Das Ensemble von "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" freut sich über die Auszeichnung bei den SAG Awards. | Bildquelle: REUTERS

SAG-Awards verliehen "Three Billboards" räumt ab

Stand: 22.01.2018 07:02 Uhr

Hollywoods Schauspielergewerkschaft SAG hat ihre Preise verliehen. Sie gelten als Barometer für die Oscars. Im Mittelpunkt der Gala standen Frauen - und eine Hollywood-Legende.

Von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles

Es war das erste Mal, dass bei der Verleihung der SAG Awards ausschließlich Frauen sprachen. Die #MeToo- und die #TimesUp-Bewegung zeigten, dass Hollywood das Thema sexuelle Belästigung und Gleichberechtigung nicht ad acta legen wird.

Rosanna Arquette
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Rosanna Arquette überreichte Nicole Kidman den Preis als beste Schauspielerin in einer Serie

Dafür sorgte unter anderem die Schauspielerin Rosanna Arquette, die an diesem Abend einen Preis überreichte. Sie hatte vor wenigen Wochen öffentlich gemacht, von Filmproduzent Harvey Weinstein ebenfalls belästigt worden zu sein. "Ich bin froh, Teil dieser kreativen Gemeinschaft zu sein. Es ist für uns alle Inspiration, dass so viele kraftvolle Stimmen nicht mehr stumm sind, weil sie Angst vor Vergeltungsmaßnahmen haben müssen. Wir können unser Schicksal selbst kontrollieren."

Arquette ist ein Beispiel dafür, was offenbar geschah, wenn man sich den Zugriffen Weinsteins erwehrte. Plötzlich seien die Rollen ausgeblieben, sie sei von Filmprojekten gestrichen worden, hatte sie im Herbst berichtet.

"Angst und Wut gewinnen niemals das Rennen"

Anders als bei den Golden Globes vor zwei Wochen überwog bei vielen Schauspielerinnen nicht mehr das schwarze Kleid. Doch das Thema von #MeToo und #TimesUp kam immer wieder zur Sprache. Schauspielerin Kristen Bell forderte ihre Kolleginnen auf, auch weiterhin Mut zu zeigen. "Wir erleben einen Wendepunkt", sagte sie. "Während wir weitermarschieren, sollten wir dafür sorgen, dass wir mit Empathie und Fleiß vorankommen, denn Angst und Wut gewinnen niemals das Rennen."

Schauspielerin Kristen Bell führte als Gastgeberin durch den Abend. | Bildquelle: AFP
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Schauspielerin Kristen Bell führte als Gastgeberin durch den Abend.

Die SAG Awards gelten in Hollywood als verlässliches Barometer für den Oscar: Geht es nach dem Votum der Schauspielergewerkschaft, dürfte Frances McDormand gute Chancen haben. Sie erhielt einen Preis für ihre Hauptrolle in dem Drama "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri". "Das ist großartig. Ich trete ja nur alle paar Jahre in Erscheinung", sagte sie. "Allerdings: Da draußen kommen viele junge Talente nach, die brauchen eure Unterstützung." 

Gary Oldman als bester Hauptdarsteller geehrt

Der Brite Gary Oldman gewann in der Kategorie bester Hauptdarsteller. In dem Weltkriegsdrama "The Darkest Hour - die dunkelste Stunde" verkörpert er den britischen Premier Winston Churchill.

Gary Oldman mit dem Award für die beste männliche Hauptrolle | Bildquelle: dpa
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Gary Oldman mit dem Award für die beste männliche Hauptrolle

Der Film “Three Billboards Outside Ebbing, Missouri” erhielt noch zwei weitere Preise: für das beste Ensemble und die beste männliche Nebenrolle. Damit dürfte der Streifen am Dienstag gute Chancen haben, einige Oscar-Nominierungen zu erhalten. Der Film ist Rachethriller, Drama und lakonische Komödie zugleich. Er handelt von einer verbitterten Mutter und dem örtlichen Polizeichef.

Nur einmal stand an diesem Abend für wenige Minuten ein Mann im Mittelpunkt: Der 80-jährige Morgan Freeman erhielt für sein Lebenswerk stehende Ovationen. Während seiner Dankesrede bemerkte er, die Auszeichnung - eine zwei Masken haltende Figur mit dem Namen "Der Schauspieler" - sei männlich geformt. Von hinten funktioniere der Preis zwar, von vorne sei er aber geschlechtsspezifisch. Für seine Aussage bekam er viel Jubel.

Morgan Freeman erhielt bei den SAG Awards die Auszeichnung für sein Lebenswerk. | Bildquelle: AFP
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Morgan Freeman erhielt bei den SAG Awards die Auszeichnung für sein Lebenswerk.

Hollywoods Schauspielergewerkschaft SAG verleihen ihre Awards
Marcus Schuler, ARD Los Angeles
22.01.2018 06:33 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 22. Januar 2018 um 09:40 Uhr.

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