Ziggy Marley auf der Bühne | Bildquelle: picture-alliance / dpa

Immaterielles Weltkulturerbe Die UNESCO steht auf Reggae

Stand: 29.11.2018 12:16 Uhr

Sänger wie Bob Marley machten den Reggae weltberühmt: lockerer Sound, ernste Texte - für die UNESCO Grund genug, den Klang aus Jamaika zum immateriellen Weltkulturerbe zu küren.

Entspannt, gut gelaunt, doch mit Tiefgang - der typische Sound von Reggae wird rund um die Welt gehört. Das Genre steht mittlerweile für mehr als Musik: für Mode, bunte Farben, eine Lebenseinstellung. Genügend Gründe für die UN-Kulturorganisation UNESCO, den Reggae zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit zu küren.

Was für das Gremium besonders entscheidend war: Trotz lockerer Melodien stecken in den Songs oft ernste Inhalte. Interpreten wie Bob Marley oder Jimmy Cliff, die den Reggae weltberühmt machten, sangen über Armut, soziale Ungleichheit, über Liebe und auch über den Glauben. "Verkopft, sozialpolitisch, sinnlich und spirituell", so beschreibt die UNESCO die Ausrichtung des Musikstils.

Bob Marley - Symbol für die Reggae-Kultur

Seinen Ursprung hat der Reggae in Jamaika. In den 1960er-Jahren entwickelte sich aus Mento, Ska und Rocksteady ein neuer Klang, etwas langsamer, gitarrenlastiger, der Fokus rückte stärker auf den Gesang. Auch Blues und Soul beeinflussten das neu entstehende Genre.

Seinen Namen soll der Reggae dem Sänger Toots Hibbert verdanken, der 1968 für sein Lied "Do the Reggay" den Slang "streggae" für etwas nachlässig gekleidete Frauen als Vorlage nahm.

Es dauerte nicht lang, bis der Reggae von dem Inselstaat aus rund um die Welt ging. Ein Name wurde dabei fast zum Synonym für die Musikrichtung: Bob Marley. Seine Songs wie "I shot the sheriff", "Redempiton Song" oder "No woman, no cry" verkauften sich millionenfach. Seit 1985 ist der Reggae auch bei den Grammys mit einer eigenen Kategorie vertreten - das beste Album des Genres wird jährlich gekürt.

Bob Marley singt 1980 auf einem Konzert in München. | Bildquelle: dpa
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Bob Marley tritt 1980 bei einem Konzert in München auf - im Jahr darauf stirbt der Sänger an Krebs.

470 Traditionen zählen bereits zum Erbe

Auch die Mitglieder des UNESCO-Ausschusses zollten der Musikrichtung nochmal einen ganz eigenen Tribut. Nach der Entscheidung, den Reggae als Kulturerbe aufzunehmen, tanzten sie zu "One Love" - ebenfalls von Bob Marley.

Der Ausschuss tagt noch bis Samstag in Port Louis auf Mauritius. Insgesamt wurden in diesem Jahr 50 Vorschläge als immaterialles Kulturgut ein gereicht. Bisher umfasst das Erbe 470 Traditionen aus Musik, Tanz, Handwerk, Kunst oder Theater - darunter der Tango aus Argentinien, die traditionelle chinesische Medizin oder die Orgelmusik aus Deutschland.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. November 2018 um 10:00 Uhr.

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