Bildergalerie: Kunst und Müll - "Zero Waste"-Ausstellung

Bilder

1/13

"Zero Waste" - Ausstellung im Leipziger Museum der bildenden Kunst

Museum der bildenden Künste in Leipzig

Müll findet man überall - auf dem Land, im Wasser, in der Luft, und am Ende landet er manchmal im Feuer. Die Ausstellung "Zero Waste" zeigt die Arbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, die sich mit Verpackungen, Verschmutzung, Überproduktion und der Verschwendung von Ressourcen auseinandersetzen. In Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt präsentiert das Museum der bildenden Künste in Leipzig Installationen, Videos, Skulpturen und Fotografien. | Bildquelle: imago stock&people

Museum der bildenden Künste in Leipzig

Müll findet man überall - auf dem Land, im Wasser, in der Luft, und am Ende landet er manchmal im Feuer. Die Ausstellung "Zero Waste" zeigt die Arbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, die sich mit Verpackungen, Verschmutzung, Überproduktion und der Verschwendung von Ressourcen auseinandersetzen. In Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt präsentiert das Museum der bildenden Künste in Leipzig Installationen, Videos, Skulpturen und Fotografien.

Eine Figur in einem Schutzanzug schaut auf mit Folie bedeckte Gemüseplantage in Südspanien

Auf den als "mar de plàstico" genannten Gemüseplantagen in Südspanien werden riesige Mengen Plastikfolie genutzt, um Pflanzen zu schützen. Das Problem: Die Folien lösen sich und fliegen als Fetzen ins Meer. Raul Walch inszeniert in dieser Umgebung Fotos wie Laborant‘s Pause und nutzt die Überreste der Folie als Material für ein raumgreifendes Mobile. Wie das in den hohen Räume des Museums der bildenden Künste in Leipzig wirkt, kann man bereits auf Instagram sehen: @zerowasteexhibition oder direkt https://www.instagram.com/p/CBlkR6pFPjg/

Eine Wolke aus mit Luft gefüllten Müllbeutel schweben in einem Raum über aufgestellte Becher gefüllt mit Wasser.

Wie werden aus Materialien des Alltags und Wegwerfprodukten ästhetische Erfahrungen? Eliana Heredia nutzt Gebrauchsgegenstände wie Plastikbeutel oder Plastikbecher und schafft unter Zugabe von Luft und Wasser Installationen, die eine neue Betrachtung auf diese Produkte ermöglichen. Ihre Arbeit Schiffbruch misst 10 x 5 x 4 Meter.

Zeichnung mit einem Netz fragiler Striche

Einen anderen Umgang mit dem Thema findet Nadine Fecht, und er ist nicht gleich erkennbar. Die Verwendung von alltäglichem Müll offenbart sich erst im Titel und der Machart der exit series: 1200 ball pens and found waste on paper 100 x 70 cm - 1200 Kugelschreiber und gefundener Müll auf Papier.

Ein kleiner Fisch in zusammen gehaltenen Händen vor einem Gewässer mit Müll

Very Very Important Fish zeigt die Überführung eines Fisches von einer völlig vermüllten Schleuse in Jakarta zu einem sauberen Fluss - und das auf möglichst auffällige Art und Weise, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Ein ganzer Konvoi von Motorrädern und Rollern scharrte sich in der indonesischen Hauptstadt um den Transport des kleinen Fisches und störte den Verkehr in der Metropole. Die Aktion von Irwan Ahmett und Tita Salina als Video bei youtube: https://www.youtube.com/watch?v=IWh4WNnQCcU

Die Künstlerin fängt mit einem Netz verschmutzte Luft ein.

Mit einem anderen Aspekt der globalen Umweltkrise befassen sich die Arbeiten von Vibha Galhotra - mit der Luftverschmutzung. Da sind zum einen performative Fotografien wie Breath by Breath ...

Grafische Darstellung des Black.Cloud-Projekts

... zum anderen aber auch Projekte wie Black Cloud. Dabei geht es um die Herstellung einer Art riesigen Skulptur. Eine Schwarze Wolke, die für die Luftverschmutzung in Metropolen wie Neu-Delhi steht, soll durch fliegende schwarze Papierdrachen und unter aktiver Beteiligung von Menschen entstehen. Die Aktion findet im Rahmenprogramm der Ausstellung in Leipzig statt.

Ein zerbrochener Bogen getrockneter Farbe

Lampenschwarz, Neutralschwarz, Elfenbeinschwarz - bildenden Künstlern und Malern sind die verschiedenen Schwarztöne sicher bekannt. Aber Neckartorschwarz? Erik Sturm hat für sein gleichnamiges Relief die Farbe selbst hergestellt - Grundlage ist Feinstaub, den er von Fensterbänken stark befahrener Straßen gekratzt hat.

Ein Haufen bestehend aus einem Wasser-Benzin-Schmutz-Gemisch auf Schnee

Apropos sichtbarer Autodreck: Im Winter werden aus Wasser, Benzin und Schmutz kleine Klumpen, die sich an der Unterseite von Autos ansammeln und später auf die Straße fallen. Diesem flüchtigen Gemisch, das von anderen Verkehrsteilnehmer jeder Zeit zu Matsch gefahren werden kann und das früher oder später schmilzt, hat Wolf von Kries eine Fotoserie gewidmet und einen Namen gegeben: Konglomerat.

Überreste eines Rasierer

Hersteller bauen elektronische Geräte so, dass sie nur eine bestimmte Lebensdauer haben - ausgehend von dieser These, experimentiert Dani Ploeger in seinem Laboratory of Electronic Ageing mit Stresstestmaschinen und stellt den frühzeitig herbeigeführten Alterungsprozess bloß. Hier sind die Reste eines Rasierers zu sehen - nach einer sich endlos wiederholenden Simulation eines versehentlichen Sturzes. Das Material bleibt bestehen, während es seine eigentliche Funktion für den Menschen nicht mehr erfüllen kann.

Flammen im Inneren eines

Mit der Fotoserie Incineration will Tue Greenfort dem Nutzwert von Feuer auf den Grund gehen. Ihn interessiert der zerstörerische und konstruktive Nutzen von Feuer, dem er sich in Müllverbrennungsanlagen nähert. Das Ergebnis sind meist großformatige Bilder lodernder Flammen.

Zusammen genähte Textilien auf einem Holzgestell

Christoph Medicus will mit der Instellation Miss calculations poetry is the working class heroin. (Unterschlupf) auf einen Markt aufmerksam machen, der auf Billigproduktion setzt und auf den Zusammenhang mit medial angeschobener Spendenbereitschaft hinweisen, die durch Verdrängung lokaler Textilindustrie zur Ursache von Armut und Flucht werden kann. Das Werk kann unterschiedlich inszeniert werden und ist begehbar.

Baum vor einem Kohleabbau-Bagger mit einer Art Co2-Berechnung

Und was ist mit dem Ressourcenverbrauch der Ausstellung selbst? Die Kuratorinnen Hannah Beck-Mannagetta und Lena Fließbach hinterfragen den CO2-Fußabdruck von Zero Waste und lassen ihn vom Künstler Andreas Greiner berechnen. Geplant ist, durch das Pflanzen von Bäumen den CO2-Verbrauch der Ausstellung zu kompensieren. Hier zu sehen ist Change the System - die Kohlendioxidberechnung seiner eigenen Arbeit Jungle Memory, ein auf Algorithmen basierendem Werk, das eine neue Art von Waldbildern zeigt - zum Beispiel auf Instagram: https://www.instagram.com/p/B7Jx_R8Fc41/

Darstellung: