Bildergalerie: Der spektakuläre Austausch des Teams der "Polarstern"

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Arktis-Expedition in Zeiten von Corona

Die Polarstern auf dem Weg nach Spitzbergen

.Es ist die aufwendigste und teuerste Arktisexpedition aller Zeiten. Im September 2019 machte sich das erste Team mit dem Forschungseisbrecher "Polarstern" in Spitzbergen auf, um sich auf einer Eisscholle festfrieren zu lassen und mit dieser am Nordpol vorbei zu driften. Das Budget der Expedition beträgt rund 140 Millionen Euro. Im Laufe des Jahres sollen ca. 300 Wissenschaftler aus 17 Ländern an Bord sein. Sie kommen aus Belgien, China, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Japan, Kanada, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Russland, Schweden, Schweiz, Spani | Bildquelle: Manuel Ernst / UFA S&F /AWI

Die Polarstern auf dem Weg nach Spitzbergen

.Es ist die aufwendigste und teuerste Arktisexpedition aller Zeiten. Im September 2019 machte sich das erste Team mit dem Forschungseisbrecher "Polarstern" in Spitzbergen auf, um sich auf einer Eisscholle festfrieren zu lassen und mit dieser am Nordpol vorbei zu driften. Das Budget der Expedition beträgt rund 140 Millionen Euro. Im Laufe des Jahres sollen ca. 300 Wissenschaftler aus 17 Ländern an Bord sein. Sie kommen aus Belgien, China, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Japan, Kanada, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Russland, Schweden, Schweiz, Spani

Mosaic-Expedition

An der MOSAiC-Expedition sind Meeresbiologen, Klimaforscher, Ozeanologen und Meteorologen beteiligt, um den letzten weißen Fleck in der Klimaforschung zu ergründen. Insgesamt 600 internationale Teilnehmer begleiten die Mission. Eine internationale Flotte von vier Eisbrechern, Helikoptern und Flugzeugen versorgt das Team auf dieser extremen Route.

Mosaic-Expedition: Crew geht von der Kapitan Dranitsyn zur Polarstern

Etwa alle zwei Monate sollte das Team der "Polarstern" ausgetauscht werden. Aus aller Welt flogen die Wissenschaftler nach Nordnorwegen, um von dort aus mit Eisbrechern oder Flugzeugen zum Forschungsschiff gebracht zu werden. Hier kam am 2. März das dritte Team an, das vom russischen Eisbrecher Kapitan Dranitsyn zur "Polarstern" gebracht worden war. Die Corona-Pandemie änderte die Planung, und das Forschungsschiff musste für drei Wochen seine Eisdrift unterbrechen. Nur so sei es möglich, den nächsten Personalwechsel an Bord zu ermöglichen, sagte Expeditionsleiter Markus Rex. "Wir sind froh, dass wir diese Lösung gefunden haben", betonte er.

Mosaic-Expedition: Die Polarstern im Hintergrund, im Vordergrund die Kapitan Dranitsyn

Eigentlich hätte das dritte Team Anfang April wieder abreisen sollen. Die Wissenschaftler mussten aber jetzt fast zwei Monate länger auf der Scholle bleiben. Der Teamwechsel in Corona-Zeiten war eine logistische Herausforderung. Für die Wissenschaftler aus aller Welt mussten Sondergenehmigungen eingeholt werden, um nach Deutschland reisen zu können.

Mosaic-Expedition: Quarantäne-Hotel in Bremerhaven

Das Team wurde dann zwei Wochen lang in zwei Bremerhavener Hotels unter Quarantäne gestellt.

Mosaic-Expedition: Ärzte im Hotel in Bremerhaven bereiten Corona-Tests vor

Regelmäßig wurden sie auf Covid-19 getestet.

Mosaic-Expedition: AWI-Direktoring Anje Boetius verabschiedet die Schiffe am Hafen von Bremerhaven

Auf Spitzbergen dürfen zurzeit keine Flugzeuge landen. Es wurde beschlossen, das Team mit den Forschungsschiffen "Maria S. Merian" und "Sonne" der Universität Hamburg nach Spitzbergen zu bringen. Die Schiffe waren verfügbar, weil andere Expeditionen nicht stattfinden können. Am 18. Mai konnte die Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, Antje Boetius, die Expeditionsteilnehmer im Hafen von Bremerhaven verabschieden.

Mosaic-Expedition: Expeditionsteilnehmer steigen in Bremerhaven aufs Schiff.

Aus der Quarantäne fuhren die Teilnehmer in Bussen direkt zur Gangway und gingen an Bord. Verständigen konnten sich Abreisende und Verabschiedende jedoch nur laut schreiend oder per Mobiltelefon: Der direkte Kontakt war verboten. In einer eisfreien Bucht vor Spitzbergen sollen sie mit der Besatzung der "Polarstern" zusammentreffen.

Mosaic-Expedition: Team räumt die Scholle auf.

Auf der Scholle hat inzwischen der arktische Tag begonnen. Fast zwei Monate länger als geplant blieb das Team auf der "Polarstern". Jetzt mussten sie die meisten der wertvollen Forschungsgeräte abbauen und ins Schiff verladen. Viele autonom messende Sensoren sind jedoch auch auf der Scholle verblieben, so dass die Geräte, die keiner Wartung bedürfen, Ozean, Eis und Atmosphäre auch in der etwa dreiwöchigen Abwesenheit der Forschenden weiter vermessen können.

Mosaic-Expedition

Wie kaum sonst ein Mensch auf der Welt erlebte das Team in den vergangenen Wochen eine Zeit ohne Corona. Nach der Unterbrechung soll die "Polarstern" Anfang Juni mit dem vierten MOSAiC-Team die Scholle wieder erreichen, um die Drift fortzusetzen.

Mosaic-Expedition: Gewinnerfoto von Esther Horvath

Sie konnten sich in dieser Zeit auch über eine besondere Auszeichnung freuen. Die Fotografin Esther Horvath gewann mit diesem Foto, das Eisbären zeigt, die um die Forschungsgeräte streichen, den ersten Preis in der Kategorie Natur der Word Press Photo Awards.

Blick von der Maria S. Merian auf Spitzbergen

Nach einer gemütlichen Fahrt kam das neue Team aus Bremerhaven im Ijsfjorden vor Spitzbergen, dem Treffpunkt mit der "Polarstern", an. Allerdings ließ diese auf sich warten.

Mosaic-Expedition: Polarstern eingefroren auf der Scholle.

Die Fahrt der "Polarstern" durch das Eis, das zurzeit sehr dick ist, gestaltete sich schwierig. Sie kam nur langsam voran. Die Suche nach dem besten Weg wurde auch aus der Luft von Hubschraubern unterstützt. Das Foto zeigt die "Polarstern" Mitte März eingefroren auf ihrer Scholle.

RV Maria S. Merian und RV Sonne in Svalbard /Spitzbergen

Die Crew und die Forscher mussten über eine Woche auf den Schiffen in der Svalbard-Bucht vor Spitzbergen bleiben - unter strenger Quarantäne.

Ankunft der Polarstern in Spitzbergen

Endlich: Am 4. Juni kommt die "Polarstern" am Treffpunkt an. Es wird mehrere Tage dauern, bis der Austausch, die Betankung und die Verladung von Lebensmitteln und Ausrüstung erledigt ist und die "Polarstern" mit dem vierten Team wieder zurück zu ihrer Scholle reisen kann, um die Expedition fortzusetzen.

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