Die Schauspielerin Asia Argento blickt auf dem roten Teppich der Filmfestspiele in Cannes mit einem angedeuteten Lächeln in die Kameras. | Bildquelle: AFP

Nach Bericht der "New York Times" Argento weist Missbrauchsvorwurf zurück

Stand: 21.08.2018 21:16 Uhr

Die Schauspielerin Asia Argento hat sich vehement gegen den Vorwurf gewehrt, vor Jahren einen damals Minderjährigen missbraucht zu haben. Sie soll zudem versucht haben, eine Klage durch Geld zu verhindern.

Die Schauspielerin Asia Argento hat den gegen sie erhobenen Vorwurf des sexuellen Missbrauchs klar zurückgewiesen. Vor zwei Tagen hatte die "New York Times" berichtet, die heute 42-Jährige habe vor einigen Jahren ihren jüngeren Schauspielerkollegen Jimmy Bennett missbraucht und ihm anschließend Geld gezahlt, um eine Klage zu vermeiden.

Die Italienerin erklärte gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur Ansa: "Ich dementiere und weise den Inhalt des von der 'New York Times' veröffentlichten Artikels, der in den internationalen Medien zirkuliert, zurück." Sie sei "zutiefst schockiert", sagte Argento und sprach von "Verfolgung".

Schweigen gegen Hunderttausende Dollar?

Der Vorwurf: Argento habe Bennett 2013 in einem Hotel in Kalifornien missbraucht - sie war damals 37 Jahre und Bennett 17 Jahre alt. In Kalifornien sind sexuelle Handlungen mit unter 18-Jährigen strafbar. Anschließend habe Bennett Geld gefordert: 3,5 Millionen Dollar. Die schriftliche Forderung und weitere Dokumente, die den Vorwurf untermauern, liegen der "New York Times" eigenen Angaben zufolge vor. Sie seien von mehreren mit dem Fall betrauten Personen als echt verifiziert worden. Im vergangenen Oktober hätten sich Argento und der mittlerweile 22-Jährige schließlich auf eine Summe von 380.000 Dollar geeinigt.

Der Schauspieler und Musiker Jimmy Bennett 2011 bei den MTV Music Awards. | Bildquelle: AFP
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Der Schauspieler und Musiker Jimmy Bennett, hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2011, soll nach dem mutmaßlichen Missbrauch Geld gefordert haben.

Besonders brisant: Argento gehört zu den ersten Frauen, die öffentlich den Produzenten Harvey Weinstein der Vergewaltigung beschuldigten und sich in der Netzkampagne "#MeToo" engagierten, die das Thema der sexuellen Belästigung und des Missbrauchs weltweit in die öffentliche Debatte brachte.

Anwälte: Bennett sei traumatisiert

Argentos Anwältin, Carrie Goldberg, bestätigte zwar die Zahlung an Bennett, doch damit habe Argento dem Kollegen nur helfen wollen. Bennetts Anwälte hingegen sehen ihren Klienten durch die "sexuelle Nötigung" traumatisiert, mit Schäden der Gesundheit und im Berufsleben.

Nur einer zeigte sich über die Vorwürfe gegen Argento "fast erleichtert" - so zumindest drückte es Benjamin Brafman aus. Er vertritt den angeklagten Produzenten Weinstein. "Das Ausmaß der Scheinheiligkeit, die diese Entwicklung demonstriert, ist mehr als atemberaubend", kommentierte Brafman die Ereignisse.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. August 2018 um 23:36 Uhr. Am 21. August 2018 berichtete WDR 5 um 06:18 Uhr und 07:50 Uhr im "Morgenecho".

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