Eine Frauengruppe steht vor einer Zeichnung der "Mona Lisa" von Leonardo da Vinci, die im Louvre gezeigt wird. | Bildquelle: AP

Da-Vinci-Ausstellung im Louvre Ein Genie über Jahrhunderte

Stand: 24.10.2019 16:28 Uhr

Leonardo da Vinci gilt als Meister in Kunst und Wissenschaft. Anlässlich seines 500. Todestages zeigt der Louvre in der bisher größten Ausstellung dieser Art sein Werk. Doch Lücken gibt es trotzdem.

Von Martin Bohne, ARD-Studio Paris

Vincent Delieuvin ist am Ziel. Zehn Jahre hat der Chefkonservator des Louvre zusammen mit seinem Kollegen Louis Frank die Ausstellung vorbereitet.

Aber zehn Jahre - das erscheint Delieuvin alles andere als enorm: "Leonardo ist ein dermaßen herausfordernder Künstler, dem man einfach so viel Zeit widmen muss. Er war so universell, auf so vielen Gebieten tätig", sagt Delieuvin. Sein Team habe allein 4000 Seiten Manuskripte von da Vinci durchgearbeitet:

"Das war notwendig, um ihn historisch einordnen zu können. Es ist normal, dass man Jahre braucht, um Leonardo zu verstehen."

Leonardo-da-Vinci-Ausstellung im Pariser Louvre
tagesschau 20:00 Uhr, 24.10.2019

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Schwierige Verhandlungen über Leihgaben

Was der Kurator nicht erwähnt: nervenzehrende Verhandlungen um die Leihgaben aus anderen Museen. So entschied es sich erst vor wenigen Wochen, dass die berühmte Zeichnung "Der vitruvianische Mensch" aus Venedig gezeigt werden kann. Ein italienisches Gericht hatte die Ausfuhr untersagt, und erst Kontakte auf höchster politischer Ebene konnten die Blockade aufheben.

Aber am Ende hat Delieuvin das Ziel erreicht, die bislang umfassendste Ausstellung zum Werk des italienischen Universalgelehrten zusammenzustellen: "Wir bieten den Besuchern die größte Sammlung von Gemälden Leonardos, die wichtigsten Zeichnungen und die schönsten wissenschaftlichen Schriften. Natürlich fehlt immer das eine oder andere Werk, das man gern dabei hätte, aber das Wesentliche ist da."

Vitruvischer Mann
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Fast wäre es an der Justiz gescheitert, dass auch der "vitruvianische Mensch" Teil der Ausstellung ist.

Das teuerste Gemälde der Welt fehlt

Mit den fehlenden Werken meint Delieuvin insbesondere das Gemälde "Salvator Mundi", dessen Zuordnung zu Leonardo zwar umstritten ist, aber dennoch vor zwei Jahren für 450 Millionen Dollar verkauft wurde - und damit das teuerste Kunstwerk aller Zeiten ist. Wer das Bild nun besitzt, ist unbekannt, aber sollte der Besitzer sich melden, werde ein Platz in der Ausstellung frei gemacht, versichert der Kurator.

Eine Frau macht mit dem Handy eine Aufnahme von dem Gemälde "Salvator Mundi" von Leonardo da Vinci. | Bildquelle: AFP
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Gern hätte der Louvre auch das Gemälde "Salvator Mundi" gezeigt - doch dessen Besitzer ist unbekannt.

Neue Erkenntnisse mittels Infrarottechnik

Nicht direkt Teil der Sonderausstellung ist übrigens auch die "Mona Lisa", sie ist weiter auf ihrem angestammten Platz im Louvre zu sehen. Aber dennoch spielt das wohl berühmteste Bild der Kunstgeschichte eine prominente Rolle. Mittels Infrarottechnik haben Spezialisten die unteren Schichten des Gemäldes sichtbar gemacht und viel Neues über Leonardos Maltechnik und das Modell selbst herausgefunden.

"Diese Technik ist faszinierend, weil man die wunderbaren Effekte Leonardos besser versteht. Zum Beispiel Mona Lisas so schön drapiertes Kleid: Es ist so fein und durchsichtig gemalt, dass man klar erkennen kann, dass Mona Lisa eben nicht schwanger war, wie oft vermutet, sondern dass sie eine sehr feine Taille hatte", führt Delieuvin aus. Die Frau eines florentinischen Geschäftsmanns war zur Zeit der Porträtierung 24 Jahre alt und hatte schon fünf Kinder geboren. Das und etliches mehr über Mona Lisa kann man in einer siebenminütigen Virtual Reality Präsentation erfahren. Es ist das erste Mal, dass der Louvre mit dieser Technik arbeitet.

Kurze Fakten zur Ausstellung im Louvre

Anlass? Das 500. Todesjahr des Künstlers, der am 2. Mai 1519 starb

Wo? Im Louvre, Rue de Rivoli, 75001 Paris

Dauer? Die Ausstellung ist vom 24. Oktober 2019 bis zum 24. Februar 2020 geöffnet

Tickets? Eintrittskarten können mittlerweile nur noch online vorbestellt werden

Infos? Auf der Internetseite des Louvre unter: https://www.louvre.fr/en

Wissenschaft und Kunst gehen Hand in Hand

Besonderen Wert legen Delieuvin und sein Team darauf, den Zusammenhang zwischen den wissenschaftlichen Studien Leonardos und seiner Malerei herzustellen. Der florentinische Meister sei ein sehr wissbegieriger Mensch gewesen, der alles in der Natur genau verstehen wollte, sagt der Chefkonservator:

"Diese ganze Kenntnis von der Welt hat ihn zum größten Genie der italienischen Renaissance werden lassen. Er war der erste, der nicht nur das Äußere der Dinge, sondern ihr Inneres darstellen konnte - die Gefühle der Menschen und nicht nur ihre Anatomie. Das ist der große Beitrag und das Genie Leonardos."

Seine perfektesten Ausdruck findet dieses Genie nach Überzeugung Delieuvins im letzten Gemälde des Meisters: "Anna selbdritt". "Das ist wirklich die ehrgeizigste Komposition Leonardos", so Delieuvin, "16 Jahre hat er, der Perfektionist, daran immer wieder gearbeitet. In diesem Gemälde fließen alle wissenschaftlichen und künstlerischen Forschungen und Erfahrungen des Künstlers zusammen". Und Delieuvin verweist besonders auf das wunderbar melancholische Lächeln der Jungfrau. Das zugleich die Traurigkeit der Mutter über das Jesus bevorstehende Schicksal ausdrückt und die Freude über seine Bestimmung.

Leonardo da Vinci-Ausstellung im Pariser Louvre
Martin Bohne, ARD Paris
24.10.2019 15:34 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 24. Oktober 2019 um 18:00 Uhr.

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