Bildergalerie: Europas Emanzipation im Weltraum

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Europas Emanzipation im Weltraum

Die erste europäische Trägerrakete "Ariane" startet am 24. Dezember 1979 vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana.

Ohrenbetäubender Lärm, gleißendes Licht: Am 24. Dezember 1979 startete die erste Trägerrakete der "Ariane"-Baureihe in den Weltraum. Es war ein kleines Weihnachtswunder, zuvor war der Start zwei Mal gescheitert. Beim ersten Versuch spielte die Treibstoffzufuhr nicht mit, beim zweiten das Wetter. Der letztendliche Erfolg war ein Ergebnis einer jahrelang vorbereiteten europäischen Kooperation. | Bildquelle: picture-alliance/ dpa

Die erste europäische Trägerrakete "Ariane" startet am 24. Dezember 1979 vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana.

Ohrenbetäubender Lärm, gleißendes Licht: Am 24. Dezember 1979 startete die erste Trägerrakete der "Ariane"-Baureihe in den Weltraum. Es war ein kleines Weihnachtswunder, zuvor war der Start zwei Mal gescheitert. Beim ersten Versuch spielte die Treibstoffzufuhr nicht mit, beim zweiten das Wetter. Der letztendliche Erfolg war ein Ergebnis einer jahrelang vorbereiteten europäischen Kooperation.

Charles de Gaulle

Schon zwei Jahrzehnte vor dem Start der ersten "Ariane"-Rakete, zu Beginn des Raumzeitalters, forderten Politiker in Frankreich und Großbritannien, dass Europa sich an der Eroberung des Weltraums aktiv beteiligen müsse, wenn es nicht wissenschaftliches und technologisches "Entwicklungsgebiet" werden wolle. Vor allem Frankreichs Präsident Charles de Gaulle setzte sich dafür ein, Europas "autonomen Zugang zum All" zu sichern. Das Ziel war klar: Satelliten sollten unabhängig von den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion ins All gebracht werden können. Die Bemühungen mündeten in der Gründung der "European Launcher Development Organisation" (ELDO) 1964 in London.

Eine Europa II vor dem Euro Space Center in Transinne (Belgien)

1964 entwickelten die ELDO-Mitgliedsstaaten (Belgien, Frankreich, Italien, Deutschland, Großbritannien und Niederlande) gemeinsam eine Träger-Rakete mit dem Namen "Europa". Die Starts der "Europa"-Rakete im australischen Woomera schlugen jedoch allesamt fehl. Erst die Gründung der "Europäischen Weltraumorganisation" (ESA) 1975 in Paris mache die Entwicklung der "Ariane"-Raketen möglich.

Metallener Globus vor einem Modell der Ariane 5-Trägerrakete

Der Startplatz wurde von Australien nach Kourou in Französisch-Guyana verlegt. Einem der günstigsten Startplätze weltweit, da er nah am Äquator liegt. Die günstige Lage spart Treibstoff und lässt die Raketen durch die Erdrotation schneller starten.

Eine Ariane-5-Rakete in Kourou

Die ESA-Mitgliedstaaten verabschiedeten sich von der erfolglosen Trägerrakete "Europa" und benannten ihr neues Modell nach der Tochter des belgischen Forschungsministers: "Ariane". Die Entwicklung der zweiten europäischen Raketen-Reihe war von Erfolg gekrönt. Sie entwickelte sich - ausgehend von den Starts vom Weltraumbahnhof in Kourou - zu einer Erfolgsgeschichte.

Ariane-4-Rakete

Da sich Ende der 1970er-Jahre nicht absehen ließ, ob die europäischen Staaten in nächster Zeit in großer Stückzahl eigene Satelliten in den Orbit schießen würden, beschloss die ESA die Herstellung der Trägerrakete zu kommerzialisieren. Hierfür wurde 1980 das Airbus-Tochterunternehmen "Arianespace" gegründet, welches bis heute Aufträge von der ESA erhält. Die ersten drei Modelle Ariane 1, 2 und 3 kamen zwischen 1979 und 1989 auf insgesamt 28 Starts. Während diese Modelle nur eine relativ leichte Fracht transportieren könnten, kam der Nachfolger – die Ariane 4 (im Bild) – auf eine Nutzlast von fünf Tonnen. Zwischen 1988 und 2003 starteten Ariane-4-Raketen 116 Mal ins All.

Eine Rakete vom Typ Ariane 5 startet

Die "Ariane"-Raketen entwickelten sich zu den weltweit erfolgreichsten kommerziellen Trägerraketen für den Transport von Satelliten ins All. Allein das aktuelle Modell "Ariane 5" kommt bislang auf mehr als 100 erfolgreiche Starts. Alle "Ariane"-Modelle zusammen haben bis November 2019 bereits 250 Flüge absolviert.

Der Wasserstoff-Tank der Oberstufe einer Ariane 6 Rakete

Die deutsche Beteiligung an der Entwicklung der "Ariane"-Raketen war anfänglich nur sehr gering, nahm aber im Laufe der Jahre zu. Die Bundesrepublik beherbergt zwei ESA-Standorte. Im "Europäischen Satellitenkontrollzentrum" (ESOC) in Darmstadt wird der Betrieb sämtlicher ESA-Satelliten gesteuert. Im "Europäischen Astronautenzentrum" (EAC) in Köln werden Europas Raumfahrer ausgebildet und in Bremen (hier im Bild) arbeitet die "Ariane Group" an der nächsten Generation neuer europäischer Raketentypen.

Computeranimation einer Ariane 6 Rakete

So soll sie aussehen, die Zukunft der europäischen Raumfahrt: die Trägerrakete "Ariane 6". Sie soll laut der ESA zwei Ziele verfolgen: den unabhängigen europäischen Zugang zum Weltraum wahren und die eigene Position im internationalen Wettbewerb kommerzieller Raketenhersteller stärken. Ein erster Start ist für den Juli 2020 geplant. Ohne die 40-jährige Geschichte des Scheiterns und Forschens wäre das nie möglich gewesen.

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