Taliban-Patrouille in Fahrzeug | AP
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Afghanistan ++ Taliban führen offenbar Festnahme-Listen ++

Stand: 19.08.2021 23:37 Uhr

Die Taliban intensivieren laut einem UN-Bericht die Suche nach afghanischen Ortskräften. In Afghanistan könnten sich laut Auswärtigem Amt noch mehrere hundert deutsche Staatsbürger aufhalten. Alle Entwicklungen im Liveblog zum Nachlesen.

  • Bundesregierung plant wohl Soforthilfe für Geflüchtete
  • Seehofer will alle Ortskräfte nach Deutschland holen
  • Großer Zapfenstreich wird verschoben
  • Warnschüsse am Flughafen in Kabul
  • Bundeswehr: "Dramatische Lage"
  • Italien will außerordentliches G20-Gipfeltreffen
  • Bundeswehr setzt Evakuierungsflüge fort
  • US-Soldaten könnten länger in Afghanistan bleiben
19.8.2021 • 23:37 Uhr

Ende des Liveblogs

Damit schließen wir den Liveblog für heute. Vielen Dank für Ihr Interesse.

19.8.2021 • 21:33 Uhr

US-Außenministerium kündigt 20 Flüge für die Nacht an

Am Flughafen Kabul warten nach Angaben des US-Außenministeriums inzwischen rund 6000 Menschen, die alle Voraussetzungen für die Ausreise erfüllen und bald ausgeflogen werden dürften. "Ich kann bestätigen, dass sich derzeit 6000 Personen am Flughafen befinden, die von unserem Konsularteam vollständig abgefertigt wurden und bald an Bord der Flugzeuge gehen werden", sagte der Sprecher des Ministeriums, Ned Price. Es handele sich um US-Amerikaner, Afghanen und Menschen aus anderen Staaten. "Wir erwarten, dass heute Nacht etwa 20 Flüge starten werden", sagte er weiter. Price zufolge hat es bisher nur Berichte von einer Hand voll US-Amerikaner gegeben, die es nicht zum Flughafen geschafft hätten. Rund um den Flughafen herrscht Chaos. Viele Menschen berichteten, dass es kein Durchkommen gebe.

19.8.2021 • 21:23 Uhr

BND warnte wohl schon lange vor Machtübernahme

Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat die Bundesregierung einem Bericht des "Spiegel" zufolge seit vielen Jahren vor dem Zusammenbruch des afghanischen Staates gewarnt. Der Auslandsgeheimdienst habe immer wieder Analysen vorgelegt, wonach weder das Militär Afghanistans noch die Politik so aufgestellt seien, dass sie dauerhaft funktionieren könnten. Allerdings seien die Beamten in den zuständigen Ministerien kaum auf Gehör gestoßen, berichtete das Magazin unter Berufung auf Angaben aus Sicherheitskreisen.

Mehrere mit den Vorgängen vertraute Mitarbeiter berichteten dem "Spiegel" von "teilweise frustrierenden Momenten". Ihre bis dahin negativste Einschätzung gaben die Beamten des Dienstes demnach im Dezember 2020 ab, als sie unter dem Schlagwort "Emirat 2.0" die Rückkehr der Taliban an die Macht prognostizierten.

19.8.2021 • 20:57 Uhr

Erdogan: Europa muss sich um Flüchtlinge kümmern

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die europäischen Länder aufgefordert, die Verantwortung für die aus Afghanistan kommenden Flüchtlinge zu übernehmen. Die Türkei habe nicht die Absicht, nach der Machtübernahme durch die radikal-islamischen Taliban "Europas Lager für Migranten" zu werden, sagte Erdogan nach einer Kabinettssitzung. Die Türkei habe Maßnahmen entlang ihrer Grenzen zum Iran ergriffen, über die eine Hauptroute für afghanische Migranten in die Türkei verläuft. Es seien auch Gespräche mit der neuen Taliban-Regierung möglich, um "gemeinsamen Ziele" zu erörtern. In den vergangenen Wochen waren bereits Tausende Afghanen vor den Taliban in die Türkei geflohen.

19.8.2021 • 20:42 Uhr

UN-Bericht warnt vor Vergeltung der Taliban an Ortskräften

Während die Rettung ausreisewilliger Menschen aus Afghanistan unter schwierigsten Bedingungen weitergeht, warnen die UN vor der systematischen Verfolgung von afghanischen NATO-Ortskräften durch die Taliban. Die radikalislamische Miliz führt offenbar "Prioritätenlisten" von Menschen, die sie festnehmen wolle. Das steht in einem vertraulichen Dokument, das der Nachrichtenagentur AFP vorlag. Die Taliban suchten demnach Häuser der Zielpersonen und ihrer Familien auf. Auch auf der Straße zum Flughafen in Kabul nehme die Gruppe Personenkontrollen vor. Zudem hätten die Taliban Kontrollpunkte in größeren Städten eingerichtet, darunter Kabul und Dschalalabad. 

Erstellt wurde der Bericht vom norwegischen Zentrum für globale Analysen, einer NGO, die Lageeinschätzungen für verschiedene UN-Agenturen erstellt. Es sei zu befürchten, dass Afghanen, die mit den NATO- und US-Truppen kooperiert haben, und ihre Angehörigen Opfer von "Folter und Hinrichtungen" werden, sagte der Leiter des Instituts, Christian Nellemann.

Die G7-Außenminister fordern von den Taliban, die Sicherheit ausreisewilliger Menschen - egal ob Ausländer oder Afghanen - zu garantieren. US-Präsident Joe Biden räumte in einem Fernsehinterview ein, die USA hätten "Schwierigkeiten", afghanische Helfer in Sicherheit zu bringen. Auch in einem vertraulichen Lagebericht des Bundesverteidigungsministeriums für den Bundestag heißt es, Zugang zum Flughafen hätten aufgrund von Kontrollen der Taliban derzeit "ausschließlich Personen mit ausländischer oder doppelter Staatsbürgerschaft".

19.8.2021 • 20:14 Uhr

Weitere Bundeswehr-Maschine aus Kabul gestartet

In Kabul ist am Abend eine weitere Bundeswehr-Maschine mit 150 Menschen an Bord in Richtung Usbekistan abgehoben, teilte die Bundeswehr auf Twitter mit. Es war demnach der neunte Evakuierungsflug.

Damit hat die Bundeswehr seit Montag mehr als 1200 Menschen in Sicherheit gebracht. Bundesaußenminister Maas schrieb auf Twitter: "Was die Soldatinnen und Soldaten, die Bundespolizei und unsere Kolleginnen und Kollegen vor Ort leisten, lässt sich kaum ermessen. Ich bin zutiefst dankbar." Die Transportmaschinen mit Deutschen, afghanischen Ortskräften und anderen Hilfsbedürftigen an Bord landen nach dem Start in Kabul zunächst in der usbekischen Hauptstadt Taschkent. Von dort geht es dann mit zivilen Flugzeugen weiter nach Deutschland.

19.8.2021 • 20:06 Uhr

Trump: "Bombardiert frühere Stützpunkte"

Das US-Militär sollte nach Ansicht des ehemaligen Präsidenten Donald Trump seine früheren Stützpunkte in Afghanistan in Grund und Boden bombardieren. Zunächst sollten alle US-Bürger und alle Ausrüstung außer Landes gebracht werden, erklärte Trump. "Dann bombardiert man die Stützpunkte in Bruchstücke." Damit gäbe es "kein Chaos, keine Toten", und die Afghanen "wüssten nicht mal, dass wir weg sind", behauptete Trump.

Der Republikaner kritisiert seinen Nachfolger, den Demokraten Joe Biden, wegen der chaotischen Szenen beim Abzug aus Afghanistan. Den Anstoß für einen kompletten Abzug der US-Truppen hatte allerdings der damalige Präsident Trump durch ein Abkommen mit den Taliban gegeben. Das US-Militär hat seine Stützpunkte, darunter auch das Drehkreuz Bagram nördlich der Hauptstadt Kabul, beim Abzug an die Afghanen übergeben.

19.8.2021 • 19:36 Uhr

Scholz: Bundesregierung plant Soforthilfe für Flüchtlinge

Die Bundesregierung will nach den Worten von SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz eine millionenschwere finanzielle Hilfe für afghanischen Flüchtlinge auf den Weg bringen. "Die Bundesregierung beabsichtigt jetzt, eine Soforthilfe in Höhe von 100 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen", sagte Scholz der Agentur dpa. "Mit diesem Geld unterstützen wir internationale Hilfsorganisationen in den Nachbarländern Afghanistans, die sich um die Geflüchteten kümmern werden", erklärte Scholz. "Dies ist ein erster Schritt, der zeigt, dass wir uns verantwortlich fühlen und uns kümmern. Weitere Schritte werden folgen."

19.8.2021 • 19:25 Uhr

Weitere Evakuierungsflüge der Bundeswehr

In Kabul ist am Abend eine weitere Bundeswehr-Maschine mit mehr als 230 Menschen an Bord in Richtung Usbekistan gestartet. Die nächste Maschine sei bereits in der afghanischen Hauptstadt gelandet, um weitere Menschen zu evakuieren, teilte die Bundeswehr auf Twitter mit. Damit seien seit Montag mehr als 1000 Menschen aus Afghanistan gerettet worden, schrieb Außenminister Heiko Maas auf Twitter. "Was die Soldatinnen und Soldaten, die Bundespolizei und unsere Kolleginnen und Kollegen vor Ort leisten, lässt sich kaum ermessen. Ich bin zutiefst dankbar."

Die Transportmaschinen mit Deutschen, afghanischen Ortskräften und anderen Hilfsbedürftigen an Bord landen nach dem Start in Kabul zunächst in der usbekischen Hauptstadt Taschkent. Von dort geht es dann mit zivilen Flugzeugen weiter nach Deutschland.

19.8.2021 • 19:06 Uhr

NATO-Außenminister beraten am Freitag

Die Außenminister der NATO-Staaten beraten am Freitag über die Situation in Afghanistan nach der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat dafür eine Krisensitzung per Videokonferenz einberufen. Die Minister wollen dabei über eine "enge Koordination" und den "gemeinsamen Ansatz" des Militärbündnisses am Hindukusch diskutieren.

19.8.2021 • 18:50 Uhr

Möglicherweise noch Hunderte Deutsche in Afghanistan

Die Bundeswehr hat inzwischen 244 deutsche Staatsbürger aus Afghanistan evakuiert. Und immer noch könnten sich mehrere hundert im Land aufhalten. Auf der Krisenliste des Auswärtigen Amts hat sich inzwischen "eine mittlere dreistellige Zahl" Deutscher registriert, wie die dpa aus dem Ministerium erfuhr. Ursprünglich waren es knapp 100. Viele haben sich wegen der dramatischen Lage in Afghanistan nach der Machtübernahme der Taliban nachgemeldet. Die Zahlen ändern sich ständig. Nicht berücksichtigt sind die 40 Botschaftsmitarbeiter, die mit einer US-Maschine bereits in der Nacht zu Montag nach Katar ausgeflogen wurden.

19.8.2021 • 18:37 Uhr

Italien und Russland für abgestimmtes Vorgehen

Nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan plädieren Italien und Russland für ein international abgestimmtes Vorgehen. Das teilten beide Seiten nach einem Telefonat des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit seinem italienischen Kollegen Mario Draghi mit. Putin und Draghi mahnten dem Kreml zufolge, in Afghanistan müsse eine humanitäre Katastrophe verhindert und die Sicherheit der Menschen gewährleistet werden. Die internationalen Bemühungen könnten auch im Rahmen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) abgestimmt werden. In dem Gremium hat Italien derzeit den Vorsitz. Zuvor hatten italienische Medien berichtet, dass Rom einen G20-Sondergipfel wegen der Entwicklung in Afghanistan plane. Bei dem Gespräch sei es auch darum gegangen, wie die internationale Gemeinschaft dafür sorgen könne, dass die Stabilität Afghanistans wiederhergestellt, Terrorismus und illegaler Handel bekämpft und Frauenrechte geschützt werden könnten, hieß es in Rom.

19.8.2021 • 18:32 Uhr

Taliban erschießen Angehörigen eines DW-Journalisten

Nach der Machtübernahme durch die Taliban schweben Journalisten und ihre Familien in Afghanistan weiterhin in akuter Lebensgefahr. Wie die Deutsche Welle (DW) in Bonn mitteilte, haben Taliban-Kämpfer im Westen des Landes bei der Verfolgung eines Journalisten des Senders einen von dessen Familienangehörigen erschossen und einen weiteren schwer verletzt. Die Taliban hatten nach dem DW-Journalisten gesucht. Der Mann arbeitet inzwischen in Deutschland. Weitere Angehörige hätten in letzter Sekunde entkommen können und seien auf der Flucht.

Deutsche Welle-Intendant Peter Limbourg verurteilte die Tat aufs Schärfste und forderte die Bundesregierung zum Handeln auf: "Die Tötung eines nahen Verwandten eines unserer Redakteure durch die Taliban ist unfassbar tragisch und belegt die akute Gefahr, in der sich alle unsere Mitarbeitenden und ihre Familien in Afghanistan befinden." Die Taliban führten in Kabul und auch in den Provinzen offenbar schon eine organisierte Suche nach Journalisten durch.

19.8.2021 • 18:25 Uhr

Indische Wirtschaft will Handel mit Afghanistan bald wieder aufnehmen

Die indische Wirtschaft rechnet schon bald mit einer Wiederaufnahme des Handels mit Afghanistan. Dieser sei zwar derzeit zum Erliegen gekommen, weil mit der Machtübernahme der Taliban die Grenzen geschlossen worden seien, sagten Wirtschaftsvertreter. Aber die Unterbrechung sei nur vorübergehend und man werde bald wieder zur Tagesordnung übergehen.

Indien exportiert vor allem Zucker, Getreide, Tee, Gewürze, pharmazeutische Produkte und Textilien nach Afghanistan und importiert von dort vor allem Feigen, Rosinen und Äpfel. Der indische Handel mit Afghanistan läuft zumeist über die pakistanische Hafenstadt Karachi.

19.8.2021 • 18:20 Uhr

1500 Afghanen nach Usbekistan geflohen

Rund 1500 afghanische Staatsbürger sind seit der Machtergreifung der Taliban ins Nachbarland Usbekistan geflohen. Die Geflüchteten hielten sich in oder nahe der Grenzstadt Termes auf, sagte ein Mitarbeiter der afghanischen Botschaft in Taschkent der Nachrichtenagentur AFP. Sie hätten die Grenze "auf verschiedenen Wegen" überquert und würden nun schrittweise in andere Länder gebracht. Usbekischen Medien zufolge sind mehr als hundert Flüchtlinge aus Afghanistan in Zelten im Grenzgebiet untergebracht.

Am Wochenende waren nach Angaben der Regierung in Taschkent mehr als 80 afghanische Soldaten nach der Eroberung der Stadt Masar-i-Scharif durch die Taliban illegal nach Usbekistan gelangt. Sie wurden festgenommen. Das usbekische Außenministerium erklärte, es verhandele mit der "afghanischen Seite" über eine Rückführung in ihre Heimat.  Usbekistan gehört nicht zu den Unterzeichnerstaaten der Genfer Flüchtlingskonvention. Im Juli hatte es Taschkent offenbar abgelehnt, auf Bitten Washingtons Tausende Afghanen vorübergehend aufzunehmen, während diese auf die Erteilung von Visa für die USA warteten.

19.8.2021 • 18:15 Uhr

Hofreiter beklagt mangelndes Verantwortungsbewusstsein

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter vermisst bei der Bundesregierung Verantwortungsbewusstsein für Fehler in Zusammenhang mit den jüngsten Entwicklungen in Afghanistan. "Ich finde es unverständlich, ja empörend, dass niemand in dieser Bundesregierung wirklich Verantwortung für diese Fehler übernimmt", sagte er der "Rheinischen Post". "Das fängt bei Herrn Maas an und hört bei Horst Seehofer nicht auf", sagte Hofreiter in Bezug auf Außenminister Heiko Maas (SPD) und  Innenminister Seehofer (CSU). Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) "können sich von diesem Debakel nicht einfach davonstehlen, schließlich sind es die beiden, die die Regierung koordinieren".

Die Regierung habe "durch ihr wochenlanges Zögern Leben gefährdet", sagte Hofreiter mit Blick insbesondere auf das Ausfliegen ehemaliger afghanischer Ortskräfte aus Afghanistan. Aktuell gehe zwar es vor allem darum, die nun eingeleiteten Evakuierung hinzubekommen. "Aber solche Fehler müssen Konsequenzen haben", mahnte der Grünen-Politiker. Das sei wichtig für die politische Kultur.

19.8.2021 • 17:42 Uhr

Verteidigungsministerium: Keine Bundeswehr-Waffen zurückgelassen

Die Bundeswehr hat nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums bei ihrem Abzug aus Afghanistan keine Waffen für die afghanischen Sicherheitskräfte zurückgelassen. "Bei der Rückverlegung des Deutschen Einsatzkontingents wurden keine Waffen der Bundeswehr an afghanische Sicherheitskräfte übergeben", sagte ein Ministeriumssprecher der "Welt". Somit bestehe auch nicht die Möglichkeit, dass Bundeswehr-Waffen in die Hände der militant-islamistischen Taliban gefallen seien. "Uns liegen keine Erkenntnisse vor, dass Waffen der Bundeswehr in Händen der Taliban sind", sagte der Sprecher.

Was allerdings mit den Rüstungsgütern geschehen ist, die die Bundesregierung laut Rüstungsexportberichten zwischen 2015 und 2020 für Afghanistan genehmigt hatte - darunter "Geländewagen mit Sonderschutz", "Kommunikationsausrüstung" oder "Flugkörperabwehrsysteme für Luftfahrzeuge" - ist noch ungewiss. "Dazu liegen dem BMVg zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Erkenntnisse vor", hieß es auf Anfrage der Zeitung.

19.8.2021 • 17:24 Uhr

Papst-Zeitung kritisiert westliches Versagen

Angesichts der Krise in Afghanistan hat die Vatikanzeitung "Osservatore Romano" den westlichen Staaten Kurzsichtigkeit vorgeworfen. Gleichzeitig forderte das Blatt des Papstes in einem Leitartikel schnelle Hilfe für Flüchtlinge und gefährdete Personen. Es sei "erstaunlich, dass man sich vor der Entscheidung, das Land zu verlassen, ein ähnliches, vorhersehbares Szenario nicht ausgemalt und nichts getan hat, um es zu vermeiden", schrieb Gaetano Vallini von der Chefredaktion der italienischen Tagesausgabe. Noch schlimmer wäre es, wenn der Truppenabzug "in Kenntnis der dramatischen Folgen getroffen worden wäre".

Daher müsse die internationale Gemeinschaft jetzt umgehend Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, "dass die Situation afghanischer Flüchtlinge nicht zu einer neuen katastrophalen humanitären Notlage wird". Diejenigen Mächte, die im Land in den vergangenen Jahrzehnten besonders stark engagiert waren, sollten nun "in kürzester Zeit konkrete Unterstützungs- und Aufnahmeaktionen planen".

19.8.2021 • 17:14 Uhr

US-Kampfjets fliegen zum Schutz der Evakuierungen über Kabul

Die USA wollen auch mit Kampfjets die Sicherheit des Evakuierungseinsatzes am Flughafen in Kabul gewährleisten. Kampfjets hätten dazu die afghanische Hauptstadt überflogen, teilte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, mit. Es seien aber keine "Tiefflüge" gewesen, sondern die Flugzeuge seien zur "Überwachung" eingesetzt worden. Dem US-Militär zufolge sind inzwischen mehrere Tore des Flughafens in der afghanischen Hauptstadt geöffnet. Rund 7000 Menschen seien bisher von dort ausgeflogen worden, sagte ein US-ranghoher Militärvertreter.

19.8.2021 • 17:01 Uhr

Dänemark evakuiert rund 320 Menschen aus Kabul

Dänemark hat rund 320 Menschen aus der afghanischen Hauptstadt Kabul ausgeflogen. Bei den Evakuierten handele es sich um Ortskräfte, Dolmetscher, Mitarbeiter von Wohltätigkeitsorganisationen und Familienmitglieder, sagte der dänische Außenminister Jeppe Kofod. "Wir haben alles Menschenmögliche getan, um diese Aufgabe zu bewältigen." Unter den gegebenen Umständen sei die Logistik nun sehr gut, wenn es darum ginge, die Leute zum Flughafen, in die Flugzeuge und weiter nach Pakistan zu bekommen, so Kofod. Dänemark werde die Operation mit voller Kraft fortsetzen und habe den Verbündeten angeboten, bei der Evakuierung ihrer Landsleute und Ortskräfte zu helfen, wenn die Evakuierung der dänischen Mitarbeiter abgeschlossen ist. "Das wird eine Riesenaufgabe in den nächsten Tagen und da will Dänemark gern einen Beitrag leisten", so Kofod.

19.8.2021 • 16:58 Uhr

UNHCR: Bewegung von Afghanistan in den Iran

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen hat "verstärkte Bewegungen" von Afghanistan ins Nachbarland Iran festgestellt. Dies sei bislang aber "kein Anlass zu besonderer Sorge", sagte Chiara Cardoletti, Vertreterin des UNHCR in Italien, San Marino und beim Heiligen Stuhl, dem Portal "Vatican News". Es gebe vorsorglich gemeinsame Projekte mit der iranischen Regierung, um mögliche Hilfsleistungen zu koordinieren.

"Natürlich schließen wir nicht aus, dass Menschen ihre Reise nach Europa fortsetzen", räumte Cardoletti ein. Sie halte es jedoch für wichtig, die Flüchtlinge so nah wie möglich an ihren Herkunftsorten zu stabilisieren. So sei am ehesten sichergestellt, dass sie - bei Möglichkeit - in ihre Heimat zurückkehren könnten. "Im Moment liegt das Problem vor allem in Afghanistan selbst", sagte die UNHCR-Expertin. Mehr als 500.000 Binnenvertriebene seien auf der Flucht vor den militant-islamistischen Taliban. Die aktuellen Bemühungen der Vereinten Nationen konzentrierten sich darauf, den betroffenen Frauen und Kindern direkt vor Ort zu helfen. Diskussionen über Evakuierungen und humanitäre Korridore halte sie für nachrangig, so Cardoletti.

19.8.2021 • 16:53 Uhr

Notfallplan für afghanische Journalisten gefordert

Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) fordert vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einen Notfallplan zum Schutz von afghanischen Medienschaffenden. "Nur mit einer konzertierten Reaktion der Regierungen können Afghanistans Medienschaffende aus ihrer verzweifelten Lage gerettet werden", teilte RSF mit. Die Organisation sprach von einer lebensgefährlichen Situation von Journalistinnen und Journalisten nach der Machtübernahme der Taliban in Kabul. Die Journalistenorganisation rief den UN-Sicherheitsrat auf, eine informelle Sondersitzung abzuhalten.

Reporter ohne Grenzen teilte mit, dass rund 100 Medien in den vergangenen Wochen in Afghanistan ihre Arbeit eingestellt hätten. Hunderte Medienschaffende seien untergetaucht oder versuchten, aus dem Land zu fliehen.

19.8.2021 • 16:46 Uhr

Rund 5200 US-Soldaten am Flughafen Kabul

Das US-Militär ist am Flughafen Kabul nach eigenen Angaben inzwischen mit rund 5200 Soldatinnen und Soldaten im Einsatz. Das erklärte ein Vertreter des Verteidigungsministeriums. In einigen Tagen sollen es womöglich bis zu 6000 Soldaten sein. Sie sollen die Sicherheit des Flughafens gewähren und unter anderem die Evakuierung von Amerikanern und früheren afghanischen Mitarbeitern der US-Streitkräfte organisieren.

19.8.2021 • 16:36 Uhr

Seehofer will alle afghanischen Ortskräfte nach Deutschland holen

"Es ist vollkommen unbestritten, dass die Ortskräfte und ihre Familienangehörigen nach Deutschland kommen sollen, und dass es dafür auch eine moralische Verantwortung gibt", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) auf einer Pressekonferenz in Berlin. Bund und Länder seien sich einig, dass "alle Hebel in Bewegung gesetzt werden" müssten, damit die in Afghanistan gefährdeten ehemaligen Helfer etwa von Bundeswehr und Polizei den Flughafen in Kabul erreichen und ausfliegen könnten.

Gleichzeitig hob Seehofer die Möglichkeit hervor, Visaverfahren und Sicherheitsüberprüfung auch erst nach der Einreise der Betroffenen durchzuführen. Er räumte ein, dass dies ein gewisses Sicherheitsrisiko beinhalte, betonte aber: "Wenn man hier eine Lösung will, dann muss man dieses Risiko eingehen." Zudem sei die notwendige Sicherheitsüberprüfung keine Sache von Tagen oder Wochen, sondern lediglich von Sekunden.

19.8.2021 • 16:10 Uhr

Tschechien beendet Evakuierungen aus Afghanistan

Die tschechische Regierung hat ihre Evakuierungsaktion in Afghanistan abgeschlossen. Der Einsatz sei erfolgreich beendet worden, sagte Ministerpräsident Andrej Babis. "Wir haben alle gerettet, die wir retten wollten." Mit drei Flügen hatte Tschechien den Angaben zufolge insgesamt knapp 200 Menschen aus Kabul ausgeflogen, darunter 170 afghanische Staatsbürger. Überwiegend handelt es sich um afghanische Ortskräfte und ihre Familien, die vor den militant-islamistischen Taliban in Sicherheit gebracht wurden.

19.8.2021 • 16:00 Uhr

China und Tadschikistan üben Terrorabwehr

Soldaten und Sicherheitskräfte von China und Tadschikistan haben gemeinsam eine Übung zur Bekämpfung von Terroristen abgehalten. Dabei seien etwa moderne Waffen, Panzer, Artillerie und Drohnen zum Einsatz gekommen, hieß es. Die Ex-Sowjetrepublik hat eine etwa 1300 Kilometer lange Grenze zu Afghanistan. Ziel sei es, "Erfahrungen im Kampf gegen den Terrorismus im bergigen Gelände auszutauschen". Zudem wollten beide Länder weitere Sicherheitskräfte für solche Einsätze ausbilden. China und Tadschikistan als Nachbarländer Afghanistans befürchten, dass sich nach dem Siegeszug der Taliban die Sicherheitslage in der Region destabilisieren und Terroristen sich ausbreiten könnten. Zuletzt waren viele Afghanen aus Angst vor den Taliban in die Ex-Sowjetrepublik Tadschikistan geflohen.

19.8.2021 • 15:47 Uhr

UNESCO: Kulturelles Erbe muss geschützt werden

Die Welt-Kulturorganisation UNESCO hat zum Schutz des kulturellen Erbes in Afghanistan aufgerufen. Es müssten alle nötigen Vorkehrungen getroffen werden, um die Stätten vor Schäden und Plünderungen zu bewahren, sagte Generaldirektorin Audrey Azoulay. In den vergangenen Jahrzehnten kriegerischer Auseinandersetzungen waren bereits viele historische Stätten und Kulturgüter in Afghanistan geplündert und zerstört worden. Im Jahr 2001 schockierten die damals schon mal herrschenden Taliban mit der Zerstörung zweier monumentaler Buddha-Statuen im Bamian-Tal, die fast 1500 Jahre überdauert hatten. Neben dem Bamian-Tal verfüge das Land über weitere wichtige Stätten des kulturellen Erbes, teilte die UN-Organisation mit Sitz in Paris mit: etwa die Altstadt von Herat und das historische Minarett von Dscham in der zentralen Provinz Ghor.

19.8.2021 • 15:34 Uhr

Bundestag entscheidet am Mittwoch über Mandat

Der Bundestag will am Mittwoch kommender Woche über das Bundeswehr-Mandat für die Evakuierungs-Operation in Afghanistan entscheiden. Das Parlament komme am Mittag zusammen, teilte die Pressestelle des Bundestags mit. Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch dieser Woche das Bundeswehr-Mandat für die bereits angelaufene Evakuierungs-Operation nachträglich auf den Weg gebracht. Das ist bei Gefahr im Verzug möglich. Im Mandat beruft sich Deutschland auf die "fortgeltende Zustimmung" der afghanischen Regierung sowie auf das Völkergewohnheitsrecht, wonach Staaten ihre eigenen Staatsangehörigen aus einem anderen Land evakuieren dürfen. Der Einsatz ist bis zum 30. September befristet und hat die Obergrenze von 600 Bundeswehrangehörigen.

19.8.2021 • 15:13 Uhr

Prominente TV-Moderatorin abgesetzt

Die Taliban in Afghanistan haben eine prominente TV-Moderatorin von der Arbeit ausgeschlossen und bedroht. Ihr sei nicht erlaubt worden, an ihren Arbeitsplatz beim staatlichen Sender RTA zu gehen, erklärte Shabnam Dawran in einem Video. Sie bat das Ausland und internationale Organisationen um Hilfe. "Unser Leben ist in ernster Gefahr", sagte Dawran. Während ihre männlichen Kollegen weiterarbeiten dürften, habe man ihr gesagt, das sei nun eine andere Regierung.

Dawran ist nicht die einzige afghanische Journalistin, die von den Taliban an ihrer Arbeit gehindert wird. Die neue Sprecherin des staatlichen Senders, Khadija Amin, sei am Montag durch einen Mann von den Taliban ersetzt worden, berichtete die "New York Times". Auch der Nachrichtenchef des afghanischen TV-Senders Tolo News, Miraqa Popal, erklärte, eine seiner Kolleginnen sei am Betreten des Senders gehindert worden.

Die in Deutschland lebende Ethnologin Shikiba Babori befürchtet zudem Bedrohungen und Selbstzensur für Journalistinnen und Journalisten in Afghanistan. "Meine afghanischen Quellen erzählen, dass die Taliban von Haus zu Haus gehen und gezielt nach Journalisten suchen." Viele afghanische Journalisten zerstörten oder versteckten deshalb alles, was darauf hinweise, dass sie für Medien arbeiten.

19.8.2021 • 15:00 Uhr

Großer Zapfenstreich für Afghanistan-Kämpfer verschoben

Der für den 31. August geplante Große Zapfenstreich für Soldaten und Soldatinnen aus dem Afghanistan-Einsatz wird verschoben. Als Grund nannte das Bundesverteidigungsministerium die Evakuierungsmaßnahmen aus dem Land, auf die man sich derzeit mit voller Kraft konzentriere. Die Abschlussveranstaltung zum 20-jährigen Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan, an der auch die Staatspitzen teilnehmen, soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

19.8.2021 • 14:48 Uhr

Tadschiken-Führer kündigt Widerstand gegen Taliban an

Der Sohn eines der wichtigsten Anführers im Krieg gegen die sowjetische Besetzung in den 1980er Jahren, Ahmad Massud, hat entschiedenen Widerstand gegen die Taliban angekündigt. "Wir haben seit den Zeiten meines Vaters geduldig Munition und Waffen gehortet, denn wir wussten, dass dieser Tag einmal kommen wird", schrieb der 32-Jährige in einem Namensbeitrag für die Zeitung "Washington Post". Massud herrscht über das Pandschschir-Tal, eine Hochburg der Tadschiken nordöstlich von Kabul. "Falls die Warlords der Taliban einen Angriff starten, werden sie auf unsere entschiedene Gegenwehr stoßen", schrieb Massud weiter. Teile der afghanischen Armee und deren Spezialkräfte hätten sich ihm angeschlossen. Während der Herrschaft der Taliban von 1996 bis 2001 war es Massuds Vater gelungen, Angriffe der Islamisten abzuwehren. Auch den Sowjets war es nicht gelungen, das Tal zu erobern. Massud rief nun die USA, Großbritannien und Frankreich zu Hilfen auf, denn ohne diese könnten seine Kräfte den Taliban nicht widerstehen.

19.8.2021 • 14:38 Uhr

Bundeswehr-General befürchtet weitere Eskalation

Der Leiter der Bundeswehr-Evakuierungsmission am Flughafen Kabul hat vor einer weiteren Eskalation der instabilen Lage dort gewarnt. "Ich befürchte, dass sich das Ganze noch zuspitzen wird", sagte Brigadegeneral Jens Arlt. Die Lage sei derzeit dramatisch. Es gebe vor dem Airport einen Ansturm verzweifelter Menschen, die das Land verlassen wollen. "Wir sehen die verzweifelten Augen der Afghanen und der Staatsbürger anderer Nationen", sagte der General. "Die Personen, die nach innen wollen, haben das Gefühl, dass die Zeit ihnen davonläuft." Unter den Ausreisewilligen spielten sich "dramatische Szenen" ab. Arlt berichtete davon, dass im Umfeld des Flughafens regelmäßig Schüsse von afghanischen Kräften abgegeben würden. 

19.8.2021 • 14:29 Uhr

Zahlreiche Autodiebstähle und Einbrüche in Kabul

In der afghanischen Hauptstadt Kabul kommt es seit der Machtübernahme der Taliban zu immer mehr Autodiebstählen und Einbrüchen. Augenzeugen berichteten, Männer, die sich als Taliban ausgäben, verschafften sich Zugang zu Häusern und nähmen auch Autos oder Motorräder mit. Unter den Betroffenen waren auch Angehörige des Militärs und ein ehemaliger hochrangiger Regierungsvertreter. Auch nach Waffen werde von vermeintlichen oder tatsächlichen Islamisten gezielt gesucht, hieß es. Lokale Medien berichteten aber auch von einfachen Bürgern, die angehalten wurden und denen dann das Auto direkt auf der Straße weggenommen wurde.

19.8.2021 • 14:00 Uhr

Geheimdienstkontrolleure sehen weiterhin Aufklärungsbedarf

Die Geheimdienstkontrolleure des Bundestages sehen bei den Vorgängen um den Siegeszug der Taliban weiterhin erheblichen Aufklärungsbedarf über Erkenntnisse von Bundesnachrichtendienst (BND) und Bundesregierung. Die zuständigen Behörden hätten deutlich gemacht, dass nach ihren Erkenntnissen die Entwicklungen vom Wochenende in Kabul und Afghanistan nicht absehbar waren, sagte der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums, Roderich Kiesewetter (CDU), nach einer Sitzung des Gremiums mit der Befragung von BND-Präsident Bruno Kahl.

Kiesewetter sagte, das geheim tagende Gremium wolle kommende Woche erneut beraten, die Analyse der Kontrolleure sei noch nicht abgeschlossen. Der Grünen-Abgeordnete Konstantin von Notz sagte, die Fragen zur Gesamtsituation in Kabul blieben im Raum - und zwar im Hinblick auf alle Dienste und Behörden, die für die Einschätzung der Situation verantwortlich gewesen seien. Auf die Frage, ob es ein Problem der Dienste oder eines der Regierung gebe, die von ihnen beliefert worden sei, sagte er: "Mein Eindruck war, dass die Dienste geliefert haben und wir ein Problem haben bei der Bewertung und der Gesamtbilderstellung auf Seiten der Bundesregierung." Es gebe ein Problem, die verschiedenen Informationen zusammenzuführen.

19.8.2021 • 12:55 Uhr

EU-Außenbeauftragter: Entwicklungshilfe stoppen

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell will eine zumindest zeitweise Einstellung der Entwicklungshilfe für Afghanistan. Sie müsse gestoppt werden, "bis wir wissen, wer Afghanistan regiert und wie ihr Verhalten ist", sagte Borrell im Europaparlament. Der Stopp der Finanzierung sei auch einer der Hebel, mit dem die EU die Taliban beeinflussen könnten, erklärte der europäische Chefdiplomat in einer Sondersitzung verschiedener Ausschüsse zur Lage in Afghanistan.

Ein Sprecher von Borrell teilte auf Nachfrage mit, dass die EU und ihre Mitgliedstaaten die Lage noch analysierten. Aufgrund der sich schnell ändernden Lage sei noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Afghanistan ist den Angaben zufolge mit mehr als vier Milliarden Euro seit dem Jahr 2002 der größte Empfänger europäischer Entwicklungshilfe. Die deutsche Bundesregierung hatte am Dienstag angekündigt, die Entwicklungshilfe für Afghanistan vorerst einzustellen.

19.8.2021 • 12:41 Uhr

Warnschüsse am Flughafen

Am Flughafen von Kabul spielen sich weiter chaotische Szenen ab. Taliban-Kämpfer feuerten Warnschüsse ab, um die Menschenmenge zurückzudrängen, die auf das Flughafengelände gelangen wollte. Viele der Menschen dort liefen darauf in Panik davon, wie Augenzeugen beobachteten. Zahlreiche Afghanen versuchen verzweifelt, über einen der Evakuierungsflüge westlicher Staaten, vor allem der USA, ins Ausland zu gelangen. Rund um den Flughafen haben die Taliban Kontrollposten errichtet. Für viele, auch Bürger westlicher Staaten, gibt es dort kaum ein Durchkommen.

Auch die US-Soldaten auf dem Flughafen wollen verhindern, dass Menschenmassen unkontrolliert aufs Flugfeld strömen, wie das am Montag passiert ist. Mehrere Menschen kamen bereits ums Leben.

19.8.2021 • 12:22 Uhr

UN fehlen Millionen für humanitäre Hilfe

In Afghanistan sind immer mehr Menschen auf internationale Unterstützung angewiesen. Den Vereinten Nationen fehlt es aber an Spendengeldern, wie das UN-Nothilfebüro (OCHA) berichtete. Benötigt würden für dieses Jahr mindestens weitere 700 Millionen Euro. Die UN hatten den Spendenbedarf schon vor dem Siegeszug der Taliban auf knapp 1,3 Milliarden Dollar (gut 1,1 Mrd Euro) beziffert. Bis jetzt kam etwas mehr als ein Drittel (37 Prozent) der Summe zusammen.

Im zweiten Halbjahr werde der Bedarf wegen einer anhaltenden Dürre mit einer schwachen Weizenernte weiter steigen, warnte das Nothilfebüro. Die Landwirtschaft dürfte um 28 Prozent zurückgegangen sein. Die humanitären Organisationen gehen davon aus, dass in Afghanistan mehr als zwölf Millionen Menschen Probleme haben, ausreichend Lebensmittel zu beschaffen - fast ein Drittel der Bevölkerung. Weizen, Reis, Zucker und Öl zum Kochen sind nach deren Angaben heute mehr als 50 Prozent teurer als vor Beginn der Corona-Pandemie.

19.8.2021 • 12:06 Uhr

Proteste gegen die Taliban am afghanischen Unabhängigkeitstag

In mehreren afghanischen Städten haben Menschen am Unabhängigkeitstag gegen die Taliban protestiert. In der Stadt Asadabad im Nordosten des Landes wurden mehrere Menschen getötet, wie der Sender Al Dschasira berichtete. Demnach sollen Taliban-Kämpfer das Feuer auf eine Kundgebung eröffnet haben, deren Teilnehmer die alte Fahne der afghanischen Republik schwenkten. Afghanistan erlangte vor 102 Jahren, am 19. August 1919, die Unabhängigkeit von Großbritannien. Die Taliban hatten nach der Machtübernahme am Sonntag ihre weiße Fahne mit schwarzer Inschrift der Schahada, dem islamischen Glaubensbekenntnis, über dem Präsidentenpalast in Kabul gehisst. Den Medienberichten zufolge ist unklar, ob die Menschen in Asadabad bei den Protesten durch die Schüsse der Taliban oder bei der anschließenden Massenpanik ums Leben kamen. Auch in der Hauptstadt Kabul gab es am Unabhängigkeitstag vereinzelte Proteste.

19.8.2021 • 12:02 Uhr

Arabische Staaten befürchten Wiedererstarken des Terrorismus

Nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan wird in vielen arabischen Ländern befürchtet, dass die Terrorgefahr wieder steigen könnte, indem der "Islamische Staat" IS wieder erstarken könnte. Wie diese Sorge begründet wird, erklärt ARD-Korrespondent Daniel Hechler.

19.8.2021 • 11:51 Uhr

Flüchtlinge aus Afghanistan - Deutschland debattiert, was zu tun ist

Noch ist nicht klar, wie viele Menschen Afghanistan verlassen können - und ebenso unklar ist, wo sie dann Schutz finden sollen. Auch in Deutschland wird über die Aufnahme von Flüchtlingen debattiert.

19.8.2021 • 11:44 Uhr

Abgeordnete fordern Aufklärung über BND-Arbeit

Nach dem Siegeszug der Taliban verlangen Bundestagsabgeordnete Aufklärung über die Rolle des Bundesnachrichtendienstes (BND). Die CSU-Abgeordnete Andrea Lindholz sagte vor einer Sitzung des Parlamentarischen Kontrollgremiums, sie stelle sich die Frage, warum die Einschätzung der Lage so "fehlgelaufen" sei. Das neunköpfige Gremium kontrolliert für den Bundestag die deutschen Nachrichtendienste. Es tagt geheim. "Warum hat man das nicht absehen können, wie schnell der Vormarsch der Taliban ist?", fragte Lindholz. "Bei allen Erkenntnissen, die man hat: Warum kam man zu dieser Fehleinschätzung?"

Linksfraktionsvize André Hahn, ebenfalls Mitglied des Gremiums, sagte der dpa: "Man hat sich scheinbar komplett auf die Amerikaner verlassen, die in diesem Fall auch nicht wussten, wie schnell es gehen kann. Man hatte keine eigenen Erkenntnisse." Jetzt stehe der BND "komplett nackt" da, kritisierte Hahn. "Wofür hält man sich einen solchen Auslandsgeheimdienst, wenn er nicht in der Lage ist, eigene Erkenntnisse zu generieren und rechtzeitig die Bundesregierung zu informieren?"

19.8.2021 • 11:37 Uhr

Hellmich: Frühzeitiges Ausfliegen scheiterte am Innenministerium

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Wolfgang Hellmich, hat dem Innenministerium vorgeworfen, bei der Evakuierung der afghanischen Ortskräfte zu zögerlich gewesen zu sein. Der Verteidigungsausschuss habe von Anfang an gesagt, "wir müssen früher dafür sorgen, dass die afghanischen Ortskräfte und das Botschaftspersonal sicher Afghanistan verlassen können". Das sei auch die Haltung von Außenminister Heiko Maas und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer gewesen, so der SPD-Politiker. "Also frühzeitig rausbringen, Überprüfung in Deutschland vornehmen, nicht in Afghanistan, und sehr schnell zu entscheiden. Das scheint am Innenministerium gescheitert zu sein."

19.8.2021 • 11:23 Uhr

Deutsche Wirtschaft will afghanische Mitarbeiter ausfliegen

Die deutsche Wirtschaft bemüht sich darum, afghanische Mitarbeiter ausfliegen zu lassen. Es gebe vereinzelt entsprechende Anfragen von Unternehmen, die afghanische Staatsangehörige beschäftigt hätten, sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier. "Das sind jetzt nicht eine Masse von Menschen. Aber es gibt sie. Wir versuchen, über das Krisenzentrum im Auswärtigen Amt auch diese Menschen herauszubekommen." Einen Sonderstatus würden sie nicht haben. Es sei aber zugesichert worden, dass man sich darum kümmern und die Fälle prüfen wolle. Wie viele Menschen dies betreffe, sei nicht klar.

19.8.2021 • 10:06 Uhr

EU-Außenbeauftragter: Situation eine "Katastrophe und Albtraum"

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hat die Entwicklungen in Afghanistan als "Katastrophe und Albtraum" bezeichnet. Er sagt vor dem Europäischen Parlament, die Rückkehr der Taliban an die Macht sei wegen eines Mangels an nachrichtendienstlichen Erkenntnissen nicht vorausgesehen worden. Seinen Worten zufolge wurden bislang 106 EU-Mitarbeiter aus Afghanistan nach Madrid geflogen. Außerdem seien etwa 400 Afghanen, die für die EU gearbeitet hätten, nach Europa gebracht worden. Rund 300 weitere versuchten Kabul zu verlassen.

19.8.2021 • 08:49 Uhr

Taliban fordern zum Verlassen des Flughafens auf

Die Taliban haben alle Menschen ohne Reisegenehmigung aufgefordert, den Flughafen zu verlassen. Ein Vertreter der Islamisten erklärte zudem, seit Sonntag seien zwölf Menschen bei Massenpaniken gestorben oder erschossen worden. "Wir wollen niemanden am Flughafen verletzen", sagt der Taliban-Vertreter, der namentlich nicht genannt werden will. Die Taliban schlossen laut Auswärtigem Amt einen Sperrgürtel um den Flughafen, durch den sie zwar Ausländer, aber keine oder kaum Afghanen durchlassen. 

19.8.2021 • 08:26 Uhr

Italien will G20-Gipfeltreffen zu Afghanistan

Italiens Ministerpräsident Mario Draghi bemüht sich um ein Gipfeltreffen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20). Das berichten die Zeitungen "La Repubblica" and "Il Messaggero". Italien hat dieses Jahr die G20-Präsidentschaft inne. Der Afghanistan-Gipfel soll möglicherweise bereits vor dem regulären G20-Gipfel im Oktober stattfinden.

19.8.2021 • 07:52 Uhr

Bundeswehr bringt 211 Menschen aus Kabul

Die Bundeswehr hat mehr als 200 weitere Menschen aus der afghanischen Hauptstadt Kabul ins Nachbarland Usbekistan gebracht. Eine Transportmaschine mit insgesamt 211 Bundesbürgern, afghanischen Ortskräften und weiteren Passagieren landete in der usbekischen Hauptstadt Taschkent, wie das Verteidigungsministerium in Berlin mitteilte. Von dort geht es dann mit zivilen Flugzeugen weiter nach Deutschland. Damit wurden nach Angaben des Ministeriums von der Bundeswehr seit dem Machtwechsel in Afghanistan bereits mehr als 900 Menschen evakuiert.

19.8.2021 • 07:39 Uhr

Bundeswehrverband: Vertrauen in Politik geht verloren

Die Bundeswehr trifft nach Ansicht des Bundeswehrverbandes keine Schuld am späten Start der Evakuierungen. "Es ist immer eine Frage der politischen Lagebewertung, der politischen Entscheidung. Und die ist sehr spät gefallen", sagte Verbandschef Andre Wüstner im ARD-morgenmagazin. Viele Bundeswehrsoldaten treibe die Frage um, ob der Verlust an Menschenleben gescheiterte Ehen und Traumatisierungen den Einsatz in Afghanistan wert waren. Es gehe Vertrauen verloren in die Politik. "Über das Thema Verantwortung muss noch gesprochen werden."

19.8.2021 • 07:06 Uhr

Politiker gegen Fußball-WM in Katar wegen Taliban-Konflikt

Nach dem Bekanntwerden von Transportflügen der katarischen Luftwaffe für die Taliban fordern Politiker Konsequenzen für die geplante Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft im nächsten Jahr im Emirat am Golf. "Sollte Katar die Taliban unterstützen oder deren Schreckensherrschaft anerkennen, dann muss es Konsequenzen geben", sagte der außenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Bijan Djir-Sarai, der "Bild"-Zeitrung. Er betonte, für ihn sei "die Vorstellung, dass Taliban-Unterstützer eine Fußball-Weltmeisterschaft ausrichten und sich als modernes Land profilieren, unerträglich".

Ähnlich äußerte sich Tobias Lindner, Sprecher für Sicherheitspolitik der Grünen im Bundestag. Mit Blick auf die von Katar genutzte Transportmaschine vom Typ Boeing C-17 "Globemaster" zur Beförderung des Taliban-Führers Mullah Abdul Ghani Baradar nach Kandahar am Dienstag sagte Lindner: "Es sind verschreckende Bilder, wenn Katar mit dem gleichen Flugzeugtyp Taliban nach Afghanistan fliegt, während die USA von dort aus ihre Bürger nach Katar evakuieren." Für Lindner sind die Bilder jedoch keine Überraschung und zeigen erneut, "welch falsche Entscheidung die WM-Vergabe dorthin war". Auch am Mittwoch flog die Luftwaffe Katars laut "Bild" im Dienste der Taliban zwischen dem Golf-Emirat und der südafghanischen Metropole Kandahar, die als "Geburtsort der Taliban" in den frühen 1990er Jahren gilt.

19.8.2021 • 06:54 Uhr

US-Militär hat bisher 6000 Menschen ausgeflogen

Das US-Militär hat nach Angaben aus Regierungskreisen von vergangenem Wochenende bislang fast 6000 Menschen aus Afghanistan ausgeflogen. Ziel ist eigentlich, täglich 5000 bis 9000 Menschen in Sicherheit zu bringen. Doch die chaotischen Zustände rund um den Flughafen von Kabul erschwerten nach wie vor die Evakuierungsaktion. "Wenn wir das nicht hinbekommen, werden wir Menschen buchstäblich zum Tode verurteilen", sagte Marina Kielpinski LeGree, US-Chefin der Non-Profit-Organisation Ascend.

19.8.2021 • 06:44 Uhr

Seit Juli etwa 240 Visa-Berechtigungen für Ortskräfte

Wegen umständlicher bürokratischer Verfahren sind Tausende afghanische Ortskräfte deutscher Organisationen nicht rechtzeitig an ein Visum für Deutschland gekommen. Nach Informationen des Evangelischen Pressedienstes gingen von Anfang Juli bis Mitte August mehr als 9000 Gefahrenanzeigen von Afghaninnen und Afghanen bei den zuständigen Stellen ein. Nach Abzug von Duplikaten waren es knapp 4200. Doch bis zum vergangenen Montag, also einen Tag nach der Machtübernahme der Taliban, hatte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) der dem epd vorliegenden Statistik zufolge nur in 237 Fällen eine Berechtigung zur Visa-Ausstellung erteilt. In 329 weiteren Fällen wurde dies wiederum abgelehnt. Über die übrigen Gefahrenanzeigen waren zu dem Zeitpunkt noch nicht entschieden worden.

19.8.2021 • 05:10 Uhr

Linke: Nicht nur aus Kabul evakuieren

Die Linke fordert eine Ausweitung der laufenden Evakuierungen von gefährdeten Menschen in Afghanistan über die Hauptstadt Kabul hinaus. "Die meisten Ortskräfte, Lehrerinnen oder auch mutige Lokalpolitikerinnen oder Journalistinnen leben nicht in Kabul, sondern verteilt über die Provinzen Afghanistans", sagte Fraktionschef und Spitzenkandidat Dietmar Bartsch der Deutschen Presse-Agentur. "Die bereits existierenden Verabredungen mit den Taliban sollten schleunigst ausgeweitet werden."

Nach Angaben des Nationalen Sicherheitsberaters von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, hatten die militant-islamistischen Taliban zugesagt, Zivilisten unbehelligt zum Flughafen in Kabul zu lassen, damit sie das Land verlassen könnten. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes hatte am Mittwoch gesagt, man habe nur in Kabul die Möglichkeit, Menschen auszufliegen und auch dort nur, wenn sie es zum Flughafen schafften.

19.8.2021 • 04:46 Uhr

Weitere Lufthansa-Maschine mit Evakuierten in Frankfurt gelandet

Am Frankfurter Flughafen ist am frühen Morgen eine Lufthansa-Maschine mit rund 250 Menschen gelandet, die aus Afghanistan in Sicherheit gebracht worden sind. Das Flugzeug war wenige Stunden zuvor in der usbekischen Hauptstadt Taschkent gestartet. Die Menschen an Bord waren zuvor mit einer Bundeswehr-Maschine von Kabul nach Taschkent geflogen worden. Die Bundeswehr hatte in dieser Woche ihre Rettungsaktion für Deutsche und Afghanen begonnen, um sie nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban in Sicherheit zu bringen.

19.8.2021 • 04:37 Uhr

UN ziehen Teil ihres Personals aus Afghanistan ab

Die UN haben einen Teil ihres Personals aus Afghanistan abgezogen. Rund 100 Mitarbeiter würden in die kasachische Stadt Almaty verlegt, erklärte UN-Sprecher Stéphane Dujarric. "Dies ist eine vorübergehende Maßnahme, die es den Vereinten Nationen ermöglichen soll, der afghanischen Bevölkerung weiterhin mit einem Minimum an Unterbrechungen zu helfen und gleichzeitig das Risiko für das UN-Personal zu verringern." Ob es sich bei den 100 Mitarbeitern um internationales oder afghanisches Personal handelt, war unklar. Im Hauptquartier der UN-Hilfsmission für Afghanistan (Unama) in Kabul arbeiten rund 300 ausländische Mitarbeiter und mehr als 700 Afghanen. 

19.8.2021 • 04:21 Uhr

Zeitung: Rolle des BND in Afghanistan-Krise auf dem Prüfstand

Mit der Rolle des Bundesnachrichtendienstes in der aktuellen Afghanistan-Krise werden sich nach "Welt"-Informationen die Mitglieder des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestags befassen. Die Bundestagsabgeordneten, die für die Kontrolle der Nachrichtendienste des Bundes zuständig sind, sollen dem Bericht zufolge zur Klärung der Frage beitragen, ob Pannen des BND zum Chaos bei der Evakuierung des internationalen Flughafens in Kabul geführt haben.

19.8.2021 • 04:07 Uhr

IWF blockiert Afghanistans Zugang zu SZR-Reserven

Der Internationale Währungsfonds setzt den Zugang Afghanistans zu IWF-Ressourcen wegen der unklaren Regierungsverhältnisse in dem Land aus. "Derzeit herrscht innerhalb der internationalen Gemeinschaft Unklarheit über die Anerkennung einer Regierung in Afghanistan, was zur Folge hat, dass das Land keinen Zugang zu SZR oder anderen IWF-Ressourcen hat", sagt ein Sprecher des IWF. Eingefroren seien auch etwa 440 Millionen Dollar an neuen Währungsreserven. Die Ankündigung des IWF erfolgt auf Druck des US-Finanzministeriums um sicherzustellen, dass der Anteil Afghanistans an einer für Montag geplanten Zuteilung von Sonderziehungsrechten (SZR) nicht in die Hände der Taliban fällt. Die USA halten eine Mehrheitsbeteiligung an dem Fonds.

19.8.2021 • 03:51 Uhr

Biden: US-Streitkräfte auch nach 31. August in Afghanistan denkbar

Die US-Streitkräfte werden nach den Worten von US-Präsident Joe Biden so lange in Afghanistan bleiben, bis die Evakuierung aller Amerikaner abgeschlossen ist - notfalls auch über den 31. August hinaus. "Wenn es dort noch amerikanische Staatsbürger gibt, werden wir bleiben, bis wir sie alle rausgeholt haben", sagt Biden in einem Interview mit dem Sender ABC News.

19.8.2021 • 03:51 Uhr

Bundeswehr hat bislang mehr als 900 Menschen aus Kabul ausgeflogen

Die Bundeswehr hat bislang mehr als 900 deutsche Staatsbürger und afghanische Ortskräfte aus Kabul ausgeflogen. Die Evakuierungsflüge wurden in der Nacht fortgesetzt, wie das Einsatzführungskommando der Bundeswehr auf Twitter mitteilte. Zuletzt startete demnach um 01.46 Uhr (MESZ) eine Maschine vom Typ A400M "mit über 200 zu Evakuierenden an Bord aus Kabul". Die Menschen werden in die usbekische Hauptstadt Taschkent ausgeflogen. Von dort sollen sie weiter nach Deutschland gebracht werden. Zuvor war eine weitere Maschine nach Angaben des Einsatzführungskommandos direkt aus Deutschland über Baku nach Kabul geflogen. Zusätzlich "zu den an Bord befindlichen Paletten mit Versorgungsmaterial aus Deutschland" seien "noch 15 zu evakuierende Personen aufgenommen" worden. 

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. August 2021 um 09:00 Uhr.