Ein Gärtner trägt die Ernte zwischen zwei beleuchteten Salatbeet-Regalen hervor. | picture alliance / AA
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Auslandspodcast Ideenimport Wie sieht die Ernährung der Zukunft aus?

Stand: 16.09.2022 05:00 Uhr

Eine funktionierende Landwirtschaft trotz Klimakrise und Wetterextremen, Lebensmittel ohne Tierleid und CO2-Ausstoß: Ideenimport, der Podcast der tagesschau, sucht im Ausland Ideen für die Zukunft unserer Ernährung.

55 Kilogramm Fleisch, 77 Kilogramm Brot, 48 Kilogramm Milch, 239 Eier: Das ist der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch an Nahrungsmitteln in Deutschland pro Jahr. Die meisten Produkte sind den vergangenen Monaten teurer geworden: Krieg, Klima- und Energiekrise lassen die Preise steigen. Die Krisen zeigen, wie fragil die Ernährungssicherheit ist. Und die Probleme dürften sich die kommenden Jahre verschärfen: Wetterextreme nehmen laut Klimaexperten zu - und damit die Ernteausfälle. Allein für dieses Dürrejahr rechnet der Deutsche Bauernverband mit Ernteausfällen von 40 Prozent.

Und das, obwohl der globale Bedarf an landwirtschaftlichen Produkten steigt: Bis 2050 werden nach UN-Schätzungen mehr als neun Milliarden Menschen auf der Erde leben. Sie brauchen Platz, der bisher für die Landwirtschaft vorgesehen ist. Auch wenn in Deutschland die Bevölkerung voraussichtlich zurückgeht, ist die Bevölkerung von den Anbauflächen und Produkten anderer Länder abhängig.

Und auch der Fleischhunger wird mit mehr Menschen weltweit wohl ansteigen: Die Welternährungsorganisation rechnet mit einer Verdopplung des Konsums von Fleisch bis 2050. Und das, obwohl schon jetzt die Massentierhaltung einen riesigen Teil der weltweiten Landflächen und ein Viertel des Frischwassers verbraucht.

Eier und Milch aus dem Labor

Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, wie künftig die Landwirtschaft und die Herstellung von Tierprodukten aussehen könnte. Gute Ideen, wie auf einen Schlag Tierleid, CO2-Ausstoß und Platz gespart werden könnten, gibt es bereits. Eine Lösung: Tierprodukte künftig im Labor herstellen.

Israel ist Vorreiter beim Thema Foodtech: Hier arbeiten heute schon Start-Ups am Essen von Morgen. ARD-Korrespondentin Sophie von der Tann hat Labore besucht, in denen vegane Eier hergestellt werden, die täuschend echt schmecken. Und echte Milch, die nicht mehr aus der Kuh, sondern aus der Petrischale kommt. Tierprodukte ohne Tierleid - das könnte die Zukunft sein.

Startup-Gründerin Yosefa Ben Choen brät einen veganen Spiegelei-Ersatz. | EPA

Sieht aus wie das Tierprodukt: Startup-Gründerin Yosefa Ben Choen brät einen veganen Spiegelei-Ersatz. Bild: EPA

Kartoffeln und Salat vom Dach

Die Zukunft der Landwirtschaft könnte vielleicht in der Stadt liegen: Wenn Tomaten auf Dächern und Salate auf vertikalen Feldern angebaut werden. "Urban Farming" nennt sich dieses Konzept und immer mehr Länder weltweit erforschen, wie sie ihre Äcker klimaunabhängig machen.

Vorreiter auf dem Gebiet sind unter anderem Belgien und die Niederlande. In der belgischen Hauptstadt Brüssel wird auf immer mehr Dächern Obst und Gemüse angebaut. In den Niederlanden forschen viele verschiedene Institute und Unternehmen an vertikalen Gewächshäusern, in denen mit Hightech Nahrungsmittel für den heimischen Markt produziert werden.

ARD-Korrespondentin Birgit Raddatz stellt die Ideen aus Belgien und den Niederlanden vor und zeigt auf, welche Vorteile die städtischen Landwirtschaften mit sich bringen. Wie so oft haben die modernen Äcker aber auch einige Haken - und es ist fraglich, ob sie zukünftig die herkömmliche Landwirtschaft komplett ersetzen können.

Auslandspodcast der Tagesschau Ideenimport

Ideensuche im tagesschau-Podcast

Für viele Fragen, die im Alltag immer wieder aufkommen, gibt es irgendwo auf der Welt garantiert schon gute Ideen, mögliche Vorbilder und Lösungsansätze: Wie besser mit stark steigenden Energiepreisen umgehen? Was tun, um sich gesünder zu ernähren? Warum leben Menschen in anderen Ländern teils länger?

Der Auslandspodcast der tagesschau sucht und findet sie - zusammen mit den Korrespondentinnen und Korrespondenten in den 30 Auslandsstudios der ARD. Ideenimport will den Blick über den sprichwörtlichen Tellerrand weiten und mit frischen Ideen für neuen Input in politischen und gesellschaftlichen Debatten sorgen.

Ideenimport erscheint ab dem 22. April 2022 jeden zweiten Freitag. Sie können den Podcast jederzeit zu Hause oder unterwegs auf Ihrem Smartphone hören - jeden zweiten Freitagmorgen finden Sie eine neue Folge auf unserer Webseite, in der ARD-Audiothek und auf zahlreichen weiteren Podcast-Plattformen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 25. Februar 2020 um 11:00 Uhr und Deutschlandfunk Kultur am 05. Januar 2021 um 19:30 Uhr in der Sendung "Zeitfragen".