Bildergalerie: Papstwahl: Favoriten für den Stuhl Petri

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Papstwahl: Favoriten für den Stuhl Petri

Tarcisio Bertone

Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone: Der 78-Jährige war Benedikts "Regierungschef" und ist im Vatikan nicht unumstritten. Der aus der Region Turin stammende Bertone war als Kardinalstaatssekretär so etwas wie die rechte Hand des Papstes. Bertone gilt als volksnah und aufgeschlossen. Er ist seit 2007 auch Camerlengo (Kardinalkämmerer).

Tarcisio Bertone

Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone: Der 78-Jährige war Benedikts "Regierungschef" und ist im Vatikan nicht unumstritten. Der aus der Region Turin stammende Bertone war als Kardinalstaatssekretär so etwas wie die rechte Hand des Papstes. Bertone gilt als volksnah und aufgeschlossen. Er ist seit 2007 auch Camerlengo (Kardinalkämmerer).

Timothy Dolan

Kardinal Timothy Dolan: Das älteste von fünf Kindern eines Flugzeugmechanikers könnte als erster Amerikaner Papst werden. Der 63-Jährige ist seit 2009 Erzbischof von New York, seit 2010 Vorsitzender der US-Bischofskonferenz und seit 2012 auch Kardinal. Der Konservative wettert gegen Schwulenehe und Abtreibung, sucht aber auch immer wieder Kontakt zu Menschen anderen Glaubens. New Yorks Erzbischof Timothy Dolan gilt als Konservativer mit viel Witz. Gefragt, ob auch Jesus Humor habe, sagte er: "Na klar. Er hat mich zum Priester erwählt!"

Peter Erdö

Peter Erdö: Seit 2006 Präsident der Europäischen Bischofskonferenz, wurde der Theologe aus Ungarn bis kurz vor der Papstwahl immer wieder als Außenseiter mit guten Chancen gehandelt. Der 60-Jährige gilt als Vertreter eines konservativen Katholizismus. Er studierte unter anderem Kanonisches Recht an der Päpstlichen Lateranuniversität in Rom. Eine sanfte Modernisierung wäre unter ihm nicht ausgeschlossen, heißt es.

Sean Patrick O'Malley

Kardinal Sean Patrick O'Malley gilt als einer der besten Krisenmanager der Kirche in Sachen sexueller Missbrauch. Gleich in drei Diözesen wurde der amerikanische Bischof als Aufräumer geschickt, nachdem dort derartige Fälle bekannt geworden waren. Insbesondere in seiner derzeitigen Erzdiözese Boston hat sich O'Malley durch seine Null-Toleranz-Politik einen exzellenten Ruf erworben. Um Missbrauchsopfer entschädigen können, verkaufte er sogar das erzbischöfliche Palais.

Marc Ouellet

Kanadas Kardinal Marc Ouellet (68) spricht viele Sprachen, gilt als scheu und in theologischen Fragen als konservativer Hardliner. Er wird Beobachtern zufolge von Papst Benedikt XVI. wegen seiner Intellektualität, seiner Integrität und seiner tiefen Spiritualität enorm geschätzt. Als eines von acht Geschwistern wuchs der Eishockey-Fan im französischsprachigen Teil Kanadas auf und studierte und arbeitete dann unter anderem in Deutschland, Österreich und Kolumbien. Außerdem leitete er die Erzdiözese Quebec und diente in verschiedenen Positionen im Vatikan. Papst zu sein wäre für ihn nach eigenen Angaben ein Alptraum.

Gianfranco Ravasi

Kardinal Gianfranco Ravasi ist 70 und stammt aus der norditalienischen Lombardei. Ravasi ist Präsident des päpstlichen Kulturrates und hat auch andere Aufgaben im Vatikan inne. Der Theologe und Bibelfachmann gilt wie der scheidende Papst als Intellektueller. Ravasi hat eine ganze Reihe von Büchern zu Bibelthemen veröffentlicht und schreibt für italienische Zeitungen. Er gilt auch als Experte für das Judentum.

Rubén Salazar Gómez

Rubén Salazar Gómez, der Erzbischof von Bogotá, ist ein kritischer Geist. Nach dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. sagte er seinem Heimatsender in aller Offenheit, "dass dieses Pontifikat aus dem Blickwinkel der Regierung" nicht stark war. Die letzten Jahre von Johannes Paul II. hätten sich "ohne Lösung fortgesetzt". Da das vermutlich etliche Kardinäle ähnlich sehen, hat der 70-jährige Kardinal aus Kolumbien zumindest Außenseiterchancen.

Leonardo Sandri

Der Argentinier Kurienkardinal Leonardo Sandri ist vor allem als Stimme Papst Johannes Pauls II. bekannt, als dieser schon schwer krank war. Sandri wurde 2007 von Papst Benedikt zum Präfekten der Kongregation für die orientalischen Kirchen berufen. Pastorale Erfahrung hat er bislang nicht.

Pedro Scherer

Der Brasilianer Odilo Pedro Scherer gilt als stärkster Kandidat aus Lateinamerika. Der Erzbischof von Sao Paolo, der größten Diözese im größten südamerikanischen Land, zählt in seiner Heimat zu den Konservativen, würde andernorts aber als gemäßigt durchgehen. Das rasante Wachstum der protestantischen Kirchen in Brasilien könnte jedoch gegen ihn sprechen.

Christoph Schönborn

Dem Wiener Erzbischof Christoph Schönborn (68) werden Außenseiterchancen eingeräumt. In Glaubensfragen zeigt sich der Kardinal konservativ und hält Rom die Treue. Trotzdem gilt er als weltoffen und charismatisch. Dass erneut ein deutschsprachiger Kirchenmann Oberhaupt der Katholiken wird, gilt aber als unwahrscheinlich. Zum Krisenmanager wurde der Theologe bei der Ernennung zum Wiener Erzbischof 1995. Zuvor musste sein Vorgänger wegen Missbrauchsvorwürfen abtreten. Als Redakteur für den Katechismus der Katholischen Kirche machte er sich kirchenintern einen Namen.

Angelo Scola

Oft genannt wird der Mailänder Erzbischof Angelo Scola. Der 71-Jährige aus der Lombardei ist ein geschätzter Theologe und vor allem auch ein Mann des interreligiösen Dialogs. Scola steht dem scheidenden Papst Benedikt nahe, der ihn zum Erzbischof im wichtigen Erzbistum Mailand machte. Der Italiener galt bereits 2005 als "papabile" (papsttauglich), als dann Joseph Ratzinger zum Kirchenoberhaupt gewählt wurde. Als Erzbischof hat Scola wohl noch größere Chancen.

Luis Antonio Tagle

Als aufgehender Stern in der Kirche wird der Erzbischof der philippinischen Hauptstadt Manila, Luis Antonio Tagle, gesehen. Er gilt als dynamisch und ist bei den rund 75 Millionen Katholiken in seiner Heimat außerordentlich beliebt. Beobachter bezweilfen aber, ob die Zeit für den 55-Jährigen schon gekommen ist: Angenommen, er würde wie Benedikt XVI. mit 85 Jahren aus dem Papstamt ausscheiden, stünde er der katholischen Kirche immerhin 30 Jahre lang vor.

Jean-Louis Tauran

Aus Frankreich wird Kardinal Jean Louis Tauran genannt. Der 69-Jährige leitet den päpstlichen Rat für interreligiösen Dialog.

Peter Turkson

Als aussichtsreicher Anwärter gilt auch Peter Turkson (64) aus Ghana, Präsident des Päpstlichen Rats für Gerechtigkeit und Frieden im Vatikan. Dass er einst die These vertrat, die verbreitete Tabuisierung von Homosexualität habe Afrika weitgehend vom Missbrauchsskandal verschont, brachte ihm aber international Kritik ein. Überhaupt halten selbst Konservative im Vatikan die afrikanische Kirche mitunter für zu radikal.

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