Ein Container von der "MSC Zoe" wurde am Strand der Insel Schiermonnikoog angespült. | Bildquelle: AFP

Verlorene Container nach Havarie Schlechtes Wetter erschwert die Suche

Stand: 05.01.2019 21:45 Uhr

Nach der Haverie der "MSC Zoe" treiben noch immer zahlreiche Container in der Nordsee. Schlechtes Wetter erschwert die Suche. Der Eigner des Frachters versprach jetzt Hilfe - auch bei der Küstenreinigung.

In der Nordsee sind bislang rund 20 Container in deutschen Gewässern gesichtet oder per Sonar geortet worden, die nach der Havarie der "MSC Zoe" von Bord gegangen waren. Nach Angaben des Havariekommandos konnten sie aber noch nicht geborgen werden. Die Wettersituation erschwere mit fünf Meter hohen Wellen die Bergung. Eine Suche aus der Luft sei nicht möglich, teilte das Kommando mit.

Zwei der über Bord gegangenen Container enthielten Gefahrgut. In einem Fall handelt es sich um Dibenzoylperoxid, das zur Härtung von Harzen oder als Bleichmittel genutzt wird. Im zweiten vermissten Gefahrgutcontainer waren Lithiumionenbatterien.

Freiwillige räumen den Strand von Terscheling auf. | Bildquelle: AFP
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Hunderte Freiwillige sind vom Festland auf die Inseln Terschelling und Schiermonnikoog gekommen, um Strände und Dünen zu säubern.

MSC will Reinigungskosten übernehmen

Der Eigner des Frachters versprach die volle Übernahme der Kosten für die Reinigung der Küsten. "Die MSC Mediterranean Shipping Company möchte den Behörden und Vertretern der Öffentlichkeit in den Niederlanden und Deutschland versichern, dass das Unternehmen die vollen Kosten für die Reinigung tragen wird", teilte das Unternehmen mit.

Zugleich sicherte die in der Schweiz angesiedelte Reederei MSC zu, dass sich sich für die Suche nach den verloren gegangenen Containern verantwortlich fühle, "bis der letzte gefunden wurde". Die im Meer treibenden Container können für Kutter- und Küstenfischer gefährlich werden. Wenn sie knapp unter der Wasseroberfläche treiben, können sie vom Radar der Schiffe nicht geortet werden. "Die Kollisionsgefahr ist sehr hoch", sagte der Sprecher des Deutschen Fischerei-Verbandes, Claus Ubl. Außerdem könnten sich Fanggeschirre oder Netze an Containern verhaken, die auf den Meeresboden gesunken sind. "Schlimmstenfalls kann dies zum Kentern des Schiffes führen", warnte Ubl.

Mehr als 270 Container verloren

Nach Ermittlungen der Wasserschutzpolizei verlor die "MSC Zoe" bei stürmischer See vermutlich an zwei Positionen Container. Ein Punkt liegt demnach rund 22 Kilometer nördlich der niederländischen Insel Ameland, der zweite rund 22 Kilometer nordwestlich von Borkum.

Auf Borkum wurden am Samstag zahlreiche Ladungsreste eingesammelt. "Darunter sind Fernseher, Matratzenschoner, Spielzeug und Fahrradteile", sagte ein Sprecher des Havariekommandos. Rund 200 Menschen hätten dabei geholfen, den Strand auf einer Länge von 15 Kilometern von rund 23 Kubikmetern Ladung zu säubern. Das entspreche etwa der Füllung eines Lastwagens, so der Sprecher.

In der Nacht zu Mittwoch gingen insgesamt mehr als 270 Container von der "MSC Zoe" über Bord. Das Schiff gehört zu den größten Containerschiffen der Welt und hatte rund 8000 Container geladen. Das Schiff kam aus der portugiesischen Hafenstadt Sines und wird derzeit in Bremerhaven entladen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Januar 2019 um 23:00 Uhr.

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