Bildergalerie: 100. Geburtstag von Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll

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100. Geburtstag von Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll

Heinrich Böll

Der Literaturnobelpreis Heinrich Böll wurde vor 100 Jahren - am 21. Dezember 1917 - in Köln geboren. Er stammte aus einfachen Verhältnissen und war von 1939 bis 1945 Soldat der Wehrmacht und wurde mehrfach verwundet. 1945 kehrte er in seine zerstörte Heimatstadt zurück und begann bald als Schriftsteller zu arbeiten. In den folgenden Jahrzehnten gewann er großen politischen Einfluss. Selbst Katholik, setzte er sich stets kritisch mit seiner Kirche auseinander. | Bildquelle: picture alliance / SvenSimon

Heinrich Böll

Der Literaturnobelpreis Heinrich Böll wurde vor 100 Jahren - am 21. Dezember 1917 - in Köln geboren. Er stammte aus einfachen Verhältnissen und war von 1939 bis 1945 Soldat der Wehrmacht und wurde mehrfach verwundet. 1945 kehrte er in seine zerstörte Heimatstadt zurück und begann bald als Schriftsteller zu arbeiten. In den folgenden Jahrzehnten gewann er großen politischen Einfluss. Selbst Katholik, setzte er sich stets kritisch mit seiner Kirche auseinander.

Ilse Aichinger mit Heinrich Böll (links) und Günther Eich

Heinrich Böll (links) - hier mit Ilse Aichinger Günther Eich - wurde Mitglied der Schriftstellervereinigung "Gruppe 47". Seine Kurzgeschichten, die zunächst in Zeitungen und Zeitschrift veröffentlicht wurden, handelten von Krieg und der Nachkriegsgesellschaft. 1949 erschien die vom Kriegserleben geprägte Erzählung "Der Zug war pünktlich", 1952 folgten 25 Kurzgeschichten unter dem Titel "Wanderer, kommst du nach Spa..." und 1951 sein Antikriegsroman "Wo warst du Adam".

Heinrich Böll und Helmut Griem

"Ansichten eines Clowns" aus dem Jahr 1963 wurde ein Bestseller. Es handelt von einem Mann, der sich von der Wirtschaftswundergesellschaft abwendet. Der Roman wurde mit Helmut Griem in der Hauptrolle verfilmt.

Heinrich Böll und Romy Schneider

Auch der Roman "Gruppenbild mit Dame" aus dem Jahr 1971 wurde verfilmt. Romy Schneider spielte die Hauptrolle. Die Auseinandersetzung Bölls mit dem Deutschen Herbst und der Springer-Presse in "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" brachte ihm den Vorwurf ein, terroristische Gewalt zu rechtfertigen. Der Film von Volker Schlöndorff war ein Publikumserfolg. Böll selbst geriet in dieser Zeit in Verdacht: Ein Artikel im "Spiegel", in dem er die "Bild"-Zeitung angriff, löste eine Hetzkampagne gegen ihn aus.

Heinrich Böll und Alexander Solschenizyn.

Böll setzte sich auch weltweit für verfolgte Schriftstellerkollegen ein. Als Vorsitzender des Internationalen PEN-Clubs half er in den 1970er-Jahren sowjetischen Dissidenten wie Lew Kopelew und Alexander Solschenizyn (rechts), der zeitweise bei ihm wohnten.

Heinrich Böll

1974 gehörte Böll zu den Kulturschaffenden, die Willy Brandt im Bundestagswahlkampf unterstützen. Das Foto zeigt ihn mit Brandt und dem Vorsitzenden der SPD-Fraktion Herbert Wehner.

Heinrich Böll

1980 hatte Heinrich Böll einen großen Anteil an der Ausreise des russischen Schriftstellers und Dissidenten Lew Kopelew ...

Wolf Biermann

... und auch Wolf Biermann fand Aufnahme und Unterstützung bei Heinrich Böll, als er im November 1976 aus der DDR ausgebürgert wurde.

Heinrich Böll

In den 1980er-Jahren engagierte sich Böll in der Friedensbewegung und für die Gründung der Partei der Grünen. Er beteiligte sich 1983 an der Blockade des US-Militärdepot in Mutlangen. Trotz monatelanger Proteste stimmte der Bundestag am 22. November 1983 der Stationierung von Pershing-II-Raketen mit atomaren Sprengköpfen in Mutlangen zu.

Heinrich Böll und König Carl Gustav von Schweden bei der Literaturnobelpreisverleihung in Stockholm

Jedes neue Buch von ihm war ein Bestseller. 1972 wurde Heinrich Böll für sein Werk mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet.

Heinrich Böll

Am 16. Juli 1985 starb Heinrich Böll. Eine große Menschenmenge, darunter eine Musikkapelle, begleitete seinen Sarg durch das Dorf Bornheim-Merten bei Bonn zum Friedhof.

Heinrich Böll

Böll war seit 1942 mit seiner Frau Annemarie verheiratet. Das Paar hatte drei Söhne. Die Grünen widmeten ihm ihre Parteistiftung.

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