Viele Menschen verlassen eine gerade eingefahrene S-Bahn im unteren Teil des Hauptbahnhofs. | Bildquelle: dpa

Weg zur Arbeit Immer mehr Pendler in Deutschland

Stand: 06.02.2020 15:44 Uhr

Der Arbeitsweg der Deutschen wird immer länger und die Zahl der Pendler steigt auf einen neuen Rekordwert: 2018 mussten 19,3 Millionen Arbeitnehmer zu ihrem Arbeitsort fahren.

Pendeln gehört für immer mehr Menschen in Deutschland zum Alltag. Das zeigt eine Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung. 2018 pendelten demnach 19,3 Millionen Menschen zur Arbeit. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 waren es noch 14,9 Millionen. Die Zunahme liege daran, dass die Zahl der Menschen mit sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung gestiegen ist, so das Bundesinstitut.

Als Pendler definieren Verkehrsforscher jene Arbeitnehmer, die für ihren Arbeitsort die Gemeinde, in der sie wohnen, verlassen müssen. Menschen, die in einer Großstadt wohnen und arbeiten, werden als Binnenpendler definiert und fallen damit aus der Statistik.

2019 pendelten insgesamt 3,4 Millionen Arbeitnehmer für ihren Arbeitsort in ein anderes Bundesland. Im Jahr davor waren es 50.000 Menschen weniger - seit dem Jahr 1999 sind knapp 1,3 Millionen Pendler dazugekommen. Das geht aus Daten zu Pendlerverflechtungen der Bundesagentur für Arbeit hervor.

Längere Arbeitswege: von knapp 15 auf fast 17 Kilometer

Laut Bundesinstitut stieg außerdem die durchschnittliche Länge der Arbeitswege: von knapp 15 Kilometer im Jahr 2000 auf fast 17 Kilometer im Jahr 2018. Die 16-Kilometer-Distanz wurde bereits 2006 überschritten. In den vergangenen Jahren schwächte sich der Trend zu immer weiteren Arbeitswegen ab. Besonders lang seien die Wege zu Arbeitsmarktzentren in dünn besiedelten Gegenden abseits der Ballungsräume. In Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt legten Arbeitnehmer demnach im Durchschnitt mehr als 30 Kilometer auf dem Weg zur Arbeit zurück.

Dichter Berufsverkehr schiebt sich über den Mittleren Ring in München: 390.000 Menschen pendeln für ihren Job dorthin. | Bildquelle: dpa
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Dichter Berufsverkehr schiebt sich über den Mittleren Ring in München: 390.000 Menschen pendeln für ihren Job dorthin.

Richtung Westen mehr Pendler als Richtung Osten

Nach wie vor pendelten wesentlich mehr Menschen aus Ostdeutschland für ihren Arbeitsplatz in westdeutsche Bundesländer als umgekehrt. So kamen nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit im vergangenen Jahr 415.000 Ostdeutsche in den Westen, um zu arbeiten. Umgekehrt kamen aus Westdeutschland aber nur 178.000 Beschäftigte zum Arbeiten in den Osten. Vor allem in die großen Städte pendeln regelmäßig hunderttausende Menschen. An der Spitze der Stadt und Landkreise steht laut Bundesinstitut München. Dorthin pendelten zuletzt 390.000 Beschäftigte. Danach folgten Frankfurt am Main, Hamburg und Berlin.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Februar 2020 um 16:00 Uhr in den Nachrichten.

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