Der britische Schlagzeuger Ginger Baker  | Bildquelle: REUTERS

Legendärer Cream-Schlagzeuger Ginger Baker gestorben

Stand: 06.10.2019 16:43 Uhr

Der Schlagzeuger des legendären Rock-Trios Cream ist tot. Ginger Baker starb im Alter von 80 Jahren. Der Brite galt als einer der besten Drummer der Welt.

Von Jens-Peter Marquardt, ARD-Studio London

Als Ginger Baker 2005 in der Royal Albert Hall noch einmal die alten Cream-Songs spielte, durfte natürlich das Schlagzeug-Solo aus Toad nicht fehlen. Dieses Solo hatte ihn einst in den Ohren der Kritiker zum wohl besten Schlagzeuger der Welt gemacht - damals, Ende der 1960er-Jahre, als Baker zusammen mit Jack Bruce und Eric Clapton die Gruppe Cream gegründet hatte, Musikgeschichte schrieb und das Schlagzeugsolo erfand. Cream löste sich zwar schon nach zwei Jahren wieder auf, aber schuf in dieser kurzen Zeit Musik für die Ewigkeit.

Eigentlich Karriere als Radrennfahrer geplant

Peter Edward Baker, den alle wegen seiner roten Haare nur Ginger Baker nannten, kam im Süd-Londoner Arbeiterviertel Lewisham zur Welt, sein Vater, ein Maurer, fiel im Zweiten Weltkrieg. Ginger Bakers Kindheit war alles andere als glücklich: In der Schule ein Problemkind, schloss er sich einer Jugendgang an und fiel durch Diebstähle auf.

Bandmitglieder von Cream: Jack Bruce (l-r), Ginger Baker, Eric Clapton mit Begleitung am Flughafen, London 1967 | Bildquelle: AP
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Jack Bruce, Ginger Baker und Eric Clapton spielten nur kurz zusammen.

Immerhin trommelte er in der Schule ständig auf den Tischen herum - das war der erste Schritt zum Drummer. Eigentlich aber war sein Jugendtraum die Tour de France, aber nachdem er auf seinem Fahrrad mit einem Taxi kollidiert war, ging dieser Traum zu Ende. Immerhin halfen ihm die kräftigen Beine dann beim Trommeln. Zunächst spielte er in Blues- und Jazzformationen und wurde dann an der Seite von Clapton und Bruce zum Rockstar.

Vier Alben, die Geschichte schrieben

Die Geschichte von Cream war kurz und heftig: Baker und Bruce prügelten sich manchmal sogar auf offener Bühne, Clapton stand weinend daneben. Nach vier Alben und einem Abschiedskonzert 1968 in der Royal Albert Hall war Schluss. Immerhin hatte Cream die drei Musiker zu Superstars gemacht.

Bewegte Lebensgeschichte

Baker trommelte anschließend mit Clapton und Steve Winwood bei Blind Faith, gründete Ginger Baker's Air Force, zog später nach Afrika und verschmolz Jazz und Rock mit afrikanischen Elementen. Nebenbei spielte er Polo und verletzte sich dabei immer wieder schwer.

Er war ein großartiger Musiker, aber ein schwieriger Zeitgenosse. 2012 kam eine Dokumentation über sein Leben unter dem Titel "Nehmen Sie sich vor Herrn Baker in Acht" in die Kinos. Gleich in der Anfangsszene des Films ging er mit seinem Krückstock auf den Autor los.

Cream-Schlagzeuger Ginger Baker gestorben
Jens-Peter Marquardt, ARD London
06.10.2019 16:19 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 06. Oktober 2019 um 17:09 Uhr.

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