Tische stehen leer in einem Restaurant auf Mallorca | dpa
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Liveblog zum Coronavirus ++ Milliarden-Hilfe für Gastgewerbe in Spanien ++

Stand: 22.12.2020 23:06 Uhr

Die spanische Regierung hat ein milliardenschweres Hilfspaket für Gastronomie und Handel beschlossen. In Deutschland ist der Verkauf von Silvesterfeuerwerk bundesweit untersagt worden. Alle Entwicklungen im Liveblog.

  • Bayern führt Testpflicht für Reisende aus Risikogebieten ein
  • Studie: Mutation sehr wahrscheinlich leichter übertragbar
  • Staatsschulden auf Rekordniveau
  • Interpol: Terrorgruppen nutzen Coronavirus-Pandemie
  • Zunehmend angespannte Lage auf Intensivstationen
  • Frankreich will Sperre für Reisende aus Großbritannien lockern
  • US-Wirtschaft erholt sich im Sommer deutlich
22.12.2020 • 23:06 Uhr

Ende des Liveblogs

Vielen Dank für Ihr Interesse! Für heute schließen wir den Liveblog.

22.12.2020 • 23:04 Uhr

Corona-Prämie: Spahn stellt Nachbesserungen in Aussicht

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Nachbesserungen bei der Corona-Prämie für Pflegekräfte in Aussicht gestellt. Die Entscheidung für eine 1000-Euro-Prämie für Pflegekräfte sei im Sommer mit Blick auf das Infektionsgeschehen im Frühjahr getroffen worden, sagte Spahn im ZDF-"Heute-Journal".

Nach der zweiten, heftigeren Infektionswelle und der "Maximalbelastung" für sehr viele Pflegekräfte müsse es einen gewissen Ausgleich geben. Man müsse sehen, ob es nach der zweiten Ansteckungswelle eine weitere Regelung im nächsten Jahr brauche - auch für einen steuerfreien Bonus, sagte Spahn. "Ich finde es für diese Situation angemessen, dann auch im Nachgang noch eine entsprechende Anerkennung möglich machen zu können." Eine mögliche neue Regelung müsse alle berücksichtigen, die unter den Bedingungen der Pandemie auf Intensivstationen arbeiteten, sagte Spahn weiter. Dazu gehörten etwa auch Reinigungskräfte auf den Intensivstationen. 

22.12.2020 • 21:57 Uhr

Fallzahlen in Frankreich stabilisieren sich

Die Zahl der Neuinfektionen in Frankreich stabilisiert sich. Das Gesundheitsministerium gab 11.795 neue Fälle bekannt, grob unverändert zum Stand von 11.532 vor einer Woche. Am Montag waren zwar nur 5797 positive Tests vermeldet worden, jedoch laufen Ergebnisse vom Wochenende oft mit Verspätung ein. Die Zahl der neuen Todesfälle liegt bei 802.

22.12.2020 • 21:55 Uhr

Biden schwört Amerikaner auf harte Corona-Zeit ein

Der künftige US-Präsident Joe Biden hat die Bürger in den USA angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie auf harte Zeiten eingeschworen. "Hier ist die einfache Wahrheit: Die dunkelsten Tage im Kampf gegen Covid liegen noch vor uns, nicht hinter uns", sagte der Demokrat am Dienstag in Wilmington in seinem Heimat-Bundesstaat Delaware in einer Ansprache vor den Feiertagen. "Wir müssen uns darauf vorbereiten, unser Rückgrat zu stärken. So frustrierend das ist, wir werden Geduld brauchen, Durchhaltevermögen und Entschlossenheit, um das Virus zu besiegen", sagte Biden.

Der gewählte Präsident verwies darauf, dass es noch einige Monate dauern werden, bis die rund 330 Millionen Menschen in Amerika gegen Corona geimpft werden könnten. Daher sei es wichtig, über die Feiertage und darüber hinaus weiter alle Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, um weitere Infektionen zu vermeiden. Dazu gehöre auch, Weihnachten in diesem Jahr nicht wie üblich mit vielen Familienmitgliedern zu feiern, mahnte Biden.

22.12.2020 • 21:52 Uhr

Spahn warnt vor Risiko durch Heimreisende nach Osteuropa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat vor einem Corona-Risiko durch heim- und zurückreisende Menschen aus ost- und südosteuropäischen Ländern gewarnt. "Nach allem was ich sehe, finden wieder sehr viele Heimat- und auch Verwandtschaftsbesuche statt in Osteuropa, Balkan, Türkei", sagte der CDU-Politiker in einem Interview bei RTL/ntv. Man müsse miteinander sehr aufpassen, dass durch die Rückreise nicht "gleich eine neue Welle, ein neuer Impuls entsteht".

22.12.2020 • 21:51 Uhr

Frankreich lockert Reisebeschränkungen

Frankreich hat eine Lockerung seiner vor zwei Tagen wegen einer neuen Coronavirus-Variante beschlossenen Reisebeschränkungen mit Großbritannien angekündigt. EU-Bürger sowie Briten oder Staatsangehörige anderer Länder mit einem Wohnsitz in der EU sollen ab Mittwoch wieder von Großbritannien nach Frankreich reisen dürfen, teilte das Büro des Ministerpräsidenten mit. Alle Einreisenden müssten einen negativen Corona-Test vorweisen können, der nicht älter als 72 Stunden sei und auch die neue Variante des Coronavirus nachweisen könne.

22.12.2020 • 20:37 Uhr

Milliarden-Hilfspaket für Gastgewerbe in Spanien

Die spanische Regierung hat für die von der Pandemie besonders schwer getroffenen Bereiche Tourismus, Gastronomie und Einzelhandel ein milliardenschweres Hilfspaket geschnürt. Auf einer Kabinettssitzung wurde in Madrid ein Rettungsplan in Höhe von 4,22 Milliarden Euro beschlossen. Regierungssprecherin María Jesús Montero sagte, vorgesehen seien unter anderem Mietzuschüsse und weitere Finanzspritzen, Nachlässe bei den Sozialabgaben, Erleichterungen bei den Steuerzahlungen sowie eine Verlängerung der Kurzarbeit. Madrid will außerdem die Großvermieter von Läden, die für zehn oder mehr Lokale Geld kassieren, zu Nachlässen von 50 Prozent zwingen, falls auf dem Verhandlungsweg keine Lösung zustande kommt.

22.12.2020 • 19:50 Uhr

Kardinäle aus Umfeld des Papstes mit Corona infiziert

Papst Franziskus hat seine Planungen für Weihnachten nach zwei Corona-Fällen in seinem Umfeld angepasst. Seine traditionelle Weihnachtsbotschaft am 25. Dezember wird der Papst in diesem Jahr nicht von der Loggia des Petersdoms aus vortragen, wie der Vatikan mitteilte. Stattdessen werde er die Ansprache in der Benediktionsaula des Petersdoms halten und dort auch den Papstsegen "Urbi et Orbi" ("Der Stadt und dem Erdkreis") spenden. 

Nach Vatikanangaben wurde der persönliche Almosenbeauftragte des Papstes, der polnische Kardinal Konrad Krajewski, positiv auf das neue Coronavirus getestet. Der 57-Jährige trifft sich regelmäßig mit dem Papst. Auch der Kardinal Giuseppe Bertello hat sich mit dem Virus angesteckt, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Vatikankreisen erfuhr. Der 78-Jährige leitet die Verwaltung des Vatikanstaats. Wegen der Corona-Beschränkungen in Italien hatte der 84-jährige Papst die Christmette an Heiligabend bereits auf 19.30 Uhr vorverlegt. In Italien gilt derzeit eine nächtliche Ausgangssperre ab 22:00 Uhr.

22.12.2020 • 19:39 Uhr

Frankreich will Einreisesperre lockern

Frankreich will seine coronabedingte Sperre für Reisende aus Großbritannien lockern. Flugzeuge, Schiffe und der von London aus fahrende Eurostar-Zug könnten vom Mittwochmorgen an wieder verkehren, teilte der Beigeordnete Minister für Verkehr, Jean-Baptiste Djebbari, via Twitter mit. Französische Staatsbürger, Menschen mit Wohnsitz in Frankreich und andere autorisierte Reisende müssten einen negativen Corona-Test haben.

Der britische Verkehrsminister Grant Shapps berichtete am Abend von Fortschritten und einer Einigung mit der französischen Regierung. Er kündigte Informationen für Transportunternehmen an. Frankreich hatte am Sonntagabend wegen der raschen Ausbreitung einer neuen Variante des Coronavirus einen generellen Stopp für Reisende aus Großbritannien beschlossen. Diese Notmaßnahme wurde auf zunächst 48 Stunden begrenzt.

22.12.2020 • 19:29 Uhr

CSU-Klausurtagung in hybrider Form

Die Klausurtagung der CSU-Landesgruppe wird nach Informationen des "Münchner Merkur" am 6. und 7. Januar in hybrider Form stattfinden: einerseits mit Abgeordneten im Berliner Congress Center und andererseits als Online-Konferenz. Zu der Tagung, früher traditionell im oberbayerischen Wildbad Kreuth abgehalten, hätten sich neben Parteichef Markus Söder (CSU) unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundesbank-Präsident Jens Weidmann und Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg angesagt.

Zugesagt hätten ferner die Generalsekretärin der UN-Klimarahmenkonvention, Patricia Espinosa Cantellano und der Ministerpräsident Lettlands, Krisjanis Karins. Angestrebt sei, dass zumindest die Abgeordneten der Bundestagsfraktion sich physisch im Berliner Congress Center treffen. In der Landesgruppe heißt es, man bemühe sich um größtmögliche Sicherheit - auch mit Schnelltests und einer FFP2-Maskenpflicht.

22.12.2020 • 19:28 Uhr

Prinz Charles dankt Armeeangehörigen für Einsatz in der Corona-Krise

In einer Weihnachtsbotschaft hat Prinz Charles den Einsatz der britischen Armeeangehörigen in der Corona-Krise gelobt. Sie hätten die Fähigkeit der Nation bewiesen, sich durch Widrigkeiten zu vereinen, sagte der britische Thronfolger, wie am Abend mitgeteilt wurde. Der 72-Jährige würdigte auch die Hingabe an die Pflicht und Opfer der Soldaten und deren Familien. Derzeit unterstützen knapp 1400 Armeeangehörige den Kampf gegen das Virus. Sie werden unter anderem bei Impfungen und Tests eingesetzt. "Sie haben uns allen ein bemerkenswertes Beispiel gegeben, für das wir Ihnen große Dankbarkeit schulden", sagte Prinz Charles. Er hatte sich im Frühling selbst mit dem Coronavirus infiziert, aber kaum Symptome gezeigt.

22.12.2020 • 19:25 Uhr

Lufthansa fliegt weiter nach Südafrika

Nach der Einschränkung des Reiseverkehrs aus Großbritannien und Südafrika wegen der neuen Corona-Variante will die Lufthansa weiter nach Südafrika fliegen. "Vorerst wird die Lufthansa ihr Flugprogramm nach Südafrika unverändert und nach Plan fortsetzen", teilte der zuständige Lufthansa-Regionalmanager André Schulz mit. Allerdings würden die Rückflüge nach Deutschland ohne Passagiere abheben. Die Fluggesellschaften Swiss und Edelweiss, die zur Lufthansa-Gruppe gehören, hätten all ihre Passagier-Verbindungen von Zürich nach Südafrika wegen der Verordnung der Schweizer Behörden ausgesetzt. Austrian Airlines werde ohne Einschränkungen zwei mal wöchentlich von Wien nach Kapstadt fliegen.

22.12.2020 • 19:19 Uhr

Gouverneur von South Carolina hat Covid-19

In den USA hat sich der Gouverneur des Staates South Carolina, Henry McMaster, mit dem Coronavirus infiziert. Der 73-jährige Republikaner habe leichte Symptome und werde ambulant mit Antikörpern behandelt, teilte sein Büro mit. McMaster sei am Montagabend positiv getestet worden. Auch seine Frau Peggy sei infiziert, habe aber keine Symptome. Das Ehepaar McMaster hatte vergangene Woche an einer Weihnachtsfeier im Weißen Haus teilgenommen. Danach wurde Peggy McMaster bei einer Routineuntersuchung positiv getestet, ihr Mann aber zunächst nicht.

22.12.2020 • 19:03 Uhr

Interpol: Terrorgruppen nutzen Coronavirus-Pandemie

Terrorgruppen nutzen nach Einschätzung von Interpol die Coronavirus-Pandemie, um Macht und Einfluss zu stärken. "Wie alle Kriminellen haben Terroristen versucht, von Covid-19 zu profitieren - um Geld zu machen, ihre Basis zu stärken und Spaltung anzuheizen", erklärte Interpol-Generalsekretär Stock in einer Mitteilung.

Interpol hatte schon zu Beginn des Monats deutlich vor Kriminalität im Zusammenhang mit Corona-Impfstoffen gewarnt. "Während Regierungen die Markteinführung von Impfungen vorbereiten, planen kriminelle Organisationen, Lieferketten zu unterwandern oder zu stören", erklärte Stock damals.

Interpol ist mit 194 Mitgliedsländern die wichtigste Polizeiorganisation der Welt. Über Interpol tauschen Staaten unter anderem Informationen zu gesuchten Personen aus und melden Entwicklungen im Bereich der organisierten Kriminalität.

22.12.2020 • 19:00 Uhr

Spahn: Zu Weihnachten an Kranke und Verstorbene denken

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schlägt vor dem Weihnachtsfest nachdenkliche Töne an. Viele Familien trauerten an Weihnachten, weil ihre Angehörigen verstorben seien, sagte Spahn in einem Interview der Sender RTL/ntv. "Viel zu viele in den letzten Wochen. Und das sollten wir alle, ich jedenfalls tue es, erinnern", so der Minister.

22.12.2020 • 18:51 Uhr

Nach Virus-Mutation: Tausende Lkw stauen sich nahe Ärmelkanal

Wegen der geschlossenen Grenze zu Frankreich stauen sich Tausende Lastwagen in der Nähe des wichtigen Hafens Dover am Ärmelkanal. 2180 Fahrzeuge seien auf dem still gelegten Flughafen Manston geparkt worden, sagte eine Sprecherin der Kommunalverwaltung der südostenglischen Grafschaft Kent am Abend.

Etwa 630 weitere Lastwagen parkten auf mehreren Spuren der Autobahn M20 zwischen London und dem Hafen Dover. Handelsverbände gingen sogar von 4000 Lastwagen aus, die derzeit auf Ausreise warten. Die Grenze ist seit der Nacht zum Montag geschlossen. Damit reagierte Frankreich auf die rasche Ausbreitung einer in Großbritannien entdeckten neuen Variante des Coronavirus.

22.12.2020 • 18:49 Uhr

Italien verzeichnet mehr Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Italien ist auf mehr als 13.000 gestiegen. 201 von ihnen lägen auf Intensivstationen, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Insgesamt sei die Zahl der Covid-19-Kranken in Intensivbetten aber um 43 auf 2687 zurückgegangen. Außerdem wurden 601 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet.

Italien steht vor einem Weihnachtsfest voller Restriktionen wegen der Pandemie. Bereits jetzt sind Reisen in andere Regionen verboten, es sei denn, es besteht ein triftiger Grund wie Arbeit oder Gesundheit. Ab Heiligabend werden sogar Reisen über die Grenze des Wohnortes hinaus untersagt. Nur in Ausnahmefällen sind dann noch Besuche innerhalb einer Region erlaubt.

22.12.2020 • 18:43 Uhr

Corona-Impfung: App für Rückmeldungen zur Verträglichkeit bereit

Zum Start der Corona-Impfungen in Deutschland können Interessierte mögliche Nebenwirkungen über eine App melden. Nach Angaben des bundeseigenen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) steht die Anwendung für Smartphones nun in App-Stores bereit.

Geimpfte können damit Auskunft geben, wie sie die Impfung vertragen haben. So könne man dazu beitragen, weitere Erkenntnisse über Corona-Impfstoffe zu gewinnen.

Teilnehmer sollen dazu in bestimmten Zeitabständen nach jeder Impfung über die App nach gesundheitlichen Beschwerden befragt werden. Gefragt werden soll auch, ob die Impfung vor einer Infektion geschützt hat oder noch eine Infektion auftrat. Die Informationen werden den Angaben zufolge verschlüsselt auf dem Smartphone gespeichert und mit einer Zufallsnummer an das PEI übermittelt, sobald eine Online-Verbindung besteht.

Auch auf der PEI-Website gibt es nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums eine Melde-Möglichkeit.

22.12.2020 • 18:29 Uhr

Tschechisches Parlament verlängert Corona-Notstand im 30 Tage

Das tschechische Parlament hat die Notstands-Vollmachten der Regierung um weitere 30 Tage verlängert. Die nun bis zum 22. Januar geltenden Sonderrechte erlauben etwa Versammlungsverbote oder Reisebeschränkungen.

22.12.2020 • 18:18 Uhr

Bosnischer Serben-Politiker Dodik mit Corona in Klinik

Das serbische Mitglied des bosnischen Staatspräsidiums, Milorad Dodik, liegt mit einer vom Coronavirus ausgelösten Lungenentzündung im Krankenhaus. Ein Test im Universitätsklinikum in Banja Luka ergab, dass der Politiker mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert ist, berichtete das bosnisch-serbische Portal "nezavisne.com" unter Berufung auf das Klinikum. Dodik war am Montag mit Atembeschwerden und Schmerzen im Magenbereich im Universitätsklinikum aufgenommen worden. Die Ärzte stellten eine beidseitige Lungenentzündung fest. Der 61-jährige Dodik ist der mächtigste Politiker im serbischen Landesteil von Bosnien. Er gehört seit 2018 dem dreiköpfigen bosnischen Staatspräsidium an. Von 2010 bis 2018 war er Präsident der Serbenrepublik.

22.12.2020 • 17:54 Uhr

Studie: Besser ohne Zwang durch die Pandemie

Hände waschen, Abstand halten und sich impfen lassen, sobald möglich - die Motivation, solche Regeln in der Corona-Pandemie zu befolgen, ist einer Studie der Uni Konstanz zufolge relativ hoch in Deutschland. Unter der Leitung der Verhaltensökonomin Katrin Schmelz haben die Forschenden knapp 5000 Menschen in Deutschland im Frühjahr dazu befragt, ob sie dringend empfohlene Corona-Regeln eher akzeptieren, wenn diese freiwillig sind oder ob sie der Ansicht sind, dass solche Empfehlungen verpflichtend sein sollten.

Dabei zeigten mindestens 25 Prozent der Befragten Ablehnung gegen Kontrollen. Entscheidend sei nach wie vor das Vertrauen in die Bundesregierung. "Vertrauen in die Regierung und in deren wahrheitsgemäße Information spielt in der Corona-Pandemie eine ganz große Rolle", betont Schmelz. Gleichwohl bestehe die Gefahr, dass verpflichtende Vorgaben wiederum dieses Vertrauen untergraben könnten.

Die Daten für die repräsentative Studie wurden online zwischen dem 29. April und dem 8. Mai erhoben. Hoch sei die Akzeptanz, wenn sich die Empfehlungen von Virologen und Politikern freiwillig befolgen ließen. "Besonders für eine Corona-Warn-App und Impfungen war das durchschnittliche Einverständnis höher, wenn diese Maßnahmen freiwillig anstatt verpflichtend sind", schreiben die Autorinnen und Autoren.

22.12.2020 • 17:48 Uhr

Verkauf von Silvesterfeuerwerk bundesweit verboten

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat den Verkauf von Silvesterfeuerwerk deutschlandweit untersagt. Die entsprechende Verordnung sei heute in Kraft getreten, teilte das Innenministerium in Berlin mit. Damit werde ein Beschluss von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Länderregierungschefs und -chefinnen vom 13. Dezember umgesetzt.

Ziel der Regelung sei es, Verletzungen beim Abbrennen von Feuerwerk in der Silvesternacht zu verhindern, um die aufgrund der Corona-Pandemie ohnehin stark beanspruchten Krankenhäuser und Notfallambulanzen zu entlasten.

Betroffen von dem Verbot seien "die typischen, in anderen Jahren vom 29. bis 31. Dezember erhältlichen Gegenstände wie z.B. Silvesterknaller und Raketen", erläuterte das Innenministerium. "Mit der neuen Verordnung bleibt die Abgabe im Jahr 2020 auch an diesen Tagen verboten." Auch bereits zuvor etwa über den Online-Handel getätigte Bestellungen dürften nicht mehr an den Endkunden ausgeliefert werden.

22.12.2020 • 17:27 Uhr

Großbritannien meldet Höchststand bei Neuinfektionen

Großbritannien hat 36.804 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet, so viele wie noch nie innerhalb eines Tages. Zudem wurden 691 weitere Todesfälle registriert. Am Montag waren es noch 33.364 neue Fälle und 215 weitere Tote.

22.12.2020 • 17:19 Uhr

US-Immunologe Fauci lässt sich öffentlich impfen

Nach mehreren amerikanischen Politikern hat sich auch der renommierte US-Immunologe, Anthony Fauci, vor laufenden Kameras gegen das Coronavirus impfen lassen. Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten bekam am Dienstag in Bethesda unweit von Washington eine Dosis des Impfstoffes des Unternehmens Moderna verabreicht.

Fauci sagte, er habe vollstes Vertrauen in die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffes und wolle alle, die die Möglichkeit dazu hätten, ermuntern, sich ebenfalls impfen zu lassen. Fauci ist in der Corona-Krise zu Amerikas Gesicht im Kampf gegen die Pandemie geworden. Er genießt großes Vertrauen in der Bevölkerung.

22.12.2020 • 16:50 Uhr

Söder muss nicht mehr in Quarantäne bleiben

Nach einer Prüfung des zuständigen Gesundheitsamts muss Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nicht mehr in Quarantäne bleiben. "Aus Vorsicht bleibe ich aber trotzdem im Homeoffice", schrieb der CSU-Chef auf Twitter. Zugleich teilte er mit, dass ein am Dienstag durchgeführter Corona-Test bei ihm negativ ausgefallen sei.

Hintergrund für das Ende der Quarantänepflicht nach nur einem Tag sind zwei Faktoren, die das Gesundheitsamt nach Angaben der Staatskanzlei feststellte: Söder habe bei dem Gespräch mit seinem nachweislich mit Corona infizierten Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) die Abstandsregeln eingehalten, und zugleich sei das Büro in der Staatskanzlei mit einem Belüftungssystem ausgestattet gewesen. Deshalb sei Söder keine "Kontaktperson 1" und müsse auch nicht zwingend in Quarantäne.

22.12.2020 • 16:26 Uhr

Infizierte auf Forschungsstation: Corona erreicht Antarktis

Das Coronavirus hat eine Forschungsstation in der Antarktis und damit nun alle Kontinente erreicht. Mindestens 36 Corona-Infizierte sind auf Chiles Station "Bernardo O’Higgins Riquelme" registriert worden. Bei den Infizierten handele es sich um 26 Mitglieder des Militärs und zehn zivile Personen einer Wartungsfirma, berichteten chilenische Medien unter Berufung auf die Armee, die die Station betreibt.

Über Monate war der Südkontinent einer der letzten Orte gewesen, in denen man sich in geschlossenen Räumen beruhigt unter Leuten aufhalten konnte. Strenge Maßnahmen trugen dazu bei, einen Corona-Ausbruch zu vermeiden. Länder mit Forschungsstationen in der Antarktis sprachen schnell Verbote für Kreuzfahrtschiffe und andere Besucher aus, die keine lebenswichtigen Vorräte liefern.

22.12.2020 • 16:05 Uhr

Zunehmend angespannte Lage auf Intensivstationen

Auf Deutschlands Intensivstationen wird die Lage in der Corona-Pandemie ungeachtet des derzeitigen Lockdowns in den kommenden Wochen extrem angespannt bleiben. Es werde bis in den Januar hinein eine "fortgesetzte Grenzsituation auf den Intensivstationen" geben, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Uwe Janssens, bei einer virtuellen Pressekonferenz.

Die Intensivmediziner zeigten sich besorgt, wie sich die Situation nach Weihnachten entwickelt. Die Zahlen auf den Intensivstationen würden weiter steigen - "egal, wie gut der Lockdown funktioniert", sagte der Sprecher des Divi-Intensivregisters, Christian Karagiannidis. Sie rechneten mit etwa 6000 Patienten - und damit etwa 1000 Menschen mehr als momentan.  Die Mediziner hofften, dass die Zahlen nach diesem Anstieg dann aufgrund des derzeitigen Lockdowns wieder fallen, sagte Karagiannidis. Ganz sicher sei aber, dass die Intensivmedizin nochmal stärker belastet werde. Hintergrund ist, dass bei steigenden Corona-Infektionszahlen die Zahl der Corona-Patienten erst mit zeitlicher Verzögerung zunimmt. 

22.12.2020 • 15:51 Uhr

Spanien zwingt Großvermieter zu Mietsenkungen für Kneipen

Spaniens Regierung will Großvermieter mit mehr als zehn Immobilien dazu zwingen, die Mieten für Bars und Restaurants um bis zur Hälfte zu senken. Dies solle so lange gelten, bis der nationale Ausnahmezustand infolge der Corona-Pandemie ende, sagte Regierungssprecherin Maria Jesus Montero zu der Verordnung. Man wolle den Vermietern Anreize bieten, die Mieten zu senken. Auch sollen Steuerzahlungen für Unternehmen im Gastgewerbe aufgeschoben werden.

22.12.2020 • 15:46 Uhr

Irland verschärft Corona-Regeln nach Weihnachten

Um eine Ausbreitung der neuen Coronavirus-Variante zu verhindern, verschärft Irland nach Weihnachten seine Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie deutlich. Die Beschränkungen kommen einer Ausgangssperre gleich. Die Regierung handele "schnell und aggressiv" als Antwort auf steigende Infektionszahlen, sagte Ministerpräsident Micheal Martin: Die Maßnahmen seien unter der Vermutung getroffen worden, dass sich die hoch ansteckende Virus-Mutation bereits in Irland ausbreite.

Restaurants und Pubs müssen vom 24. Dezember an schließen. Nach Weihnachten sind nicht zwingend notwendige Reisen außerhalb der eigenen Heimatregion untersagt, von Neujahr an sind keine privaten Besuche mehr gestattet. Zu Hochzeiten und Beerdigungen sind deutlich weniger Teilnehmer zugelassen. Der öffentliche Nahverkehr wird auf ein Viertel heruntergefahren. Das Einreiseverbot für Flüge aus Großbritannien wurde zunächst bis zum 31. Dezember verlängert.

22.12.2020 • 15:42 Uhr

US-Wirtschaft erholt sich im Sommer deutlich von Corona-Schock

Die Wirtschaft der USA hat sich im Sommer noch etwas stärker als erwartet von dem coronabedingten Konjunktureinbruch im Frühjahr erholt. Nach der in den USA üblichen Betrachtungsweise stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 33,4 Prozent stärker als im Vorquartal, wie das Handelsministerium am Dienstag in Washington laut einer dritten Schätzung mitteilte.

Volkswirte hatten im Schnitt eine Bestätigung der zweiten Schätzung erwartet, die ein Wachstum von 33,1 Prozent ergeben hatte. Im zweiten Quartal war die US-Wirtschaft in historischem Ausmaß um auf das Jahr hochgerechnet 31,4 Prozent eingebrochen. Grund waren die Corona-Beschränkungen. Im dritten Quartal wurden diese dann wieder gelockert.

22.12.2020 • 15:40 Uhr

Mannschafts-WM im Tischtennis abgesagt

Die Mannschafts-Weltmeisterschaften im Tischtennis sind wegen der Corona-Pandemie endgültig abgesagt worden. Das ursprünglich für den März 2020 geplante Turnier im südkoreanischen Busan wurde bereits einmal in den Juni und einmal in den September verlegt. Wegen der steigenden Corona-Zahlen im Land konnte der südkoreanische Verband nun auch den dritten Ausweichtermin vom 28. Februar bis 7. März 2021 nicht mehr einhalten. Das Exekutivkomitee des Weltverbandes ITTF beschloss deshalb am Montag bei einem Treffen in Lausanne die endgültige Absage der WM und gab diese Entscheidung am Dienstag bekannt. Im Tischtennis wurde damit zum ersten Mal seit dem 2. Weltkrieg wieder ein WM-Turnier gestrichen.

22.12.2020 • 15:39 Uhr

Bund unterstützt Behindertenhilfe und Sozialunternehmen

Ein Corona-Teilhabe-Fonds soll Einrichtungen der Behindertenhilfe und gemeinnützige Sozialunternehmen vom Jahreswechsel an in der Krise unterstützen. Die Hilfe könne im Einzelfall bis zu 800.000 Euro betragen und solle betriebliche Fixkosten in Höhe von 90 Prozent abdecken, kündigte das Bundessozialministerium an. Viele dieser Unternehmen hätten bislang "nur eingeschränkt oder gar nicht von Corona-Hilfen profitieren" können, teilte das Ministerium mit.  Der Bundestag hatte für den Fonds 100 Millionen Euro bewilligt.

Die Hilfen können laut Ministerium ab dem 1. Januar 2021 beim Integrationsamt des jeweiligen Bundeslandes für den Zeitraum September 2020 bis März 2021 beantragt werden. Dies sei in einer Förderrichtlinie des Ministeriums und in Verwaltungsvereinbarungen mit den Bundesländern geregelt worden.

22.12.2020 • 15:22 Uhr

Bayern führt Testpflicht für Reisende aus Risikogebieten ein

Alle Reiserückkehrer aus Risikogebieten unterliegen ab Mittwoch in Bayern einer Corona-Testpflicht. Spätestens 72 Stunden nach der Einreise müssen sie beim zuständigen Gesundheitsamt ein Testergebnis vorlegen, dies hat am Dienstag das bayerische Kabinett in München beschlossen. Die Urlaubs- und Familienrückkehrer können aber auch Corona-Tests vorlegen, die im Ausland vorgenommen wurden. Der Test darf aber maximal 48 Stunden alt sein.

22.12.2020 • 15:20 Uhr

Biontech will Kühlungs-Anforderungen des Impfstoffs senken

Der Corona-Impfstoffhersteller Biontech arbeitet derzeit daran, die bislang notwendigen hohen Anforderungen an die Kühltemperaturen für eine langfristigen Lagerung des Präparats auf ein "entspannteres Niveau" zu bringen. Ergebnisse dazu seien bis Ende Januar zu erwarten, sagte Firmenchef Ugur Sahin. Für einen längeren Zeitraum muss der Impfstoff bei minus 70 Grad gelagert werden. In speziell entwickelten Versandboxen mit Trockeneis übersteht das Präparat bei diesen Temperaturen bis zu 15 Tage.

In den Impfzentren kann das Vakzin in ungeöffnetem Zustand nach Firmenangaben in den Lieferboxen oder auch in herkömmlichen Kühlschränken bis zu fünf Tage bei zwei bis acht Grad aufgehoben werden. Bis zwei Stunden vor dem Spritzen könne das Präparat sogar bei bis zu 30 Grad gelagert werden. Die eigentliche Impfung könne bei Zimmertemperatur erfolgen, teilte das Unternehmen mit.

22.12.2020 • 15:12 Uhr

"Querdenken"-Initiative plant am 30. Dezember Demo in Berlin

Wegen des Demonstrationsverbots an Silvester in Berlin will die Initiative "Querdenken" nun bereits am 30. Dezember gegen die Corona-Verordnungen protestieren. Der Berliner Ableger der Initiative rief im Internet zu einer entsprechenden Demonstration für Mittwoch kommender Woche auf. Bei der Polizei ist die Demonstration am 30.12. ab 15 Uhr auf der Straße des 17. Juni mit 22.500 Teilnehmern angemeldet. Vertreter der Initiative wollen nach eigenen Angaben mit Rechtsanwälten gegen das Demonstrationsverbot am 31. Dezember vorgehen. Beim Berliner Verwaltungsgericht lag bisher noch kein Eilantrag gegen das Demonstrationsverbot am 31. Dezember in Berlin vor.

22.12.2020 • 14:38 Uhr

Niederlande: Nur noch akute Behandlungen in Krankenhäusern

Durch die steigende Anzahl von Covid-19-Patienten verschärft sich die Lage in niederländischen Krankenhäusern. Alle planbaren regulären Behandlungen wurden daher abgesagt, wie das Gesundheitsministerium am Dienstag in Den Haag entschied. Dadurch sollen so viele Mitarbeiter wie möglich für die Versorgung von Corona-Patienten freigestellt werden. Die akute und nicht aufschiebbare medizinische Versorgung wie etwa für Krebspatienten solle gewährleistet bleiben.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sollen auch erneut mehr Patienten auf Intensivstationen in deutschen Kliniken verlegt werden. Das war bereits während der ersten Corona-Welle im Frühjahr geschehen. Zuletzt waren am Montag zwei Patienten in eine Klinik nach Dortmund transportiert worden.

22.12.2020 • 14:31 Uhr

Großbritannien: Brüssel gegen pauschale Reiseverbote

Die EU-Kommission hat die Mitgliedstaaten aufgefordert, die wegen der mutierten Variante des Coronavirus erlassenen strikten Reiseverbote von und nach Großbritannien zurückzunehmen. "Verbote von Flug- und Zugreisen sollten angesichts der Notwendigkeit, essenzielle Reisen zu gewährleisten und Unterbrechungen der Versorgungskette zu vermeiden, ausgesetzt werden", erklärte die Brüsseler Behörde. Es solle demnach keine pauschalen Reiseverbote geben, die britische und EU-Bürger daran hindern könnten, nach Hause zu kommen. Wer nach Hause oder zu seinem Hauptwohnsitz zurückkehren wolle, solle dies auch können, wenn die Person einen negativen Corona-Test aufweisen oder sich in Quarantäne begeben könne.

Beschäftigte im Transportwesen sollen laut EU von einem jeglichen Reiseverbot ausgenommen werden. Gleiches gelte für wichtiges medizinisches Personal. Wenn das einen negativen Test binnen 72 Stunden rund um die Reise vorlegen könne, brauche es nicht in Quarantäne.

Von nicht unbedingt notwendigen Reisen solle aber "abgeraten" werden. Gleiches gelte für Reisen von Großbritannien in die EU, und auf unbestimmte Zeit. Grund für den empfohlenen Reise-Stopp ist die neu entdeckte Coronavirus-Variante. EU-Justizkommissar Didier Reynders rief die Mitgliedsländer auf, Bürgerinnen und Bürgern auf beiden Seiten des Ärmelkanals von solchen Reisen abzuraten.

22.12.2020 • 14:28 Uhr

Erschweren IT-Mängel den Gesundheitsämtern Nachverfolgung?

Viele Gesundheitsämter haben offenbar wegen technischer Mängel nach wie vor erhebliche Probleme, die Kontakte von Corona-Infizierten effektiv nachzuverfolgen. Selbst wenn das genaue Infektionsumfeld bekannt sei, könne dieses bei einem Viertel der Gesundheitsämter wegen Mängeln etwa bei der IT-Ausstattung gar nicht erfasst werden, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Kai Gehring. Diese lag der Nachrichtenagentur AFP vor.  Die anhaltende mangelnde Datenerfassung trägt demnach auch dazu bei, dass nach wie vor zu wenig über die Verbreitungswege des Virus bekannt ist. Zwar habe es in den vergangenen Monaten technische Nachbesserungen der Gesundheitsämter bei der IT-Infrastruktur gegeben - aber diese hinke nach wie vor hinterher, kritisierte Gehring. 

22.12.2020 • 14:16 Uhr

Berliner Senat verbietet Shopping-Kurztrips nach Polen

Der Berliner Senat hat entschieden, Einkaufstouren nach Polen nicht mehr zuzulassen. Kurzreisen zum Shoppen und zum Böllerkauf in dem Nachbarland im Rahmen des Kleinen Grenzverkehrs sind während der Corona-Pandemie nicht mehr möglich, beschloss der Senat. Das teilte eine Senatssprecherin nach der Sitzung mit. Die Infektionsschutzverordnung werde entsprechend angepasst.

Bisher galt, dass Berliner ohne anschließende Quarantäne zum Kurztrip und Einkaufen nach Polen einreisen durften. Brandenburger konnten das bereits nicht mehr, weil Brandenburg den sogenannten Kleinen Grenzverkehr mit Beginn des Lockdowns im Einzelhandel ausgesetzt hatte. Nun hat sich Berlin der Brandenburger Regelung angeschlossen.

22.12.2020 • 14:16 Uhr

Kirchengemeinden schränken Weihnachtsgottesdienste ein

Immer mehr Kirchengemeinden in Niedersachsen und Bremen schränken wegen der Pandemie ihre Weihnachtsgottesdienste ein. So wurden in der Region Wolfsburg zahlreiche Präsenzgottesdienste abgesagt, wie die evangelischen Kirchenkreise und das katholische Dekanat mitteilten. Auch in Einbeck, Northeim und Winsen/Luhe wird an Heiligabend weitgehend auf landeskirchliche evangelische Gottesdienste für Besucher verzichtet.

Stattdessen bieten viele Gemeinden digitale Übertragungen von Gottesdiensten ohne Besucher, Online-Krippenspiele oder Video-Andachten per Internet an. Die Mehrzahl der rund 2.400 evangelischen und katholischen Gemeinden will aber weiterhin Präsenzgottesdienste unter strengen Hygieneauflagen und mit reduzierten Besucherzahlen feiern. Darunter sind auch viele Gottesdienste im Freien.

22.12.2020 • 14:16 Uhr

Kretschmer befürchtet dritte Corona-Welle nach den Festtagen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) befürchtet eine dritte Corona-Infektionswelle nach Weihnachten und Silvester."Es wird eine dritte Welle geben. Die Frage ist, wie hoch sie ist", sagte Kretschmer.

Derzeit würden Experten davon ausgehen, dass sich diese dritte Welle im Zeitraum 10. bis 15. Januar in Deutschland zeige, sagte Kretschmer. Zum 10. Januar ist bisher das Ende des derzeitigen harten Lockdowns geplant, allerdings wird bereits über eine Verlängerung der Maßnahmen gesprochen. 

Kretschmer sagte, wie groß die dritte Welle sei und welchen Schaden sie anrichte, liege allein in der Hand der Menschen in Deutschland. Diese müssten sich an die geltenden Beschränkungen halten. Aus seiner Sicht lägen vor Deutschland die zehn härtesten Wochen der Corona-Pandemie, warnte Kretschmer. Dabei äußerte er Zweifel, dass jeder verstanden habe, welches Verhalten jetzt notwendig sei.

22.12.2020 • 13:02 Uhr

Corona-Massentest in Slowenien

In Slowenien hat ein Corona-Massentest begonnen. In der Hauptstadt Ljubljana und in zwölf weiteren Städten können sich alle Einwohner bis Donnerstag kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Nach Weihnachten soll dann noch ein zweiter Massentest starten, der sich vor allem an wichtige Berufsgruppen wie Lehrer, Polizisten und Soldaten richtet.

Die slowenische Regierung hofft darauf, dass sich ein Viertel der zwei Millionen Einwohner testen lassen. In Ljubljana standen heute Hunderte Menschen vor einem Testzentrum im Stadtzentrum Schlange. Das Testergebnis wird den Teilnehmern über eine Handy-Nachricht mitgeteilt.

Menschen stehen Schlange vor der mobilen Testeinheit auf dem Kongressplatz in Ljubljana  | AFP

Corona-Massentest in Slowenien: In der Hauptstadt Ljubljana und in zwölf weiteren Städten können sich alle Einwohner bis Donnerstag kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Bild: AFP

22.12.2020 • 12:46 Uhr

Prozess wegen Betrugs mit einer Million Corona-Masken begonnen

Wegen mutmaßlichen Betrugs mit rund einer Million Corona-Schutzmasken steht von heute an ein 26-Jähriger vor dem Landgericht Koblenz. Das teilte eine Gerichtssprecherin mit. Der rund 150-seitigen Anklage zufolge war der 26-Jährige im April während der ersten Corona-Welle mit zwei Komplizen am Abschluss von Kaufverträgen über die Lieferung von FFP2-Masken für mehr als drei Millionen Euro anscheinend auch an eine überregionale Supermarktkette beteiligt.

Der junge Mann habe gewusst, dass die Masken den hohen FFP2-Standard nicht erfüllten - es seien nur einfache Mund-Nasen-Bedeckungen gewesen. Tatorte sollen unter anderem Sinzig im nördlichen Rheinland-Pfalz sowie Mainz gewesen sein.

22.12.2020 • 12:42 Uhr

Scholz: Ruf nach Langzeitstrategie ist oft Drückebergerei

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat Kritik an einer angeblich fehlenden Langzeitstrategie zur Bewältigung der Corona-Pandemie scharf zurückgewiesen. "Langzeitstrategie ist eine Formel, hinter der die Drückeberger sich immer verstecken", sagte der SPD-Kanzlerkandidat im Podcast "Die Stunde Null" von Capital und n-tv.

"Was wir erleben, ist wie der Ausbruch des Vesuvs. Da muss man anders handeln, als zu sagen: Ich habe eine Langzeitstrategie, dann bricht er nicht aus." Es gehe darum, die Lage ständig zu beobachten und sich mit Wissenschaft und Wirtschaft über das Handeln abzustimmen. "Wer jetzt den Eindruck erweckt, es gebe die eine Wahrheit, der hat von Führung keine Ahnung."

Zu den wirtschaftlichen Folgen sagte Scholz, er sei sicher, dass Deutschland die Rezession überwinden werde. "Es ist besser gekommen als vorherberechnet. Das kann uns gegenwärtig trotz des aktuellen Lockdowns die Hoffnung vermitteln, dass wir auch diesen ohne allzu schwere Verwerfungen beim Wachstum überstehen können."

22.12.2020 • 12:37 Uhr

Käßmann: Pflegekräfte in Corona-Krise mehr wertschätzen

Die evangelische Theologin Margot Käßmann fordert in der Corona-Krise mehr Wertschätzung für Pflegekräfte. Es werde geradezu ignoriert, was da geleistet werde, sagte die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) dem Südwestrundfunk: "Das tut mir fast weh, dass unsere Gesellschaft das so wenig wahrnimmt."

Käßmann verwies in dem vorab veröffentlichten Interview darauf, welche Anstrengungen gerade jetzt zu Weihnachten aufgebracht würden, um Corona-Schnelltests noch so nebenbei in den Einrichtungen zu organisieren. Das sei ein Kraftakt. Dass Pflegekräfte so schlecht bezahlt würden, könne sie nicht verstehen. Es brauche "Wertschätzung auch in der Bezahlung", fügte die ehemalige hannoversche Landesbischöfin hinzu.

22.12.2020 • 12:29 Uhr

Verkehrsmittel-Nutzung könnte in Frankreich von Impfung abhängen

Ein geplantes Impfgesetz stößt in Frankreich auf Widerstand in der Opposition: Konservative und Rechtspopulisten warnten vor der Vorlage, mit der die Regierung den Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln oder anderen Orten von einer Corona-Impfung abhängig machen könnte. Die Gegner warnten vor einer Einschränkung der Grundrechte.

In dem Gesetzesvorschlag heißt es, dass der französische Premierminister "Reisen von Personen, ihren Zugang zu Transportmitteln oder bestimmten Orten und die Ausübung bestimmter Tätigkeiten" von der Vorlage eines negativen Testergebnisses oder "der Verabreichung eines Impfstoffes" abhängig machen kann. 

Der Vizevorsitzende der konservativen Oppositionspartei Les Républicains, Guillaume Peltier, nannte es "unvorstellbar", wenn "die Regierung die Macht hätte, unsere Freiheiten ohne Kontrolle des Parlaments einzuschränken". Die Rechtspopulistin Marine Le Pen, warnte sogar vor einer "totalitären" Maßnahme. In Online-Netzwerken protestierten viele Menschen unter dem Hashtag #DictatureSanitaire (Gesundheitsdiktatur).

22.12.2020 • 12:24 Uhr

Britische Regierung erwägt Coronatests für gestrandete Lkw-Fahrer

Die britische Regierung erwägt die Einführung von Coronatests für Lkw-Fahrer, um den Warenverkehr mit Frankreich wieder aufnehmen zu können. Entsprechende Nachweise seien "absolut Teil der Diskussionen", sagte Innenministerin Priti Patel dem Sender Sky News. Derzeit liefen die Gespräche mit den französischen Behörden über eine Wiederaufnahme des Warenverkehrs und es werde "eine Lösung gefunden".


Wegen einer von Frankreich - angesichts der Ausbreitung des neuen Coronavirus-Strangs in Großbritannien - verhängten Sperre haben in England mehr als 1500 Lastwagen festgesteckt. Frankreich hat Lastwagen aus Großbritannien ab Sonntagabend für 48 Stunden die Einfahrt verboten, während der Virusstrang untersucht wird.

Unterdessen stauten sich Lastwagen in der Grafschaft Kent im Südosten von England, wo einige der beliebtesten Häfen für die Fahrt über den Ärmelkanal sind. Patel sagte, auf der Hauptautobahn in den Hafen von Dover stünden 650 Fahrzeuge Schlange. Weitere 873 seien zum nahe gelegenen, außer Betrieb genommenen Flughafen Manston umgeleitet worden.

Lkw-Stau in Folkestone | REUTERS

Lastwagen stehen in Folkestone im Stau, nachdem Frankreich Lastwagen aus Großbritannien die Einfahrt verboten hat. Bild: REUTERS

22.12.2020 • 12:17 Uhr

Biontech: Erkenntnisse zu Infektionsschutz durch Impfung bis Februar

Der Impfstoffhersteller Biontech erwartet bis spätestens Februar genauere Erkenntnisse darüber, inwieweit sein Präparat die Menschen auch vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen kann. Die Daten dazu würden derzeit geprüft, sagte Firmenchef Ugur Sahin.

Der Impfstoff der Mainzer Firma und ihres US-Partners Pfizer war am Montag in der EU zugelassen worden. Er hat nach Angaben der Hersteller eine Wirksamkeit von rund 95 Prozent. Das bedeutet, dass unter den Probanden der geimpften Gruppe 95 Prozent weniger Covid-19-Erkrankungen auftraten als unter den Probanden der Kontrollgruppe. Unklar ist bisher noch, welche Auswirkungen das Präparat auf eine Weitergabe des Virus oder eine Ansteckung damit hat.

22.12.2020 • 12:17 Uhr

BGA: Kaum negative Folgen durch Lkw-Staus an britischer Grenze

Der Lkw-Stau an der britisch-französischen Grenze hat Außenhandelspräsident Anton Börner zufolge kaum negative Auswirkungen auf die deutsche und europäische Wirtschaft. Sie tangierten diese viel weniger als die britische Wirtschaft, sagt er der "Rheinischen Post". "Die meisten haben jetzt Betriebsferien, das hat daher kurzfristig zumindest also kaum Auswirkungen auf Europa. Es ist vor allem ein menschliches Drama, weil die Lkw-Fahrer unmittelbar vor Weihnachten jetzt in Südengland festsitzen", sagt der Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA).

22.12.2020 • 12:02 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern nimmt Intensivpatienten aus Sachsen auf

Mecklenburg-Vorpommern wird über Weihnachten und den Jahreswechsel bis zu zehn Intensivpatienten aus Sachsen aufnehmen. "Die Unimedizinen in Rostock und Greifswald sowie das Südstadtklinikum in Rostock stehen zur Verfügung", sagte Gesundheitsminister Harry Glawe in Schwerin. Die Zuordnung zu den einzelnen Kliniken werde anhand der Erkrankung der einzelnen Patienten und den tagesaktuellen Kapazitäten gesteuert.

Die Unimedizin Rostock übernimmt nach eigenen Angaben vorerst zwei schwer erkrankte Covid-19-Patienten aus Sachsen. Ein Erkrankter sei bereits vor Ort. "Die Lage vor allem in Ostsachsen ist ernst. Aktuell haben wir noch ausreichend Kapazitäten, um den sächsischen Kollegen und Patienten zu helfen", so Christian Schmidt, Ärztlicher Vorstand der Unimedizin. Auch die Universitätsmedizin Greifswald will Patienten aus Sachsen aufnehmen, wenn es notwendig werden sollte.

22.12.2020 • 11:55 Uhr

WHO-Regionaldirektor befürwortet Einschränkung des Reiseverkehrs

Das Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Europa hat eine Krisensitzung seiner Mitgliedstaaten zu der neuen Coronavirus-Variante in Großbritannien einberufen. Regionaldirektor Hans Kluge schrieb auf Twitter, das WHO-Regionalbüro verfolge die Informationen über die Mutation genau und wolle als Reaktion darauf mit seinen Mitgliedstaaten über Strategien für Virustests, eine Eindämmung der Übertragung und "Kommunikationsrisiken" beraten. Kluge fügte hinzu, er halte es angesichts der noch unklaren Lage für "klug", den Reiseverkehr einzuschränken. Lieferketten für lebensnotwendige Güter und notwendige Reisen sollten aber weiter möglich bleiben.

Die neue Mutation des Coronavirus, die bislang vor allem in Südostengland festgestellt wurde, bereitet weltweit und vor allem in Europa große Sorgen.

22.12.2020 • 11:51 Uhr

NRW: Laschet will Weihnachtsgottesdienste nicht verbieten

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet überlässt es den Kirchen im Land trotz steigender Infektionszahlen, Weihnachtsgottesdienste stattfinden zu lassen. "Die Landesregierung wird keine Gottesdienste untersagen", sagt der CDU-Politiker. Es müssten aber strenge Regeln eingehalten werden. "Es gibt kein 'Oh du fröhliche'", betont der Politiker mit Blick auf das Gesangsverbot. Sein Stellvertreter, Familienminister Joachim Stamp, hatte zuvor nach Informationen des WDR die Kirchen aufgefordert, alle Präsenzgottesdienste abzusagen.

22.12.2020 • 11:47 Uhr

RKI-Chef: Britische Corona-Variante wahrscheinlich schon bei uns

Das Robert Koch-Institut (RKI) geht davon aus, dass sich die in Großbritannien entdeckte Virus-Variante auch in Deutschland ausbreitet. Zwar sei es nach aktuellem Stand noch nicht nachgewiesen, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Aber: "Die Wahrscheinlichkeit schätze ich als sehr, sehr hoch ein." Er verwies darauf, dass die Variante in Großbritannien bereits im September erstmals nachgewiesen wurde, zudem gebe es bereits Meldungen über die Variante in Nachbarländern wie den Niederlanden und Dänemark. Es sei unklar, ob solche mutierte Viren neben anderen Faktoren dazu beitrügen, dass die Infektionszahlen in Deutschland gestiegen seien, fügte Wieler hinzu.

22.12.2020 • 11:42 Uhr

Lockdown drückt vor Weihnachten laut GfK auf Konsumstimmung

Das Konsumklima in Deutschland hat nach Einschätzung des Konsumforschungsunternehmens GfK wegen des Corona-Lockdowns einen weiteren Rückschlag erlitten. Mehr als drei Viertel der Bundesbürger seien der Meinung, dass COVID-19 für Deutschland eine große oder sehr große Bedrohung darstelle, teilte das Unternehmen als Ergebnis seiner neuesten Konsumstudie mit. Dies sei der bislang höchste gemessene Wert seit Beginn der Erhebungen zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie Mitte April 2020. Insgesamt nahmen die Konjunkturerwartungen und die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen laut GfK zuletzt zwar etwas zu, die Verbraucher stellten sich jedoch auf Einbußen bei den Einkommen ein. Dabei sind die Auswirkungen des harten Lockdowns, der neben Gastronomie, Sport und Kultur auch die Schließung großer Teile des Einzelhandels notwendig machte, allerdings noch gar nicht berücksichtigt. Die Erhebung fand im Zeitraum vom 3. bis 14. Dezember statt.

22.12.2020 • 11:34 Uhr

Menschenrechtler: Corona trifft Indigene besonders stark

Indigene Völker waren nach Angaben von Menschenrechtlern in diesem Jahr weltweit deutlich stärker von der Corona-Pandemie betroffen als die Gesamtbevölkerung in den jeweiligen Ländern. "Die ständigen Herausforderungen indigener Völker, wie relative Armut, mangelnde politische Repräsentation und ein erschwerter Zugang zur Gesundheitsversorgung, haben sich in der Pandemie als besonders fatal erwiesen", sagte Yvonne Bangert von der Gesellschaft für bedrohte Völker in Göttingen. In vielen Ländern sei die Corona-Sterblichkeitsrate unter Indigenen darum bis zu doppelt so hoch wie in der Gesamtbevölkerung. Die betroffenen Menschen leben etwa in der Karibik, in Nord- und Südamerika, in der Arktis und in Staaten Lateinamerikas.

22.12.2020 • 11:25 Uhr

Armut auf der Balearen-Insel

Die Tourismus-Krise in Spanien trifft die Balearen besonders hart - sie leben fast ausschließlich von ausländischen Gästen. Viele Inselbewohner sind inzwischen auf Lebensmittel-Spenden angewiesen.

22.12.2020 • 11:20 Uhr

Spahn: Hätten früher Masken besorgen sollen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn räumt Versäumnisse im Kampf gegen die Corona-Pandemie ein. Auf die Frage, für welche Fehler er 2020 um Verzeihung bitten müsse, sagt der CDU-Politiker der Wochenzeitung "Die Zeit": "Wir hätten als Bundesregierung früher beginnen sollen, Masken zu besorgen. Und ich hätte das als Gesundheitsminister früher anstoßen sollen." Eine Pflegekraft, der im Frühjahr FFP2-Masken fehlten, könne er nur um Verständnis bitten.

22.12.2020 • 11:14 Uhr

Taiwan meldet erste inländische Corona-Ansteckung seit April

Taiwan hat zum ersten Mal seit April eine Ansteckung mit dem Coronavirus im eigenen Land festgestellt. Wie die Gesundheitsbehörden mitteilten, wurde nach 253 Tagen ohne lokale Übertragung eine etwa 30-jährige Frau positiv auf das Virus getestet. Sie steckte sich demnach bei einem neuseeländischen Piloten an, der für eine Fluggesellschaft aus Taiwan arbeitet. Gesundheitsminister Chen Shih-chung sagte, der infizierte Pilot habe die Behörden nicht "wahrheitsgemäß" über seine Kontakte und Aktivitäten informiert. Behördenangaben zufolge war der Mann unter anderem noch in einem Kaufhaus. Ihm droht nun eine Geldstrafe von umgerechnet 8600 Euro.

Taiwan war es durch rigorose Grenzkontrollen und die konsequente Nachverfolgung von Infektionsketten bereits im Frühjahr gelungen, eine starke Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Bisher wurden auf der Insel nur 770 Infektions- und sieben Todesfälle verzeichnet. Der letzte einheimische Infektionsfall war am 12. April registriert worden. Positiv getestet wurden seitdem nur noch Reisende, etwa aus dem Ausland zurückgekehrte Taiwaner oder Geschäftsreisende. In Taiwan müssen alle Einreisenden für 14 Tage in Quarantäne und einen negativen Virustest vorweisen. Für Piloten gelten allerdings weniger strenge Regeln.

22.12.2020 • 11:09 Uhr

Biontech will bis Jahresende 12,5 Millionen Impfdosen in EU ausliefern

Das Mainzer Biotechunternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer wollen in der Europäischen Union bis Ende des Jahres 12,5 Millionen Dosen ihres Covid-19-Impfstoffs ausliefern. Die EU-Mitgliedstaaten würden den Impfstoff innerhalb von fünf Tagen erhalten, sagte Vorstandsmitglied Sean Marett. In Deutschland wird er in 25 Verteilzentren geliefert, von wo aus er weiter in die 294 Landkreise verteilt wird. Die EU-Lieferungen würden ausreichen, um 6,25 Millionen Menschen mit dem Vakzin, von dem zwei Dosen im Abstand von drei Wochen verabreicht werden müssen, zu impfen.

Die Europäische Kommission hatte das Mittel gestern als ersten Covid-19-Impfstoff in der EU zugelassen. Viele EU-Länder, darunter auch Deutschland, wollen am 27. Dezember mit Impfungen beginnen.

22.12.2020 • 11:00 Uhr

Wirtschaftsforscher senken Prognose für die Eurozone

Drei Forschungsinstitute haben ihre gemeinsame Konjunkturprognose für die Eurozone kräftig nach unten korrigiert: Das Ifo-Institut in München, KOF in Zürich und Istat in Rom rechnen für das gerade zu Ende gehende Quartal nun nicht mehr mit einem Wachstum, sondern mit einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 2,7 Prozent. "Das bringt das Gesamtjahr 2020 auf minus 7,3 Prozent", teilten die Institute mit. Im kommenden Jahr erwarten sie für das erste Quartal nur 0,7 Prozent Wachstum, im zweiten dann 3,0 Prozent. Wie sich die Wirtschaft bei steigenden Corona-Ansteckungszahlen und gleichzeitigem Beginn der Impfungen entwickelt, sei allerdings schwer abzusehen. Zudem könnte ein harter Brexit Lieferketten unterbrechen.

22.12.2020 • 10:54 Uhr

Südkorea verschärft Beschränkungen

Im Kampf gegen einen Anstieg der Zahl der Corona-Neuinfektionen verbietet Südkorea Zusammenkünfte von mehr als vier Personen. Zudem werden Skigebiete und größere Touristenattraktionen landesweit vom 24. Dezember an geschlossen. Das kündigte Ministerpräsident Chung Sye Kyun an. Die Maßnahmen sollen mindestens bis zum 3. Januar in Kraft bleiben.

Ähnliche Schritte hatten zuvor bereits die Behörden in der Hauptstadt Seoul verkündet. Dort hatte sich das Virus in den vergangenen Wochen besonders stark ausgebreitet. Die Behörde für Krankheitskontrolle und -vorbeugung meldete weitere 869 Infektionen, überwiegend im Großraum Seoul. Insgesamt stieg die Zahl der bestätigten Infektionsfälle auf 51.460. 48 Covid-19-Patienten starben innerhalb von 48 Stunden, die höchste derartige Zahl seit Beginn der Pandemie.

22.12.2020 • 10:49 Uhr

RKI mahnt eindringlich zu Kontaktvermeidung über Weihnachten

Angesichts weiter hoher Corona-Infektionszahlen mahnt das Robert Koch-Institut (RKI) eindringlich dazu, über Weihnachten Kontakte zu vermeiden. "Reisen Sie nicht", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Alle Bürger sollten die Festtage nur im kleinsten Kreis verbringen, Treffen möglichst auf dieselben Teilnehmer beschränken und dies möglichst draußen machen. Mit den nun verschärften Alltagsbeschränkungen seien die Infektionszahlen schneller herunterzubringen, wenn alle achtsam seien. Es stünden schwere Wochen bevor. "Wir sollten sie nicht noch schwerer machen." Derzeit verschlechtere sich die Situation weiter, erläuterte Wieler. Das Virus komme in der gesamten Bevölkerung in allen Altersgruppen und überall in Deutschland vor. "Wir befürchten, dass sich über die Feiertage das Infektionsgeschehen noch weiter anspannen könnte."

22.12.2020 • 10:49 Uhr

Schweiz sucht 10.000 eingereiste Briten

Wegen der neuen Coronavirus-Variante in Großbritannien läuft in der Schweiz die Suche nach einigen Tausend angereisten Briten auf Hochtouren. Gestern hatten die Behörden rückwirkend Quarantäne angeordnet, um die Ausbreitung der neuen Variante in der Schweiz möglichst zu verhindern. Jeder, der seit dem 14. Dezember aus Großbritannien eingereist ist, muss bis zum zehnten Tag nach der Ankunft in Quarantäne. Das betrifft auch Tausende Skiurlauber.

Nach Angaben der Behörden kamen vom 14. Dezember bis zur Einstellung der Flüge am Sonntagabend 92 Flugzeuge aus Großbritannien an. Allein am Genfer Flughafen waren es am vergangenen Wochenende etwa 3500 Passagiere. Die Behörden gehen von etwa 10.000 Fluggästen seit dem 14. Dezember aus. Für die Suche nach den Gästen sind die Gesundheitsbehörden der Kantone zuständig, die auch sonst die Kontaktverfolgung bei Infizierten übernehmen. Das Bundesamt für Gesundheit hat von den Fluggesellschaften sämtliche Passagierlisten angefordert. Ankommende müssen wegen der Corona-Pandemie seit langem jeweils ein Formular ausfüllen und ihre Adresse in der Schweiz angeben.

22.12.2020 • 09:56 Uhr

Studie: Corona-Mutation sehr wahrscheinlich leichter übertragbar

Eine neue Variante in Großbritannien macht neuen Untersuchungen zufolge das Coronavirus sehr wahrscheinlich leichter übertragbar. Zu diesem Schluss kommen Experten der englischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHS). Sie verweisen dabei auf Erbgut-Untersuchungen der neuen Variante und auf Modellrechnungen zur Ausbreitung. Eine der rund 20 Mutationen der neuen Variante B.1.1.7 dürfte insbesondere dazu beitragen, dass das Virus leichter übertragen werden könne.

Der deutsche Virologe Christian Drosten schrieb zu den PHS-Daten: "Das sieht leider nicht gut aus." Positiv sei aber, dass B.1.1.7-Fälle bislang nur in Gebieten zugenommen haben, wo die Gesamtinzidenz hoch oder ansteigend war. "Kontaktreduktion wirkt also auch gegen die Verbreitung der Mutante", schreibt Drosten. Den PHS-Forschern macht insbesondere eine Mutation mit der Bezeichnung N501Y Sorgen. Sie könnte den Daten zufolge dafür sorgen, dass das Virus besser an Zielzellen andocken kann. Zudem liege die Mutation an einer Stelle, an der auch bestimmte Antikörper des Menschen angreifen, um das Virus auszuschalten. "Deshalb ist es möglich, dass solche Varianten die Wirksamkeit beim Neutralisieren des Virus beeinflussen."

22.12.2020 • 09:52 Uhr

Türkei verhängt Quarantäne gegen Passagiere aus Großbritannien

Die Türkei hat 4603 Passagiere aus Großbritannien in Quarantäne geschickt. Sie kamen am und nach dem 14. Dezember aus dem Vereinigten Königreich per Flugzeug an, wie der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca mitteilte.

Die Türkei hat Flüge aus Großbritannien, Südafrika, Dänemark und den Niederlanden am Sonntagabend wegen einer neuen Version des Coronavirus ausgesetzt. 335 Passagiere, die zum Zeitpunkt der Bekanntgabe per Flugzeug aus diesen Ländern unterwegs gewesen seien, seien bei der Ankunft in der Türkei auf das Coronavirus getestet und isoliert worden, teilte Koca bei Twitter mit.

22.12.2020 • 09:29 Uhr

Impfstoff: Montgomery rechnet mit Wirksamkeit gegen Mutation

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, geht davon aus, dass die bisherigen Corona-Impfstoffe auch gegen die neue Variante des Virus wirken. Montgomery sagte dem Radiosender NDR Info, es handele sich um eine Mutation an den äußeren Eiweiß-Anteilen des Virus. "Es müssten noch viel mehr Angriffspunkte für die Impfung und die Antikörper, die dann gebildet werden, da sein. Deshalb glaube ich, dass wir Grund zum Optimismus haben."

Auch der Impfstoffhersteller Biontech hatte zuvor erklärt, man erwarte eine Wirksamkeit bei der Mutation.

22.12.2020 • 09:04 Uhr

Pfizer und Moderna testen Impfstoffe auf Virus-Mutation

Pfizer und Moderna testen ihre Coronavirus-Impfstoffe, um festzustellen, ob sie gegen die neue mutierte Version des Virus wirken. "Basierend auf den bisherigen Daten erwarten wir, dass die durch Moderna-Impfstoffe induzierte Immunität vor den kürzlich in Großbritannien beschriebenen Varianten schützt. Wir werden in den kommenden Wochen zusätzliche Tests durchführen, um diese Erwartung zu bestätigen", so die Erklärung von Moderna.

Pfizer teilte mit, dass jetzt "Daten generiert" würden, die erheben sollen, wie gut Blutproben von Menschen, die mit dem Impfstoff immunisiert wurden, "in der Lage sein könnten, den neuen Stamm aus Großbritannien zu neutralisieren".

22.12.2020 • 08:56 Uhr

Corona-Krise drückt auf Löhne

Die Corona-Krise drückt auf die Verdienste der Beschäftigten in Deutschland. Die Nominallöhne lagen im dritten Quartal 2020 um 1,3 Prozent niedriger als im Vorjahresquartal, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Da die Verbraucherpreise in diesem Zeitraum nahezu unverändert (minus 0,1 Prozent) blieben, ergab sich ein realer Lohnrückgang von 1,3 Prozent. Im zweiten Quartal hatte das Minus sogar 4,7 Prozent betragen. In den Berechnungen ist allerdings das Kurzarbeitergeld nicht erfasst, das für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Einkommensverluste mindestens teilweise ausgeglichen hat.

22.12.2020 • 08:50 Uhr

Staatsschulden auf Rekordniveau

Die öffentlichen Schulden in Deutschland sind wegen der enormen Corona-Kosten auf Rekordniveau gestiegen. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte standen Ende September mit 2195,1 Milliarden Euro in der Kreide, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das sind 15,6 Prozent oder 296,4 Milliarden Euro mehr als Ende 2019. "Der Anstieg ist im Wesentlichen in der Aufnahme finanzieller Mittel für Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise begründet", erklärten die Statistiker. Seit Ende 2012 waren die Verbindlichkeiten jedes Jahr gesunken, ehe in diesem Frühjahr wegen Corona wieder ein erster Anstieg verzeichnet wurde.

22.12.2020 • 08:43 Uhr

Mehr als 190.000 neue Fälle in den USA

In den USA haben sich 190.519 Menschen binnen 24 Stunden mit dem Coronavirus infiziert. Das geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore hervor. Der bislang höchste Wert war am Freitag mit 249.709 Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnet worden. Die Zahl der erfassten infizierten Toten binnen 24 Stunden lag am Montag bei 1696 nach 1509 am Vortag. Der Höchstwert war am Mittwoch vergangener Woche mit 3668 Toten registriert worden.

22.12.2020 • 08:36 Uhr

Telefonbetrüger bieten "erstes Corona-Impfstoffpaket" an

Telefonbetrüger haben in Bonn versucht, mit der Aussicht auf einen Corona-Impfstoff Kasse zu machen. Der Fall habe sich am Montagnachmittag ereignet, berichtete die Polizei. Die Betrüger hätten eine Seniorin angerufen und sich als Mitarbeiter einer bekannten Impfstofffirma ausgegeben. Dann boten sie der Frau ein "erstes Corona-Impfstoffpaket" zum Preis von 6000 Euro an. Die 64-Jährige erkannte die Masche allerdings und alarmierte die Polizei. Als ein vermeintlicher Geldabholer an der Wohnung der Seniorin klingelte, empfingen ihn Beamte. Das angebliche Impfserum hatten die Betrüger als spätere Post-Zusendung angekündigt. Nach Angaben der Bonner Ermittler hatte es zuletzt mehrere ähnliche Betrugsversuche gegeben. Die Polizei stellte daher ausdrücklich klar, dass es keinen Verkauf von Corona-Impfstoff am Telefon gebe.

22.12.2020 • 08:34 Uhr

2020 tödlichstes Jahr der US-Geschichte

2020 wird mit mehr als drei Millionen Sterbefällen als das tödlichste Jahr in die US-Geschichte eingehen. Das ergeben Berechnungen vorläufiger Daten der Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention (CDC), die heute veröffentlicht wurden. Die Corona-Pandemie mit mehr als 300.000 Toten ist der Hauptantreiber zu diesem Rekord, aber nicht allein: Insgesamt starben in diesem Jahr in den USA mindestens 400.000 Menschen mehr als 2019. Der vorläufigen Statistik zufolge wird es 2020 mehr als 3,2 Millionen Sterbefälle in den USA geben, was einen Anstieg von 15 Prozent bedeuten würde. Die Zahl der Toten steigt angesichts der Corona-Pandemie noch in den letzten Tagen des Jahres weiter.

Seit 1918 hat es seinen solchen prozentualen Anstieg nicht mehr gegeben. Damals fielen Zehntausende US-Soldaten auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs und Hunderttausende starben an einer Pandemie: Der Spanischen Grippe. 

22.12.2020 • 07:56 Uhr

Zahl der Neuinfektionen in Israel übersteigt 3500

Die Anzahl der Corona-Neuinfektionen in Israel hat erstmals seit Oktober wieder 3500 überstiegen. Das Gesundheitsministerium teilte am Dienstag mit, binnen 24 Stunden seien 3594 neue Fälle gemeldet worden. Insgesamt wurden in dem Neun-Millionen-Einwohner-Land seit Beginn der Pandemie 380.095 Ansteckungen registriert. Die Zahl der Toten liegt bei 3111.

Zum Vergleich: In Deutschland leben etwa neunmal so viele Menschen wie in Israel. Dort meldeten die Gesundheitsämter nach Angaben vom Dienstag 19.528 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden

22.12.2020 • 07:40 Uhr

Rotes Kreuz nimmt deutlich mehr Spenden ein

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) verzeichnet nach Angaben seiner Präsidentin Gerda Hasselfeldt in diesem Jahr ein deutliches Spendenplus. Hasselfeldt sagte der "Saarbrücker Zeitung": "Die Spendenbereitschaft ist dieses Jahr noch größer geworden. Wir werden voraussichtlich knapp 50 Millionen Euro an Spenden erhalten." 2019 seien es etwas mehr als 30 Millionen Euro gewesen. "Viele Menschen wollen anderen helfen. Das erfreut mich sehr", sagte Hasselfeldt. Die DRK-Präsidentin betonte, das Geld komme konkreten Projekten an der Basis und hilfsbedürftigen Menschen zugute. So unterstütze das DRK Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien, damit sie beim digitalen Lernen nicht abgehängt werden. Auch helfe man Menschen mit Behinderung, damit sie besser durch die Krise kommen.

22.12.2020 • 07:20 Uhr

Ifo-Chef plädiert für Lockdown

Ifo-Präsident Clemens Fuest spricht sich für einen Lockdown aus, solange die Ansteckungszahlen hoch sind. "Es hilft nichts", sagte der Chef des Instituts für Wirtschaftsforschung im Deutschlandfunk. Die Infektionszahlen müssten "entschlossen" gesenkt werden. Solange die Infektionen nicht heruntergebracht würden, werde sich die Wirtschaft nicht erholen.

22.12.2020 • 07:12 Uhr

Großbritannien und Frankreich einigen sich auf Maßnahmen

Der britische Premierminister Boris Johnson und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben sich einem BBC-Bericht zufolge auf Maßnahmen zur Öffnung der Grenze für Frachttransporte verständigt. Sie sollen noch heute dargelegt werden und am Mittwoch in Kraft treten, berichtet der Sender unter Berufung auf den französischen Europa-Minister Clement Beaune. Frankreich hat wegen der in Großbritannien aufgetretenen ansteckenderen Corona-Mutation die Grenze geschlossen.

22.12.2020 • 06:59 Uhr

Bund und Länder nehmen deutlich weniger ein

Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern sind auch im November wegen der Pandemie deutlich gesunken. Sie fielen lut Bundesfinanzministerium um sieben Prozent auf 47,5 Milliarden Euro. Im Zeitraum Januar bis November 2020 belief sich das Minus auf acht Prozent - bei Einnahmen von 589 Milliarden Euro. Die Einnahmen aus der Lohnsteuer sanken im November um 5,7 Prozent binnen Jahresfrist. Dazu habe auch der Anstieg der Kurzarbeiterzahlen aufgrund des Teil-Lockdowns beigetragen. Neben den geringeren Einnahmen schlagen sich die Corona-Hilfen auch in deutlich höheren Ausgaben nieder.

Allerdings spart der Bund wegen der niedrigen Zinsen derzeit an anderer Front: Die Zinsausgaben lagen bis einschließlich November bei 4,9 Milliarden Euro und damit rund 59 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum.

Trotz der starken Aufholjagd der Konjunktur im Sommerquartal und dem Rekordwachstum von 8,5 Prozent sieht das Finanzministerium Risiken für die weitere Entwicklung.

22.12.2020 • 06:04 Uhr

Auch US-Senat stimmt Corona-Hilfspaket zu

Der US-Kongress hat ein neues Corona-Hilfspaket im Umfang von fast 900 Milliarden Dollar angenommen. Nach dem Repräsentantenhaus stimmte in der Nacht auch der Senat der USA für die dringend benötigten Hilfen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. 91 Senatoren sprachen sich dafür aus - bei lediglich sieben Gegenstimmen. Im Repräsentantenhaus herrschte zuvor ähnlich überparteiliche Einigkeit: 359 Abgeordnete stimmten dafür, 53 dagegen.

Demokraten und Republikaner hatten sich am Sonntag nach monatelangem Streit auf das dringend benötigte Hilfspaket verständigt. Die Verhandlungen waren gekoppelt an Gespräche über einen neuen Bundeshaushalt im Umfang von 1,4 Billionen Dollar. Er regelt die Finanzierung des Bundes bis September. Vorgesehen ist im Rahmen des Hilfspakets Unterstützung für Arbeitslose und für krisengeschüttelte Unternehmen, außerdem Geld für Schulen, das Gesundheitswesen und Mieter, denen eine Zwangsräumung droht. Auch Mittel für die Impfung der Bevölkerung gegen Covid-19 sind in dem Paket enthalten.

22.12.2020 • 05:59 Uhr

BKA verzeichnet rund 300 politische Gewaltdelikte wegen Corona

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat laut einem Zeitungsbericht seit März bundesweit rund 300 politisch motivierte Gewaltstraftaten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie verzeichnet. Dazu zählten vor allem Angriffe gegen öffentliche Einrichtungen und Übergriffe gegen Polizisten, wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken zitiert. Die Mehrzahl der 297 zwischen Anfang März und Ende November registrierten politischen Gewaltstraftaten rund um das Corona-Thema wurde demnach von Tätern aus dem linken Spektrum verübt. 160 Delikte wurden diesem Spektrum zugeordnet. 48 Taten wurden der Statistik zufolge von Tätern aus dem rechten Spektrum verübt. 89 Taten waren keinem der beiden Bereiche zuzuordnen.  Zu diesen Taten gehörten demnach ein versuchtes Tötungsdelikt, 82 Körperverletzungen, drei Sprengstoffdelikte, 136 Fälle von Landfriedensbruch und 65 Fälle von Widerstand gegen Beamte. Zudem wurden 200 Fälle von Sachbeschädigung im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gezählt. Dazu kamen 277 politisch motivierte Straftaten über das Internet.

22.12.2020 • 05:56 Uhr

WHO: Neue Virus-Variante ist "nicht außer Kontrolle"

Die Ausbreitung der in Großbritannien entdeckten neuen Coronavirus-Variante ist nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch nicht außer Kontrolle. "Selbst wenn das Virus sich nun ein kleines bisschen effizienter ausbreitet, kann das Virus gestoppt werden", sagte der WHO-Direktor für medizinische Notfälle, Michael Ryan, bei einer Pressekonferenz. Die Lage sei also "nicht außer Kontrolle". Ryan rief aber dazu auf, die Maßnahmen zur Eindämmung der neuen Mutation zu verstärken. Großbritanniens Premierminister Boris Johnson hatte am Wochenende erklärt, die in Südostengland aufgetretene Mutation sei "bis zu 70 Prozent ansteckender" als die Ursprungsvariante des Coronavirus. Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock sagte, die neue Virus-Variante sei "außer Kontrolle".

22.12.2020 • 05:30 Uhr

RKI: Mehr als 19.000 Neuinfektionen

In Deutschland bleiben sowohl die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus als auch die Todesfälle auf hohem Niveau. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind innerhalb eines Tages 19.528 neue Ansteckungsfälle von den Gesundheitsämtern gemeldet worden. Die Zahl der Corona-Todesfälle stieg laut RKI innerhalb eines Tages um 731 auf insgesamt 27.006.   Insgesamt wurden seit Beginn der Pandemie in Deutschland laut RKI 1.530.180 Infektionsfälle registriert. Die Zahl der Genesenen liegt bei rund 1.136.700. 

Die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz betrug nach Angaben des Instituts am Dienstag 197,6. Dabei handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in diesem Zeitraum. Das RKI will am Vormittag bei einer Pressekonferenz über die Lage in Deutschland informieren.

22.12.2020 • 05:14 Uhr

EU-Gesundheitskommissarin warnt vor Leichtsinn

Nach der Genehmigung des ersten Corona-Impfstoffs in der Europäischen Union hat EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides vor verfrühtem Leichtsinn im Kampf gegen das Virus gewarnt. "Das ist nicht der Zeitpunkt, den Sieg zu erklären", sagte Kyriakides der Deutschen Presse-Agentur und anderen Medien in Brüssel. So weit sei es erst, wenn die Pandemie besiegt sei. Dennoch sei es ein wichtiger Tag für die Europäer. Die EU-Kommission hat dem Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer am Montag die bedingte Marktzulassung erteilt.

22.12.2020 • 04:36 Uhr

Intensivmediziner für "ruhiges Weihnachtsfest"

Die Intensivmediziner in Deutschland appellieren angesichts anhaltend hoher Corona-Zahlen an die Bürger, an Weihnachten auf Treffen im größeren Kreis zu verzichten. "Wir würden uns wünschen, dass die Menschen sich dieses Jahr auf sich selber zurückbesinnen, ein ganz ruhiges Weihnachtsfest im aller-, allerengsten Familienkreis feiern", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Uwe Janssens, der Nachrichtenagentur dpa. Das wäre eine große Hilfe für alle Pflegekräfte auf den Intensivstationen, die an Weihnachten arbeiten würden und Angst hätten, dass 14 Tage später alles noch schlimmer werde.

In den Krankenhäusern zeichnet sich weiterhin keine Entspannung ab. Nach Angaben der Divi vom Montag werden derzeit 5167 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt - das sind etwa 500 mehr als in der Vorwoche, als 4670 Menschen mit Covid-19 auf Intensivstationen versorgt wurden. 2690 der Patienten werden aktuell invasiv beatmet.

22.12.2020 • 04:33 Uhr

Weiterer Lockdown in kanadischer Provinz Ontario

Wegen eines Anstiegs der Corona-Infektionszahlen verhängt die bevölkerungsreichste kanadische Provinz einen Lockdown. Im Süden von Ontario gelten die Ausgangsbeschränkungen nach Behördenangaben vom Montag ab dem 26. Dezember bis zum 23. Januar, im Norden werden sie bereits am 9. Januar wieder aufgehoben. Ärzte und Krankenhausverbände kritisierten scharf, dass die Maßnahmen erst nach Weihnachten in Kraft treten. Regierungschef Doug Ford verteidigte das Vorgehen und sagte, dadurch könnten sich Betriebe darauf vorbereiten und Restaurants einen Teil ihrer Vorräte noch verkaufen.

In Ontario wurden sieben Tage in Folge mehr als 2000 neue Corona-Fälle pro Tag verzeichnet. Modelle zeigen, dass sich die Zahl im Januar mehr als verdoppeln könnte. Ein harter Lockdown von vier bis sechs Wochen könnte die Verbreitung von Covid-19 deutlich eindämmen, haben Mitarbeiter von Gesundheitsbehörden in der Vergangenheit erklärt. Nach einem ersten Lockdown im Frühjahr war die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Kanada zurückgegangen. Zuletzt kam es aber zu einer zweiten Welle. In Ontario leben etwa 14,5 Millionen Menschen.

22.12.2020 • 04:30 Uhr

Polizei will Beschränkungen an Feiertagen scharf kontrollieren

Die Polizei will die Einhaltung der Corona-Beschränkungen an Weihnachten und Silvester scharf kontrollieren. "Wir erhöhen gerade die Präsenz im öffentlichen Raum", sagte der Vizechef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, der "Süddeutschen Zeitung". Jedoch werde die Polizei nicht "anlasslos von Haus zu Haus gehen und nachzählen, wie viele Leute am Tisch sitzen". Wegen des Grundrechts auf Unversehrtheit der Wohnung sei dies auch gar nicht möglich.  "Aber wenn wir Hinweise bekommen, dass irgendwo Regeln verletzt werden, dann gehen wir dem nach", sagte Radek.

An die Bürger appellierte er zugleich, während der Feiertage nicht vorschnell die Polizei zu rufen. Wenn etwa die Nachbarn zu viele Menschen eingeladen hätten, sollten sie zunächst gebeten werden, sich an die Regeln zu halten. "Diese Pandemie erfordert von uns allen auch ein Stück Zivilcourage", betonte der GdP-Vizechef. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Bundesländer hatten im Rahmen des derzeitigen harten Lockdowns strenge Regeln auch für die Feiertage beschlossen. In Bayern etwa darf sich ein Hausstand nur mit vier weiteren engen Verwandten treffen. Für Silvester gilt ein Versammlungsverbot in der Öffentlichkeit. Die Polizei werde dieses Verbot durchsetzen, kündigte Radek an.

22.12.2020 • 04:30 Uhr

US-Repräsentantenhaus stimmt Corona-Hilfen zu

Das US-Repräsentantenhaus hat die Corona-Hilfen im Volumen von rund 900 Milliarden Dollar verabschiedet. Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, sagte zu dem Konjunkturpaket, es "geht nicht den ganzen Weg, aber es bringt uns auf den Weg." Sie kritisierte, dass es nicht die von den Demokraten geforderte direkte Hilfe für staatliche und lokale Behörden beinhalte. Pelosi kündigte an, die geforderte finanzielle Unterstützung nach dem Amtsantritt des designierten demokratischen Präsidenten Joe Biden erneut anzuschieben. "Es spiegelt einen fairen Kompromiss wider", äußerte der republikanische Vertreter Hal Rogers zu dem Deal.

Das Parlament verabschiedete zudem den neuen Haushalt in Höhe von 1,4 Billionen Dollar. Damit ist der Weg frei für die Abstimmung beider Vorlagen durch den Senat. Es wird erwartet, dass der von den Republikanern geführte Senat die Entwürfe mit großer Mehrheit durchwinkt. Das Weiße Haus hatte die Unterschrift des US-Präsidenten Donald Trump bereits zugesagt. Es wäre die zweitgrößte staatliche Finanzspritze nach den im März verabschiedeten Hilfen von 2,3 Billionen Dollar.