Schriftstellerin Iris Hanika | dpa

Mit Roman "Echos Kammern" Iris Hanika gewinnt Leipziger Buchpreis

Stand: 28.05.2021 19:03 Uhr

Der Preis der Leipziger Buchmesse ist zum zweiten Mal nacheinander unter Corona-Bedingungen vergeben worden. In der Kategorie Belletristik setzte sich Iris Hanika mit ihrem Roman "Echos Kammern" durch.

Die Schriftstellerin Iris Hanika hat den renommierten Preis der Leipziger Buchmesse gewonnen. Die 58-Jährige wurde in der Sparte Belletristik für ihren Roman "Echos Kammern" ausgezeichnet.

Nach der erneuten Absage der Buchmesse fand die Preisvergabe unter Corona-Bedingungen im Rahmen einer Sonderausgabe des Lesefestes "Leipzig liest" statt. Die Jury war in Leipzig vor Ort, die Nominierten wurden zur Verleihung per Video zugeschaltet.

"Echos Kammern": Liebe, Leid und Gentrifizierung

"Echos Kammern" aus dem Literaturverlag Droschl ist ein Roman der schrägen Szenen, die in New York und Berlin spielen. Die Protagonisten kämpfen mit der Liebe und dem Leid, aber auch mit ganz materiellen Problemen wie der Gentrifizierung. Der Titel spielt auf Ovids Mythos von der unmöglichen Liebe zwischen dem Halbgott Narziss und der ihm restlos verfallenen Nymphe Echo an.

Bei der Bekanntgabe würdigte Jury-Mitglied Katrin Schuhmacher die in Berlin lebende Schriftstellerin als "kluge, witzige und wüste Erzählkonstrukteurin" und "eigensinnigste Stimme der deutschen Gegenwartsliteratur".

Hanika setzte sich in der Belletristik-Sparte gegen die Autorinnen Judith Hermann ("Daheim"), Friederike Mayröcker ("da ich morgens und moosgrün. Ans Fenster trete"), Helga Schubert ("Vom Aufstehen: Ein Leben in Geschichten") sowie Christian Kracht ("Eurotrash") durch.

Der Preis der Leipziger Buchmesse zählt zu den wichtigsten Literaturauszeichnungen in Deutschland. Er ist mit insgesamt 60.000 Euro dotiert. Für den Sieg gibt es in jeder Kategorie 15.000 Euro, die fünf Nominierten in jeder Sparte erhalten jeweils 1000 Euro.

In der Kategorie Sachbuch/Essayistik ging der Preis an die Ethnologin Heike Behrend für ihre Lebenserinnerung "Menschwerdung eines Affen. Eine Autobiografie der ethnografischen Forschung". Den Übersetzer-Preis erhielt Timea Tankó für die Übertragung von "Apropos Casanova. Das Brevier des Heiligen Orpheus" aus dem Ungarischen. Das Buch des Autors Miklós Szentkuthy stammt aus dem Jahr 1939.

Im vergangenen Jahr war Lutz Seiler für seinen Nachwende-Roman "Stern 111" ausgezeichnet worden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. Mai 2021 um 17:00 Uhr.