Manfred Krug | Bildquelle: picture alliance / Eventpress Ho

Schauspieler stirbt mit 79 Jahren Manfred Krug ist tot

Stand: 27.10.2016 14:27 Uhr

Er begeisterte die Zuschauer als "Liebling Kreuzberg", als singender Tatort-Kommissar und war einer der Stars des DDR-Kinos - sehr zum Unwillen der Partei. Wie jetzt bekannt wurde, ist Manfred Krug bereits vergangene Woche im Alter von 79 Jahren gestorben.

"Liebling Kreuzberg" - der eigenwillige Berliner Rechtsanwalt war eine der großen Fernsehrollen von Manfred Krug. Oder Paul Stoever, der Kommissar aus dem Hamburger "Tatort". Ein bisschen schräg, ein bisschen raubeinig, aber menschlich. Und zum Ende des gelösten Falls gab es die saftige Currywurst an der Imbissbude.

Der gebürtige Duisburger zählte viele Jahre zu den beliebtesten deutschen Schauspielern. Wie Krugs Management nun bestätigte, ist er bereits vergangenen Freitag im Alter von 79 Jahren gestorben.

Krugs Karriere begann in der DDR. Dorthin war sein Vater nach dem Scheitern der Ehe gezogen, und Krug folgte ihm 1949 als Zwölfjähriger. Allerdings verlief die Ausbildung des Jungen nicht ohne Schwierigkeiten: elf Mal wechselte er die Schule, ehe er eine Lehre als Stahlschmelzer absolvierte. Von der Schauspielschule flog er vor dem Abschluss wieder runter - wegen "disziplinarischer Schwierigkeiten", so der offizielle Grund.

Rollen bekam er trotzdem. Krug traf das Lebensgefühl der jungen Generation der damaligen SED-Republik. So erhielt er auch die Hauptrolle in "Spur der Steine" von Frank Beyer. Nach nur drei Tagen wurde der Film allerdings wieder aus den Kinos genommen und in der DDR verboten. Krugs Figur, der Brigadier Hannes Balla, war dem Regime zu aufmüpfig. Weil er sagte, was er denkt - so wie Krug selbst.

Krug feiert auch Erfolge als Sänger: sowohl an der Komischen Oper, als auch als Solokünstler. Er etabliert sich als Jazz-Interpret und Chansonsänger, seine Platten genossen Kultstatus.

Serienstar in der Bundesrepublik

1976 unterschrieb Krug die Protesterklärung gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermanns. Daraufhin war Schluss: Krug bekam Teilberufsverbot. Schweren Herzens zog er die Konsequenzen: Er ging mit Frau und Kindern in den Westen. "Mit der DDR hab ich ein Publikum verlassen, das kriegt man nicht alle Tage geschenkt", beschrieb er damals seine schwere Entscheidung.

Doch Krug schaffte es, er startete eine neue, westdeutsche Karriere. Als Fernfahrer in der Vorabendserie "Auf Achse" begeisterte er 48 Folgen lang das Publikum. Ebenso als Anwalt mit Herz in "Liebling Kreuzberg" nach dem Drehbuch von seinem Freund Jurek Becker. Und seit 1984 dann der "Tatort".

Manfred Krug als Tatort-Kommissar Stoever
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Eine seiner Paraderollen: Manfred Krug als Tatort-Kommissar Stoever

Flop mit der Telekom

Auch als Werbefigur war Krug erfolgreich. Für die Telekom machte er den Deutschen die T-Aktie schmackhaft. Im Nachhinein bezeichnete er das als seinen größten beruflichen Fehler, denn die Papiere brachen nach einem Höhenflug massiv ein. "Ich entschuldige mich aus tiefstem Herzen bei allen Mitmenschen, die eine von mir empfohlene Aktie gekauft haben und enttäuscht worden sind", sagte Krug vor neun Jahren dem "Stern".

Zu seinem 75. Geburtstag veröffentlichte Krug noch ein dickes Buch mit Fotos aus seinem Leben. Und beschloss, es nun etwas ruhiger angehen zu lassen.

Krug behauptete einmal von sich, er könne eigentlich nur sich selbst spielen. Doch damit hat er es weit gebracht. Bis in die Herzen der Zuschauer - in ganz Deutschland.

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Manfred Krug im Alter von 79 Jahren gestorben

Manfred Krug

Der Schauspieler und Sänger Manfred Krug ist im Alter von 79 Jahren in Berlin gestorben. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Mit Informationen von Tina von Löhneysen, RBB

Über dieses Thema berichtete u.a. tagesschau24 am 27. Oktober 2016 um 14:00 Uhr.

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