Eine Frau mit Mundschutz geht an einem Schild mit Informationen über die Maskenpflicht vorbei.  | dpa
Liveblog

Liveblog zum Coronavirus ++ Niederlande lockern Corona-Maßnahmen ++

Stand: 17.11.2020 21:47 Uhr

Die Niederlande wagen aufgrund von sinkenden Neuinfektionszahlen vorsichtige Lockerungen. Die Türkei macht das Gegenteil: Präsident Erdogan kündigte schärfere Maßnahmen und einen Teil-Lockdown an. Der Liveblog vom Dienstag zum Nachlesen.

  • Niederlande lockern vorsichtig Corona-Maßnahmen
  • Proteste in der Slowakei
  • Madrid will alle Bürgerinnen und Bürger testen
  • 14.419 Neuinfektionen in Deutschland
  • Leichter Rückgang bei Corona-Tests - hohe Positivenrate
  • Türkei verschärft Beschränkungen
  • Luxemburg bereitet neue Maßnahmen vor
17.11.2020 • 21:44 Uhr

Ende des Liveblogs

Wir schließen an dieser Stelle den Liveblog und bedanken uns für Ihr Interesse.

17.11.2020 • 21:42 Uhr

AfD Schleswig-Holstein sagt Parteitag ab

Die AfD Schleswig-Holstein hat ihren für kommenden Samstag geplanten Landesparteitag abgesagt, nachdem ein Gericht eine Teilnehmerbegrenzung bestätigt hatte. Das teilte der Landesverband der Partei auf seiner Webseite mit. Die für Sonntag geplante Aufstellungsversammlung zur Wahl der Kandidaten für die nächste Bundestags wurde abgesagt, weil sie für sich alleine "unverhältnismäßig hohe Kosten" verursachen würde.

Das Verwaltungsgericht in Schleswig hatte zuvor die Auflagen der Stadt Neumünster für den Landesparteitag bestätigt - sie hatte ihn wegen der Corona-Lage nur mit maximal 100 Teilnehmern zugelassen. "Da diese Teilnehmerbegrenzung satzungsgemäß aber nicht zulässig wäre, da jedes Parteimitglied zum Parteitag kommen könnte und auch stimmberechtigt wäre, konnte der Parteitag so nicht stattfinden", erklärte die AfD. Beide Veranstaltungen sollen nachgeholt werden.

17.11.2020 • 20:52 Uhr

Altmaier kündigt neue drei Milliarden Euro für Autoindustrie an

Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat angekündigt, die Automobilindustrie mit weiteren drei Milliarden Euro zu unterstützen. Damit stellt die Bundesregierung insgesamt rund fünf Milliarden Euro für die Autoindustrie zur Verfügung, sagte Altmaier bereits vor Beginn des Autogipfels. Bereits zuvor waren Hilfen in Höhe von zwei Milliarden Euro aus dem Konjunkturpaket für die Zulieferindustrie zugesagt worden.

Zusätzlich dazu kündigte Altmaier eine Milliarde Euro für einen "Zukunftsfonds Automobilindustrie" an. Außerdem werde die sogenannte Innovationsprämie bis 2025 verlängert, was etwa einer weiteren Milliarde Euro an Hilfen für die Industrie entspricht.

Eine weitere Milliarde Euro Hilfen ergibt sich demnach durch ein geplantes Flottenerneuerungsprogramm von LKW. Zur Hälfte gingen diese Gelder an das Bundesverkehrsministerium zur Neubeschaffung von LKW; die andere Hälfte erhielten Unternehmen, um die eigenen Flotten zu erneuern.

17.11.2020 • 20:43 Uhr

Proteste in der Slowakei gegen Corona-Maßnahmen

Trotz Versammlungsverbots sind in mehreren Städten der Slowakei Tausende auf die Straßen gegangen, um gegen die Regierung und ihre Corona-Maßnahmen zu protestieren. In der Hauptstadt Bratislava versammelten sich mehrere Tausend Demonstranten an verschiedenen Plätzen. In der dicht gedrängten Menge vor dem Präsidentenpalast trugen nur wenige einen Mund-Nasen-Schutz, wie dies eigentlich auch im Freien vorgeschrieben ist. In Sprechchören riefen sie den populistisch-konservativen Ministerpräsidenten Igor Matovic zum Rücktritt auf.

Die Regierung hatte ein hartes Vorgehen angekündigt, da wegen des Corona-Notstands alle Kundgebungen illegal seien. Tatsächlich hielten sich die Sicherheitskräfte dann aber weitgehend zurück. Der sozialdemokratische Ex-Regierungschef Robert Fico forderte unter dem Jubel Hunderter Anhänger einen Machtwechsel - aber nicht durch Straßenproteste, sondern durch vorgezogene Neuwahlen. Regierungspolitiker warfen ihm dennoch vor, sich mit Rechtsextremen zum Protest verbündet zu haben.

17.11.2020 • 20:38 Uhr

Vereinte Nationen geben 84 Millionen Euro frei

Die Vereinten Nationen haben ein Hilfspaket über 84 Millionen Euro zur Hungerprävention während der Corona-Pandemie beschlossen. Sieben Staaten würden die Hilfen erhalten, teilte der UN-Nothilfekoordinator Marc Lowcock mit. Ein Fünftel der Gelder soll demnach an Äthiopien gehen. Auch Afghanistan, Burkina Faso, Nigeria, Südsudan, Jemen und die Demokratische Republik Kongo Hilfen sollen Hilfen erhalten.

Lowcock betonte, eine Hungersnot sei kein "unvermeidlicher Nebeneffekt" der Corona-Krise. Hungersnöte geschähen nur dann, wenn die Welt sie zulasse - sie könnten verhindert werden. Wichtig sei aber rasches Handeln, mahnte Lowcock.

17.11.2020 • 20:29 Uhr

Madrid will alle Einwohner testen

In der spanischen Hauptstadt-Region um Madrid sollen alle 6,6 Millionen Einwohner bis Weihnachten auf das Coronavirus getestet werden. Die konservative Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso stellte dazu bei der EU-Kommission den Antrag, dass im gesamten Gebiet der Europäischen Union Antigen-Tests in Apotheken zugelassen werden. Die spanische Zentralregierung weigert sich, dafür grünes Licht zu geben. Die Region Madrid und die Zentralregierung liegen wegen der Pandemie seit Monaten im Clinch.

Ayuso verwies bei Twitter darauf, dass in Frankreich, Großbritannien oder Portugal solche Tests bereits möglich seien. Massendiagnosen seien "der Schlüssel, um das Virus zu bezwingen". Bürokratie dürfe keine Bremse sein. Zuvor hatte der Chef der spanischen Behörde für Gesundheitliche Notfälle, Fernando Simón, erklärt, Antigentests in den Apotheken seien zu riskant - auch, weil sich das Personal anstecken könne.

17.11.2020 • 20:26 Uhr

Britische Fußballfans könnten bald wieder ins Stadion

Gute Nachrichten für britische Fußballfans: Von Dezember an könnten laut einem Bericht teilweise wieder Zuschauer in Fußballstadien zugelassen werden. Premier Boris Johnson nannte die Fanrückkehr in Gesprächen mit Parlamentariern laut dem Sender BBC "eine persönliche Priorität". Auch der britische Minister für Medien, Kultur und Sport Oliver Dowden berichtete auf Twitter von "konstruktiven Gesprächen" mit Fußball-Vertretern, in denen es unter anderem um die Rückkehr der Fans gegangen sei. Wegen der Corona-Pandemie werden Fußballspiele in England seit März ohne Zuschauer ausgetragen.

17.11.2020 • 19:55 Uhr

Niederlande lockern vorsichtig Corona-Maßnahmen

In den Niederlanden werden die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie vorsichtig wieder gelockert: Von Donnerstag an dürfen Theater, Museen, Kinos und Bibliotheken wieder öffnen, wie Ministerpräsident Mark Rutte in Den Haag ankündigte. Kneipen, Cafés und Restaurants bleiben jedoch geschlossen. Künftig darf man in dem 17-Millionen-Einwohner-Land wieder drei Gäste zu Hause empfangen - bisher waren es zwei. Die Niederlande hatten Mitte Oktober einen Teil-Lockdown verhängt. Die Regeln wurden dann vor zwei Wochen verschärft.

Trotz der Erleichterungen geht die Regierung davon aus, dass der Teil-Lockdown erst in der zweiten Januar-Hälfte nächsten Jahres aufgehoben werden kann. Bis dahin wird auch von Auslandsreisen dringend abgeraten. Wie die Niederländer die Feiertage verbringen dürfen, ist noch unklar. Große Familienfeiern zum traditionellen Nikolausfest werden noch nicht möglich sein. Die Regierung will auf jeden Fall verhindern, dass durch große Familienfeiern im Dezember eine dritte Welle über das Land rollt. Am Dienstag wurden 4320 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet - 547 weniger als am Vortag. Es war der vierte Tag in Folge mit sinkenden Infektionszahlen.

17.11.2020 • 19:21 Uhr

435 weitere Tote in Spanien - tägliche Neuinfektionen gehen zurück

In Spanien ist die Zahl der Todesfälle binnen eines Tages nach Angaben des Gesundheitsministeriums mit 435 auf den höchsten Tageswert seit dem Beginn der zweiten Welle gestiegen.

Der Anstieg der Infektionen geht dagegen weiter zurück. Das Ministerium meldet 13.159 Nachweise im Vergleich zu mehr als 18.000 täglich in der vergangenen Woche und etwa 24.000 Ende Oktober. Insgesamt sind damit 41.688 Tote und mehr als 1,5 Millionen Infektionen in dem Land bestätigt.

17.11.2020 • 19:00 Uhr

Steinmeier: Corona-Impfstoff mit ärmeren Ländern teilen

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat an Deutschland und die Europäische Union appelliert, ihre Kontingente eines Impfstoffes gegen das Coronavirus mit ärmeren Ländern zu teilen. In einem Gastbeitrag für den "Tagesspiegel" schrieb er: "Deutschland und Europa sollten jetzt ein politisches Signal geben, dass sie bereit sind, von Beginn an einen Teil dieser Kontingente abzugeben, um etwa Gesundheitspersonal auch in ärmeren Ländern der Welt so rasch wie möglich zu schützen."

Auf die Leistungen des Biontech-Unternehmerpaares Özlem Türeci und Ugur Sahin könne man stolz sein, betonte Steinmeier nach Angaben der Zeitung. "Aber es sollte uns noch stolzer machen, wenn wir die Einsicht und die Weisheit hätten, in dieser Situation der Welt ein Beispiel zu geben." Es sei nicht allein ein Akt der Solidarität, ärmeren Ländern dabei zu helfen, Teile ihrer Bevölkerung zu impfen. Eine Pandemie, die in anderen Ländern weitergehe, koste Wohlstand und Leben. Außerdem bestehe die Gefahr einer Mutation des Virus anderswo, "die dann auch uns erneut gefährdet".

17.11.2020 • 18:45 Uhr

Bundesinnenministerium verbietet Corona-Demos vor Bundestag

Morgen stimmen Bundestag und Bundesrat über Neuregelungen des Infektionsschutzgesetzes ab. Corona-Leugner und Rechtsextreme wollen die Gebäude deshalb blockieren. Doch ihre Versammlungsanträge sind abgelehnt worden.

17.11.2020 • 18:41 Uhr

Bund plant offenbar drei Milliarden Euro für Impfstoffe ein

Der Bund plant für die Beschaffung von Corona-Impfstoffen im kommenden Jahr offenbar drei Milliarden Euro ein. Das berichten die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland unter Berufung auf eine Mitteilung des Bundesfinanzministeriums an die Mitglieder des Bundestags-Haushaltsausschusses. Zudem plane der Bund eine Milliarde Euro für den Aufbau und den Betrieb der geplanten Impfzentren ein. Die Kosten dafür sollen demnach zwischen Bund und Ländern aufgeteilt werden. Bei der Beteiligung des Bundes handele es sich aber voraussichtlich nur um eine Anschubfinanzierung. Später sei geplant, die Kosten aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds zu bezahlen.

17.11.2020 • 18:30 Uhr

Türkei verschärft Maßnahmen - Schulen bis Jahresende zu

In der Türkei werden die Maßnahmen verschärft. Präsident Recep Tayyip Erdogan gab nach einer Kabinettssitzung bekannt, dass die Schulen bis Ende des Jahres geschlossen bleiben, Gaststätten dürfen nur noch ausliefern, und Sportveranstaltungen finden ohne Zuschauer statt. An Wochenenden soll es einen Teil-Lockdown geben.

17.11.2020 • 17:56 Uhr

Italien verzeichnet 32.191 Neuinfektionen und 731 Todesfälle

Italien hat einen Anstieg der Corona-Infektionen um 32.191 innerhalb eines Tages verzeichnet. Tags zuvor waren es noch 27.354. Mit 731 an einem Tag gemeldeten Todesfällen wurde das Niveau von Anfang April erreicht. Am Vortag waren es 504 Verstorbene.

17.11.2020 • 17:30 Uhr

EU-Kommission billigt Impfstoff-Vertrag mit Curevac

Die EU-Kommission hat einen Liefervertrag für einen künftigen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus mit dem deutschen Unternehmen Curevac abschließend gebilligt. Es gehe um zunächst 225 Millionen Impfdosen im Namen aller EU-Mitgliedstaaten sowie eine Option für die Bestellung weiterer 180 Millionen Dosen, erklärte die Brüsseler Behörde. Die Lieferung soll demnach erfolgen, sobald ein "nachweislich sicherer und wirksamer Impfstoff" verfügbar ist.

Obwohl bislang noch kein Corona-Impfstoff zugelassen ist, schließt die Kommission im Auftrag der Mitgliedstaaten Verträge mit den Herstellern ab. Der Vertrag mit Curevac wäre der fünfte dieser Art. Weitere bereits unterzeichnete Abkommen gibt es mit den Anbietern Pfizer-Biontech, Johnson&Johnson, Sanofi-GSK und AstraZeneca.

17.11.2020 • 17:14 Uhr

Virologin Ciesek: "Kinder sind Teil dieser Pandemie"

Die Virologin Sandra Ciesek hat im NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update" betont, dass Kinder unterschiedlichen Alters ganz andere Infektionszahlen aufweisen. Es sei wichtig, jede Gruppe für sich zu betrachten. "Wir können die verschiedenen Altersgruppen wie Neugeborene, Säuglinge, Kleinkinder bis sechs Jahre, Grundschulkinder, ältere Kinder, Teenager und junge Erwachsene nicht miteinander vergleichen", sagte Ciesek. Immunsysteme und Verhaltensweisen seien zu unterschiedlich.

"Kinder sind auch Teil dieser Corona-Pandemie", führte die Virologin aus Frankfurt weiter aus. "Was wir wissen ist: Kinder können sich anstecken, sie können in seltenen Fällen auch schwer erkranken und sie können das Virus weiter geben an Mitschüler und Lehrer." Zu der Diskussion, ob das ständige Tragen von Alltagsmasken in Klassenräumen schädlich für die Mädchen und Jungen sei, sagte Ciesek: "Medizinisch gesehen braucht man keine Bedenken zu haben."

17.11.2020 • 16:50 Uhr

FDP will Infektionsschutzgesetz nicht zustimmen

Die FDP wird dem neuen Infektionsschutzgesetz zur Bekämpfung der Corona-Pandemie morgen im Bundestag nicht zustimmen - trotz der in letzter Minute von CDU/CSU und SPD noch vorgenommenen Änderungen. "Für uns ist der Handlungsspielraum der Regierung beim Eingriff in Grundrechte unverändert zu groß", sagte der Fraktionsvorsitzende Christian Lindner. Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Partei, Marco Buschmann, bemängelte, dass im Regierungsentwurf nach wie vor unklar sei, wann in der Pandemie welche Gegenmaßnahme ergriffen werden dürfe. "Am wesentlichen Problem, an der Unbestimmtheit und damit am An-den-Rand-Drängen des Parlaments, dem man einen Blankoscheck abnehmen will, ändert sich nichts."

17.11.2020 • 16:18 Uhr

Negativer Test: Johnson bleibt in Quarantäne

Der britische Premier Boris Johnson bleibt trotz eines ersten negativen Corona-Testergebnisses in Quarantäne. "Er wird, den Regeln entsprechend, weiter in Selbstisolation bleiben", sagte ein Regierungssprecher in London. Johnson hatte sich am vergangenen Sonntagabend in Quarantäne begeben, nachdem ein Abgeordneter, den er am Donnerstag getroffen hatte, positiv auf das Coronavirus getestet worden war.

Johnson selbst war im Frühjahr bereits selbst schwer an Covid-19 erkrankt und sogar auf der Intensivstation behandelt worden. Virologen schließen jedoch erneute Infektionen von Genesenen nicht aus.

Die Quarantäne des Premiers fällt genau in die entscheidende Phase der Verhandlungen Londons über einen Handelspakt mit der EU.

Boris Johnson mit Maske | dpa

Trotz negativem Corona-Test bleibt der britische Premier vorerst in Quarantäne. Bild: dpa

17.11.2020 • 16:14 Uhr

Deutsche wollen mehr Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben

Die Deutschen planen im Corona-Jahr Geschenkausgaben von 500 Euro pro Kopf und damit deutlich mehr als in früheren Jahren (2019: 475 Euro, 2018: 472 Euro), heißt es in einer Weihnachtsumfrage der privaten FOM-Hochschule in Essen.

Befragt wurden bundesweit über 46.000 repräsentativ ausgewählte Menschen zwischen 12 und 99 Jahren. "Eine Erklärung für die diesjährige Schenkfreude ist sicher, dass die Menschen in Deutschland mit teureren Geschenken ihre Wertschätzung gegenüber den Beschenkten zeigen möchten, weil persönliche Kontakte in den Wochen und Monaten zuvor reduziert werden mussten", sagte Studienleiter Oliver Gansser.

Als Geschenk besonders beliebt sind laut der Umfrage Kosmetik und Körperpflegeprodukte, Spielwaren, Bücher und Schreibwaren sowie Uhren und Schmuck.

17.11.2020 • 15:58 Uhr

Südtirol bereitet Massentest fürs Wochenende vor

Die Südtiroler Landesregierung hat ihre Bürger zur Teilnahme an einem geplanten Corona-Massentest am nächsten Wochenende aufgerufen. "Es handelt sich um freiwillige Tests, niemand wird gezwungen", sagte Landeshauptmann Arno Kompatscher. Die norditalienische Provinz Bozen-Südtirol will mit den Schnelltests einen "aktiven Schritt" gehen, um die Corona-Zahlen zu drücken, sagte der regionale Regierungschef. Die zentrale Testphase startet am Freitag und dauert bis Sonntag.

Die kleine Alpen-Provinz geht damit in Italien einen Sonderweg. Angepeilt ist, dass rund zwei Drittel der Südtiroler Bevölkerung, das wären etwa 350 000 Menschen, den Antigen-Schnelltest machen. Den Abstrich sollen Männer, Frauen und Kinder ab dem Alter von fünf Jahren vornehmen lassen. Dafür gibt es rund 200 Teststandorte in den Gemeinden. Das Ergebnis der Virusprobe soll nach spätestens einer halben Stunde vorliegen. Die Bürger könnten es per E-Mail oder Kurzmitteilung aufs Handy bekommen, hieß es.

17.11.2020 • 15:35 Uhr

Lehrverbandspräsident plädiert für Zusatzjahr

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, plädiert wegen der schulischen Einschränkungen durch die Corona-Krise für die Möglichkeit eines Zusatzjahres. Dieses würde für viele Eltern und Schüler den "enormen Druck aus der jetzigen Situation herausnehmen" und auch das Problem des Notendrucks entschärfen, zitiert das Nachrichtenportal watson Meidinger. Es zeichne sich bereits ab, "dass auch dieses Schuljahr kein normales Schuljahr werden wird" und es nicht gelingen werde, die Lehrpläne zu erfüllen. Die Lücken des letzten Schuljahres würden somit noch größer werden.

17.11.2020 • 15:25 Uhr

SPD-Fraktion kritisiert Merkel für Vorgehen vor Bund-Länder-Treffen

Die SPD-Bundestagsfraktion hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für das Vorgehen vor den Bund-Länder-Verhandlungen am Montag kritisiert. Die Vorbereitung der Ministerpräsidentenkonferenz durch das Kanzleramt sei suboptimal gewesen, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Carsten Schneider. Er kritisierte, dass eine mehrseitige Beschlussvorlage an die Länder - die größtenteils die Verfahren in der Hand hätten - geschickt wurde. Sich dann auch noch ohne Rücksprache in Fragen der Schulpolitik einzumischen sei "ein Verfahren, das wir missbilligen". Er sei froh, dass die Ministerpräsidenten die Beschlussvorlage deutlich verändert hätten.

Die Länderchefs und Kanzlerin Merkel hatten sich am Montag darauf geeinigt, dass erst einmal keine weiteren Verbote und verbindlichen Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie erlassen werden. Weitere Verhandlungen soll es am Mittwoch, 25. November, geben. Schneider begrüßte das. Er finde es klug, an einem Mittwoch zu tagen, dann könne man anders als bei der vergangenen Ministerpräsidentenkonferenz aktuelle Corona-Fallzahlen vom Montag und Dienstag berücksichtigen.

17.11.2020 • 15:22 Uhr

BaFin-Chef warnt vor längerer Aussetzung der Insolvenzpflicht

BaFin-Chef Felix Hufeld stellt sich gegen eine weitere Aussetzung der Insolvenzantragspflicht über das Jahresende hinaus. Das wäre aus seiner Sicht gefährlich, sagte Hufeld bei einer Podiumsdiskussion beim Wirtschaftsgipfel der "Süddeutschen Zeitung". Die Pflicht zur Anmeldung von Insolvenzen ist wegen der Corona-Krise teilweise bis Jahresende ausgesetzt. Experten warnen vor "Zombie"-Unternehmen, die dadurch künstlich am Leben gehalten würden.

Hufeld sieht ab dem kommenden Jahr mehrere Wellen an Kreditausfällen auf Banken zurollen. Es könne aber niemand sagen, wie hoch diese ausfielen. Bislang haben die Banken zwar viel Vorsorge gebildet, aber noch keine großen Kreditausfälle gesehen. "Wir müssen sehr wachsam bleiben", sagte Hufeld. "Das dicke Ende haben wir noch nicht gesehen. Das kommt erst noch."

17.11.2020 • 15:04 Uhr

Corona-Hilfen: Grütters sieht positive Resonanz in der Kulturszene

Kulturstaatsministerin Monika Grütters freut sich über große Resonanz in der Kulturszene auf die Corona-bedingten Hilfen. Von dem mit einer Milliarde ausgestatteten Programm seien mit gut 600 Millionen Euro bereits knapp zwei Drittel belegt, teilte die CDU mit. "Angesichts dieser positiven Entwicklung bin ich sehr zuversichtlich, dass 'Neustart Kultur' sein Ziel erreicht und die für unsere Gesellschaft buchstäblich lebensnotwendige Kultur und ihre Infrastruktur durch diese Krise trägt."

Die mehr als 50 Teilprogramme wurden nach den Angaben in Abstimmung mit den unterschiedlichen Dachverbänden entwickelt und realisiert. Bis Mitte Oktober sind danach mehr als 20.000 einzelne Anträge gestellt worden. Grütters geht davon aus, dass die Zahl mittlerweile auf bis zu 35.000 Anträge angewachsen ist. Von Seiten der mit der Bewilligung betrauten Stellen heiße es "fast durchgehend", einzelne Neustart-Programme seien bereits überbucht und zusätzliche Mittel wären hilfreich.

17.11.2020 • 15:00 Uhr

Nations League: Schweiz - Ukraine nach weiteren Corona-Fällen abgesagt

Das für Dienstagabend geplante Nations-League-Spiel zwischen der Schweizer Fußball-Nationalmannschaft und der Ukraine findet nicht statt. Der ukrainische Verband teilte mit, dass die UEFA über die Absage der Partie informiert habe. Nach positiven Corona-Befunden bei Jewgeni Makarenko, Eduard Sobol und Dimitri Risnyk am Montag wurden das gesamte Team und der Betreuerstab nochmals getestet. Weil es dabei erneut vier positive Fälle gegeben habe, ordnete der Luzerner Kantonsarzt für die gesamte Gäste-Mannschaft Quarantäne an. Nach Angaben des ukrainischen Verbandes wurden drei Spieler positiv getestet.

17.11.2020 • 14:42 Uhr

Luxemburg vor erneutem Lockdown

Die luxemburgische Regierung bereitet im Kampf gegen die Corona-Pandemie einen neuen Lockdown vor. "Wenn die Zahlen nicht besser werden, dann müssen wir am kommenden Montag die Abgeordnetenkammer bitten, neue Regeln zu beschließen", sagte Premierminister Xavier Bettel. Die Regierung habe deshalb dem Parlament ein Maßnahmenbündel zugeleitet. Ob dieses umgesetzt werde, werde erst am kommenden Montag entschieden. Die neue Corona-Welle hat das zweitkleinste Land der EU mit gut 600.000 Einwohnern hart getroffen. 9286 Menschen gelten derzeit in Luxemburg als aktiv mit dem Coronavirus infiziert. 236 Menschen sind in Luxemburg bislang in Zusammenhang mit einer Infektion gestorben.

17.11.2020 • 14:34 Uhr

Dobrindt: 37.000 Mails wegen Infektionsschutzgesetz

Vor der Bundestagsabstimmung über das Infektionsschutzgesetz an diesem Mittwoch haben zahlreiche Abgeordnete eine Flut kritischer Spam-E-Mails erhalten. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sagte vor einer Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag, allein sein Büro habe bis zum Vormittag etwa 37.000 solcher Mails erhalten. Die überwiegende Mehrzahl sei gleichlautend mit identischen Textstellen. Wer dahinter stehe, könne man nicht klären.

Es gebe auch Anrufe in Abgeordnetenbüros etwa aus dem Wahlkreis, bei denen Menschen Falschinformationen aufgesessen seien, sagte Dobrindt. Man erlebe derzeit "einen brutalen Missbrauch von politischer Debatte in den Netzen mit der Nutzung von bewusster Falschinformation, um Polarisierung in der Gesellschaft zu erreichen".

17.11.2020 • 14:29 Uhr

Kundgebungen direkt vor dem Bundestag werden wohl verboten

Mehrere von Gegnern der Corona-Maßnahmen für diesen Mittwoch geplante Kundgebungen vor dem Bundestag dürfen dort womöglich nicht stattfinden. Das geht aus einem Schreiben des Sicherheitsbeauftragten des Bundestages an die Abgeordneten hervor, das den Fraktionen zugeleitet wurde. Darin heißt es, die angemeldeten Versammlungen gäben auf Grundlage einer Gefährdungseinschätzung des Berliner Landeskriminalamtes Anlass zur Sorge, "dass der Parlamentsbetrieb beeinträchtigt wird, weil sowohl mit Angriffen auf die Gebäude des Deutschen Bundestages und auch auf Personen" zu rechnen sei.

Hinzu kämen gesundheitliche Gefährdungen für Abgeordnete und andere Menschen, die Zutritt zum Bundestag hätten, da mit Verstößen der Versammlungsteilnehmer gegen Corona-Regeln zu rechnen sei. Das für den sogenannten befriedeten Bezirk vor dem Bundestag zuständige Bundesinnenministerium werde die Anträge, dort Versammlungen abzuhalten, daher "voraussichtlich ablehnend bescheiden". Gegen diese Entscheidung stehe den Anmeldern der Rechtsweg offen. Die Abgeordneten sollten sich auf verschärfte Kontrollen an den Eingängen einstellen, heißt es in dem Schreiben weiter.

17.11.2020 • 14:22 Uhr

CureVac baut Impfstoff-Produktion in Europa aus

Das Tübinger Biotechunternehmen CureVac will mit Partnern ein europäisches Netzwerk zur Beschleunigung der Produktion seines potenziellen Corona-Impfstoffs aufbauen. Ziel sei es, die bestehenden Produktionskapazitäten auf bis zu 300 Millionen Dosen im Jahr 2021 und bis zu 600 Millionen Dosen im Jahr 2022 zu erhöhen, wie Curevac mitteilte. "Wir arbeiten derzeit mit erfahrenen Partnern in ganz Europa zusammen, um ein solides Produktionsnetzwerk aufzubauen", sagte Vorstandsmitglied Florian von der Mülbe.

Am Unternehmenssitz in Tübingen werde zudem eine großvolumige Produktionsanlage aufgebaut, die von der Europäischen Investitionsbank gefördert wird. Curevac will bis Ende dieses Jahres die für die Zulassung entscheidende Studie, die rund 36.000 Teilnehmer umfassen soll, mit seinem Impfstoff starten.

17.11.2020 • 14:13 Uhr

EU-Staaten lehnen gemeinsame Regeln zu Schnelltests an Flughäfen ab

Die Hoffnung der europäischen Luftfahrtbranche auf die Einführung von Corona-Schnelltests zur Erleichterung von Reisen hat einen Dämpfer erhalten. Viele EU-Länder lehnen eine gemeinsame Regelung für Schnelltests ab, wie aus einem internen Dokument hervorgeht, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. "Eine große Anzahl von Mitgliedstaaten hat deutlich gemacht, dass Diskussionen über gemeinsame Mindeststandards und -kriterien verfrüht wären", heißt es demnach in dem Papier vom 12. November.

Es soll den Staats- und Regierungschefs am Donnerstag auf einer Videokonferenz vorliegen, auf der über eine Koordination der Maßnahmen im Kampf gegen Corona gesprochen werden soll. Die Fluggesellschaften drängen die Regierungen auf Alternativen zu pauschalen Reisebeschränken inmitten der zweiten Infektionswelle in Europa, wobei Lufthansa und Alitalia die Verwendung von Antigen-Schnelltests wollen.

17.11.2020 • 13:53 Uhr

Sachsen beschließt erweiterte Maskenpflicht

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie gilt in Sachsen ab morgen eine erweiterte Maskenpflicht auf Supermarktparkplätzen und vor Schulen und Kitas. Dies hat das sächsische Kabinett beschlossen, wie Landesgesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) in Dresden sagte. Die Maßnahme wird demnach in der Allgemeinverfügung Hygiene festgeschrieben und online veröffentlicht. Darüber hinaus wird es laut Köpping zunächst keine Änderung der sächsischen Corona-Schutzverordnung geben. Man werde erst das für kommende Woche geplante neuerliche Treffen der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel abwarten, erklärte Köpping.

17.11.2020 • 13:43 Uhr

Krankschreibung bald per Videosprechstunde?

Patientinnen und Patienten sollen generell die Möglichkeit erhalten, sich in bestimmten Fällen ohne den Besuch in einer Arztpraxis krankschreiben zu lassen. Eine erstmalige Krankschreibung und eine Verlängerung sollten künftig per Videosprechstunde möglich sein, heißt es nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums in einem aktuellen Gesetzentwurf des Ressorts. Dies soll demnach unabhängig von einer Pandemie-Situation gelten. Das Gesundheitsministerium bestätigte damit im Grundsatz Berichte der Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. "Insbesondere bei einfach gelagerten Erkrankungsfällen und zur Vermeidung von Infektionen über Wartezimmer sollte die Feststellung von Arbeitsunfähigkeit im Rahmen der Videosprechstunde auch im Rahmen einer ausschließlichen Fernbehandlung erfolgen können", heißt es in der Begründung des Referentenentwurfs für das geplante Gesetz zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege.

Ein Arzt bei einer Videosprechstunde | dpa

Der Entwurf wurde nach Angaben des Ministeriums am Montag zur Anhörung an Ressorts, Länder, Verbände und Fraktionen versandt. Bild: dpa

17.11.2020 • 13:33 Uhr

Impfgegner sagen Kundgebung vor Berliner Reichstagsgebäude ab

Eine der für morgen geplanten Kundgebungen von Gegnern der Corona-Maßnahmen vor dem Berliner Reichstagsgebäude ist abgesagt worden. Das teilte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur dpa auf Anfrage mit. Zuvor hatte die "Berliner Morgenpost" darüber berichtet. Es geht laut Polizei um die Veranstaltung "Stoppt das Infektionsschutzgesetz". Anmelder war das impfkritische "Netzwerk Impfentscheid Deutschland", erwartet wurden 500 Teilnehmer am Platz der Republik. Dort ist nach Polizeiangaben allerdings noch eine weitere Veranstaltung von Gegnern der Corona-Maßnahmen mit 4000 Teilnehmern angemeldet.

Zu den Gründen für die Absage des Impfgegner-Protests war laut dem Sprecher zunächst nichts bekannt. Nach Informationen der "Berliner Morgenpost" befürchteten die Veranstalter Ausschreitungen durch gewaltbereite Extremisten. Auch Neonazis und sogenannte Reichsbürger hatten im Internet zur Teilnahme aufgerufen. Stattfinden werden nach Polizei-Einschätzung auch noch zwei weitere größere Versammlungen von Gegnern der Corona-Maßnahmen mit je 1000 angemeldeten Teilnehmern. Hinzu kämen viele kleinere Gegenproteste, sagte der Sprecher. Morgen wollen Bundestag und Bundesrat Änderungen am Infektionsschutzgesetz beschließen.

17.11.2020 • 13:12 Uhr

Laborverband: Leichter Rückgang bei Tests - Hohe Positivenrate

Nach der zuletzt sehr hohen Auslastung medizinischer Labore ist die Zahl der Corona-Tests bundesweit laut einem großen Verband zuletzt etwas zurückgegangen. In der Woche vom 9. bis 15. November seien nach Daten von 163 Laboren rund 1,26 Millionen sogenannte PCR-Tests durchgeführt worden, sagte der erste Vorsitzende des Verbands Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM), Michael Müller. In den beiden Kalenderwochen zuvor waren es jeweils rund 1,44 Millionen Tests, das entsprach laut ALM-Statistik einer Auslastung der Labore von 100 beziehungsweise 97 Prozent. Vergangene Woche lag die Auslastung bei 81 Prozent - nach Verbandseinschätzung immer noch ein sehr hoher Wert. Man arbeite nach wie vor am Limit, aber derzeit zumindest nicht mehr darüber hinaus, hieß es in einer Mitteilung.

Rund 9,2 Prozent der vom Verband erfassten 1,26 Millionen Tests fielen positiv aus, das sei die höchste Rate sei Beginn der Datenerhebung Anfang März. Die sogenannte Positivenrate ist in den vergangenen Wochen kontinuierlich angestiegen: Anfang Oktober (Woche vom 5. bis 11. Oktober) lag sie nach ALM-Daten bei 2,5 Prozent, am Monatsende (26. Oktober bis 1. November) bereits bei 7,2 Prozent.

17.11.2020 • 13:05 Uhr

Zahl der Covid-19-Todesopfer in Europa steigt

Die Zahl der Covid-19-Todesopfer in Europa steigt seit einigen Wochen an. Wie ähnlich sich die Situation in Deutschland und anderen europäischen Ländern entwickelt, fasst Patrick Gensing zusammen.

17.11.2020 • 13:00 Uhr

Corona-Erkrankung dritthäufigste Todesursache in Schweden

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres sind rund zehn Prozent der Sterbefälle in Schweden auf Covid-19 zurückzuführen. Damit war die durch das Corona-Virus ausgelöste Krankheit die dritthäufigste Todesursache, hieß es in einer Mitteilung der Obersten Sozialbehörde des Landes. Im ersten Halbjahr 2020 waren rund 51.500 Menschen in Schweden gestorben, 14.000 davon an Herz- und Kreislauferkrankungen, 11.600 an Tumoren und 5500 an Covid-19. Die Krankheit habe dazu beigetragen, dass die Sterblichkeit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei Frauen um 10 Prozent und bei Männern um 14 Prozent gestiegen sei, hieß es weiter. Im April sei Covid-19 sogar die häufigste Todesursache gewesen. Schweden hat mehr Sterbefälle durch die Pandemie zu verzeichnen als andere skandinavische Länder. Schweden war eines von wenigen Ländern, die zu Beginn der Pandemie das öffentliche Leben weitgehend uneingeschränkt ließen.

17.11.2020 • 12:52 Uhr

Hochschule startet Therapiestudie mit Plasma von Genesenen

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) startet gemeinsam mit Forschern aus anderen Städten eine Covid-19-Therapiestudie mit dem Blutplasma von Genesenen. Im Blutserum enthaltene Antikörper gegen das Virus könnten die Immunabwehr von Infizierten im Kampf gegen Corona unterstützen, teilte die MHH mit. Die neue klinische Studie solle klären, wie gut diese passive Immunisierung tatsächlich funktioniere. Die Studie mit dem Titel "Comet" wird vom Bundesministerium für Gesundheit mit 3,34 Millionen Euro gefördert.

Ein vielversprechendes Medikament gegen Covid-19 gibt es bislang nicht. Zwar wird das Blutplasma von Genesenen in Kliniken bereits eingesetzt, doch bislang fehlt ein Wirksamkeitsnachweis für diese Therapieform. Diesen sollen nun klinische Studien erbringen. Zwei davon laufen bereits, sie untersuchen allerdings die Plasmagabe nur bei schwer Erkrankten. An der Comet-Studie nehmen nach Angaben der MHH nun dagegen 340 Covid-19-Patienten teil, die einen eher milden Krankheitsverlauf haben. Die Wissenschaftler setzen darauf, dass eine passive Immunisierung durch gespendete Antikörper verhindern kann, dass leichter Erkrankte im Verlauf ihres Klinikaufenthaltes doch noch auf die Intensivstation verlegt werden müssen.

17.11.2020 • 12:45 Uhr

Gericht hält Maskenpflicht in Trierer Innenstadt für unzulässig

Das Verwaltungsgericht Trier hat in einem Eilverfahren einer Bürgerin recht gegeben, die gegen die generelle Maskenpflicht in der Trierer Innenstadt vorgegangen war. Die Stadt habe nicht ausreichend dargelegt, warum zur Begrenzung der Corona-Pandemie zu jeder Tageszeit im öffentlichen Raum ein Mund-Nasen-Schutz erforderlich sei, heißt es in der am Dienstag veröffentlichten Entscheidung. Die Anordnung sei nur allgemein mit dem hohen Besucheraufkommen begründet worden, so das Gericht. Es gebe aber keine Belege dafür, dass in der Fußgängerzone und den angrenzenden Straßen Sicherheitsabstände tatsächlich nicht eingehalten würden. Die Stadtverwaltung kündigte an, Rechtsmittel gegen die Entscheidung einzulegen.

17.11.2020 • 12:40 Uhr

Hofreiter: "Chaos" durch Bund-Länder-Beratungen

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hat der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten vorgeworfen, sie hätten mit ihren schlecht vorbereiteten Beratungen am Montag "wieder Chaos verbreitet". Sie untergrüben damit die wichtigste Ressource bei der Bekämpfung der Pandemie, das Vertrauen der Bürger. "Es kann sein, dass man dann weiter nachschärfen muss", sagte Hofreiter mit Blick auf die nächste Beratungsrunde von Bund und Ländern am 25. November. Im Moment steckten sich noch zu viele Menschen mit dem Virus an. "Lockerungen werden nicht möglich sein." Wenn die Zahlen nicht deutlich zurückgingen, werde man die November-Auflagen in den Dezember hinein verlängern müssen.

17.11.2020 • 12:35 Uhr

Lehrerverband fordert bundesweite Maskenpflicht an Schulen

Der Deutsche Lehrerverband kritisiert fehlende neue Beschlüsse von Bund und Ländern auf dem Corona-Krisentreffen. "Das könnte sich noch bitter rächen", sagt Präsident Heinz-Peter Meidinger dem Nachrichtenportal watson. Vor allem, dass keine allgemeine Maskenpflicht im Schulunterricht eingeführt worden ist, prangert Meidinger an: "Warum es nicht einmal gelungen ist, eine bundesweit geltende Maskenpflicht zumindest für Schüler an weiterführenden Schulen, unserer Ansicht nach auch für Grundschüler, in den Maßnahmenkatalog von Bund und Ländern aufzunehmen, ist völlig unerklärlich und geradezu verantwortungslos."

17.11.2020 • 12:29 Uhr

Iran meldet Höchststand neuer Corona-Fälle

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Teheran haben sich binnen 24 Stunden im Iran 13.352 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Mit diesem Höchstwert der Neunfektionszahlen liegt die Gesamtzahl nun bei 788.473. Im Iran, einem der von der Pandemie am schlimmsten betroffenen Länder, sind bislang 42.461 Menschen mit dem Virus gestorben, 482 mehr als am Vortag.

17.11.2020 • 11:48 Uhr

Frankreich: Impfkampagne ab Jahresbeginn

Frankreich bereitet eine Impfkampagne gegen das Coronavirus für den Jahresbeginn vor. Nach Angaben der Regierung sind dafür 1,5 Milliarden Euro vorgesehen. Frankreich wolle "bereit sein, wenn die europäischen und nationalen Gesundheitsbehörden einen Impfstoff billigen" und dann "sofort" mit der Kampagne beginnen, sagte der Regierungssprecher dem Fernsehsender France 2. Er verwies darauf, dass die europäische Arzneimittelbehörde die Zulassung eines ersten Impfstoffs bis zum Jahresende als möglich bezeichnet hatte.

17.11.2020 • 11:41 Uhr

Ärztechefin Teichert dringt auf verpflichtende Regelungen

Der Bundesverband der Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst dringt nach den Corona-Beratungen von Bund und Ländern auf verpflichtende Regelungen. Mit Blick auf die Ergebnisse des Gipfels sagte die Verbandsvorsitzende Ute Teichert im Interview mit dem WDR: "Den Gesundheitsämtern steht das Wasser bis zum Hals, wir schaffen es nicht mehr, die Kontaktpersonen nachzuverfolgen. Von daher wären einheitliche Beschlüsse für uns sehr hilfreich gewesen."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Montag bis zum Abend mit den Ministerpräsidenten der Länder über die weiteren Schritte im Kampf gegen die Pandemie beraten. Herausgekommen waren eindringliche Appelle, aber zunächst keine Beschlüsse.

17.11.2020 • 11:24 Uhr

Forscher: Neue Regeln für Wildtierhandel können Pandemien verhindern

Eine wirksame Gesetzgebung für den Wildtierhandel könnte nach Ansicht eines internationalen Forscherteams mit Beteiligung der Universität Göttingen zukünftige Pandemien verhindern. Viele Krankheiten, darunter auch Covid-19, seien vom Tier zum Menschen übergesprungen, erklärten die Wissenschaftler. Weitere Epidemien, die von tierischen Wirten ausgehen, seien unvermeidlich, wenn nicht schnell Maßnahmen ergriffen würden. Die Forscher fordern die Regierungen auf, wirksame Rechtsvorschriften zu erlassen, die den Handel mit Wildtieren regulieren, Lebensräume schützen sowie die Interaktion zwischen Mensch, Wildtieren und Nutztieren einschränken. Nur solche Maßnahmen gewährten Schutz vor künftigen Pandemien, die noch schwerwiegender als Covid-19 sein könnten. In den vergangenen 30 Jahren ist die Mehrzahl der Krankheitserreger, die der menschlichen Gesundheit und der Wirtschaft erheblichen Schaden zugefügt haben, den Wissenschaftlern zufolge von Wildtieren oder Nutztieren ausgegangen. Zu diesen Krankheiten gehörten zum Beispiel Ebola, Aids, Sars und wohl auch Covid-19.

17.11.2020 • 11:18 Uhr

Dobrindt: Nächste Woche müssen neue Corona-Auflagen kommen

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat von Bund und Ländern für kommende Woche weitere einschränkende Corona-Maßnahmen gefordert. Es sei jetzt schon absehbar, dass mit den bisherigen Auflagen das Ziel nicht erreicht werden könne, die Zahl der Neuinfektionen bis Weihnachten wieder auf 50 pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen drücken zu können. Einschränkungen für den Einzelhandel dürfe es im Dezember aber nicht geben, warnte Dobrindt. Er plädierte stattdessen für bundesweite Auflagen in den Schulen. Diese dürften aber nicht geschlossen werden.

17.11.2020 • 11:13 Uhr

Scholz hält noch höhere Schulden für tragbar

Der Bund könnte aus Sicht von Finanzminister Olaf Scholz in der Corona-Krise auch noch höhere Schulden stemmen als bisher geplant. Im laufenden und im kommenden Jahr würden mehr als 300 Milliarden Euro an neuen Krediten aufgenommen, sagte der Vizekanzler auf einer Konferenz der "Süddeutschen Zeitung". Auf die Frage, ob auch mehr als diese 300 Milliarden vorstellbar seien, antwortete er: "Es wäre jedenfalls für uns möglich." Wichtig sei aber, dass man mit dem Geld klug wirtschafte und Zukunftsinvestitionen auf den Weg bringe. "Wir müssen für künftiges Wachstum sorgen", betonte Scholz. Nur so werde es gelingen, die Schuldenquote wieder zu senken und das Geld zurückzuzahlen. Erneut wandte sich Scholz gegen Steuerentlastungen für Spitzenverdiener. Das sei nicht das Gebot der Stunde, wenn der Staat zugleich Milliarden in die Wirtschaft pumpe. "Das ist auch ein bisschen unverfroren, wenn man solche Forderungen hört", sagte Scholz.

17.11.2020 • 11:07 Uhr

DFB rechtfertigt Länderspiele in Pandemie-Zeiten

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat die Austragung von Länderspielen mitten in der Coronavirus-Pandemie gerechtfertigt. Für den Verband seien die abgeschlossenen Verträge bindend, "sofern die behördlichen Verfügungslagen dies erlauben", teilte der DFB wenige Stunden vor dem abschließenden Nations-League-Gruppenspiel in Spanien mit. Alle Spieler und Offizielle würden sich während der gesamten Abstellungsperiode konsequent und diszipliniert an die Maßnahmen des Hygienekonzepts halten. Dies werde auch dadurch dokumentiert, dass bisher keine Corona-Fälle im Kreis der Nationalmannschaft aufgetreten seien.

17.11.2020 • 11:00 Uhr

Umweltbundesamt warnt vor zu hohen Erwartungen an Luftreiniger

Mobile Luftreiniger können aus Sicht des Bundesumweltamtes in der Corona-Pandemie ausreichendes Lüften in den Klassenzimmern nicht ersetzen. Die Geräte wälzten die Raumluft lediglich um und sorgten nicht für die notwendige Zufuhr von Außenluft, teilte die Dessauer Behörde unter Verweis auf ihre Kommission für Innenraumlufthygiene mit. Die Experten würden Luftreiniger in Schulen nur dort einzusetzen, wo die Fenster nicht ausreichend geöffnet werden können und auch keine einfachen Zu- und Abluftsysteme in Frage kämen. Um das Infektionsrisiko mit dem Coronavirus so gering wie möglich zu halten, empfehle die Kommission als erste und wichtigste Säule weiter das Lüften über weit geöffnete Fenster. Sollten sich die Fenster nicht weit genug öffnen lassen, sei die zweite Option, einfache Zu- und Abluftanlagen in die Fenster einzubauen. Räume, in denen überhaupt keine Lüftungsmöglichkeit über die Fenster vorhanden sei und auch keine Lüftungsanlage Außenluft zuführen könne, sind aus Sicht der Experten für den Unterricht ungeeignet.

17.11.2020 • 10:53 Uhr

RKI-Chef Wieler: Gesellschaft ist "stark genug, das zu tragen"

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, hat zum Durchhalten in der Corona-Pandemie aufgerufen. Es gehe noch um wenige Monate, dann gebe es eine Perspektive in der Impfstoffforschung, sagte Wieler bei einer Veranstaltung der Universität Gießen. Die Gesellschaft sei "stark genug, das zu tragen". Bei einer künftigen Impfung gegen das Coronavirus stünden die Alten und Hochbetagten im Vordergrund und "diejenigen, die diese Gruppen versorgen". Die Gesellschaft habe zu Recht entschieden, die Schulen offen zu lassen, sagte Wieler weiter. Es sei aber mittlerweile zu 400 Corona-Ausbrüchen an Schulen in Deutschland gekommen. "Wir wissen, dass auch in der Schule Übertragungen stattfinden." Die Zahl der Intensivpatienten werde seiner Einschätzung nach noch bis Ende des Monats steigen. Er sei jedoch "sehr optimistisch", dass es in den nächsten Monaten noch bessere Erfolge bei der Behandlung von Covid-19 geben werde.

17.11.2020 • 10:38 Uhr

166.045 Neuinfektionen in den USA

Die USA haben mehr als 165.000 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages verzeichnet. Die Behörden meldeten 166.045 neue Fälle, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) in Baltimore vom Dienstagmorgen hervorging. Der bislang höchste Wert war am Freitag registriert worden, als mehr als 177.000 Fälle gemeldet wurden. Die Zahl der Toten binnen 24 Stunden lag bei 995. Insgesamt haben sich in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern mehr als 11,2 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Rund 247.000 Menschen starben bislang - mehr als in jedem anderen Land der Welt.

17.11.2020 • 10:25 Uhr

Brief an UEFA: Norwegens Gesundheitsdirektor will Länderspiel-Stopp

Der Direktor der norwegischen Gesundheitsbehörde hat die UEFA aufgefordert, aufgrund der Infektionsgefahr in Europa internationale Fußballspiele und Turniere abzusagen. In einem Interview mit dem Norwegischen Rundfunk NRK sagte Bjørn Guldvog: "Für eine gewisse Zeit ist es nicht so ratsam, sich bei internationalen Großveranstaltungen und Spielen zu treffen." In einem Brief an die UEFA und den norwegischen Fußballverband NFF habe er empfohlen, sich die Infektionssituation genauer anzusehen, sagte Guldvog. Angesichts der Infektionsraten, die man derzeit in Europa habe, sei es schwer vorstellbar, dass ein UEFA-Protokoll engmaschig genug sein könne. "Wir sehen, dass immer mehr in ihren Mannschaften infiziert werden." Hintergrund der Äußerung ist die Absage eines Nations-League-Spiels in Rumänien am vergangenen Sonntag.

17.11.2020 • 10:19 Uhr

Landkreistag für weiteres Offenhalten von Schulen und Kitas

Der Landkreistag hat begrüßt, dass Bund und Länder vorerst keine Einschränkungen des Schulbetriebs beschlossen. "Wir halten es für richtig, die Wirksamkeit der bestehenden Maßnahmen zunächst auszuwerten", erklärte der Präsident des Landkreistags, der Ostholsteiner Landrat Reinhard Sager (CDU). Davon müsse dann das weitere Vorgehen abhängig gemacht werden. Es sei sehr wichtig, Schulen und Kitas soweit möglich offen zu halten und Präsenzunterricht anzubieten.

17.11.2020 • 10:05 Uhr

Höchstwert bei Neuinfektionen im Gazastreifen

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist im Gazastreifen auf einen Höchststand geklettert. Binnen 24 Stunden wurden 486 Fälle gemeldet, wie das Gesundheitsministerium in dem von der islamistischen Hamas beherrschten Gebiet mitteilte. So viele Fälle an einem Tag hat es in dem Küstengebiet in der Corona-Pandemie noch nicht gegeben - der bisherige Rekord lag bei 453. Insgesamt wurden 2412 Tests gemacht, jeder fünfte Test fiel somit positiv aus. Insgesamt registrierten die Behörden im Gazastreifen bislang 11.471 Infizierte. Die Pandemie verlief dort zunächst glimpflich. In den vergangenen Wochen stieg aber die Zahl der Fälle. In dem abgeriegelten Gebiet leben etwa zwei Millionen Menschen auf engem Raum mit teilweise sehr schlechter medizinischer Versorgung.

17.11.2020 • 09:55 Uhr

"Iso" in Australien Wort des Jahres

Das "Wort des Jahres" wird in Australien in diesem Jahr von der Corona-Pandemie bestimmt: "Iso" schaffte es auf den Spitzenplatz 2020 - ein Slang-Begriff für durch das Virus bedingte Selbstisolation. Dies gab das zuständige Australian National Dictionary Centre (ANDC) bekannt. Das Siegerwort gehörte zu einer langen Liste pandemiebezogener Begriffe, aber "Iso" habe sich als "typisch australische Abkürzung" durchgesetzt, hieß es in einer Mitteilung. Das Wort wird auch kombiniert benutzt, etwa wenn es um durch die Selbstisolation ausgelöste Trends gehe - wie das Backen von Brot oder Haarschnitte zu Hause. So sprechen die Menschen in Down Under von "Iso-Backen", "Iso-Frisuren" und "Iso-Mode".

17.11.2020 • 09:44 Uhr

Kinder- und Jugendärzte: Unterricht in Schulen "absolut notwendig"

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte warnt vor negativen Folgen für den Nachwuchs durch mögliche neue Schulschließungen. Aus Expertensicht seien Kinder nicht die Spreader des Coronavirus, sagte die Vizepräsidentin des Verbandes, Sigrid Peter, im Morgenmagazin von ARD und ZDF. Sie bedauerte, dass es keine einheitliche Maßgabe zum Tragen von Masken gebe. Ihr Verband empfehle dies für Kinder ab sechs Jahren mit Ausnahmen für chronisch kranke und behinderte Kinder. "Wir sehen das als eine gute Option, die Beschulung, die absolut notwendig ist, weiter durchführen zu können", sagte Peter. Kitas und Schulen seien Orte von Kompetenzerwerb, auch von sozio-emotionaler Kompetenz, sagte Peter. Wenn das nicht mehr erfolge, würden gerade benachteiligte Kinder enormen Risiken ausgesetzt und abgehängt. Im ersten Lockdown habe auch man gesehen, dass häusliche Gewalt und Adipositas zunähmen.

17.11.2020 • 09:24 Uhr

Merkel wirbt für Verständnis

Bundeskanzlerin Angela Merkel wirbt um Verständnis für die anhaltenden Einschränkungen. Die Lage sei unverändert ernst, sagte Merkel beim Wirtschaftsgipfel der "Süddeutschen Zeitung" in Berlin. "Wenn wir warten würden, bis die Intensivbetten voll belegt sind, wäre es zu spät." Es sei ihr bewusst, dass die Einschränkung vor allem der Kontakte "eine demokratische Zumutung" seien. Dennoch seien die Restriktionen unvermeidbar. Sie sagte außerdem weitere Wirtschaftshilfen zu. Die Bundesregierung werde in den Wintermonaten alles daransetzen, Unternehmen unter die Arme zu greifen, "die eigentlich gesund sind", aber von der Pandemie unverschuldet getroffen worden seien, so die Bundeskanzlerin.

PK Kanzlerin Merkel | REUTERS

Die Entscheidungen, die gerade getroffen werden müssten, gehörten zu den schwersten ihrer Amtszeit, sagte Merkel. Bild: REUTERS

17.11.2020 • 09:17 Uhr

Woidke sieht Schulen nicht als Hotspots

Aus Sicht von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke sind Schulen nicht die Infektionstreiber in der Corona-Pandemie. In Brandenburg gebe es nur einen Bruchteil an betroffenen Schulen, sagte Woidke im rbb. "Wir haben insgesamt über 900 Schulen und davon wurden fünf geschlossen. Das ist ein Anteil von 0,5 Prozent." Insgesamt gäben die Zahlen es nicht her, dass Schulen ein besonderer Hotspot wären, so Woidke. Er betonte, dass es das Virus natürlich auch an Schulen gebe. Es werde aber auf unterschiedlichsten Wegen hereingetragen. Deshalb sei es richtig, sich auf andere Bereiche des öffentlichen Lebens, wie zum Beispiel Restaurants und die Hotellerie zu konzentrieren, um die Schulen offen zu halten, so der SPD-Politiker.

Zugleich verteidigte Woidke, dass bei dem Bund-Länder-Treffen keine konkreten Verabredungen getroffen wurden. Das sei richtig, weil man erstmal wissen müsse, was die Maßnahmen von vor zwei Wochen gebracht hätten. Für das Treffen in einer Woche wünscht sich Woidke Einigkeit. Das erhöhe die Akzeptanz der Maßnahmen in der Bevölkerung deutlich, so Woidke. Außerdem seien langfristige Beschlüsse nötig.

17.11.2020 • 09:13 Uhr

Französischer Gesundheitsminister: "Gewinnen Kontrolle zurück"

Frankreich gewinnt nach den Worten von Gesundheitsminister Olivier Veran die Kontrolle über das Coronavirus zurück. Allerdings sei es zu früh, um einen Sieg auszurufen, sagte Veran im Fernsehsender BFM. "Wir sind in einer Phase, in der die Pandemie zurückgeht, selbst wenn sie auf hohem Niveau bleibt." Das Virus breite sich etwas langsamer aus als zu Beginn der Ausgangssperren und der drastischen Einschränkungen des öffentlichen Lebens, die im Oktober verhängt wurden.

17.11.2020 • 09:06 Uhr

Patientenschützer fordern mehr Schnelltests in der Pflege

Patientenschützer fordern mehr Corona-Schnelltests im Pflegebereich. Nach dem Treffen der Regierungschefs am Montag bezeichnete die Stiftung Patientenschutz das Angebot von hochwertigen FFP2-Masken zwar als hilfreich. "Aber für Pflegebedürftige, die durch Angehörige oder professionelle Hilfe Unterstützung finden, wird diese Maßnahme kaum etwas bringen", sagte Vorstand Eugen Brysch der Nachrichtenagentur KNA. Im Gegensatz zum Frühjahr bestehe kein Mangel an Mund-Nasenschutz, jedoch fehlten Schnelltests. "Denn klassische PCR-Tests haben Grenzen. Es dauert viel zu lang, bis die Ergebnisse vorliegen", sagte er. Es sei überfällig, dass mit den täglichen Antigen-Testungen von Pflegebedürftigen, Angehörigen und Pflegekräften begonnen werde. Auch müsse klar sein, wer das bezahle und personell unterstütze. "Doch diese Frage haben die Regierungschefs in ihrer Strategie ausgeblendet. Das ist ein schwerer Fehler", kritisierte Brysch.

17.11.2020 • 09:03 Uhr

Lauterbach zu Corona-Gipfel: "Es war eine verlorene Gelegenheit"

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat die Ergebnisse aus den Corona-Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten kritisiert. "Es war eine verlorene Gelegenheit", sagte Lauterbach im Deutschlandfunk. Man verspiele mit dem Aufschub wertvolle Zeit. Die Beschlussvorlage sei vielversprechend gewesen, sagte der SPD-Politiker. Davon sei nur leider das meiste nicht beschlossen worden. Die Ergebnisse seien weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

17.11.2020 • 08:46 Uhr

Braun: Länder sollen Vorschläge zur Schulsicherheit erarbeiten

Kontaktbeschränkungen an Schulen sind nach Einschätzung des Kanzleramtes unumgänglich, wenn man Schulen in der Corona-Pandemie offen halten will. "Sowohl das Robert Koch-Institut als auch unsere nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina haben Vorschläge gemacht, wie man den Schulunterricht sicher gestalten kann", sagte Kanzleramtsminister Helge Braun im Morgenmagazin von ARD und ZDF. "Die hätten wir gerne gestern schon beschlossen," betonte der CDU-Politiker. Nun seien die Länder gebeten worden, bis zur kommenden Woche Vorschläge zu machen, wie im Schulbereich die Infektionsrisiken weiter reduziert werden können. Fakt sei, bei den 14- bis 24-Jährigen gebe es die höchsten Inzidenzen, so Braun.

17.11.2020 • 08:41 Uhr

Arbeitsmarkt erholt sich in Corona-Krise leicht

Der Arbeitsmarkt in Deutschland hat sich im dritten Quartal dieses Jahres leicht vom Corona-Schock erholt. Nach einem deutlichen Rückgang im Frühjahr stieg die Zahl der Erwerbstätigen wieder um 0,1 Prozent auf 44,7 Millionen Menschen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Bereinigt um Saisoneffekte machte das noch einen Rückgang um 0,1 Prozent zum Vorquartal aus. Zum Vorjahresquartal sank die Zahl der Erwerbstätigen in den Monaten Juli bis September allerdings um 1,4 Prozent oder 654.000 Menschen. Betroffen waren hier vor allem die Bereiche Handel, Gastgewerbe und Verkehr sowie Leiharbeit. Auch in der Industrie gab es weniger Jobs, während Öffentlicher Dienst, Gesundheit sowie Information und Kommunikation zulegten. Überdurchschnittlich stark ging erneut die Zahl der Selbstständigen und ihrer mithelfenden Familienangehörigen zurück. Kurzarbeiter werden in der Statistik weiter als erwerbstätig geführt.

17.11.2020 • 08:35 Uhr

22.410 Neuinfektionen in Russland

Die russischen Behörden haben 22.410 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden gemeldet, davon 5882 in der Hauptstadt Moskau. 442 Menschen starben, so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Insgesamt infizierten sich in Russland 1,9 Millionen Menschen mit dem Coronavirus, insgesamt starben 22.931.

17.11.2020 • 08:25 Uhr

Südkorea führt wieder Beschränkungen bei Versammlungen ein

Nach Hunderten neuen Corona-Fällen sollen in Südkorea wieder Beschränkungen bei Versammlungen gelten. Unter anderem seien ab Donnerstag im Großraum Seoul und Teilen der Provinz Gangwon im Osten des Landes wieder Zusammenkünfte von mehr als 100 Personen bei Demonstrationen, Festivals und Kongressen verboten, teilte Gesundheitsminister Park Neung Hoo mit. Im Theater, bei Konzerten und in Büchereien soll ein Platz zwischen Besuchern freigelassen werden. Sportstadien dürfen nur noch zu 30 Prozent besetzt werden. Südkorea ist mit strikten Beschränkungen und Kontaktnachverfolgungen vergleichsweise gut durch die Krise gekommen und konnte in vielen Lebensbereichen im Oktober weitgehend zur Normalität übergehen. Am Dienstag lag die Zahl der täglichen Neuinfektionen aber den vierten Tag in Folge bei über 200. Gesundheitsminister Park sagte, man müsse zwei Wochen lang wieder mehr Abstand halten, um eine neue Ausbreitung des Virus zu verhindern.

17.11.2020 • 08:15 Uhr

Weltärztebund-Vorsitzender Montgomery kritisiert Corona-Gipfel

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat die Ergebnisse der Bund-Länder-Runde zur Corona-Pandemie scharf kritisiert. Im SWR sagte er: "Wir brauchen eine Einigkeit aller Demokraten und aller Menschen, die wirklich an der Gesundheit der Bevölkerung interessiert sind. Was wir dort erleben als Showdown von Eitelkeiten hilft niemandem." Ziel müsse es jetzt sein, die Bevölkerung mitzunehmen. "Was soll denn ein einfacher Bürger noch denken, wenn sich diese Damen und Herren streiten und sich auf nichts Vernünftiges einigen können?", so Montgomery weiter. Dabei sei es bereits fünf vor 12, wenn es darum gehe, zu verhindern, dass das Gesundheitswesen unter der zweiten Welle zusammenbreche. Jetzt sei es wichtig zu handeln: "Wir müssen vor allem Kontakte einschränken. Und das geht nur, wenn die Bevölkerung das selbst macht. Wir können nicht überall einen Polizisten hinstellen." Es bedürfe eines nationalen Ansatzes, um die Menschen zu überzeugen. Das gelinge aber nur, wenn sich die Politik in ihrer Meinung einig sei.

17.11.2020 • 08:04 Uhr

GEW kritisiert Zögern bei möglichen Maßnahmen für Schulen

Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Marlis Tepe, hat Bund und Ländern "politisches Abenteurertum" vorgeworfen. Sie sagte dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland", es sei "völlig unverständlich und sachlich nicht begründet, warum sich die Länder gegen Wechselunterricht wehren, der für die Schülerinnen und Schüler ab der Sekundarstufe I gut umzusetzen ist". Außerdem müsse für die Grundschulen so schnell wie möglich nach zusätzlichen Räumen gesucht werden, damit die Abstände in den Klassen gehalten werden könnten. "Jetzt ist nicht die Zeit, vernünftige, zielführende Vorschläge vom Tisch zu wischen - in der Hoffnung, die Infektionszahlen würden schon irgendwie sinken", sagte Tepe.

17.11.2020 • 07:30 Uhr

Schwesig will bei Corona "keine Salami-Taktik"

Die mecklenburg-vorpommerische Ministerpräsidentin Manuela Schwesig dringt in der Corona-Pandemie auf ein Gesamtkonzept für die Monate Dezember und Januar. Sie wolle "keine Salami-Taktik im Wochenrhythmus", sagte Schwesig im Morgenmagazin von ARD und ZDF. Vor dem Bund-Länder-Treffen am Montag sei vereinbart gewesen, dass es dabei nur um eine Zwischenbilanz gehe und es keine neuen Bestimmungen geben solle, weil die Wirkung der seit Monatsbeginn geltenden Einschränkungen noch nicht vollends erkennbar sei. "Man kann nicht im Wochenrhythmus die Schrauben anziehen", sagte die SPD-Politikerin.

17.11.2020 • 07:14 Uhr

US-Virologe Fauci: Moderna-Impfstofferfolg "erstaunlich beeindruckend"

Der führende US-Virologe Anthony Fauci hat die Zwischenergebnisse des Corona-Impfstoff-Kandidaten des Unternehmens Moderna als "erstaunlich beeindruckend" bezeichnet. Fauci sagte der Nachrichtenagentur AFP, er hätte sich mit Impfungen mit einer Wirksamkeit von 70 bis 75 Prozent zufrieden gegeben. Das US-Biotechnologieunternehmen Moderna hatte am Montag bekannt gegeben, dass sein entwickelter Impfstoff eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent besitzt. "Die Vorstellung, dass wir einen zu 94,5 Prozent wirksamen Impfstoff haben, ist erstaunlich beeindruckend. Es ist wirklich ein spektakuläres Ergebnis, von dem ich glaube, dass niemand erwartet hatte, dass es so gut sein würde", sagte Fauci weiter.

17.11.2020 • 07:04 Uhr

Biden: Trumps Blockadehaltung könnte mehr Menschenleben kosten

Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat Amtsinhaber Donald Trump eindringlich zu gemeinsamen Absprachen im Kampf gegen die Corona-Pandemie aufgefordert. Sonst könnten noch mehr Menschen sterben, warnte Biden. Er verwies dabei auf die Verteilung eines womöglich bald verfügbaren Impfstoffs gegen das Virus. Es handele sich dabei um ein "riesiges, riesiges Unterfangen", sagte Biden. Doch falls sein Team bis zu seinem Amtsantritt warten müsse, ehe es sich mit den Plänen der aktuellen Regierung für eine Impfstoffverteilung befassen könne, sei man mehr als anderthalb Monate im Verzug.

Trump will sich nach wie vor nicht seiner Niederlage fügen. Wegen seiner Blockadehaltung ließ Bidens künftiger Stabschef Ron Klain jüngst durchblicken, dass dessen Übergangsteam seine eigenen Anti-Corona-Planungen vorantreibe.

17.11.2020 • 06:48 Uhr

Lockdown in Österreich hat begonnen

In Österreich ist heute ein strenger Lockdown in Kraft getreten. Die neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie  sehen Schul- und Geschäftsschließungen sowie eine ganztägige Ausgangssperre vor. Ausnahmen gibt es nur noch für den Weg zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen sowie für Sport und Spaziergänge im Freien. Der Handel muss schließen, nur Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Drogerien, Banken und Postämter bleiben geöffnet. Die Maßnahmen gelten vorerst bis zum 7. Dezember.

17.11.2020 • 06:29 Uhr

Niedrigste Zahl an neuen Fällen in Indien seit Mitte Juli

In Indien hat das Gesundheitsministerium 29.163 Neuinfektionen innerhalb eines Tages verzeichnet. Das ist der niedrigste Wert seit Mitte Juli. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg binnen 24 Stunden um 499 auf 130.519. Insgesamt haben sich in dem Land 8,87 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Den Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Infektionsfällen erreichte Indien im September. Indien hat nach den USA die meisten Infektionsfälle weltweit.

17.11.2020 • 05:35 Uhr

RKI: 14.419 Neuinfektionen und 267 weitere Todesfälle

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat 14.419 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungen steigt demnach auf 815.746. Den Daten zufolge starben 267 weitere Menschen mit dem Virus. Die Zahl der Todesfälle erhöht sich damit auf insgesamt 12.814.

17.11.2020 • 04:34 Uhr

Städtebund-Geschäftsführer: Vertagung der Entscheidung über Maßnahmen richtig

"Es ist richtig, dass die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten heute noch keine Entscheidung darüber getroffen haben, ob der Lockdown light über Ende November hinaus fortgesetzt werden muss", sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" gestern Abend. Es müsse abgewartet werden, wie sich das Infektionsgeschehen in den nächsten Tagen entwickele und ob es gelinge, die Zahl der Neuinfektionen zu senken. Er begrüße die "dringend empfohlenen zusätzlichen Kontaktbeschränkungen" als "richtig". So könnten alle dazu beitragen, die extrem beanspruchten Gesundheits- und Ordnungsämter nicht noch zusätzlich zu belasten.

17.11.2020 • 04:34 Uhr

Pfizer testet in vier US-Bundesstaaten Logistik für Impfstoff

Der US-Pharmakonzern wird in vier US-Bundesstaaten mit einem Testlauf für seinen in Partnerschaft mit Biontech erforschten Impfstoffkandidaten beginnen. Mit dem Pilotprojekt in Rhode Island, Texas, New Mexiko und Tennessee soll die Logistikanforderungen für die Auslieferung und den Einsatz des Covid-19-Vakzins überprüft werden, teilte das Unternehmen mit. "Die vier Staaten werden aufgrund des Programms keine Impfdosen früher als andere Staaten erhalten oder anderweitig bevorzugt", sagte Pfizer. Sie seien wegen ihrer unterschiedlichen Größe, Bevölkerungsvielfalt und Immunisierungsinfrastruktur ausgewählt worden.