Anthony Fauci, Direktor des nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten | AFP
Liveblog

Coronavirus-Pandemie ++ Fauci warnt vor Explosion der Fälle ++

Stand: 30.06.2020 22:03 Uhr

US-Gesundheitsexperte Fauci befürchtet 100.000 Neuinfizierte pro Tag in den USA. Der Flugzeugbauer Airbus streicht 15.000 Arbeitsplätze, über 5000 davon in Deutschland. Alle Entwicklungen im Liveblog.

  • Immunologe Fauci warnt vor Zuspitzung in USA
  • US-Demokrat Biden lässt Wahlkampfauftritte sein
  • Airbus streicht weltweit 15.000 Arbeitsplätze
  • EU lockert Einreisebeschränkungen
  • Volkswagen beendet Kurzarbeit in deutschen Werken
  • RKI meldet 498 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages
30.6.2020 • 22:02 Uhr

Ende des Liveblogs

Damit schließen wir den Liveblog für heute. Vielen Dank für Ihr Interesse.

30.6.2020 • 21:00 Uhr

Müller: Reisebeschränkungen für Afrika prüfen

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat Außenminister Heiko Maas (SPD) aufgefordert, die wegen der Corona-Pandemie verhängten Reisebeschränkungen für afrikanische Staaten zu überprüfen. "Allein in Afrika leben 25 Millionen Menschen vom Tourismus, zum Beispiel in Marokko, Ägypten, Tunesien, Namibia oder Kenia", sagte Müller dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

"Wenn die Länder niedrige Infektionszahlen aufweisen und Hygienestandards wie in Europa garantieren, gibt es keinen Grund, sie vom Tourismus abzuschneiden." Es gehe um Millionen Arbeitsplätze - um Köche, Reinigungskräfte und Busfahrer, fügte Müller an. Sie alle brauchten die Jobs, um zu überleben.

30.6.2020 • 20:30 Uhr

Biden verzichtet auf Wahlkampfauftritte

Der designierte US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden will wegen der Corona-Pandemie auf Wahlkampfauftritte vor großem Publikum verzichteten. Er werde dem Rat der Ärzte folgen und keine solchen Veranstaltungen abhalten, sagte der US-Demokrat vor Journalisten in Wilmington im Bundesstaat Delaware.

Der frühere Vizepräsident grenzt sich damit von Amtsinhaber Donald Trump ab, der nach dreimonatiger Coronavirus-Pause kürzlich trotz aller Warnungen seine Wahlkampfveranstaltungen wieder aufgenommen hatte. "Dies ist wohl der ungewöhnlichste Wahlkampf in der jüngeren US-Geschichte", sagte Biden.

In Zusammenhang mit der Corona-Krise kritisierte Biden Trump hart: Trump habe Zeit für wirksame Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus vergeudet. Die Infektionen stiegen in einer Reihe von Bundesstaaten an, große Ausbrüche könnten bevorstehen. "Donald Trump macht so gut wie gar nichts dagegen. Mister Präsident, die Krise ist real", sagte Biden. Er forderte Trump auf, Verantwortung zu übernehmen. Biden sprach sich zudem für eine grundsätzliche Maskenpflicht in der Öffentlichkeit und eine Rückkehr zur Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation WHO aus.

30.6.2020 • 19:48 Uhr

Airbus streicht 15.000 Stellen - 5100 in Deutschland

Airbus will in der Coronakrise weltweit 15.000 Stellen streichen. Der europäische Flugzeugbauer reagiert damit auf den Einbruch der Nachfrage infolge des praktisch weltweit zusammengebrochenen Flugverkehrs. Der Abbau solle spätestens im Sommer 2021 umgesetzt werden, teilte Airbus mit, eine Einigung mit den Sozialpartnern soll im Herbst stehen.

Deutschland ist mit der Streichung von 5100 Arbeitsplätzen am stärksten von den Plänen betroffen, gefolgt von Frankreich, wo 5000 Stellen zur Disposition stehen. Bereits vor dem Ausbruch der Pandemie hatte Airbus beschlossen, 900 Stellen bei der deutschen Tochter Premium Aerotec zu streichen. In Großbritannien sollen 1700 Arbeitsplätze wegfallen, 900 in Spanien und 1300 an weiteren weltweiten Standorten.

Der Konzern hatte zuvor angekündigt, für zwei Jahre seine Produktion und seine Auslieferungen um 40 Prozent kürzen. "Die Branche befindet sich in einer beispiellosen Krise", hieß es in einer Mitteilung. Es werde erwartet, dass sich der Luftverkehr nicht vor 2023 erholen werde und möglicherweise erst 2025 wieder auf dem Niveau von vor Corona sein werde.

Ein Flugzeug steigt über einem Airbus-Gebäude in Toulouse in die Luft | Airbus

Ein Flugzeug steigt über einem Airbus-Gebäude in Toulouse in die Luft Bild: Airbus

30.6.2020 • 19:35 Uhr

US-Experte Fauci warnt vor Explosion der Infizierten-Zahlen

Einer der führenden Corona-Experten der US-Regierung hat angesichts der rapiden Zunahme der Neuinfektionen im Süden des Landes vor einer dramatischen Zuspitzung der Pandemie gewarnt. Falls der Anstieg in den betroffenen Bundesstaaten nicht unter Kontrolle gebracht werden könne, seien landesweit bald bis zu 100.000 Neuinfektionen pro Tag vorstellbar, warnte der Immunologe Anthony Fauci bei einer Anhörung im Senat. "Ich bin sehr besorgt", sagte er. "Wir bewegen uns in die falsche Richtung", so der Direktor des nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten.

Zuletzt gab es in den USA rund 40.000 Neuinfektionen pro Tag - mehr als an den meisten Tagen der Hochphase der Pandemie im April. Die Pandemie könne derzeit nur eingedämmt werden, wenn die Menschen in der Öffentlichkeit konsequent Masken trügen und auf ihren Sicherheitsabstand achteten, sagte Fauci.

Die besonders betroffenen Bundesstaaten wie Texas, Florida, Kalifornien und Arizona haben wegen des rasanten Anstiegs der Neuinfektionen zuletzt die Lockerung von Corona-Auflagen pausiert oder wieder rückgängig gemacht. In den USA gibt es seit Beginn der Pandemie bereits 2,7 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. Mehr als 126.000 Menschen starben nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2.

30.6.2020 • 18:25 Uhr

Studie: HIV-Medikamente helfen nicht gegen Covid-19

Die Medikamenten-Kombination von Lopinavir und Ritonavir "hat keinen positiven Effekt auf Patienten, die wegen Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurden". Das gaben die Verantwortlichen der klinischen Studie Recovery in Großbritannien bekannt.

Ob die Kombination Patienten mit künstlicher Beatmung helfe, sei unklar: Über die Wirksamkeit der antiviralen HIV-Medikamente bei Patienten an Beatmungsgeräten könne jedoch "keine Schlussfolgerung" gezogen werden. Wegen der "Schwierigkeit, ihnen das Medikament zu verabreichen" sei die Anzahl der beatmeten Patienten im Rahmen des klinischen Tests nicht ausreichend gewesen. 

Die Ergebnisse zu der Kombination von Lopinavir-Ritonavir sind die dritten Resultate der britischen Studie. Anfang Juni hatte Recovery gezeigt, dass Hydroxychloroquin keinen positiven Effekt auf die Patienten hat. Mitte Juni wurde nachgewiesen, dass Dexamethason die Sterblichkeit von künstlich beatmeten Patienten verringert. Der Test von Lopinavir-Ritonavir an 1596 Patienten ergab über einen Zeitraum von 28 Tagen hinweg keinen signifikanten Unterschied in Bezug auf ihre Sterblichkeit. Außerdem gibt es der Studie zufolge keinen positiven Effekt auf den Krankheitsverlauf und die Dauer des Krankenhausaufenthalts. 

Bis auf Dexamethason hat noch kein getestetes Medikament Wirkung auf Covid-19-Erkrankte gezeigt. Das von den USA geförderte Medikament Remdesivir steht vor der Zulassung auf dem europäischen Markt und wird von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) empfohlen. Eine Studie hatte gezeigt, dass es den Krankenhausaufenthalt von Patienten leicht reduziert, aber keine Auswirkung auf die Sterblichkeit hat.

30.6.2020 • 17:51 Uhr

Dirigenten kritisieren Corona-Beschränkungen

Chefdirigenten und Generalmusikdirektoren aus ganz Deutschland drängen auf eine baldige Öffnung der Konzert- und Opernhäuser. Trotz der vorliegenden Schutzkonzepte werde weiterhin eine wirtschaftlich sinnvolle Belegung der Säle verweigert, wie sie in Nachbarländern praktiziert werde, erklärte die Generalmusikdirektoren- und Chefdirigentenkonferenz e.V. In einer Erklärung unter der Überschrift "Bordell ja, Bohème nein?" heißt es, der Blick in die Corona-Verordnungslage sei "ein täglicher Schlag ins Gesicht aller Kulturschaffenden".

Die Existenz vieler freischaffender Künstler liege in Scherben. Viel zu viele Soloselbständige seien auf Arbeitslosengeld angewiesen. Vielerorts werde die Krise genutzt, um Vertragsbedingungen für Gastkünstler zu verschlechtern. Absurd sei der Zwang vieler Theater und Orchester, lieber Kurzarbeit zu beantragen als zu spielen. Das Spielen müsse Vorrang haben, erklärten die Vereinigung, der 65 Dirigenten und Dirigentinnen aus den Bundesländern angehören.

Konzert- und Opernhäuser hatten in den vergangenen Wochen angekündigt, in der kommenden Spielzeit mit einem reduzierten Platzangebot zu starten, um die Abstands- und Hygieneregeln zu bewahren.

30.6.2020 • 17:40 Uhr

Österreich: Mobile Teams kontrollieren Urlauber aus Gütersloh

Österreich hat das Verfahren zur Kontrolle von Reisenden aus dem Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen präzisiert. Die regionalen Gesundheitsbehörden kontrollierten gemeinsam mit der Polizei in Grenznähe und an Flughäfen die Einhaltung der Einreisebestimmungen, teilte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums mit. Für die Einreise nach Österreich ist für Menschen aus dem Kreis Gütersloh derzeit ein negativer Corona-Test vorgeschrieben.

In Grenznähe werde stichprobenartig durch mobile Teams kontrolliert. Liege kein Gesundheitszeugnis vor, müsse die Person in 14-tägige Quarantäne, die selbst zu organisieren sei und deren Kosten selbst zu tragen seien, hieß es. Wer dies nicht leisten kann, dürfe nicht einreisen. Österreich reagiert damit auf die vergleichsweise hohen Infektionszahlen mit dem Coronavirus im Kreis Gütersloh. Die allgemeine Reisewarnung für Nordrhein-Westfalen hat die das Land aufgehoben.

30.6.2020 • 17:23 Uhr

Air France baut 7500 Stellen ab

Bei der französischen Luftfahrtgesellschaft Air France sollen nach Gewerkschaftsangaben mehr als 7500 Stellen wegfallen. Davon sollen 6500 bei der französischen Airline und gut 1000 bei der Billigtochter Hop! gestrichen werden, wie es von Arbeitnehmervertretern hieß. Das Unternehmen wolle am Freitag über die Details informieren.

Den Angaben zufolge sollen die Arbeitsplätze bis Ende 2022 wegfallen. Betroffen seien Piloten und weiteres Bordpersonal sowie Mitarbeiter am Boden, hieß es weiter.

Air France wollte dies auf Anfrage nicht kommentieren. Die französische Regierung stützt die Airline in der Corona-Krise mit Krediten sowie Bürgschaften in Höhe von sieben Milliarden Euro. Der Staat knüpft die Finanzhilfen an eine gesteigerte Rentabilität und verlangt eine deutlich bessere CO2-Bilanz. So sollen etwa Kurzstreckenverbindungen in Frankreich aufgegeben werden, wenn es eine Bahn-Alternative mit einer Reisezeit von maximal zwei Stunden gibt.

30.6.2020 • 17:00 Uhr

Airlines weiten Angebot ab deutschen Flughäfen deutlich aus

Die Fluggesellschaften planen nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) im Juli nochmals eine deutliche Ausweitung ihres Reiseangebots ab den deutschen Flughäfen. Während die deutschen und internationalen Airlines im Juni rund 30 Prozent ihres ursprünglichen Streckennetzes wieder bedienten, werden es im Juli 60 Prozent sein, wie der BDL mitteilte.

Ein Polizist und eine Lufthansa-Mitarbeiterin am Flughafen Frankfurt. | dpa

Ein Polizist und eine Lufthansa-Mitarbeiterin am Flughafen Frankfurt. Bild: dpa

Die Passagiere können demnach von deutschen Flughäfen im Juli wieder 239 Ziele in 69 Ländern mit dem Flugzeug erreichen. Dabei würden viele dieser Verbindungen mit reduzierter Frequenz wieder angeflogen, weshalb das gesamte Flugangebot deutlich unter jenem vor der Corona-Krise liege, erklärte der BDL. Insgesamt werde die Kapazität ab deutschen Flughäfen im Juli bei rund 27 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat liegen. Im Juni waren es noch 14 Prozent.

Der Schwerpunkt des wieder aufgenommenen Verkehrs liegt den Angaben zufolge auf Zielen innerhalb Europas, vor allem in den klassischen Urlaubsgebieten.

30.6.2020 • 16:55 Uhr

KfW bewilligt Kredite in Höhe von 33,5 Milliarden Euro

Im Rahmen des Sonderkreditprogramms der staatlichen Förderbank KfW sind in den ersten 100 Tagen rund 70.000 Kreditanträge eingegangen. Vom 23. März bis Ende Juni seien Unternehmen 33,5 Milliarden Euro zugesagt worden und damit 99 Prozent der Anträge final entschieden, wie Wirtschaftsministerium, Finanzministerium und KfW gemeinsam erklärten.

98,5 Prozent der Anträge hatten demnach ein Volumen von maximal drei Millionen Euro. Diese würden von den zwischengeschalteten Banken geprüft und von der KfW ohne weitere Risikoprüfung zugesagt.

Die kleineren Kreditanträge beliefen sich den Angaben zufolge auf 19,5 Milliarden Euro. 26 Milliarden Euro entfielen demnach auf Antragssteller mit einem Kreditvolumen von mehr als zehn Millionen Euro. Insgesamt seien in den ersten 100 Tagen Kreditanträge über rund 50 Milliarden Euro eingegangen. 

Lediglich Anträge mit großem Volumen befänden sich noch in der Prüfung, hieß es. Anstelle der zwischengeschalteten Banken übernehme die KfW mit einer Garantie des Bundes 80 bis 100 Prozent des Kreditrisikos. "Viele Unternehmen haben diese Finanzhilfen dankbar angenommen, um durch die schwierige Zeit zu kommen", sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD).

30.6.2020 • 16:33 Uhr

VW beendet Kurzarbeit

Rund drei Monate nach dem Beginn der starken Corona-Einschränkungen in der Produktion hat die Kurzarbeit in den deutschen Volkswagen-Werken ein Ende. Ab morgen sollen die Schichtpläne wieder vollständig besetzt werden, teilte das Unternehmen mit. An einigen Standorten und in manchen Bereichen waren die Beschäftigten schon seit längerem zurück im Einsatz. Nun werde das volle Arbeitsvolumen für die Kernmarke VW, leichten Nutzfahrzeuge und interne Zuliefersparte wiederhergestellt.

Es geht dabei um den Stammsitz Wolfsburg sowie die Werke Braunschweig, Chemnitz, Emden, Hannover, Kassel, Osnabrück und Salzgitter. In Dresden und Zwickau wurde bereits wieder voll gearbeitet.

In Deutschland seien die Produktionskapazitäten mittlerweile zu 75 bis 95 Prozent ausgelastet. Zuletzt habe sich die schwache Nachfrage - neben gekappten Lieferketten ein Hauptproblem der Autoindustrie in der Pandemie - wieder besser entwickelt, hieß es. Das liege auch an der Öffnung der Händler-Niederlassungen und am eigenen Absatzprogramm.

30.6.2020 • 15:47 Uhr

EU lockert Einreisebeschränkungen für 14 Länder

Die Europäische Union öffnet in der Coronavirus-Pandemie ihre Grenzen für Reisende aus 14 Staaten wieder. Es handle sich um Algerien, Australien, Kanada, Georgien, Japan, Montenegro, Marokko, Neuseeland, Ruanda, Serbien, Südkorea, Thailand, Tunesien und Uruguay, teilte die EU mit. Diese sollten ihrerseits Reisebeschränkungen für Bürgerinnen und Bürger aus der EU aufheben.

Reisende aus Staaten mit hohen Infektionsraten wie die USA, Brasilien, Russland und Indien dürfen den Angaben zufolge noch nicht wieder in die EU. Von China erwarte man, dass es alle Restriktionen für Reisen von EU-Bürgern aufhebt, bevor Chinesen wieder in die EU dürften.

30.6.2020 • 15:38 Uhr

Britische Museen und Galerien machen wieder auf

Nach mehr als drei Monaten Zwangspause haben führende britische Museen und Kunstgalerien ihre Wiedereröffnung angekündigt. Als erstes will die National Gallery am Trafalgar Square in London am 8. Juli ihre Türen für Besucher öffnen. Es folgen das Barbican Centre am 13. Juli und die Royal Academy am 16. Juli. Die Tate-Galerien in London, Liverpool und Cornwall warten mit ihrer Wiedereröffnung bis zum 27. Juli. Besucher müssen Tickets vorab online buchen und vor Ort Hygiene- und Abstandsregeln befolgen.

"Wir sind sehr stolz, die ersten zu sein", sagte National Gallery-Direktor Gabriele Finaldi in einer Online-Pressekonferenz. Er erinnerte daran, dass die National Gallery erstmals in ihrer Geschichte schließen musste. Sie sei sogar während des Zweiten Weltkriegs "im Bombenhagel" offen geblieben. "Deshalb ist es symbolisch, dass wir die ersten sind."

30.6.2020 • 15:29 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern begrüßt Bustouristen

Busreisegruppen dürfen spätestens ab dem 10. Juli wieder Tagesausflüge nach Mecklenburg-Vorpommern unternehmen. Darauf verständigte sich die Ministerrunde in einer Kabinettsklausur in Schwerin. Individueller Tagestourismus mit Bahn oder Auto bleibt aber weiterhin untersagt.

30.6.2020 • 15:14 Uhr

Sachsen-Anhalt hebt Kontaktverbot auf

Sachsen-Anhalt ersetzt am kommenden Donnerstag das seit über drei Monaten geltende Kontaktverbot durch eine Empfehlung. Diese beinhaltet, sich mit nicht mit mehr als zehn Personen aufzuhalten. Die Landesregierung empfiehlt zudem, den Personenkreis, zu dem ein physisch-sozialer Kontakt besteht, möglichst konstant zu halten.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) betonte, dass es sich um eine dringende Empfehlung handele. Der Wechsel vom Verbot zur Empfehlung sei auch ein Vertrauensvorschuss an die Bevölkerung. In einem Monat will die Regierung die neue Verordnung, die bis zum 16. September gelten soll, bewerten und gegebenenfalls nachschärfen.

30.6.2020 • 14:54 Uhr

Mieten-Aufschub wird nicht verlängert

Mieter müssen ab dem 1. Juli auf die Sonderregelung zum Kündigungsschutz in der Corona-Pandemie verzichten. Das seit Anfang April geltende Moratorium regelte, dass Vermieter nicht kündigen dürfen, wenn Mieter wegen der Corona-Krise ihre Miete nicht bezahlen können. 

"Die Bundesregierung plant nicht, die Regelungen zum Schutz der Mieterinnen und Mieter zu verlängern", sagte ein Sprecher des Bundesjustizministeriums der Nachrichtenagentur AFP. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) wollte das Moratorium per Verordnung bis Ende September verlängern. Medienberichten zufolge sperrten sich die unionsgeführten Ministerien jedoch gegen diesen Schritt. Mieterbund und Paritätischer Gesamtverband kritisierten die Entscheidung scharf.

Wohnstraße in Deutschland | dpa

Wohnstraße in Deutschland Bild: dpa

30.6.2020 • 13:55 Uhr

Kostenlose Corona-Tests in Bayern

Die bayerische Staatsregierung hat Corona-Tests für die gesamte Bevölkerung beschlossen. Das Testkonzept laute "schneller, kostenlos und für jedermann", sagte Ministerpräsident Markus Söder.

Söder kündigte an, dazu die Kapazitäten von aktuell 20.000 auf 30.000 Tests pro Tag zu erhöhen. Der Freistaat übernimmt die Kosten in all den Fällen, in denen nicht ohnehin Krankenkassen in der Pflicht sind. Man stelle dafür aufs Jahr gerechnet 200 Millionen Euro bereit, sagte er.

Kritik an der bayerischen Strategie wies Söder erneut zurück. Die Kosten könnten kein Argument sein. "Testen ist auch Vorbeugung", betonte er.

30.6.2020 • 13:41 Uhr

Premier Johnson kündigt milliardenschweres Hilfspaket an

Der britische Premierminister Boris Johnson hat ein milliardenschweres Konjunkturpaket angekündigt. Kurzfristig will die Regierung demnach fünf Milliarden Pfund (umgerechnet etwa 5,5 Milliarden Euro) in den Bau und die Sanierung von Krankenhäusern, Straßen und Schulen stecken, wie Johnson in einer Rede in der mittelenglischen Stadt Dudley ankündigte.

In den kommenden acht Jahren sollen zwölf Milliarden Pfund (derzeit umgerechnet etwa 13,1 Milliarden Euro) in die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum fließen. Die Regierung sei "entschlossen, diese Krise zu nutzen, um die großen ungelösten Herausforderungen dieses Landes aus den vergangenen drei Jahrzehnten anzugehen", so der konservative Politiker.

In Großbritannien hat die Corona-Krise in den ersten drei Monaten des Jahres die Wirtschaftsleistung drastisch einbrechen lassen.

Der britische Premier Boris Johnson spricht auf einer Pressekonferenz in Dudley. | REUTERS

Großbritanniens Premier Boris Johnson sagte, die Regierung wolle die Krise nutzen, um ungelöste Herausforderungen der vergangenen drei Jahrzehnte anzugehen. Bild: REUTERS

30.6.2020 • 13:17 Uhr

Britische Wirtschaft im ersten Quartal stark geschrumpft

Die britische Wirtschaft ist im ersten Quartal so stark geschrumpft wie seit 1979 nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt ging um 2,2 Prozent zurück, wie veröffentlichte Daten des nationalen Statistikamtes ONS zeigen. In den Zeitraum fallen die ersten Tage der weitreichenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens im Zuge der Coronavirus-Pandemie.

Die Bank of England hatte unlängst einen möglichen Rückgang in der Wirtschaft im ersten Halbjahr um bis zu 20 Prozent prognostiziert.

30.6.2020 • 13:04 Uhr

Neue Lockerungen in Hamburg

In Hamburg sind ab morgen wieder unter Auflagen Veranstaltungen mit bis zu 1000 Teilnehmern im Freien und 650 Teilnehmern in geschlossenen Räumen zulässig. Das sieht eine vom Senat beschlossene neue Corona-Eindämmungsverordnung vor. Voraussetzung seien entsprechende Schutzkonzepte etwa für das Rein- und Rauskommen, feste Sitzplätze und die Möglichkeit der Kontaktverfolgung.

Im Freien sind ohne feste Platzvergabe maximal 200 und in geschlossenen Räumen 100 Personen zulässig. Wird Alkohol ausgeschenkt, muss die Teilnehmerzahl jeweils halbiert werden.

Im privaten Rahmen könnten künftig wieder bis zu 25 Personen zu Feiern zusammenkommen, egal aus wie vielen Haushalten, sagte Gesundheitsstaatsrätin Melanie Schlotzhauer. Treffen in der Öffentlichkeit seien auf zehn Personen aus beliebig vielen Haushalten begrenzt. Bislang galt eine Beschränkung auf zwei Haushalte.

Musikclubs, Diskotheken, Bordelle, Saunas und andere Betriebe, in denen es zu besonderer körperlicher Nähe komme, müssten auch weiterhin geschlossen bleiben. Die Masken-Pflicht im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel bleibt bestehen.

Eine Verschärfung gibt es für Touristen aus deutschen Corona-Hotspots wie dem Kreis Gütersloh. Für sie gilt in Hamburg ab morgen ein Beherbergungsverbot.

30.6.2020 • 13:00 Uhr

Studie: Corona belastet pflegende Angehörige zusätzlich

Pflegende Angehörige fühlen sich einer Untersuchung zufolge in der Corona-Krise zusätzlich belastet. Rund ein Drittel von ihnen erlebt eine Verschlechterung der Pflegesituation, wie aus einer Studie hervorgeht, die das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) und die Berliner Charité veröffentlichten. 24 Prozent fürchten demnach, die Pflege allein nicht mehr bewältigen zu können. Besonders schwierig sei die Situation für Angehörige von Menschen mit Demenz, hieß es.

Etwa 4,7 Millionen pflegende Angehörige tragen einen erheblichen Teil zur Versorgung pflegebedürftiger Menschen in Deutschland bei. Wie sie von der Krise zusätzlich betroffen sind und welche Folgen die Pandemie auf die eigene Pflegesituation hat, haben die Forscher in der Studie untersucht. Dafür wurden bundesweit 1000 Personen befragt.

Eine Pflegekraft streichelt die Hand eines Senioren. | dpa

Einer Umfrage zufolge fühlen sich pflegende Angehörige in der Corona-Krise zusätzlich belastet. Bild: dpa

30.6.2020 • 12:56 Uhr

Chinesische Wissenschaftler haben neues Virus entdeckt

Wissenschaftler aus China haben vor einem neuen Grippevirus bei Schweinen gewarnt. Dieses habe Potenzial für eine Pandemie, hieß es in dem amerikanischen Wissenschaftsmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS) veröffentlicht wurde.

Das neue Virus, das bei Schweinen in China entdeckt worden sei, sei für Menschen zunehmend ansteckend geworden, es bestehe aber keine unmittelbare Gefahr. "China verfolgt die Entwicklungen in dieser Angelegenheit genau. Wir werden alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Ausbreitung eines jeglichen Virus zu verhindern", erklärte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Zhao Lijian.

Der Studie zufolge untersuchten chinesische Wissenschaftler Influenzaviren, die von 2011 bis 2018 bei Schweinen gefunden wurden. Sie fanden dabei einen "G4"-Stamm des als Schweinegrippe bekannten H1N1-Virus, der "alle wesentlichen Merkmale eines Kandidaten für ein Pandemievirus" besitze.

Mitarbeiter von Schweinefarmen wiesen erhöhte Werte des Virus in ihrem Blut auf, eine genaue Überwachung bei Menschen, insbesondere bei Arbeitern in Schweinefabriken, sei dringend nötig. Es bestehe das Risiko, dass sich das Virus auf Menschen in dicht besiedelten Regionen übertrage, in denen Millionen in unmittelbarer Nähe von landwirtschaftlichen Betrieben, Zuchtanlagen, Schlachthöfen und Märkten leben.

Obwohl das neue Virus in der Lage sei, Menschen zu infizieren, bestehe kein unmittelbares Risiko einer neuen Pandemie, sagte Carl Bergstrom, Biologe an der Universität von Washington. "Es gibt keine Hinweise darauf, dass G4 trotz fünfjähriger intensiver Exposition beim Menschen zirkuliert", erklärte er auf Twitter.

30.6.2020 • 12:38 Uhr

Vonovia meldet kaum Mietausfälle

Deutschlands größter Wohnungsvermieter Vonovia sieht derzeit keine großen Folgen der Corona-Krise für seine Geschäfte: Bislang hätten sich nur ein Prozent der etwa 350.000 Mieter in Deutschland mit der Bitte um Mietstundung bei Vonovia gemeldet. In allen Fällen habe es individuelle Lösungen gegeben, berichtete Vorstandschef Rolf Buch bei der Hauptversammlung des Unternehmens. "Die Auswirkungen von Covid-19 konnten wir gut auffangen", sagte Buch.

Der Dax-Konzern erwartet in diesem Jahr Mieteinnahmen von 2,3 Milliarden Euro. Die Steigerung der Mieteinnahmen werde allerdings geringer ausfallen als geplant, da sich einige Modernisierungsmaßnahmen wegen der Pandemie verzögerten.

30.6.2020 • 12:25 Uhr

Gewerkschafter: Airbus stellt noch heute Abbaupläne vor

Airbus will seine Pläne zum Abbau von Tausenden Arbeitsplätzen im Zuge der Corona-Krise laut Gewerkschaftern noch im Tagesverlauf vorstellen. Die offizielle Ankündigung werde nach Börsenschluss erwartet. Airbus-Chef Guillaume Faury stimmte die Belegschaft bereits auf Einschnitte ein. Mit seinem Restrukturierungsplan reagiert der Konzernchef auf die trübe Aussicht, wonach die Flugzeug-Produktion wegen der Pandemie mindestens bis Ende 2021 um 40 Prozent niedriger ausfallen wird als ursprünglich angenommen.

Insider gehen davon aus, dass der Flugzeugbauer vorerst zwischen 14.000 und 20.000 Mitarbeiter weniger brauchen wird. Der Konzern beschäftigt in der Produktion rund 90.000 Menschen, konzernweit sind es 135.000. Der Abbau könnte 0,8 bis 1,2 Milliarden Euro kosten. Airbus dürfte dabei auch auf Frühverrentungen setzen, die in allen vier Ländern mit großen Airbus-Standorten möglich sind: Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Spanien. Die Gewerkschaft kündigte an, sich gegen Kündigungen zur Wehr setzen zu wollen.

30.6.2020 • 12:09 Uhr

Laschet: Besser kein Straßenkarneval am 11.11.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat sich gegen Straßenfeiern zum Karnevalsauftakt ausgesprochen: "Draußen, Straßenkarneval, Infektionsübertragungszeit, Alkohol, Enge - das passt nicht in diese Zeit." Was dann im Frühjahr mit dem eigentlichen Karneval sei, könne man jetzt noch nicht sagen.

30.6.2020 • 12:04 Uhr

Studien zu Syndrom bei Kindern im Zusammenhang mit Coronavirus

US-Forscher haben zwei ausführlichere Studien zu einem Syndrom veröffentlicht, das im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen bei Kindern und Jugendlichen auftritt. Die im Fachblatt "New England Journal of Medicine" veröffentlichten Untersuchungen beleuchten das sogenannte pädiatrische entzündliche Multisystem-Syndrom, abgekürzt MIS-C. Die Wissenschaftler werteten dazu die Krankenakten von knapp 300 Kindern und jungen Menschen unter 21 Jahren aus, die zwischen März und Mai in den USA behandelt wurden. Bei allen war eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus festgestellt oder vermutet worden. Weltweit wurden rund 1000 Fälle des Syndroms registriert, wie Michael Levin vom Londoner Imperial College in einem Kommentar zu den US-Studien schrieb.

Die nun veröffentlichten US-Studien zeigen, dass das Syndrom erst einige Wochen nach einer Corona-Infektion auftritt. Bei der Studie auf nationaler Ebene vergingen meist 25 Tage, in der New Yorker Studie traten die Fälle einen Monat nach dem Höhepunkt der Pandemie in der US-Metropole auf.  Als weiteres Ergebnis ihrer Untersuchungen legten die Wissenschaftler dar, dass MIS-C nur sehr selten auftritt: Zwei von 100.000 Menschen unter 21 Jahren litten demnach daran. Wie auch bereits in Europa beobachtet wurde, litten schwarze Kinder sowie Kinder mit hispanischen oder indischen Wurzeln häufiger als weiße Kinder an dem Syndrom.

Das häufigste Symptom sind nicht Atemwegsbeschwerden wie bei Covid-19: Vielmehr litten mehr als 80 Prozent der Patienten unter Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen und Durchfall. Viele Betroffene hatten auch Hautausschlag, insbesondere die Kinder ab vier oder fünf Jahren.  Alle Betroffenen hatten den Studien zufolge Fieber, oft mehr als vier oder fünf Tage lang. Bei 80 Prozent der Betroffenen traten Herz-Kreislaufprobelme auf, acht bis neun Prozent der Kinder entwickelten ein Aneurysma an den Herzarterien, also eine potenziell gefährliche Erweiterung der Arterien. In 80 Prozent der untersuchten Fälle erfolgte eine Behandlung auf der Intensivstation, 20 Prozent der Patienten wurden beatmet. Die Todesrate lag bei zwei Prozent.

Bei den ersten Fällen des Syndroms hatten Mediziner auf Ähnlichkeiten mit dem Kawasaki-Syndrom hingewiesen, bei dem insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern Entzündungsreaktionen an Blutgefäßen und mitunter Herzprobleme auftreten. Die neuen US-Studien bestätigen, dass es Gemeinsamkeiten zwischen MIS-C und Kawasaki gibt. Allerdings leiden unter MIS-C in der Regel ältere Kinder und die Entzündungsreaktionen fallen heftiger aus.

30.6.2020 • 11:53 Uhr

Massentestung im Tönnies-Schlachtbetrieb in Weißenfels

Im Schlachtbetrieb Tönnies im sachsen-anhaltischen Weißenfels müssen alle Mitarbeiter auf das Coronavirus getestet werden. Das hat der Burgenlandkreis angeordnet. Ein Werkvertragsarbeiter sei zwar vor seinem Arbeitsbeginn im Schlachthof positiv getestet worden, aber die Infektionskette habe nicht zweifelsfrei geklärt werden können, hieß es.

Landrat Götz Ulrich sagte: "Die Ursache der Infektion konnte ebenso wenig ermittelt werden wie die Frage, ob es nicht weitere Kontaktpersonen gab." Ein Infektionsgeschehen innerhalb des Schlachtbetriebes könne somit nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden. Getestet werden sollen alle im Schlachthof in abhängiger oder selbständiger Tätigkeit beschäftigten Arbeitskräfte.

Tönnies ist auch aufgefordert, weiterhin regelmäßige Tests in der gesamten Belegschaft durchzuführen. Ende Mai waren auf freiwilliger Basis 1186 Mitarbeiter des Schlachtbetriebes negativ auf Corona getestet worden. In einem Schlachtbetrieb von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück waren mehr als 1550 Beschäftigte positiv auf das Virus getestet worden.

30.6.2020 • 11:44 Uhr

Flixtrain will im Juli wieder Betrieb aufnehmen

Nach einer mehr als vier Monate dauernden Corona-Zwangspause wird der Zuganbieter Flixtrain am 23. Juli wieder den Betrieb aufnehmen. Von diesem Tag an würden die eigenen Züge wieder zehn Mal pro Woche zwischen Berlin und Köln fahren, teilte das Unternehmen Flixmobility mit. Flixmobility betreibt auch die Flixbus-Flotte.

Für den Neustart sei ein "umfassendes Hygienekonzept" gemäß der behördlichen Vorgaben und Empfehlungen erstellt worden, teilte der Betreiber mit. Dazu gehörten Reinigung und Desinfektion vor und während der Fahrt sowie ein kontaktloser Check-In für Reisende. Darüber hinaus sei jeder Fahrkartenkauf an einen festen Sitzplatz gekoppelt. Auch das Tragen von Mund-Nasen-Masken sei verpflichtend.

30.6.2020 • 11:23 Uhr

Inflation in Eurozone steigt leicht an

Die Verbraucherpreise sind in der Eurozone im Juni wieder etwas stärker gestiegen: Nach Angaben des Statistikamts Eurostat lag die Inflationsrate einer Schätzung zufolge 0,3 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Demnach wirken sich die niedrigen Energiekosten in der Corona-Krise weiterhin stark auf die Verteuerung aus.

Im Vormonat hatte der Anstieg 0,1 Prozent betragen. Analysten hatten einen etwas schwächeren Zuwachs auf 0,2 Prozent erwartet. Im Monatsvergleich erhöhte sich das Preisniveau wie im Jahresvergleich um 0,3 Prozent.

Die EZB betrachtet einen Wert von knapp zwei Prozent als ideal für die Konjunktur.

30.6.2020 • 11:06 Uhr

Laschet: Länder müssen sich auf neue Corona-Wellen vorbereiten

Die Bundesländer müssen sich dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet zufolge auf neue Corona-Wellen vorbereiten. Die Länder müssten sich im Falle einer neuen Situation im Oktober, November oder Dezember abstimmen, um gezielter agieren zu können, sagt Laschet. Die Außengrenzen Deutschlands müssten etwa offen bleiben. Pauschale Abriegelungen solle es möglichst nicht geben. Deutschland werde mit der Pandemie leben müssen, bis ein Impfstoff oder ein Medikament gefunden sei.

30.6.2020 • 10:46 Uhr

Melbourne: Ausgangsbeschränkungen in Randbezirken

Im australischen Melbourne sind für mehrere Randbezirke Ausgangsbeschränkungen angekündigt worden. Der Ministerpräsident des Bundesstaats Victoria, Daniel Andrews, sagte, seit vergangenen Donnerstag seien bei Tests 233 Covid-19-Fälle festgestellt worden. Das seien inakzeptabel viele. Die Bewohner von zehn Postleitzahl-Bezirken dürften von morgen Abend bis zum 29. Juli nur aus bestimmten Gründen ihre Wohnungen verlassen. Zulässige Gründe seien gepflegt zu werden oder andere Menschen zu pflegen, Sport zu treiben, notwendige Güter zu kaufen oder zur Arbeit oder zur Schule zu gehen. Menschen, die außerhalb der Bezirke wohnen, dürfen diese nur aus den gleichen Gründen betreten.

Zudem würden zwei Wochen lang keine Flüge vom Ausland nach Melbourne gestattet, sagte Andrews.

Ein Mann macht im australischen Melbourne einen Corona-Schnelltest.  | AFP

Im australischen Melbourne wurden nach mehr als 200 positiv auf das Coronavirus getesteten Bewohnern in einigen Randbezirken Ausgangsbeschränkungen angekündigt. Bild: AFP

30.6.2020 • 10:37 Uhr

Cirque du Soleil kündigt Entlassung von fast 3500 Mitarbeitern an

Der Cirque du Soleil beantragt Insolvenzschutz und hat die Streichung von vorerst etwa 3480 Mitarbeitern angekündigt. Der Schritt sei eine Folge der "immensen Störungen und aufgezwungenen Einstellungen von Shows" in der Folge der Corona-Pandemie, teilte der Zirkus mit.

Ein Gericht im kanadischen Québec werde über das Ersuchen entscheiden. Sollte der Antrag durchkommen, will das mit insgesamt gut einer Milliarde Dollar (892 Millionen Euro) verschuldete Zirkusunternehmen auch in den USA Insolvenzschutz beantragen. Durch den Insolvenzschutz will das Unternehmen Zeit gewinnen, um sich neu aufzustellen. Der Cirque du Soleil erklärte, er habe eine Kaufvereinbarung mit seinen derzeitigen Aktionären geschlossen. Unter diesen sind Investoren aus den USA, Kanada und China. Diese hätten bereits einen Vorschlag vorgelegt, den Cirque du Soleil mit Unterstützung des Staats zu übernehmen.

Weltweit hatte der Cirque du Soleil im Zuge der Pandemie den Betrieb von mehreren Dutzend Shows einstellen müssen. Auch zwei Produktionen in Deutschland waren betroffen.

30.6.2020 • 10:33 Uhr

Russland meldet fast 7000 Neuinfektionen

Russland hat binnen 24 Stunden 6693 Corona-Neuinfektionen gemeldet - somit stieg die Gesamtzahl der nachweislich Infizierten im Land auf 647.849, teilte das Krisenzentrum mit. Zuvor waren es 6719 Neuinfektionen. 154 weitere Menschen seien in Zusammenhang mit dem Virus gestorben, die Gesamtzahl stieg damit auf 9320.

Russland hat nach den USA und Brasilien die höchste Infektionszahl weltweit, verzeichnet aber im Verhältnis deutlich weniger Todesfälle.

30.6.2020 • 10:26 Uhr

DIHK-Umfrage: Firmen erwarten nur langsame Normalisierung

Die Corona-Krise sorgt bei vielen Firmen in Deutschland für eine angespannte Lage. Mehr als 40 Prozent der Unternehmen berichteten von Liquiditätsengpässen, ergab eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). Das schränke zusätzlich Raum für Investitionen in neue Technologien, Produkte und Märkte ein. Fast jedes zweite Unternehmen meldete demnach einen Rückgang des Eigenkapitals.

DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben forderte deswegen Nachbesserungen an den Hilfsprogrammen der Bundesregierung. "Die Hälfte der Betriebe rechnet frühestens im nächsten Jahr mit einer Rückkehr zur geschäftlichen Normalität", sagte Wansleben. "Nur ein Drittel erwartet eine Normalisierung schon in diesem Jahr. Das zeigt, der Weg zurück für die Wirtschaft wird lang und hart." Der Verband hat etwa 8500 Unternehmen befragt.

Laut DIHK bewerten die Unternehmen ihre Lage wegen der Coronavirus-Pandemie so negativ wie noch nie: 77 Prozent rechnen demnach für 2020 mit Umsatzeinbußen. Bei 21 Prozent der Firmen dürfte der Rückgang sogar bei über 50 Prozent der Erlöse liegen. 39 Prozent der Unternehmen rechnen erst für 2021 mit einer Normalisierung, das sind elf Prozentpunkte mehr als in der vorherigen Umfrage Anfang Mai. Eine noch spätere Normalisierung erwarten elf Prozent, doppelt so viel wie zuletzt. Weniger Investitionen und der Abbau von Beschäftigung dürften die Folge sein.

30.6.2020 • 10:22 Uhr

Pandemie laut WHO bei weitem nicht vorbei

Sechs Monate nach ersten Meldungen über das Coronavirus im chinesischen Wuhan - und weltweit inzwischen mehr als zehn Millionen Infektionen - ist die Pandemie nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch lange nicht beendet. "Wir alle wollen, dass dies vorbei ist, wir alle wollen mit unserem Leben weitermachen. Aber die harte Realität ist: Es ist noch nicht einmal annähernd vorbei", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf einer Pressekonferenz.

Mit Blick auf das Ausmaß der Pandemie mit inzwischen mehr als 500.000 Todesfällen sagte Tedros: "Dies hätte mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln verhindert werden können." Der WHO-Chef forderte die Länder auf zu testen, soziale Kontakte zurückzuverfolgen und Quarantäneregeln zu verhängen.

Verantwortlich für das Ausmaß der Corona-Pandemie sind nach seiner Einschätzung Versäumnisse bei der Umsetzung grundlegender Gegenmaßnahmen sowie eine mangelnde Einheit innerhalb und zwischen Ländern. "Das schlimmste wird noch kommen", sofern dieses politische Problem nicht angegangen wird, sagte Tedros. "Deshalb müssen wir unsere Kräfte bündeln und dieses gefährliche Virus gemeinsam bekämpfen."

30.6.2020 • 10:18 Uhr

Bayern will Massentests beschließen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erwartet bald Nachahmer in anderen Bundesländern bei den freiwilligen Corona-Tests für alle Bürger. "Ich glaube schon, dass das eine Wirkung hat weit über Bayern hinaus", sagte Söder der "Augsburger Allgemeinen". Sein Kabinett will die Testoffensive heute beschließen.

Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml hatte angekündigt, dass im Rahmen der Massentests alle Bürger des Bundeslandes sich bei einem niedergelassenen Vertragsarzt auch ohne Symptome testen lassen können. Die Kosten wolle der Freistaat übernehmen, soweit sie nicht von Krankenkassen getragen werden.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet will hingegen an gezielten Corona-Tests festhalten. "Da, wo es brennt, soll verpflichtend getestet werden", sagte Laschet. Zuvor hatte sich auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gegen das bayerische Vorhaben ausgesprochen. Spahn nannte umfangreiches Testen ohne systematisches Vorgehen nicht zielführend.

30.6.2020 • 09:05 Uhr

Steigende Schulden bei Bund und Ländern

Die Virus-Pandemie hat den Schuldenberg von Bund und Ländern erhöht. Die öffentliche Hand war dem Statistischen Bundesamt zufolge Ende des ersten Quartals mit 1,955 Billionen Euro verschuldet. Der Schuldenstand stieg damit im Vergleich zum Schlussquartal 2019 um 3,0 Prozent oder 56,2 Milliarden Euro. Binnen Jahresfrist wuchs das Schuldenniveau um 1,5 Prozent.

"Die Coronakrise zeigte erste Auswirkungen auf die Finanzlage der öffentlichen Haushalte", erklärten die Statistiker.

30.6.2020 • 08:59 Uhr

Großbritannien: Corona-Lockdown in Leicester

Über die Stadt Leicester in Mittelengland wird wegen massiv steigender Corona-Infektionszahlen ein Lockdown verhängt. Dazu kündigte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock entsprechende gesetzliche Regelungen an.

Es handelt sich um die erste lokal begrenzte derartige Maßnahme im Vereinigten Königreich, nachdem die Regierung zuletzt mit einer Lockerung der landesweiten Beschränkungen begonnen hatte.

In einigen Fällen werden die Polizei für Durchsetzung der Beschränkungen sorgen. Leicester machte in der vergangen Woche zehn Prozent aller positiven Coronavirus-Fälle im Land aus. Auch Schulen sollen in der mittelenglischen Stadt geschlossen werden, da es eine Reihe von Fällen bei unter 18-jährigen gab, wie Hancock sagte. Die Regierung analysiere immer noch die genauen Gründe für den Anstieg der Fälle in Leicester.

30.6.2020 • 08:46 Uhr

Ifo: Zahl der Kurzarbeiter sinkt

In Deutschland ist die Zahl der Kurzarbeiter nach Berechnungen des Ifo-Instituts im Juni gesunken. Nach 7,3 Millionen Kurzarbeitern im Mai seien es im Juni noch 6,7 Millionen gewesen, hieß es in einer Mitteilung. Der Anteil an den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten sei damit von zuvor 22 Prozent auf nur noch 20 Prozent geschrumpft. Die Berechnung basiert auf den Ergebnissen von Unternehmensbefragungen des Münchener Forschungsinstituts.

Der Anteil der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten ging damit von 22 auf 20 Prozent zurück. "Der Rückgang ist recht zögerlich, und in einigen Branchen nimmt die Kurzarbeit sogar noch zu", erklärte Ifo-Arbeitsmarkt-Experte Sebastian Link. In der Industrie habe sich nach Ifo-Schätzung die Zahl der Kurzarbeiter von 2,2 Millionen auf 2,3 Millionen erhöht und damit von 31 auf 33 Prozent der Beschäftigten in den Industriebetrieben.

Eine Verbesserung der Lage zeigte sich hingegen im Gastgewerbe. Hier sank die Zahl der Kurzarbeiter laut Ifo-Berechnungen von 796.000 auf 672.000. Allerdings liegt der Anteil der Kurzarbeiter im Gastgewerbe immer noch bei 61 Prozent sind nach 72 Prozent im Mai.

30.6.2020 • 08:22 Uhr

Mieterbund fordert Verlängerung des Mieterschutzes

Der Deutsche Mieterbund hat gefordert, Mieter länger vor den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zu schützen. Die Krise sei noch lange nicht vorbei. Immer mehr Mieter hätten Schwierigkeiten, ihre Miete zu zahlen, sagte Verbandspräsident Lukas Siebenkotten dem "Handelsblatt". Es sei widersinnig, jetzt wieder in den "Normalmodus" überzugehen und Mieter, die unverschuldet Einkommenseinbußen erlitten, dem Kündigungsrisiko auszusetzen.

Justizministerin Christine Lambrecht sollte daher ein Ende dieses Monats auslaufendes Moratorium für die Zahlung von Miete, Strom, Gas, Telefon und laufenden Krediten um mindestens drei Monate bis Ende September verlängern, forderte Siebenkotten.

Der Bundestag hatte im März zur Abmilderung der Pandemie-Folgen beschlossen, dass Mietern vom 1. April bis zum 30. Juni dieses Jahres nicht gekündigt werden darf, wenn sie wegen der Corona-Krise die Miete nicht zahlen können. Die Schulden müssen aber bis zum 30. Juni 2022 beglichen werden, sonst kann den Mietern wieder gekündigt werden. 

30.6.2020 • 08:15 Uhr

Kreis Gütersloh meldet weniger Neuinfektionen

Im Kreis Gütersloh ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen Tage deutlich zurückgegangen. Nach den jüngst veröffentlichten Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) beträgt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz den Wert 86. Damit ist der Wert erstmals seit den hohen Infektionszahlen durch den massiven Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies in Rheda-Wiedenbrück nicht mehr dreistellig. Der Wert liegt aber noch weiter deutlich über dem Grenzwert von 50, der bundesweit in der Diskussion um zusätzliche Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie eine Rolle spielt.

Die Sieben-Tage-Inzidenz hatte am Dienstag vergangener Woche im Kreis Gütersloh noch bei 270,2 gelegen.

Der regionale Lockdown im Kreis Gütersloh wurde aus Vorsicht um eine Woche verlängert. Das hatte die Landesregierung gestern nach einem Treffen mit den Landräten der Kreise Gütersloh und Warendorf bekanntgegeben.

30.6.2020 • 07:41 Uhr

Haiti öffnet Grenzen wieder

Haitis Grenzen werden wieder geöffnet. Dies gelte bereits ab heute für die Landgrenze zur Dominikanischen Republik wie auch für die Flughäfen, teilte Präsident Jovenel Moïse mit. Ab 6. Juli könnten außerdem Fabriken den vollen Betrieb wieder aufnehmen, sagte der Staatschef des Karibikstaates. Für Schulen, Universitäten und Kirchen werde noch an einer Lösung gearbeitet. Diese sind aufgrund der Corona-Pandemie seit 19. März geschlossen.

Vor rund drei Wochen hatte die Organisation Ärzte ohne Grenzen vor einer besorgniserregend schnellen Ausbreitung des Coronavirus in Haiti gewarnt. Offiziell wurden in dem Land mit rund elf Millionen Einwohnern bisher 5847 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 und 104 Todesfälle infolge einer Covid-19-Erkrankung registriert. Da nur zwei Labors im Land die Tests bearbeiten könnten, sei die wahre Zahl der Infektionen deutlich höher, hieß es von Ärzte ohne Grenzen.

30.6.2020 • 07:11 Uhr

UN befürchten mehr Genitalverstümmelungen

Die Corona-Krise wird nach Einschätzung der Vereinten Nationen auch den Kampf gegen Genitalverstümmelungen und Kinderehen zurückwerfen. Angesichts der heruntergeschraubten nationalen und internationalen Präventions-Programme wegen der Pandemie sei davon auszugehen, dass bis 2030 zusätzlich rund zwei Millionen Mädchen eine Genitalverstümmelung erleiden würden, sagte die Chefin des Genfer Büros des UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA), Monica Ferro. Allein in diesem Jahr sind demnach 4,1 Millionen Mädchen dem Risiko einer Genitalverstümmelung ausgesetzt, so die UN im jüngsten Weltbevölkerungsbericht.

Auch die Praxis von Kinderehen steige in Zeiten von Not und Krise, so Ferro. Die UN-Organisation gehe wegen der Folgen der Coronakrise von 13 Millionen zusätzlichen Kinderehen bis 2030 aus.

Nach jüngsten Angaben von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey leben in Deutschland derzeit knapp 68.000 Frauen und Mädchen, die von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen sind. Die meisten betroffenen Frauen stammten aus Eritrea, Somalia, Indonesien, Ägypten und Nigeria.

30.6.2020 • 06:46 Uhr

US-Notenbankchef Powell: Entwicklung der Wirtschaft unsicher

Die Zukunft der US-Wirtschaft ist nach Einschätzung von US-Notenbankchef Jerome Powell angesichts der Corona-Krise "außerordentlich unsicher". "Eine volle Erholung ist so lange unwahrscheinlich, bis die Leute überzeugt sind, dass es sicher ist, wieder an einer Reihe von Aktivitäten teilnehmen zu können", sagte Powell laut einem vorab veröffentlichten Redetext für eine Kongressanhörung heute. Die US-Notenbank Fed hatte Powells Einschätzung vorab veröffentlicht.

Die Wiedereröffnung von Geschäften sei früher als erwartet geschehen - Wiedereinstellungen und Ausgaben hätten bereits im Mai wieder zugenommen. Dies bringe auf der einen Seite eine Erholung wirtschaftlicher Aktivitäten - auf der anderen Seite sei es eine Herausforderung, das Virus unter Kontrolle zu behalten, sagte Powell.

Teile der USA verzeichnen derzeit einen Anstieg der Coronavirus-Infektionen, teils haben Gouverneure deshalb die Aufhebung von Schutzmaßnahmen zurückgenommen.

30.6.2020 • 06:14 Uhr

Fußball-Gewerkschaft erwartet mehr arbeitslose Profis

Die Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VDV) rechnet mit weitreichenden Folgen der Corona-Krise für die bevorstehende Transferperiode. "Viele Clubs müssen den Gürtel enger schnallen und ihre Kader verkleinern", sagte VDV-Geschäftsführer Ulf Baranowsky der Deutschen Presse-Agentur.

In der 1987 gegründeten Spielergewerkschaft sind eigenen Angaben zufolge 1400 Mitglieder. Von der Regional- bis zur Bundesliga nehme der VDV momentan viel Unzufriedenheit unter den Spielern wahr. "Darum haben wir zahlreiche Video-Beratungen durchgeführt, zum Beispiel zu Kurzarbeitsregelungen, Gehaltsstundungen oder auch zu drohender Arbeitslosigkeit", so Baranowsky.

30.6.2020 • 05:13 Uhr

Flugangebot ab Deutschland wächst wieder

Das Flugreiseangebot von deutschen Flughäfen kommt aus dem Corona-Tief. Verglichen mit Juli 2019 bieten die Fluggesellschaften nach einer Flugplananalyse des Branchenverbands BDL im Laufe des kommenden Monats bis zu 27 Prozent der Sitzplatz-Menge an. Im Juni waren es erst 15 Prozent gewesen, so dass nunmehr auf niedrigem Niveau annähernd eine Verdoppelung geplant ist. Knapp zwei Drittel (64 Prozent) der vorher üblichen Zielorte werden im Juli bereits wieder bedient, aber nicht so häufig wie zuvor. Jahreszeitgemäß liegen vor allem touristische Destinationen an der Spitze der angeflogenen Ziele: Spanien, Türkei, Griechenland und Italien.

30.6.2020 • 04:43 Uhr

IW-Umfrage: Viele Branchen erwarten Aufschwung 2021

Nach der tiefen Rezession infolge der Corona-Pandemie erwarten viele Wirtschaftsverbände im kommenden Jahr kräftiges Wachstum. Allerdings werden nach Einschätzung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW/Köln) die Zuwächse nicht allen Branchen ausreichen, um auf Vorkrisenniveau zurückzukehren. "Das Produktionspotenzial dürfte in der Industrie und auch im Dienstleistungsbereich wohl auch in 2021 vielfach deutlich unterausgelastet bleiben", schreibt das IW auf Grundlage einer heute veröffentlichten Umfrage unter Wirtschaftsverbänden. In einigen Bereichen werde die Wirtschaftsleistung erst im Jahr 2022 wieder das Niveau von vor der Corona-Krise erreichen.

30.6.2020 • 04:23 Uhr

498 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 498 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 194.259 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt. 8973 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von zwölf im Vergleich zum Vortag. Etwa 179.100 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 1000 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl - kurz R-Wert - lag nach jüngsten RKI-Schätzungen, bei 0,74 (Vortag: 0,71). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen sank dieser Wert jüngst auf 0,63 (Vortag: 0,71). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

30.6.2020 • 04:12 Uhr

Bericht: Schalke soll Bürgschaft von NRW-Landesregierung erhalten

Der FC Schalke 04 soll nach Informationen des "Handelsblatts" öffentliche Hilfe erhalten. Wie die Zeitung berichtet, plant das Land Nordrhein-Westfalen eine Bürgschaft für den finanziell angeschlagenen Fußball-Bundesligisten in Höhe von 40 Millionen Euro. Demnach soll die Millionen-Hilfe am Mittwoch offiziell bekannt gemacht werden. Das Landesfinanzministerium wollte mit Verweis auf das Bürgschaftsgeheimnis dazu nicht Stellung nehmen. Der Bundesliga-Zwölfte hatte für das Geschäftsjahr 2019 Verbindlichkeiten in Höhe von 197 Millionen Euro vermeldet. Die durch die Coronakrise verursachten Einnahmenverluste bereiteten zusätzliche finanzielle Probleme.

30.6.2020 • 03:34 Uhr

Mehr als 58.000 Tote in Brasilien

In Brasilien wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in den vergangenen 24 Stunden 24.052 neue Infektionen und 692 weitere Todesfälle verzeichnet. Insgesamt gebe es damit mehr als 1,37 Millionen bekannte Fälle und 58.314 Todesfälle.

30.6.2020 • 02:59 Uhr

Weitere US-Staaten und -Firmen setzen Lockerungen aus

Angesichts steigender Infektionszahlen setzen weitere US-Bundesstaaten und -Unternehmen geplante Lockerungsmaßnahmen aus. In New Jersey werden ab Donnerstag doch keine Restaurantbesuche wieder erlaubt sein, erklärt Gouverneur Phil Murphy. Zwei weitere Landkreise in Florida kündigen an, ihre Strände doch über das kommende Wochenende - und damit zum Nationalfeiertag am 4. Juli - geschlossen zu lassen. Der größte US-Kinobetreiber AMC lässt seine Spielhäuser bis zum 30. Juli zu statt wie bislang geplant bis zum 15. Juli.

In Arizona müssen Bars, Fitnesszentren und Kinos wieder schließen. Angesichts einer rasanten Zunahme der Neuinfektionen hat der südwestliche US-Bundesstaat eine Lockerung seiner Corona-Auflagen wieder rückgängig gemacht. Gouverneur Douglas Doucey erklärte, auch Veranstaltungen mit über 50 Teilnehmern seien nun wieder verboten - und das nur eine Woche nach einem großen Auftritt von US-Präsident Donald Trump in Arizona. Douceys Anordnung gilt zunächst bis Ende Juli.

Am kommenden Feiertagswochenende bleiben in Südkalifornien aufgrund der hohen Zahl an Neuinfektionen im Bezirk Los Angeles die Strände geschlossen. Auch Fahrradwege, Parkplätze und Piers sind von Freitag bis Montag nicht zugänglich, teilte der Bezirk mit. Allein im Bezirk Los Angeles County wurden gestern knapp 3000 neue Coronavirus-Infektionen verzeichnet - die höchste Zahl an einem einzelnen Tag seit Beginn der Pandemie.

30.6.2020 • 02:59 Uhr

Britische Regierung verhängt erneuten Lockdown in Leicester

Wegen anhaltend hoher Corona-Fallzahlen hat die britische Regierung für die mittelenglische Stadt Leicester erneut strikte Beschränkungen des öffentlichen Lebens verhängt. Während die Rate der Infektionsfälle in den meisten Landesteilen zurückgegangen sei, sei sie in Leicester zuletzt weiter gestiegen, begründete Gesundheitsminister Matt Hancock im Parlament den Schritt. Nicht essenzielle Geschäfte in Leicester müssen deshalb ab heute, Schulen ab Donnerstag schließen. In zwei Wochen sollen die Maßnahmen laut Hancock auf den Prüfstand kommen. "Wir müssen dieses Virus kontrollieren. Wir müssen die Menschen schützen", betonte der Minister.  

30.6.2020 • 02:59 Uhr

Weber: EU vergibt Corona-Hilfen nur an reformbereite Länder

Der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP) im EU-Parlament, Manfred Weber, hat betont, dass die Corona-Hilfen der Europäischen Union an klare Bedingungen geknüpft sind. Es gebe Richtlinien für die Verteilung des Hilfspakets im Umfang von 750 Milliarden Euro. "Wir werden die Gelder nur freigeben, wenn die Mitgliedstaaten im Inneren reformbereit sind und das Geld für Zukunftsinvestitionen ausgeben", sagte Weber der "Rheinischen Post". "Wir wollen den Steuerzahlern versichern, dass Länder nur Geld bekommen, wenn sie eine unabhängige Justiz und unabhängige Medien haben."

EVP-Chef Manfred Weber. | dpa

EVP-Chef Manfred Weber. Bild: dpa