Packung in Inhalt des "Spiels des Jahres 2016: Codenames

Spiel des Jahres 2016 Wie Tabu, nur mit Agenten

Stand: 18.07.2016 15:10 Uhr

Wer "Flasche", "König" und "Po" beschreiben kann, indem er nur ein einziges Wort sagt, beherrscht "Codenames": Das Spiel für Sprachjonglierer und Querdenker ist zum "Spiel des Jahres 2016" gekürt worden.

Das Sprachjonglierspiel "Codenames" ist zum "Spiel des Jahres 2016" gekürt worden. In den kommenden Monaten dürften damit unzählige Exemplare der neuesten Entwicklung des tschechischen Autors Vlaada Chvátil vom Verlag Czech Games Edition über den Ladentisch gehen.

Bei "Codenames" teilen zwei Geheimdienstchefs ihren Teammitgliedern mit, welche Agenten zur eigenen Organisation gehören. Da die Konkurrenz zuhört, suchen sie abwechselnd Assoziationen, um die Codenamen der Spione zu umschreiben. So soll etwa der Begriff "Fluss - 3" auf "Bach", "Bett" und "Po" hindeuten. Ein falscher Tipp beendet den Zug. Gewonnen hat, wer zuerst alle seine Agenten errät. "Das Spiel mit Assoziationen übt einen Sog aus, dem sich kaum jemand entziehen kann", sagt der Vorsitzende des Vereins "Spiel des Jahres", Tom Felber.

Ein Spiel für Sprachjongleure

Möglichst viele Wörter mit einem Begriff zu umschreiben, ohne auf die Wörter der Konkurrenz hinzuweisen - diese wiederkehrende Aufgabe sei wie ein Rätsel, das man unbedingt lösen möchte. Wer gern mit Sprache jongliert, werde "Codenames" lieben, hieß es. Das Teamspiel aus Tschechien ist für zwei bis acht Spieler ab 14 Jahren konzipiert und wurde weltweit bereits in 30 Sprachen übersetzt.

Der Titel "Spiel des Jahres" gilt als wichtigste Auszeichnung für Gesellschaftsspiele. Die Ehrung wurde bereits zum 38. Mal vergeben. Ziel der alljährlichen Preisverleihung "ist die Förderung des Spiels als Kulturgut in der Familie und in der Gesellschaft", sagt Felber. Mit der Krönung der besten Brettspiele solle zudem eine "nachhaltige Wirkung in die Gesellschaft rein" erzielt werden.

"Isle of Skye" ist für die Kenner

Doch längst zählen nicht mehr nur Familien zur klassischen Zielgruppe für Brettspiele. Analoge Gesellschaftsspiele haben auch in Büros, in Wohngemeinschaften und Freundeskreisen ihre Anhängerschaft, wie Felber betonte. Und für diese Fans muss es oft besonders kniffelig und ausgefeilt sein. "Zum Kennerspiel des Jahres 2016" wurde deshalb das Lege- und Wirtschaftsspiel "Isle of Skye" gekürt. Es war die sechste Preisverleihung in dieser Kategorie.

"Isle of Skye" wirke dank schlanker Regeln einfach, dennoch sei es "faszinierend herausfordernd" Wie im richtigen Leben bräuchten die Spieler Erfahrung, um ihr Geld taktisch schlau zu verwalten und einzusetzen. Zudem überzeuge "Isle of Skye" mit einem flexiblen Wertungssystem. "Innovative Spielmechanismen und Ideen sind auf elegante Art verzahnt", begründete die Jury ihre Entscheidung.

Für das "Spiel des Jahres 2016" waren neben "Codenames" auch "Imhotep" von Phil Walker-Harding, sowie "Karuba" von Rüdiger Dorn nominiert. Als Kandidaten für das Kennerspiel waren außer dem Gewinner auch "Pandemic Legacy - Season 1" von Matt Leacock und Rob Daviau sowie "T.I.M.E. Stories" von Manuel Rozoy Kandidaten.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 18. Juli 2016 um 13:04 Uhr.

Darstellung: