Peter Spears (l-r), Schauspielerin Frances McDormand, Regisseurin Chloe Zhao, Filmproduzentin Mollye Asher und Produzent Dan Janvey. | dpa

Academy Awards "Nomadland" gewinnt den Oscar als bester Film

Stand: 26.04.2021 05:51 Uhr

Im Corona-Jahr traf die Oscar-Jury einige historische Entscheidungen. Den wichtigsten Preis des Abends verlieh die Academy dem Film von Chloé Zhao, die auch als beste Regisseurin ausgezeichnet wurde.

Das Roadmovie "Nomadland" ist mit dem Oscar als bester Film des Jahres ausgezeichnet worden. Das Sozialdrama von Regisseurin Chloé Zhao wurde am Sonntag in Los Angeles mit dem wohl wichtigsten Filmpreis der Welt ausgezeichnet. Die aus China stammende Zhao gewann für den bewegenden Film über Arbeitsnomaden in den USA auch den Regie-Oscar.

Die 39-Jährige ist nach Kathryn Bigelow 2009 erst die zweite Frau, die einen Regie-Oscar gewonnen hat. "Meine gesamte Nomadland-Firma, was für eine verrückte, einmalige Reise, die wir alle zusammen gemacht haben", sagte Zhao, die in Peking geboren und in den USA ausgebildet wurde.

Yuh gewinnt als beste Nebendarstellerin

"Nomandland" ist erst Zhaos dritter Spielfilm. Sie setzte sich gegen David Fincher (Mank), Lee Isaac Chung ("Minari - Wo wir Wurzeln schlagen"), Emerald Fennell ("Promising Young Woman") und Thomas Vinterberg ("Der Rausch") durch.

Fennell konnte sich mit dem Oscar für das beste Original-Drehbuch trösten. Vinterberg gewann die Auszeichnung für den besten ausländischen Film.

Als beste Hauptdarstellerin wurde Frances McDormand für ihre Rolle in "Nomadland" ausgezeichnet. Beste männlicher Hauptdarsteller wurde Anthony Hopkins für seine Rolle in "The Father".

Die Koreanerin Yuh Jung Youn wurde mit dem Oscar für die beste weibliche Nebenrolle ausgezeichnet. Die 73-Jährige wurde für ihre Rolle in "Minari - Wo wir Wurzeln schlagen" als erste Person aus Korea mit einem Oscar geehrt. "Endlich, Herr Brad Pitt - schön, Sie zu sehen", sagte Yuh zu ihrem Hollywood-Kollegen, der ihr die Auszeichnung überreichte.

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93. Oscar-Verleihung in Los Angeles

Kaluuya als bester Nebendarsteller ausgezeichnet

Der Brite Daniel Kaluuya gewann den Oscar als bester Nebendarsteller. Der Darsteller des Chicagoer Black-Panther-Führers Fred Hampton in "Judas and the Black Messiah" setzte sich unter anderem gegen LaKeith Stanfield durch, der in dem selben Film einen FBI-Informanten spielt.

"Ich möchte meiner Mutter danken", sagte der 32-jährige Kaluuya. "Du hast mir alles gegeben. Du hast mir deine Werkseinstellungen gegeben. Damit ich in meiner vollen Größe stehen kann." Für Kaluuya war es die zweite Oscar-Nominierung, 2018 war er für seine Rolle in "Get Out" Anwärter auf den Preis gewesen.

Lange Reden, fehlende Musik

Die Oscar Academy hat an diesem Abend vor allem die Filmschaffenden und weniger die Filme gefeiert. Zugleich gab sich die Show deutlich diverser als in den Vorjahren. Menschen nicht-weißer Hautfarbe dominierten die diesjährige Preisverleihung - sowohl was die Ausgezeichneten als auch die Laudatoren anging.

So hielt der Schauspieler und Regisseur Tyler Perry ein Plädoyer für Toleranz angesichts von Polizeigewalt und rassistischer Übergriffe in den USA: "Ich weigere mich, jemanden zu hassen, weil er Mexikaner ist oder schwarz oder weiß oder LGBTQ. Ich weigere mich, jemanden zu hassen, weil er Polizist ist. Ich weigere mich, jemanden zu hassen, der Asiat ist. Ich wünsche mir, dass wir alle Hass verweigern."

Der größte Minus-Punkt der TV-Show waren aber die fehlenden Musik-Acts. Stattdessen gab es nicht enden wollenden Dankesreden. Das dürfte die Einschaltquote in diesem Jahr nochmals drücken. Der Rahmen war coronabedingt deutlich kleiner und intimer. Das Bahnhofsgebäude Union Station in Los Angeles diente als Hauptschauplatz der Oscar-Show und nicht das große Dolby Theatre in Hollywood. Trotzdem gab es einen roten Teppich mit Stars und Glamour. Allerdings mit strikten Social Distancing Regeln. 

Vielleicht noch eines: Wer die Show nicht gesehen hat, der hat überhaupt nichts verpasst.

Mit Informationen von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. April 2021 um 07:00 Uhr.