Ein Hinweis auf dem Boden vor dem Kölner Hauptbahnhof weist Flüchtlingen aus der Ukraine den Weg | AP
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Auslandspodcast Ideenimport Geflüchtete besser integrieren - wie klappt's?

Stand: 22.04.2022 05:00 Uhr

Was kann Deutschland von der Flüchtlingspolitik anderer Länder lernen? Wie gelingt die Integration der geflüchteten Menschen nachhaltig? Der neue Auslandspodcast der tagesschau sucht nach Ideen und möglichen Vorbildern.

Seit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine sind bereits mehr als fünf Millionen Menschen aus dem Land geflohen. Hunderttausende Menschen erreichen auch Deutschland - erschöpft, nur mit dem Nötigsten an der Hand, dem Kind, dem Koffer, dem Haustier. Doch die Strukturen in Deutschland sind gar nicht auf so viele Geflüchtete ausgelegt. Das zeigt zum Beispiel Berlin: Hier kamen zu Beginn des Kriegs täglich 10.000 Ukrainerinnen und Ukrainer an. "Jeder Tag, jede Nacht ist ein Wettlauf der Unterkünfte, die neu akquiriert werden und der Zahl der Ankommenden", sagt Berlins Sozialsenatorin Katja Kipping.

Und mit der Ersthilfe ist es nicht getan: Auch wenn gerade im Eilschritt Aufnahmeplätze geschaffen werden, Essen und Spenden verteilt und medizinische wie psychologische Versorgung geschaffen wird, brauchen die Geflüchteten auch eine langfristige Perspektive. Sie brauchen Schul- und Kitaplätze, Wohnraum und Sprachkurse. Damit die Ukrainer arbeiten können, müssen auch ihre Qualifikationen anerkannt werden. Kurzum: Deutschland muss schnell Ideen und Lösungen finden, um den Menschen die Integration zu erleichtern. Dafür lohnt sich der Blick ins Ausland, wie die erste Folge des neuen Auslandspodcasts der tagesschau zeigt.

So gehen Uganda und Kanada es an

Der Podcast Ideenimport reist mit Hörerinnen und Hörern um die Welt: Zunächst nach Uganda, das lange Zeit als das weltweit flüchtlingsfreundlichste Land galt. Mehr als 1,5 Millionen Geflüchtete leben in dem ostafrikanischen Land. Alle sind willkommen, dürfen sich frei bewegen und bekommen ein Stück Land gestellt, dass sie selbst bewirtschaften können. Doch die Flüchtlingspolitik Ugandas hat auch Schattenseiten. Der langjährige autokratischen Machthaber Yoweri Museveni heißt die Flüchtlinge auch aus Kalkül willkommen, denn sie bringen ihm Hilfsgelder und sind ein Instrument gegen die Opposition. Auch aus anderen Gründen ist das Entwicklungsland nur bedingt mit der Industrienation Deutschland zu vergleichen. Und doch bietet die Integrationspolitik Ansätze, von denen die Bundesrepublik lernen kann.

Etwas nachhaltiger und langfristiger sind die Pläne des zweiten Landes, auf das der Ideenimport blicken will: Kanada. Die Kanadier heißen die Ankommenden buchstäblich vom ersten Augenblick an willkommen: Ob Arbeitsmigranten oder Geflüchtete, alle bekommen sofort eine Arbeitserlaubnis, Krankenversicherung, Handykarte und das sofortige Bleiberecht. Im Gegenzug erwarten die Kanadier, dass die Menschen die Staatsbürgerschaft beantragen. Organisiert wird die Hilfe vom Einwanderungsministerium, aber auch Privatpersonen zeigen viel Engagement und übernehmen Patenschaften für die Neuankömmlinge.

Die ARD-Korrespondentinnen Caroline Hoffmann und Antje Passenheim berichten eindrücklich über gelungene Aspekte der Flüchtlingspolitik in ihren Berichtsgebieten und stellen Geflüchtete und Einheimische in Uganda und Kanada vor. Am Ende steht die Frage: Welche Idee wäre auch in Deutschland umsetzbar?

Auslandspodcast der Tagesschau Ideenimport

Ideensuche im tagesschau-Podcast

Für viele Fragen, die im Alltag immer wieder aufkommen, gibt es irgendwo auf der Welt garantiert schon gute Ideen, mögliche Vorbilder und Lösungsansätze: Wie besser mit stark steigenden Energiepreisen umgehen? Was tun, um sich gesünder zu ernähren? Warum leben Menschen in anderen Ländern teils länger?

Der Auslandspodcast der tagesschau sucht und findet sie - zusammen mit den Korrespondentinnen und Korrespondenten in den 30 Auslandsstudios der ARD. Ideenimport will den Blick über den sprichwörtlichen Tellerrand weiten und mit frischen Ideen für neuen Input in politischen und gesellschaftlichen Debatten sorgen.

Ideenimport erscheint ab dem 22. April 2022 jeden zweiten Freitag. Sie können den Podcast jederzeit zu Hause oder unterwegs auf Ihrem Smartphone hören - jeden zweiten Freitagmorgen finden Sie eine neue Folge auf unserer Webseite, in der ARD-Audiothek und auf zahlreichen weiteren Podcast-Plattformen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 22. April 2022 um 06:35 Uhr.