Eine abendliche Straße an einem Kanal im Kopenhagener Stadtteil Nyhavn. | dpa
Liveblog

Corona-Liveblog zum Nachlesen ++ Wieder strengere Regeln in Kopenhagen ++

Stand: 15.09.2020 21:50 Uhr

In Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen müssen aufgrund steigender Corona-Fallzahlen Restaurants und Bars wieder früher schließen. In Irland müssen sich alle Kabinettsmitglieder in Isolation begeben. Alle Entwicklungen vom Dienstag zum Nachlesen im Liveblog.

  • Regeln in Kopenhagen wieder verschärft
  • Irisches Kabinett muss in Selbst-Isolation
  • Einigung bei Fußball-Fans in Stadien
  • Gesundheitsminister Spahn setzt auf freiwillige Corona-Impfungen
  • Französische Städte streichen zahlreiche Großveranstaltungen
  • Kassenbeiträge sollen leicht ansteigen
  • 1407 registrierte Neuinfektionen in Deutschland
15.9.2020 • 21:50 Uhr

Ende des heutigen Liveblogs

Hiermit schließen wir den Liveblog für heute und danken für Ihr Interesse.

15.9.2020 • 21:34 Uhr

Auflagen in Kopenhagen werden wieder verschärft

Die dänische Regierung hat angeordnet, die Vorsichtsmaßnahmen in der Hauptstadt Kopenhagen und ihren Vororten wieder zu verschärfen.

Bars und Restaurants müssen wieder um 22 Uhr schließen, jeder Gast sowie das Personal müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Wer sich Gäste nach Hause einlädt, muss diese ebenfalls um 22 Uhr nach Hause schicken.

Im übrigen Dänemark dürfen Bars und Restaurants bis 2 Uhr geöffnet bleiben, außer in der Stadt Odense. Hier ist um Mitternacht Schluss.

Die neuen Regelungen sollen vorerst bis Anfang Oktober gelten.

15.9.2020 • 21:29 Uhr

Fast 400 Milliarden Euro Verlust für internationalen Tourismus

Die internationale Tourismusbranche ist infolge der Corona-Krise in eine noch nie dagewesene Krise gestürzt. Wie die UN mitteilten, verzeichneten Unternehmen und Anbieter weltweit im ersten Halbjahr 2020 einen Umsatzrückgang um mindestens 388 Milliarden Euro. Der Verlust war demnach fünf Mal höher als während der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009. Die Zahl der Urlauber ging in diesem Zeitraum weltweit um 65 Prozent zurück.

15.9.2020 • 21:24 Uhr

Mehr als 30.000 Corona-Tote in Spanien

In Spanien haben sich seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie in dem Land nach Angaben des Gesundheitsministeriums mehr als 603.000 Menschen mit dem Virus infiziert. Allein in den vergangenen 24 Stunden seit mehr als 9400 weitere bestätigte Fälle hinzugekommen.

Die Zahl der Todesopfer, die infolge einer Infektion starben, stieg binnen einer Woche um knapp 300 weitere Opfer. Damit starben seit dem Beginn der Pandemie mehr als 30.000 Menschen in Spanien, die an Covid-19 erkrankt waren.

15.9.2020 • 21:17 Uhr

VfL Wolfsburg plant Saison-Auftakt mit Tausenden Fans

Nach der Einigung der Bundesländer auf einen sechswöchigen Testbetrieb, bei dem Fußball-Fans wieder als Zuschauer in den Stadien erlaubt werden sollen, hat der VfL Wolfsburg angekündigt, dass beim Heimspiel am Sonntag im eigenen Stadion 6000 Gäste zugelassen werden sollen. Ursprünglich hatte der VfL nur mit 500 Zuschauern geplant.

Die Einigung der Länder sieht vor, dass maximal 20 Prozent der Kapazität eines Stadions ausgelastet werden dürfen. Der VfL will nun noch abklären, ob sich das auf die Gesamtkapazität bezieht - womit 6000 Zuschauer zulässig wären. Oder ob ausschließlich das Sitzplatzkontingent zählt. In diesem Fall könnten 5200 Zuschauer zum Auftakt kommen.

15.9.2020 • 19:05 Uhr

Irisches Parlament muss in Quarantäne

Das irische Kabinett muss sich in eine einwöchige Quarantäne begeben. Die Minister sollen auf unnötige Kontakte verzichten.

Der Grund ist, dass der irische Gesundheitsminister Stephen Donnelly angegeben habe, sich nicht wohl zu fühlen, teilte ein Sprecher des Parlaments mit.

15.9.2020 • 18:54 Uhr

Arzt steckt Patienten an

In Niederbayern hat ein Arzt mutmaßlich seine Patienten mit dem Coronavirus angesteckt. Obwohl er selbst Krankheitssymptome aufzeigte, setzte er seine Arbeit fort.

15.9.2020 • 18:04 Uhr

In Dublin bleiben Pubs dicht

Wegen eines Anstiegs Infektionsfälle bleiben Pubs in der irischen Hauptstadt Dublin bis auf weiteres geschlossen. Das teilte Regierungschef Micheal Martin mit. Im restlichen Land dürften sie ab kommenden Montag wieder öffnen, so Martin weiter. Alle irischen Pubs waren im März wegen der Pandemie geschlossen worden - Ende Juni durften die wieder öffnen, die auch Essen anbieten.

Seit Beginn der Corona-Pandemie starben in Irland fast 1800 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Virus.

15.9.2020 • 17:30 Uhr

Länder einigen sich bei Fußball-Fans

Kurz vor dem Start der neuen Bundesliga-Saison haben sich die Bundesländer auf einheitliche Regeln geeinigt, die es Fußball-Fans ermöglichen sollen, die Spiele wieder in den Stadien zu verfolgen.

Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, soll zunächst ein sechswöchiger Testbetrieb starten, bei dem geprüft wird, wie gut die Corona-Auflagen eingehalten werden können. Die Grenze der zugelassenen Fans soll demnach oberhalb einer Zahl von 1000 Zuschauern und bei 20 Prozent der jeweiligen Stadion-Kapazität liegen.

Die Regeln sollen laut dpa auch in anderen Sportarten wie Handball oder Basketball übernommen werden.

Tickets für die Spiele sollen nur personalisiert an Fans der Mannschaft verkauft werden, die im jeweiligen Stadion ein Heimspiel austrägt. Vorzugsweise soll der Ticketverkauf rein digital erfolgen.

Spätestens Ende Oktober soll voraussichtlich über die Erkenntnisse aus dem Probebetrieb und die mögliche dauerhafte Zulassung der Fans entschieden werden.

15.9.2020 • 17:18 Uhr

Landgericht Bonn verhandelt über offene Schutzmasken-Rechnungen

Im Streit um offene Rechnungen für Schutzmasken verhandelt das Landgericht in Bonn Ende September über die Klage eines Lieferanten gegen die Bundesrepublik Deutschland. Das namentlich nicht genannte Unternehmen verlangt eine Summe von 589.050 Euro von der Bundesregierung, wie das Gericht mitteilte. Verhandelt werden soll in dem Zivilprozess demnach am 25. September.

Dem Gericht zufolge hatte die Bundesregierung den Kläger im Frühjahr mit der Lieferung von insgesamt 110.000 Masken zum Preis von je 4,50 Euro beauftragt. Weil die gelieferten Masken nicht den vereinbarten Qualitätsstandards entsprochen haben sollen, trat die Regierung vom Kaufvertrag zurück. Im August war berichtet worden, dass Dutzende Maskenlieferanten Klagen gegen das Gesundheitsministerium eingereicht hätten, weil gelieferte Waren nicht oder nur teilweise bezahlt worden seien. Demnach geht es um ausstehende Zahlungen in Höhe von etwa 400 Millionen.

15.9.2020 • 16:58 Uhr

Continental will Werk in Aachen schließen

Corona- und Strukturkrise zwingen die Autoindustrie zu verstärktem Jobabbau. Auch die Reifenproduktion von Continental in Aachen soll geschlossen werden. 1800 Stellen wären von der Maßnahme betroffen. Endgültig beschlossen sei dies aber noch nicht.

15.9.2020 • 16:52 Uhr

Krankenkassenbeiträge sollen 2021 leicht ansteigen

Wegen eines Milliardenlochs bei den gesetzlichen Krankenkassen in der Corona-Krise müssen sich die Mitglieder im neuen Jahr auf etwas höhere Beiträge gefasst machen. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag für 2021 soll um 0,2 Punkte auf 1,3 Prozent steigen, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Finanzminister Olaf Scholz vereinbarten.

Die konkrete Höhe des Zusatzbeitrags legen die Kassen selbst für ihre Mitglieder fest, sie können dabei vom Durchschnitt abweichen.

Versichertenkarte einer Krankenkasse | dpa

Die Krankenkassenbeiträge werden leicht steigen im kommenden Jahr. Bild: dpa

Über höhere Zusatzbeiträge sollen drei Milliarden Euro hereinkommen. Um den gesamten Zusatzbedarf von 16 Milliarden Euro für 2021 zu decken, sollen weitere acht Milliarden Euro aus Reserven der Kassen aufgebracht werden. Dazu kommt ein extra Bundeszuschuss von fünf Milliarden Euro auf insgesamt 19,5 Milliarden Euro, heißt es in einem zwischen beiden Ministerien geeinten Konzept, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Zuerst berichteten die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und das Redaktionsnetzwerk Deutschland darüber.

15.9.2020 • 16:38 Uhr

WHO-Europa-Chef: Müssen eine Corona-Müdigkeit vermeiden

Das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht Europa deutlich besser im Kampf gegen das Coronavirus aufgestellt als zu Beginn der Pandemie. Der Ausbruch im Frühjahr habe sowohl Stärken als auch Schwächen der Region offengelegt, aus denen man bereits jetzt wichtige Erkenntnisse ziehe, sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge der Deutschen Presse-Agentur. Auch wenn sich die Lage im Winter verschlechtern werde, könne man auf diesen Erfahrungen aufbauen. Zugleich warnte er vor einer Corona-Müdigkeit und einem zunehmenden Mangel an Vertrauen in die Wissenschaft.

Entscheidend sei unter anderem, den Sorgen der Menschen zu begegnen und die Gesundheit gleichzeitig weit oben auf die politische Agenda zu setzen, sagte Kluge. Es gelte, die Jüngeren der Gesellschaft im Corona-Kampf an Bord zu holen. Man müsse sich klarmachen, dass Jugendliche wegen der Pandemie einen Sommer ihres Lebens verpasst hätten. "Viele junge Leute haben das Gefühl, dass die Pandemie für sie mit einem geringen Risiko und hohen Kosten kommt." Für den daraus entstehenden Frust müsse Verständnis aufgebracht werden.

15.9.2020 • 16:25 Uhr

Nach Corona-Verstößen: Maskenpflicht auf Hansa-Südtribüne

Nach Verstößen gegen Corona-Auflagen beim DFB-Pokalspiel des FC Hansa Rostock gegen den VfB Stuttgart müssen die Fans auf der Südtribüne künftig einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Diese Entscheidung sei nach Gesprächen mit der Stadt und dem Gesundheitsamt gefallen, sagte Hansa Rostocks Vorstandschef Robert Marien der Deutschen Presse-Agentur.

Zuvor hatte Rostocks Sozial- und Gesundheitssenator Steffen Bockhahn (Linke) angekündigt, dass als Konsequenz aus den Verstößen auf der Fantribüne am Samstag künftig weniger Tickets verkauft würden. Dies sei eine Option gewesen, die diskutiert worden sei, erklärte Marien. Letztlich habe man sich dann aber für die Maskenpflicht im Sektor Süd mit rund 2000 Plätzen entschieden. Es könne dort immer wieder zu Situationen kommen - etwa beim Jubeln -, in denen sich die Fans nahe kommen.

15.9.2020 • 16:18 Uhr

Oberverwaltungsgericht bestätigt Corona-Quarantäne für Schülerin

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat eine Corona-Quarantäne-Anordnung der Stadt Potsdam für eine Schülerin bestätigt. Mit dem Beschluss vom 11. September habe das Gericht ein vorhergehendes Urteil des Verwaltungsgerichts Potsdam aufgehoben, das die Quarantäne-Anordnung für rechtswidrig erklärt hatte, teilte die Stadtverwaltung mit.

Die Eltern waren den Angaben zufolge gegen die angeordnete 14-tägige häusliche Absonderung der Schülerin vorgegangen. Die Landeshauptstadt Potsdam hatte die Schülerin als Kontaktperson ersten Grades in Quarantäne geschickt. Die Schülerin gehört zu einer Gruppe Kinder, die im Hort einer Schule Kontakt zu einem mit dem Coronavirus infizierten Erzieher hatte.

15.9.2020 • 16:15 Uhr

Kassenärzte fürchten Engpass bei Grippeimpfdosen - Spahn nicht

Nach der Ständigen Impfkommission melden nun auch die Kassenärzte Zweifel an, dass Deutschland in diesem Jahr über genügend Grippe-Impfdosen verfügt. "Wenngleich für die kommende Impfsaison 2020/2021 mit voraussichtlich 25 Millionen Impfstoffdosen zwar mehr Impfstoff als in den vergangenen Jahren zur Verfügung steht, ist dennoch eine Knappheit zu erwarten", heißt es in einem Reuters vorliegenden Papier der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Daher sollten die Arztpraxen zunächst und verstärkt Risikogruppen auf die empfohlene Impfung ansprechen und impfen.

Dagegen betonte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn heute, dass es genügend Impfstoff für die kommende Grippesaison gebe. Deutschland habe sich 26 Millionen Dosen gesichert, normalerweise seien es 18 bis 19 Millionen, sagte er. Wenn es gelänge, dass alle 26 Millionen Dosen verimpft würden, wäre das schon ein "großer Erfolg" in dieser Pandemie. Denn sowohl die Grippe als auch Covid-19 seien beides Atemwegserkrankungen, die dieselben Teile des Gesundheitswesens gleichzeitig belasten könnten. Für das Grippegeschehen würde es einen deutlichen Unterschied machen, wenn alle Impfdosen auch genutzt würden.

Eine Patientin lässt sich in einer Polyklinik gegen Grippe impfen. | dpa

Bild: dpa

15.9.2020 • 16:15 Uhr

Bund pocht auf Sicherheit bei Entwicklung von Corona-Impfstoff

Der Bund pocht trotz der millionenschweren Förderung zur Beschleunigung der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes in Deutschland auf Sicherheit in der Forschung. "Auch wenn die Welt auf einen Impfstoff wartet, riskante Abkürzungen werden wir hier nicht nehmen", sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek.

In puncto Sicherheit und Wirksamkeit dürften keine Abstriche gemacht werden, betonten Karliczek und Gesundheitsminister Jens Spahn auf einer gemeinsamen Pressekonferenz. "Sicherheit hat an dieser Stelle absolute Priorität", sagte Karliczek.

15.9.2020 • 15:39 Uhr

Weiteres Viertel auf Mallorca wird gesperrt

Auf der spanischen Urlaubsinsel Mallorca soll erneut ein Wohngebiet der Hauptstadt Palma abgeriegelt werden. Die Einschränkungen im Gebiet Arquitecte Bennàssar im Nordosten der Stadt werde man bis zum Wochenende beschließen und in Kraft treten lassen, kündigte die Ministerpräsidentin der Balearen, Francina Armengol, im Regionalparlament an.

Seit Freitagabend ist auf Mallorca das an Arquitecte Bennàssar angrenzende Son Gotleu abgeriegelt. Die etwa 23.000 Betroffenen dürfen das Arbeiterviertel seitdem nur noch verlassen, um zur Arbeit, zu einem Arzt oder einem Krankenhaus sowie zur Schule oder einer anderen Bildungseinrichtung zu gehen oder um sich um Pflegebedürftige zu kümmern. Diese Anordnung gilt zunächst für zwei Wochen.

Ein Mann schließt eine Eisdiele im Stadtteil Son Gotleu in Palma de Mallorca. | AFP

Das Viertel Son Gotleu ist bereits seit vergangenem Freitag gesperrt. Bild: AFP

15.9.2020 • 15:06 Uhr

Lettland verkürzt Quarantäne auf zehn Tage

Lettland schickt Neuankömmlinge und Heimkehrer aus Risikogebieten künftig nur noch zehn statt 14 Tage in Corona-Quarantäne. Bislang mussten sich Menschen, die aus Ländern mit hohen Infektionsraten in das baltische EU-Land einreisen, für zwei Wochen isolieren.

Ausgenommen von der Verkürzung sind Personen, die in Kontakt mit einem Corona-Infizierten waren - sie müssen weiterhin 14 Tage in Quarantäne. Das gilt grundsätzlich auch für Mitarbeiter von Gesundheits-, Sozial- und Bildungseinrichtungen, die in engem Kontakt mit anderen Menschen sind.

Lettland mit seinen 1,9 Millionen Einwohnern verzeichnete bislang 1482 bestätigte Infektionen und 35 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus.

15.9.2020 • 14:50 Uhr

Drei neue Infektionen nach Vorfall in Garmisch-Partenkirchen

Nach dem mutmaßlich durch eine sogenannte Superspreaderin verursachten großen Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen hat sich die Zahl der neuen Fälle nur geringfügig erhöht. Die am Wochenende vorgenommenen zusätzlichen 740 Corona-Tests hätten nur drei neue positive Tests ergeben, sagte Landrat Anton Speer (Freie Wähler) vor Journalisten. "Das ist sehr erfreulich." Die Ergebnisse von am Montag vorgenommenen Tests standen aber noch aus.

Eine 26-jährige US-Bürgerin, die als zivile Mitarbeiterin der US-Armee in der Gastronomie arbeitet, soll trotz Corona-Symptomen und einer Quarantäneempfehlung im Nachtleben unterwegs gewesen sein und dabei mehrere Menschen angesteckt haben. Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt gegen sie.

Die Zahl der Ansteckungen stieg in Garmisch-Partenkirchen in der Folge auf über 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Landrat Speer sagte, aktuell gebe es 59 positive Fälle mit Corona-Infektionen. Garmisch-Partenkirchen sei aber kein Krisengebiet, Touristen könnten ohne Weiteres in die Stadt kommen.

15.9.2020 • 14:37 Uhr

Schweden öffnet Altenheime für Besucher

In Schweden dürfen Bewohner von Altersheimen bald wieder von ihren Angehörigen besucht werden. Ein entsprechendes und seit fast sechs Monaten geltendes Besuchsverbot für die Heime werde zum 1. Oktober aufgehoben, gab Sozialministerin Lena Hallengren in Stockholm bekannt.

Das Verbot sei für viele Ältere und ihre Angehörige die wohl weitreichendste Beschränkung der Corona-Krise gewesen, im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus aber notwendig gewesen, sagte Hallengren. Der Leiter der nationalen Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten, Johan Carlson, mahnte jedoch an, dass es jetzt zu keinem Besucheransturm auf die Heime kommen dürfe.

15.9.2020 • 14:33 Uhr

Sportevents in Irland mit einigen Zuschauern

Sportveranstaltungen in Irland dürfen ab Mittwoch wieder vor Zuschauern stattfinden. Der irische Premierminister Micheal Martin kündigte entsprechende Pläne an. Bei Stadien mit mehr als 5000 Plätzen dürfen maximal 200 Menschen anwesend sein, in kleineren Veranstaltungsorten höchstens 100 Zuschauer. Für besonders große Stadien - zum Beispiel Dublins Croke Park mit rund 82.000 Plätzen - soll das Limit zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt werden.

Nach einem strengen Lockdown wegen der Corona-Pandemie von März bis Juni hatte Irland vorübergehend bis zu 200 Zuschauer bei Veranstaltungen unter freiem Himmel zugelassen. Nach dem Anstieg der Infektionszahlen galten seit August wieder strengere Vorschriften.

Bevorstehende große Sportereignisse in Irland sind die Spiele der Fußball-Nationalmannschaft in der Nations League gegen Wales und Finland sowie die Six-Nations-Partie des irischen Rugby-Teams gegen Italien.

15.9.2020 • 14:28 Uhr

Misstrauen in Corona-Krise auch von Parteipräferenz abhängig

Bei der Frage, ob Menschen in der Corona-Krise dem Gesundheitssystem und der Politik der Bundesregierung vertrauen, spielt laut einer Studie der Universität Konstanz auch die Parteinähe eine entscheidende Rolle. Generell schätzt die Bevölkerung die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems als hoch ein. 67,6 Prozent der Befragten gaben an, dass sie ein "sehr hohes" oder "hohes" Vertrauen haben, im Falle einer eigenen Corona-Erkrankung die notwendige Versorgung zu bekommen, wie der Politikwissenschaftler Marius Busemeyer mitteilte.

Die Zustimmungswerte unterscheiden sich laut Studie aber stark zwischen den Anhängern der Parteien. Während diejenigen, die die Grünen unterstützen, zu 80,4 Prozent dem Gesundheitssystem vertrauen, tun dies nur 44,1 Prozent der AfD-Unterstützer. Bei CDU/CSU beträgt die Quote 79,5 Prozent, SPD 73,8 Prozent, FDP 76,1 Prozent und Linke 75,8 Prozent.

Die Konstanzer Forscher befragten für ihre repräsentative Untersuchung von April bis Mai dieses Jahres 3200 Menschen in Deutschland. Über die Informationspolitik der Bundesregierung herrsche demnach eine größere Unzufriedenheit. Im Bevölkerungsdurchschnitt seien lediglich 48,2 Prozent der Meinung, dass die Bundesregierung "ziemlich" oder "sehr wahrheitsgetreu" informiert habe. Auch bei diesem Thema seien AfD-Anhänger besonders misstrauisch. Nur 11,9 Prozent von ihnen glaubt an "ziemlich" oder "sehr" wahrheitsgetreue Informationslage. Im Gegensatz dazu bringen diejenigen, die den Grünen (69,4 Prozent) oder der CDU/CSU (66 Prozent) nahestehen, der Informationspolitik der Regierung viel Vertrauen entgegen. Bei der SPD sind es 61,1 Prozent, bei der FDP 54,3 und bei den Linken 53,1 Prozent.

15.9.2020 • 13:37 Uhr

Gesundheitsminister Spahn setzt auf freiwillige Corona-Impfungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat erneut betont, dass keine Impfpflicht gegen das Coronavirus eingeführt werden soll. "Es wird zu einer freiwilligen Impfung kommen", sagte Spahn in Berlin. Um eine Herdenimmunität zu erreichen, müssten sich in Deutschland demnach 55 bis 65 Prozent der Bürger impfen lassen. "Wir sind sehr, sehr zuversichtlich, dass wir das Ziel einer ausreichend hohen Impfquote freiwillig erreichen."

Spahn und Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) gehen davon aus, dass es im kommenden Jahr einen Corona-Impfstoff für große Teile der Bevölkerung geben wird. Damit das gelingt, fördert der Bund die Impfstoffentwicklung des Tübinger Biotechunternehmens Curevac sowie der Mainzer Firma Biontech. Als drittes Unternehmen soll die Firma IDT Biologika aus Dessau-Roßlau Mittel erhalten. Die Gespräche dazu liefen aber noch, so Karliczek.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Wissenschafts- und Bildungsministerin Anja Karliczek bei der Pressekonferenz über ein deutsches Programm zur Unterstützung der Entwicklung eines COVID-19-Impfstoffs. | REUTERS

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Wissenschafts- und Bildungsministerin Anja Karliczek bei der Pressekonferenz über ein deutsches Programm zur Unterstützung der Entwicklung eines COVID-19-Impfstoffs. Bild: REUTERS

15.9.2020 • 13:33 Uhr

Polen droht Mangel an Grippeimpfstoffen

Die Corona-Pandemie stellt das polnische Gesundheitssystem vor Probleme bei den jährlichen Grippeschutzimpfungen. Gesundheitsminister Adam Niedzielski sagte dem Radiosender Zet, sein Ministerium habe am Montag mit wichtigen Impfstofflieferanten über Möglichkeiten gesprochen, zusätzliche Lieferungen zu erhalten. Wie Niedzielski erläuterte, lässt sich jedes Jahr nur ein geringer Teil der Bevölkerung - 1,5 Millionen oder 4 Prozent der 38 Millionen Einwohner - gegen Grippe impfen. Dieses Jahr zeichne sich aber eine höhere Nachfrage ab, als vor der Corona-Pandemie zu erwarten gewesen sei.

15.9.2020 • 13:25 Uhr

Französische Städte streichen zahlreiche Großveranstaltungen

Wegen der massiv gestiegenen Corona-Infektionszahlen haben Paris, Marseille, Bordeaux und andere franzöische Städte eine Reihe von Großveranstaltungen und Messen mit mehr als tausend Teilnehmern abgesagt.

In Paris fällt die internationale Kunstmesse FIAC im Grand Palais (22.-25.10.) aus, wie die Organisatoren mitteilten. Der Verwaltungsbezirk Nord mit den Städten Dünkirchen und Lille sagte wegen der "brutalen Beschleunigung" der Infektionszahlen geplante Nachbarschaftsfeste sowie die Europäischen Tage des Kulturerbes (19./20.9.) ab. Bordeaux verbot zudem Tanzveranstaltungen, Marseille will unter anderem Versammlungen an Stränden oder in Parks von mehr als zehn Menschen auflösen.

In den betroffenen Gebieten überschreitet die Zahl der Neuinfektionen den Wert von 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen einer Woche deutlich. In Marseille stieg er zuletzt auf mehr als 300. Ausgangsbeschränkungen will die französische Regierung möglichst vermeiden.

15.9.2020 • 12:49 Uhr

Britische Kliniken warnen vor Engpässen bei Coronavirus-Tests

Britische Krankenhäuser haben vor Engpässen bei Coronavirus-Tests gewarnt. Zu wenige Testmöglichkeiten träfen auch Angestellte im Gesundheitsdienst NHS, teilte die Organisation NHS Providers mit. Diese müssten bei Infektionsverdacht mit ihren Familien so lange in Quarantäne, bis ein Testergebnis vorliege. Das könne zu größeren Fehlzeiten beim Krankenhauspersonal führen. Am Wochenende hätten Krankenhäuser in London, Leeds und Bristol Alarm geschlagen.

15.9.2020 • 12:39 Uhr

Biontech: Bund zahlt bis zu 375 Mio Euro für Impfstoff-Entwicklung

Zur Beschleunigung der Corona-Impfstoffentwicklung in Deutschland unterstützt der Bund auch das Biotechunternehmen Biontech. Die Mainzer Firma soll im Rahmen des Sonderprogramms des Bundesforschungsministeriums bis zu 375 Millionen Euro erhalten, wie Biontech mitteilte. Das Unternehmen werde damit einen Teil seines Impfstoffprojekts finanzieren, das gemeinsam mit den Partnern Pfizer und Fosun Pharma entwickelt wird.

15.9.2020 • 12:34 Uhr

Deutsche Wirtschaft hat sich in Sommermonaten weiter erholt

Die deutsche Wirtschaft kommt nach Einschätzung des Statistischen Bundesamtes zusehends aus dem Corona-Tief. Nach dem tiefen Einbruch im zweiten Quartal "konnte sich die deutsche Wirtschaft in den Sommermonaten Juli und August wieder etwas erholen", fassten die Wiesbadener Statistiker am Dienstag jüngste Konjunkturdaten zusammen. "Frühindikatoren (...) deuten eine weitere Erholung an", sagte Albert Braakmann, Leiter der Abteilung "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, Preise".

15.9.2020 • 11:56 Uhr

Hongkong lockert Schutzvorschriften

Hongkong lockert nach einem Corona-Massentest von 1,8 Millionen Menschen - das ist fast ein Viertel der Bevölkerung - die Schutzvorschriften. Von Freitag an dürfen Bars, Schwimmbäder und Freizeitparks unter Auflagen wieder öffnen, teilt Gesundheitsministerin Sophia Chan mit. Allerdings bleiben die Strände weiter gesperrt und Versammlungen mit mehr als vier Personen verboten. Chan rief die Bevölkerung auf, wachsam zu blieben. Bei dem Massentest wurden 42 Infektionsfälle entdeckt.

15.9.2020 • 11:53 Uhr

Grünen-Minister fordern "Rettungsschirm für Verbraucher"

Die grünen Verbraucherschutzminister von sechs Bundesländern haben von der Bundesregierung einen "Rettungsschirm für Verbraucher" gefordert. Millionen Verbraucher seien "derzeit nicht ausreichend vor den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie geschützt", heißt es in einem Brief an die Bundesministerin für Justiz und Verbraucherschutz, Christine Lambrecht (SPD).

Die Unterzeichner fordern eine Deckelung von Inkasso-Gebühren, eine stärkere Einschränkung von Vorkasse-Geschäften und eine Wiederauflage des Kreditmoratoriums. Die im März eingeführte Möglichkeit, die Bedienung von Krediten aussetzen zu können, ist inzwischen ausgelaufen.

Mit Vorkasse-Geschäften werde vielen Menschen die Liquidität für existenzielle Zahlungen wie die Miete entzogen, heißt es in dem Brief. In der Corona-Krise sei das Vertrauen von Verbrauchern geschädigt worden, indem etwa Ticket-Zahlungen für stornierte Flüge nicht zeitnah erstattet worden seien. Angeregt wurde das Schreiben von der rheinland-pfälzischen Verbraucherschutzministerin Anne Spiegel. Unterzeichnet haben auch die grünen Ressortchefs aus Brandenburg, Berlin, Hamburg, Hessen und Thüringen.

15.9.2020 • 11:36 Uhr

Bundespräsident Steinmeier lädt Bürger zum Corona-Talk ein

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier will sich am kommenden Dienstag mit Bürgern über die Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie austauschen. Wie das Bundespräsidialamt in Berlin mitteilte, hat er für kommenden Dienstag eine Schuldenberaterin, eine Schülersprecherin, einen Arzt, Kinderbuchautoren und Geschäftsführer eines Kulturfestivals zu einer Kaffeetafel ins Schloss Bellevue eingeladen. Das Thema der Gesprächsrunde lautet "Beschränkungen in der Corona-Krise: notwendig oder unangemessen?" Steinmeier wolle sich über Sinn, Sorgen und Kritik an den Schutzmaßnahmen austauschen, hieß es.

15.9.2020 • 11:24 Uhr

Chinas Wirtschaft erholt sich schneller als erwartet

Zu Jahresbeginn erlebte Chinas Wirtschaft einen historischen Einbruch. Nach dem Corona-Schock erholt sich die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt nun wieder - schneller, als von vielen erwartet.

15.9.2020 • 10:56 Uhr

Weihnachtsgottesdienst auf dem Fußballplatz?

Rund hundert Tage vor Weihnachten bereiten sich viele Kirchengemeinden in Deutschland auf mögliche Alternativen für die Gottesdienste in Kirchen vor. Neben digitalen Formaten und den Übertragungen im Fernsehen und Radio wolle man raus ins Freie, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm im Interview mit RTL und ntv. "Wir wollen in die Mitte der Orte: Auf die Marktplätze, auf Fußballplätze, vielleicht auch an den Waldrand", so der bayerische Landesbischof. Man habe Erfahrungen mit Gottesdiensten in Stadien. Die Menschen scheuten sich nicht vor Wetter und Kälte. "Die ziehen dann eine lange Unterhose an", so Bedford-Strohm.

15.9.2020 • 10:52 Uhr

Caritas hilft Italienern, die ihre Wohnung nicht mehr verlassen

Für Menschen, die auch nach dem Lockdown nicht wieder aus ihrer Wohnung herauskommen, bietet die Caritas in Rom spezielle Hilfe an. Wie der Verband in Italiens Hauptstadt mitteilte, wendet sich das Angebot an Fachleute und Freiwillige, die sich um sogenannte Hikikomori kümmern. Der japanische Begriff "Hikikomori" bezeichnet Menschen, die sich freiwillig in ihrer Wohnung oder ihrem Zimmer einschließen und den Kontakt zu anderen auf ein Minimum reduzieren. Nach Angaben eines Caritas-Sprechers gibt es in Rom aktuell 300 bekannte Fälle. In ganz Italien leiden Schätzungen zufolge 60.000 bis 100.000 Menschen unter dem Problem.

15.9.2020 • 10:43 Uhr

Serbischer Kriegsverbrecher Krajisnik stirbt an Corona

Der frühere bosnische Serben-Führer Momcilo Krajisnik ist im Alter von 75 Jahren an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Dies berichtete das örtliche Portal "nezavisne.com" unter Berufung auf das Universitätsklinikum in Banja Luka, wo Krajisnik zuletzt behandelt wurde. Der verurteilte Kriegsverbrecher war ein enger Vertrauter des damaligen RS-Präsidenten Radovan Karadzic, den das Haager Jugoslawien-Tribunal wegen Genozids und anderer Kriegsverbrechen 2019 zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilte.

Krajisnik war im Jahr 2000 von französischen Soldaten der Bosnien-Friedenstruppe SFOR verhaftet worden. Das Haager Tribunal hatte ihn in erster Instanz zu 27 Jahren, im Berufungsverfahren zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. 2013 kam er frei.

15.9.2020 • 10:31 Uhr

AfD scheitert mit Eilantrag gegen Maskenpflicht im Bayerischen Landtag

Bayerischer Verfassungsgerichtshof |

Bayerischer Verfassungsgerichtshof

Die Maskenpflicht im Bayerischen Landtag bleibt in Kraft: Der Bayerische Verfassungsgerichtshof hat einen Antrag der AfD-Fraktion auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gegen die Maskenpflicht abgewiesen.

Durch die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung würden Abgeordnetenrechte jedenfalls nicht offenkundig verletzt, teilte das Gericht mit. "Eine Beeinträchtigung des Kernbereichs der Mandatsausübung ist nicht erkennbar."

Auch im Hauptverfahren droht der AfD-Fraktion eine Pleite. Das Gericht erklärte, es sprächen gewichtige Anhaltspunkte dafür, dass der Antrag in der Hauptsache keinen Erfolg haben wird.

15.9.2020 • 10:23 Uhr

Britische Innenministerin Patel: "Bei Partys Polizei rufen"

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus dringt die britische Innenministerin Priti Patel auf eine strikte Einhaltung der strengeren Kontaktregeln. Die Menschen müssten helfen, die Ausbreitung zu stoppen. Dazu gehöre auch, die Polizei zu alarmieren, wenn sich Menschen nicht an die Kontaktbeschränkungen halten. Statt 30 dürfen sich nur noch sechs Menschen treffen. "Wenn eine größere Party stattfindet, wäre es richtig, die Polizei zu rufen", sagt die Ministerin.

15.9.2020 • 09:57 Uhr

Rechtsexperte äußert sich zum Superspreader-Fall von Garmisch

Während sie auf ihr Testergebnis wartete, ging eine Frau trotz Symptomen feiern - und steckte offenbar viele Menschen mit Corona an. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen sie. Welche Konsequenzen könnten ihr bevorstehen? 

15.9.2020 • 08:57 Uhr

Drei Corona-Infektionen: Chinesische Stadt verhängt Lockdown

Auf die Entdeckung von drei Coronavirus-Infektionen an der Grenze zu Myanmar haben die chinesischen Behörden mit umfangreichen Maßnahmen reagiert. Wie die Behörden mitteilten, ordneten sie nach dem Nachweis der Ansteckungen in in Ruili einen Lockdown der Grenzstadt sowie Massentests der Bevölkerung an. Seit Montagabend dürfe niemand mehr in die Kleinstadt einreisen oder sie verlassen. Die 210.000 Einwohner wurden aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Abgesehen von Lebensmittelläden und Apotheken mussten alle Geschäfte schließen.

In der chinesischen Grenzstadt Ruili führen die Behörden  Corona-Massentest in der Bevölkerung durch. | AFP

In der chinesischen Grenzstadt Ruili führen die Behörden Corona-Massentest in der Bevölkerung durch. Bild: AFP

15.9.2020 • 08:48 Uhr

Zahl der Industrie-Beschäftigten stark gesunken

Die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Industrie ist wegen der Corona-Krise so stark gesunken wie seit über zehn Jahren nicht mehr. Ende Juli waren gut 5,5 Millionen Personen in den Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes tätig. Das waren 164.000 oder 2,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt mit. "Dies ist der höchste prozentuale Rückgang der Beschäftigtenzahl zum Vorjahresmonat seit Mai 2010", hieß es. Damals litt die Industrie unter den Nachwehen der Finanzkrise.

15.9.2020 • 08:39 Uhr

Gewerkschaft beharrt auf Rechtsanspruch für Home-Office

In der Diskussion um Arbeit im Home-Office beharren die Gewerkschaften trotz scharfer Kritik der Arbeitgeber auf einem Rechtsanspruch der Beschäftigten. DGB-Chef Reiner Hoffmann sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": Es ist doch völlig klar, dass einige Berufe sich nicht fürs Home-Office eignen.

"Die Pflege muss am Menschen erbracht werden, und auch auf dem Bau wird man nicht zu Hause arbeiten können." Dennoch könne es nicht ausschließlich ins Ermessen der Arbeitgeber gestellt sein, ob Beschäftigte ihre Ansprüche auf mehr Zeitsouveränität wahrnehmen können. Daher halte er einen Rechtsanspruch auf Home-Office für richtig.

15.9.2020 • 08:20 Uhr

Asien-Pazifik: Erstmals seit 60 Jahren kein Wirtschaftswachstum

Die Volkswirtschaft in der Asien-Pazifik-Region wird 2020 im Zuge der Corona-Pandemie erstmals seit 60 Jahren schrumpfen. Nach einem Bericht der Asiatischen Entwicklungsbank wird das Bruttoinlandsprodukt der Region voraussichtlich um 0,7 Prozent sinken. Es handele sich um das erste negative Wirtschaftswachstum seit Anfang der 1960er Jahre, so die Bank mit Sitz in Manila. Der asiatisch-pazifische Raum mit knapp 50 Ländern reicht von Aserbaidschan bis Vanuatu und umfasst Schwergewichte wie China, Indien und Australien.

15.9.2020 • 08:11 Uhr

Weltrisikobericht: Pandemie erhöht Gefahr für Flüchtlinge

Im gefährlichen Zusammenspiel aus Krisen und Flucht hat die Corona-Pandemie die besondere Verletzlichkeit von Migranten verstärkt, so das Fazit des neuen Weltrisikoberichts. Der Klimawandel und Naturextreme wie Überschwemmungen und Stürme trieben Menschen in die Flucht, wo sie meist in prekären Verhältnissen lebten und Krisen wenig entgegenzusetzen hätten, heißt es in dem Bericht von Bündnis "Entwicklung Hilft" und dem Friedensinstitut der Uni Bochum.

Der Bericht verweist auf mangelhafte Hygienebedingungen und Infektionsschutzmaßnahmen in überfüllten Flüchtlingscamps, auf Grenzschließungen und Beeinträchtigungen in der Versorgung, unter denen Geflüchtete und Vertriebene und auch Wanderarbeiter besonders litten

15.9.2020 • 07:42 Uhr

Bill Gates rechnet Anfang 2021 mit Zulassung von Impfstoffen

Microsoftgründer Bill Gates (64) erwartet Millionen Todesfälle durch Covid-19. Die Pandemie habe viele Erfolge bei der Bekämpfung von Armut und Krankheiten zunichte gemacht, erklärte Gates im "Spiegel"-Gespräch. 37 Millionen Menschen seien in extreme Armut zurückgefallen,weil Covid-19 die Räder der Weltwirtschaft verlangsamt habe. Für die katastrophalen Corona-Fallzahlen in den USA machte er US-Präsident Donald Trump verantwortlich.

Gates, der mit der Bill & Melinda Gates Foundation in den vergangenen zehn Jahren mehr als 20 Milliarden US-Dollar in Impfstoffe investiert hat, wies den Vorwurf zurück, seine Stiftung habe zu wenig für die Pandemievorbereitung getan. Er sagte, seine Stiftung könne nicht die Lücken füllen, die der Austritt der USA aus der Weltgesundheitsorganisation gerissen habe.

In einem Gespräch mit der BILD-Zeitung sagte der US-Milliardär, dass er in den ersten Monaten des kommenden Jahres mit der Zulassung von drei oder vier Impfstoffen rechne. "Um den Impfstoff sieben Milliarden Menschen zur Verfügung zu stellen, brauchen wir fast 14 Milliarden Dosen", sagte der US-Unternehmer. "Das wurde noch nie gemacht." Das erfordere ganz neue Strategien.

Bill Gates |

Microsoftgründer Gates warnt seit langem vor Pandemien und ist Teil einer globalen Impfallianz. Mit weiteren nicht-staatlichen Geldgebern gehört er mittlerweile zu den Großfinanziers der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

15.9.2020 • 07:26 Uhr

China meldet bessere Konjunkturdaten als erwartet

In China deuten aktuelle Konjunkturdaten auf eine weitere Erholung der Wirtschaft vom Corona-Schock zum Jahresanfang hin. Im August entwickelten sich sowohl die Industrieproduktion als auch der Einzelhandelsumsatz sowie die Investitionen in Sachanlagen besser als erwartet. Die Produktion in der Industrie sei im August im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 Prozent gestiegen, teilte das Statistikamt in Peking mit. Dies ist der stärkste Anstieg in diesem Jahr.

15.9.2020 • 06:57 Uhr

Prostitution auf Reeperbahn wieder erlaubt

Prostitution ist an der berühmten Reeperbahn in Hamburg ab heute unter strengen Auflagen wieder zulässig - allerdings nur in angemeldeten Prostitutionsstätten. Nach monatelangem Corona-Lockdown hatten sich Hamburg und auch das benachbarte Schleswig-Holstein vergangene Woche auf ein abgestimmtes Vorgehen bei der Wiederzulassung der Prostitution verständigt.

Um das Infektionsrisiko gering zu halten, muss ein Hygienekonzept vorliegen. Weitere Auflagen sind das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, vorherige Terminvereinbarungen, Aufnahme von Kundenkontaktdaten, ausreichende Belüftung und ein Alkoholverbot.

Eine Sexarbeiterin liegt in einem Zimmer des Laufhauses "Sex Inn" im Frankfurter Bahnhofsviertel auf einem Bett | dpa

In Hamburg und Schleswig-Holstein ist ab heute Prostitution wieder erlaubt. Die Sexarbeiterinnen müssen strenge Auflagen einhalten. Bild: dpa

15.9.2020 • 06:42 Uhr

Mehr als 80.000 Corona-Tote in Indien

Indien meldete 83.809 neue Coronavirus-Infektionen. Das sei der niedrigste Anstieg innerhalb von 24 Stunden in den vergangenen sieben Tagen, teilte das Gesundheitsministerium mit. In der zweitbevölkerungsreichsten Nation der Welt haben sich 4,93 Millionen Menschen mit Covid-19 infiziert. Experten befürchten, dass am Mittwoch die fünf-Millionen-Grenze überschritten werden könnte.

Indien, wo es täglich mehr Ansteckungen gibt als in jeder anderen Nation, liegt bei den Gesamtinfektionen hinter den Vereinigten Staaten. Die Zahl der Todesopfer hat laut Ministerium am Dienstag die 80.000 überschritten und sei in den letzten 24 Stunden um 1.054 gestiegen.

15.9.2020 • 06:02 Uhr

Zugfahren in der Corona-Krise: Scheuer sieht keinen Grund zu Panik

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sieht keinen Anlass, dass Fahrgäste das Zugfahren in der Corona-Krise generell meiden sollten. "Es gibt keinen Grund zur Panik, wenn sich jeder an die Verhaltensregeln hält", sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. "Das Fahrgastaufkommen ist weit, weit unter dem, was wir zu Spitzenzeiten hatten." Aktuelle Studien zeigten, dass die Züge kein Hotspot seien, genauso wenig wie Flugzeuge. "Mit den digitalen Helferlein wie Apps können die Verbraucher schon bei der Buchung die Auslastung sehen und überlegen, ob sie doch den nächsten Zug nehmen", sagte Scheuer. "Das ist auch ein Thema der Vernunft. Ich weiß, dass es in der S-Bahn schwieriger ist, weil man morgens zur Arbeit muss oder die S-Bahn braucht, um zu einen Termin zu kommen."

15.9.2020 • 05:26 Uhr

1407 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach RKI-Angaben 1407 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 261.762 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9362. Seit dem Vortag wurden zwölf Todesfälle mehr gemeldet. Bis zum Morgen hatten etwa 234.600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

15.9.2020 • 04:45 Uhr

Brasilien: Vorsitzender Richter des Obersten Gerichtshofs hat Corona

Der Vorsitzende Richter des Obersten Gerichtshofs in Brasilien hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Luiz Fux gehe es gut, doch werde er für zehn Tage in Isolation bleiben, teilte die Institution mit. Der Richter gehört dem höchsten Gericht des Landes seit 2011 an, an dessen Spitze rückte er erst vor fünf Tagen. Das Topamt hatte zuvor José Dias Toffoli inne. Der 67 Jahre alte Fux wird den Posten des Vorsitzenden für die kommenden zwei Jahre bekleiden. Der Oberste Gerichtshof verhandelt inmitten der Pandemie online, während der Vorsitzende Richter in der Regeln vom Hauptsaal des Gerichts aus die Verhandlungen leitet. Einer für Mittwoch geplanten Anhörung dürfte Lux von zu Hause aus vorstehen.

15.9.2020 • 03:56 Uhr

Trump zu Woodward: Mehr konnte man gegen das Virus nicht tun

US-Präsident Donald Trump hat sein Reaktion auf die Corona-Krise nach einem Medienbericht mit den Worten verteidigt, dass man nicht mehr gegen das Virus hätte unternehmen können. Die Aussage sei schon im August im Gespräch mit der Reporterlegende Bob Woodward gefallen, meldete der Nachrichtensender CNN. Demnach hatte Trump zuvor erfahren, dass der Journalist sein Buch mit dem Titel "Rage" vollendet hatte, für das er 18 Interviews mit dem Präsidenten führte. Im zehnminütigen Nachgespräch wollte Trump laut CNN herausfinden, wie er in dem Werk dargestellt werde. Thema der Unterredung war das Corona-Krisenmanagement der Regierung. "Mehr hätte nicht getan werden können. Ich handelte früh", erklärte Trump nach dem Bericht. CNN lagen Auszüge aus dem Gespräch vor.

15.9.2020 • 03:56 Uhr

Blatt: Reiserückführungskosten von deutschen Reisenden bislang nur teilweise beglichen

Die im Zuge des weltweiten Corona-Ausbruchs gestrandeten deutschen Reisenden haben der Bundesregierung bislang 2,7 Millionen Euro Reiserückführungskosten erstattet. Das berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Angaben des Auswärtigen Amts. Rund die Hälfte der entstandenen Gesamtkosten in Höhe von 94 Millionen Euro soll die Europäische Union tragen, die andere Hälfte von 47 Millionen Euro sollen die im Ausland Gestrandeten selbst begleichen. "Bei einem sehr großen Teil der Bescheide ist die eingeräumte Zahlungsfrist noch nicht verstrichen", teilt das Auswärtige Amt gegenüber dem Blatt mit. Rund 240.000 deutsche Staatsbürger wurden in einer Rückholaktion mit gecharterten Maschinen im März und April 2020 wieder nach Hause gebracht.