Bildergalerie: Martin Walser wird 90

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Martin Walser wird 90

Martin Walser

Der Schriftsteller Martin Walser feiert seinen 90. Geburtstag. Am 24. März 1927 wurde der Sohn einer Gastwirtsfamilie in Wasserburg am Bodensee geboren. Sein Vater starb früh. Er war im Krieg Flakhelfer und Soldat. Dass er wissentlich Mitglied der NSDAP war, bestreitet er. | Bildquelle: dpa

Martin Walser

Der Schriftsteller Martin Walser feiert seinen 90. Geburtstag. Am 24. März 1927 wurde der Sohn einer Gastwirtsfamilie in Wasserburg am Bodensee geboren. Sein Vater starb früh. Er war im Krieg Flakhelfer und Soldat. Dass er wissentlich Mitglied der NSDAP war, bestreitet er.

Martin Walser im Jahr 1957 bei der Verleihung des Hermann-Hesse-Preises

Walser studierte in Tübingen und Regensburg, verfasste bereits im Alter von 12 Jahren Gedichte und schrieb ab 1949 für Zeitungen und Zeitschriften, unter anderem arbeitete er beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart als Reporter, Regisseur und Hörspielautor. Mit dem Erzählband "Ein Flugzeug über dem Haus" trat er 1955 als Schriftsteller an die Öffentlichkeit. Sein Erstlingsroman "Ehen in Philippsburg" aus dem Jahr 1957 wurde ein Erfolg. Er wurde für dieses Werk mit dem mit 10.000 DM dotierten Hermann-Hesse-Preis geehrt.

Martin Walser am Ufer des Bodensees.

1957 kehrte er wieder an den Bodensee zurück und ließ sich dort als freier Schriftsteller nieder. Bis heute lebt er dort.

Martin Walser: Gründung des VS im November 1970

1969 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Verbands deutscher Schriftsteller. Das Foto zeigt ihn (2. von rechts) mit Heinrich Böll, Carl Amery, Thaddäus Troll und Günter Grass während des ersten Kongresses des Verbandes am 21. November 1970.

Martin Walser

Nach einigen eher erfolglosen Jahren kam mit "Ein fliehendes Pferd" im Jahr 1978 der Durchbruch. Der Roman wurde mit über einer Million verkaufter Exemplare der größte Erfolg Walsers. Der Stoff wurde zweimal verfilmt, zuletzt im Jahr 2007 mit Ulrich Tukur in der Hauptrolle.

Martin Walser

Walser zählt zu den bedeutendsten und streitbarsten Autoren der deutschen Nachkriegsliteratur. Er schuf ein umfangreiches, vielseitiges, aber auch umstrittenes Werk, das gewichtige Romane, Novellen und Geschichtensammlungen, Theaterstücke, Hörspiele und Übersetzungen, eine Vielzahl von Aufsätzen, Reden und Vorlesungen umfasst.

Martin Walser - Rede bei der Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels

1998 erhielt Walser den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. In seiner Rede sprach er von der "Instrumentalisierung von Auschwitz". Der Einsatz des Holocaust als eine "Moralkeule" erreiche letztlich den gegenteiligen Effekt, sagte er. Der damalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Ignatz Bubis, warf Walser daraufhin "geistige Brandstiftung" und "latenten Antisemitismus" vor.

Martin Walser - Rede bei der Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels

Anlässlich einer Aussprache legten Walser und Bubis im Dezember 1998 ihren Streit bei. Zu seiner Rede steht Walser bis heute. Er räumte allerdings ein, in der Diskussion mit Bubis "völlig borniert" reagiert zu haben. Das Foto zeigt ihn im Jahr 2007 vor einem Bubis-Porträt im Frankfurter Jüdischen Museum.

Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"

Der Roman "Tod eines Kritikers" aus dem Jahr 2002 löste einen Literaturskandal aus. Der frühere FAZ-Feuilletonchef Marcel Reich-Ranicki, der unfreiwillig zur Hauptfigur des Buches wurde, zeigte sich erschüttert über die "erbärmliche Qualität" des Romans und diagnostizierte den "völligen Zusammenbruch eines Schriftstellers und einer Persönlichkeit". Walser beklagte die "Hinrichtung seines Werks", das er als eine Komödie über den laufenden Kulturbetrieb verstanden wissen wollte.

Martin Walser

Noch im hohen Alter ist Martin Walser äußerst produktiv. 2016 veröffentlichte er zusammen mit seiner Koautorin, der Sinologin Thekla Chabbi, den Briefroman "Ein sterbender Mann". Er handelt von Sterbehilfe, Liebe im Alter und dem Ausbruch aus dem Korsett aller Verbindlichkeiten. Das Foto zeigt ihn bei einer Lesung in Heringsdorf an der Ostsee.

Martin und Katharina Walser

Seit 1950 sind Martin und Katharina Walser verheiratet. Das Paar hat vier Töchter, die alle bekannte Kulturschaffende sind: Franziska Walser ist Schauspielerin, Johanna Walser Schriftstellerin, Alissa Walser Malerin und Schriftstellerin und Theresia Walser Schauspielerin und Schriftstellerin. 2009 wurde bekannt, dass Walser außerdem der leibliche Vater von Jakob Augstein ist.

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