Bildergalerie: Alternativer Nobelpreis

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Die Geschichte des alternativen Nobelpreises

Greta Thunberg

Der Alternative Nobelpreis geht in diesem Jahr unter anderen an die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg. Als sie sich am 20. August 2018 mutterseelenallein vor das schwedische Parlament setzte, um für das Klima zu streiken, kannte noch fast niemand das junge Mädchen mit den geflochtenen Zöpfen. Heute ist die 16-jährige Greta Thunberg weltberühmt. Zur Verleihung ist sie nicht erschienen, denn sie ist in Madrid bei der Weltklimakonferenz. | Bildquelle: picture alliance / DN

Greta Thunberg

Der Alternative Nobelpreis geht in diesem Jahr unter anderen an die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg. Als sie sich am 20. August 2018 mutterseelenallein vor das schwedische Parlament setzte, um für das Klima zu streiken, kannte noch fast niemand das junge Mädchen mit den geflochtenen Zöpfen. Heute ist die 16-jährige Greta Thunberg weltberühmt. Zur Verleihung ist sie nicht erschienen, denn sie ist in Madrid bei der Weltklimakonferenz.

Verleihung des Rightlivelihood Awards: Aminatou Haidar, Menschenrechtskämpferin aus der Westsahara,

Ausgezeichnet wurden auch die Menschenrechtskämpferin Aminatu Haidar aus der Westsahara ...

Moderator Lars Anders Baer (l) überreicht Davi Kopenawa, Hutukara Yanomami Association in Brasilien, seine Auszeichnung

... sowie der Brasilianer Davi Kopenawa und seine indigene Vereinigung Hutukara Yanomami geehrt.

Guo Jianmei

Die chinesische Frauenrechtlerin Guo Jianmei konnte nicht zur Preisverleihung reisen.

Jakob von Uexküll

Seit dem Jahr 1980 wird der Alternative Nobelpreis, der eigentlich "Right Livelihood Award" heißt, verliehen. Jakob von Uexküll (hier ein Foto aus dem Jahr 2005) hat ihn gestiftet, nachdem das Nobelpreiskomitee sein Angebot von einer Million Dollar für zwei zusätzliche Auszeichnungen für Umwelt- und Menschenrechtsprojekte ablehnte. Er entschied sich daraufhin, eine eigene Stiftung für drei Geldpreise (zurzeit von je 50.000 Euro) und einen Ehrenpreis zu gründen.

Jakob von Uexküll, Stephen Gaskin, Hassan Fathy

Sie waren die Ersten: Am 9. Dezember 1980 erhielten nicht wie vorgesehen drei, sondern nur zwei Preisträger die Auszeichnung. Stephen Gaskin (links) für "Plenty International", einem internationalen Entwicklungsprojekt, das aus einer Hippie-Landkommune entstand und in dem die Grundideen des fairen Handels entwickelt wurden. Und der ägyptischen Architekt Hassan Fathy (rechts) für seine dauerhaften und einfach zu bauenden Lehmhäuser, mit denen er traditionelles Wissen und moderne Technik verband. In der Mitte: der Stifter des Preises, Jakob von Uexküll.

Petra Kelly und andere 1982

1982 gehörte die deutsche Grünen-Politikerin Petra Kelly zu den Geehrten. Sie erhielt den Preis für ihr Engagement für Frieden, soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte. Ausgezeichnet wurden auch: Anwar Fazal (rechts) für die Gründung von Konsumgenossenschaften in seinem Heimatland Malaysia, Sir George Trevelyan (zweiter von links) als Mitbegründer der New-Age-Bewegung und die Entwicklungsorganisation PIDA aus Sri Lanka (dritter von rechts: Wilfred Karunaratne, der Gründer der Organisation). Der Norweger Erich Damann mit seiner Organisation "The Future in Our Hands" erhielt den Ehrenpreis.

Imane Kahlifeh, Ela Bhatt, Winefreda Geonzon, Wangari Matthay

Vier Preisträgerinnen: 1984 wurde Imane Khalifeh (links) für ihr Friedensengagement in Beirut ausgezeichnet. Neben ihr steht die die Inderin Ela Bhatt, die Gründerin der Organisation SEWA, die Heimarbeitsplätze für Frauen einrichtete. Die philippinische Anwältin Winifreda Geonzon wurde für ihre Gefangenenhilfsorganisation Free Lava geehrt. Weitsicht bewies die Jury mit der Auszeichnung von Wangari Maathai aus Kenia, denn ...

Preisträger 1990

Die Preisträger des Jahres 1990: die Israelin Felicia Langer (2. von rechts), die sich für die Rechte der Palästinenser einsetzte, Bernard Lédéa Ouédraogo (2. von links), der für die Selbstorganisation der Bauern in Westafrika arbeitete. Excelino Ariz und Orlando Gaitan (4. und 3. von rechts) aus Kolumbien wurden für ihre Friedensbemühungen in der gewalttätigen Gesellschaft geehrt. Den Ehrenpreis erhielt die Wissenschaftlerin Alice Tepper Marlin (2. von links).

Preisträger 1994

Im Jahr 1994 wurde die schwedischen Schriftstellerin Astrid Lindgren der Ehrenpreis verliehen. Sie trete in ihren Büchern für die Rechte der Kinder ein, hieß es in der Laudatio. Der Pater Gerard Pantin (links) erhielt den Preis für seine Sozialprojekte in Trinidad. Die Inder Hannumappa R. Sudarshan und Vivekananda Girijana Kalyana Kendra wurden ausgezeichnet, weil sie Stammeskultur mit einem Modernisierungsprozess verbinden wollten. Ken Saro-Wiwa aus Nigeria (vorne) erhielt den Alternativen Nobelpreis für seinen Kampf für ökonomische, ökologische und Bürgerrechte der Volksgruppe der Ogoni im Südosten des Landes.

Preisträger 1994

Der Preis und die internationale Solidarität (hier eine Aktion von Amnesty International in London) konnten Ken Saro-Wiwa nicht schützen. Ein Jahr später wurden er und acht seiner Mitstreiter zum Tode verurteilt und am 10. November 1995 hingerichtet.

Preisträger 1996

1996 wurde unter anderem die Organisation der russischen Soldatenmütter mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Die Frauen hatten sich zusammengeschlossen, um gegen Russlands Kriegsführung in Tschetschenien zu protestierten. Sie wurden für ihren Mut ausgezeichnet, sich für die "ganz normale Menschlichkeit" von Russen und Tschetschenen einzusetzen. Das Foto zeigt Mitglieder der Organisation, die mit Porträts ihrer Söhne vor dem russischen Parlament in Moskau protestieren.

Michael Succow

1997 erhielt der Greifswalder Botanikprofessor Michael Succow den Alternativen Nobelpreis für seine wissenschaftlichen und konkreten Verdienste um die Erhaltung von Ökosystemen und die Schaffung von Nationalparks. Er war als stellvertretender Umweltminister der einzig frei gewählten DDR-Regierung im Jahr 1990 maßgeblich daran beteilt, den Nationalpark Vorpommersche Bodenlandschaft zu gründen.

Wangari Matthai

20 Jahre später, im Jahr 2004, erhielt Wangari Maathai den Friedensnobelpreis für ihr langjähriges Engagement für "nachhaltige Entwicklung, Frieden und Demokratie". Den alternativen Nobelpreis hatte sie 1984 für ihr Aufforstungsprojekt "Green Belt Movement" und ihr Engagement für die Frauenrechte bekommen.

Alternative Nobelpreis 2001

José Antonio Abreu (links) gelang es, in Venezuela ein beeindruckendes Musikunterrichtssystem für Kinder aus den Armenvierteln zu begründen, das Nationale System der Jugend- und Kinderorchester von Venezuela. Die Organisation beschäftigt inzwischen rund 1500 Musiklehrer. Es gibt 125 Jugendorchester, 57 Kinderorchester und 30 professionelle Symphonieorchester. Dafür erhielt Abreu 2001 den Alternativen Nobelpreis. Die anderen Preisträger des Jahres 2001: Rachel und Uri Avnery (3. und 4. von links) aus Israel für ihre Friedensarbeit im Nahen Osten, der Brasilianer Leonard Boff (2. von links), einer der Hauptvertreter der Befreiungstheologie und die britische Friedensorganisation Trident Ploughshares, für die Angie Zelter, Ulla Roder und Ellen Moxley den Preis entgegennahmen (3.,2. und 1. von rechts)

Sir Simon Rattle und das Kinder- und Jugendorchester von Venezuala.

Das Projekt von José Antonio Abreu feierte große Erfolge. Sir Simon Rattle dirigierte ein Kinder- und Jugendorchester aus Venezuela, das auf Initiative des Preisträgers gegründet worden war.

Alternative Nobelpreis 2003 Sekem Aboulehs

Die Sekem-Initiative in Ägypten erhielt 2003 einen der Alternativen Nobelpreise. In den von Dr. Ibrahim Abouleish gegründeten landwirtschaftlichen Bio-Betrieben sind 200 Menschen angestellt. Für sie gibt es Kinderbetreuung, Schulen, eine Krankenstation und Weiterbildungseinrichtungen.

Alternative Nobelpreis 2007

2007 gehörte die pakistanische Organisation Grameen Shakti zu den Preisträgern. Die Organisation versorgt tausende Dörfer in dem Land mit alternativer Energie (Biogas, Sonnenenergie) und trage damit zu Gesundheit, Bildung und Wohlstand bei, hieß es in der Laudatio.

Alternative Nobelpreis 2008

2008 wurden vier Frauen mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet: Asha Hagi Elmi , die sich in Somalia für die Beteiligung der Frauen am Friedensprozess einsetzte, Amy Goldman aus den USA für ihre Arbeit für einen unabhängigen politischen Journalismus, die Inderin Krishnammal Jagannathan für ihren lebenslangen Einsatz für die Menschen am unteren Rand der Gesellschaft und die Schweizer Ärztin Monika Hauser, die sich für kriegstraumatisierte Frauen kümmert (von links nach rechts).

Monika Hauser

Von 1992 bis 1994 verwirklichte Hauser mit Unterstützung bosnischer Fachfrauen das Frauentherapiezentrum Medica Zenica in Zentral-Bosnien. Das Team unterstützte die Frauen bei der Verarbeitung der traumatischen Erlebnisse im Bosnienkrieg. Heute setzt sich der von ihr gegründete Verein medica mondiale weltweit für Frauen und Mädchen ein, die in Konfliktgebieten Kriegsgewalt erleiden. Das Foto zeigt Monika Hauser im Jahr 1999 in einer mobilen gynäkologischen Praxis, die in der Gegend der albanischen Hauptstadt Tirana zur Behandlung von Flüchtlingsfrauen aus dem Kosovo eingesetzt werden sollte.

Paul Walker, Denis Mukwege, Hans Rudolf Herren und Raji Sourani

2013 erhielten vier Preisträger die Auszeichnung. Paul Walker: Die Jury würdigte den US-Amerikaner als erfolgreichsten Wegbereiter für die Abschaffung von Chemiewaffen. Denis Mukwege: Den Arzt aus der Demokratischen Republik Kongo ehrte die Stiftung für sein Engagement für vergewaltigte Frauen in seiner Heimat. Hans Rudolf Herren: Der Schweizer Agrarforscher rettete laut der Stiftung mit einem biologischen Programm zur Schädlingsbekämpfung in Afrika "Millionen von Menschen das Leben". Raji Sourani: Der palästinensische Anwalt erhält den Preis, weil er sich "furchtlos und vorurteilsfrei für die Menschenrechte in Palästina und der arabischen Welt" einsetzt. (v.l.n.r.)

Alan Rusbridger und Edward Snowden

Der Alternative Nobelpreis ging 2014 an den "Guardian"-Chefredakteur Alan Rusbridger (links) und den US-Geheimdienstenthüller Edward Snowden. Snowden bekomme die undotierte Ehren-Auszeichnung, "weil er mit Mut und Kompetenz das beispiellose Ausmaß staatlicher Überwachung enthüllt hat, die grundlegende demokratische Prozesse und verfassungsmäßige Rechte verletzt." Rusbridger werde ausgezeichnet "für den Aufbau einer globalen Medienorganisation, die sich verantwortlichem Journalismus im öffentlichen Interesse verschrieben hat und gegen große Widerstände illegales Handeln von Unternehmen und Staaten enthüllt."

Basil Fernando, Bill McKnibben und Asma Jahangir (v.l.n.r.)

Außerdem wurden Basil Fernando (links) von der asiatischen Menschenrechtskommission und die pakistanische Anwältin Asma Jahangir (Mitte) für ihren Kampf für Menschenrechte geehrt. Ein weiterer Preis ging an den US-amerikanischen Umweltaktivisten Bill McKnibben (rechts).

Gino Strada, Kasha Jacqueline Nabagesera, Tony de Brum und Sheila Watt-Cloutier

Im Jahr 2015 gingen die Alternativen Nobelpreise nach Italien, Uganda, Kanada und an die Marshallinseln. Preisträger waren: Der Italienische Chirurg Gino Strada (l), der sich für die Versorgung von Kriegsopfern engagiert, die ugandische Menschenrechtlerin Kasha Jacqueline Nabagesera (2.v.l.), die sich für die Rechte von Homosexuellen einsetzt und an die kanadische Inuit-Aktivistin Sheila Watt-Cloutier (r). Einen Ehrenpreis vergab die Right-Livelihood-Stiftung an das Volk der Marshallinseln und seinen Außenminister Tony de Brum (2.v.r.) für ihr Eintreten gegen Atomwaffen und Klimawandel.

Weißhelme im syrischen Bürgerkrieg

2016 gab es vier Preisträger des Alternativen Nobelpreises: Die Organisation "Syria Civil Defence" wurde bekannt als "Weißhelme." Seit 2013 riskieren die Freiwilligen ihr Leben, um Menschen nach Bombenangriffen im syrischen Bürgerkrieg aus den Trümmern zu befreien. Damit haben sie nach Angaben der Right Livelihood Award Stiftung, die den Preis vergibt, mehr als 60.000 Leben gerettet. Als Feuerwehrleute, Rettungskräfte und Sanitäter ausgebildet helfen sie auch beim Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur und zeigen syrischen Bürgern, wie sie sich bei Angriffen schützen können.

Swetlana Gannuschkina

Die Russin Swetlana Gannuschkina - eine ausgebildete Mathematikerin - setzt sich schon seit 26 Jahren mit ihrer Organisation Civic Assistance Committee für Migranten und Binnenvertriebene ein. Bis heute hat sie mehr als 50.000 Menschen zu rechtlicher Unterstützung, humanitärer Hilfe und Bildung verholfen. In zahlreichen Fällen hat Gannuschkina verhindert, dass Flüchtlinge aus zentralasiatischen Ländern dorthin zurückgeschickt wurden und sie so vor Haft und Folter bewahrt.

Mozn Hassan

Die Ägypterin Mozn Hassan und ihre Organisation "Nazra für feministische Studien" bekam den Alternativen Nobelpreis 2016 für das Engagement für die Rechte der Frauen in Ägypten und dem gesamten arabischen Raum. Hassan dokumentiert sexuelle Übergriffe und hilft den Opfern medizinisch, psychologisch und juristisch. Im Zusammenschluss mit anderen Frauenorganisationen hat sich "Nazra" erfolgreich für die Aufnahme der Frauenrechte in die ägyptische Verfassung eingesetzt und die Ausweitung der Definition sexueller Straftatbestände im Strafgesetzbuch erreicht.

Can Dündar, Cumhuriyet

Obwohl die Mitarbeiter der türkischen Zeitung "Cumhuriyet" Attentaten, Haft und Morddrohungen ausgesetzt sind, berichten sie - so die Stiftung - seit 1924 frei und unabhängig über die Geschehnisse in der Türkei. Die Zeitung mit einer Auflage von 53.000 Exemplaren ist seit 1993 als Stiftung registriert und finanziert sich hauptsächlich über ihre Leser. Der Herausgeber der Zeitung, Can Dündar, musste inzwischen von seinem Posten zurücktreten und aus der Türkei flüchten.

Yetnebersh Nigussie, Colin Gonsalves und Khadija Ismayilova

2018 gingen die Alternativen Nobelpreise an die Äthiopierin Yetnebersh Nigussie (links), den Inder Colin Gonsalves (Mitte) und die Aserbaidschanerin Khadija Ismayilova (rechts). Ismayilova bekam den Preis "für ihren Mut und ihre Hartnäckigkeit, Korruption auf höchster Regierungsebene durch herausragenden investigativen Journalismus aufzudecken". Gonsalves habe sich drei Jahrzehnte lang in Prozessen unermüdlich und erfindungsreich für die Menschenrechte der am meisten gefährdeten und an den Rand gedrängten Menschen der indischen Gesellschaft eingesetzt. Nigussie wurde für ihre Arbeit zugunsten der Rechte von Behinderten geehrt.

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