gefährde.

15.12.2020 • 03:21 Uhr

Bericht: Regierung dringt auf Impfstoff-Zulassung vor Weihnachten

Die Bundesregierung dringt einer Zeitung zufolge bei der Europäischen Arzneimittelbehörde auf eine Zulassung des Biontech/Pfizer-Impfstoffs noch vor Weihnachten. Sowohl das Kanzleramt als auch das Gesundheitsministerium verlangten intern, das Vakzin bis zum 23. Dezember auf EU-Ebene und damit auch in Deutschland freizugeben, berichtet "Bild" unter Berufung auf Regierungs- und EU-Kreise. Die EMA hat bislang eine Entscheidung für den 29. Dezember angekündigt.

15.12.2020 • 03:10 Uhr

EMA: Auch Moderna-Daten von Hackerangriff betroffen

Von dem Hackerangriff auf die Europäische Arzneimittelagentur EMA sind nach Angaben der Behörde auch Dokumente im Zusammenhang mit dem Covid-19-Impfstoff von Moderna betroffen. Wie das Unternehmen bekanntgab, seien allerdings keine personenbezogenen Informationen zur Identifizierung einzelner Studienteilnehmer betroffen. Auf die EMA war Anfang dieses Monats ein Cyberangriff verübt worden, bei dem Hacker auch Zugang zu Dokumenten im Zusammenhang mit der Entwicklung des Impfstoffes der Partner Biontech/Pfizer erhielten.