Die Echo Trophäe | Bildquelle: picture-alliance / Eventpress Ra

Nach Antisemitismus-Skandal Musikpreis "Echo" wird abgeschafft

Stand: 25.04.2018 14:46 Uhr

Den Musikpreis "Echo" wird es in seiner derzeitigen Form nicht mehr geben. Das teilte der Vorstand des Bundesverbandes der Musikindustrie mit. Hintergrund ist der Antisemitismus-Skandal um zwei Rapper.

Den "Echo" wird es nicht mehr geben. Das teilte der Vorstand des Bundesverbandes Musikindustrie nach einer außerordentlichen Sitzung in Berlin mit. Damit reagiert das Gremium auf den Skandal um die Verleihung des Preises an die Rapper Kollegah und Farid Bang, die in ihren Texten antisemitische Klischees bedient und sich über Häftlinge im NS-Vernichtungslager Auschwitz lustig gemacht hatten.

Musikpreis "Echo" wird abgeschafft: Problem erledigt?
tagesthemen 22:15, 25.04.2018, Christian Feld, WDR

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Empörung über Preisvergabe

In der Folge hatten sich viele Beobachter aus Politik, Medien und der Kulturbranche entsetzt gezeigt. Zahlreiche Künstler hatten ihre Preise zurückgegeben. Der Musikverband hatte die Vergabe des Preises an die Rapper zunächst damit begründet, dass vor allem Verkaufszahlen ausschlaggebend seien für die Ehrung. Später hatte er sich entschuldigt und Änderungen bei der Vergabe angekündigt.

Farid Bang und Kollegah | Bildquelle: dpa
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Die Ehrung der beiden Rapper Kollegah und Farid Bang sorgte für Empörung.

Der BVMI erklärte weiter, die Marke "Echo" sei so stark beschädigt worden, dass ein vollständiger Neuanfang notwendig sei, der auch eine Neuaufstellung bei "Echo Klassik" und "Echo Jazz" nach sich ziehe. Die Jazz-Preise werden am 31. Mai in Hamburg in kleinerem Kreis und ohne TV-Übertragung verliehen.

"In neue Strukturen überführen"

Die bisherigen Auszeichnungen sollen "in eine eigene Struktur überführt" werden. Im Zuge dessen würden auch die bisher involvierten Vergabegremien - in denen viele gesellschaftliche Gruppen, wie Kirchen, Wissenschaft oder Kulturbranche vertreten sind - ihre Tätigkeit einstellen.

Der Echo sei viele Jahre ein wichtiger Preis und zugleich zentrales Branchenevent gewesen. Der Vorstand wolle jedoch keinesfalls, dass dieser Musikpreis als Plattform für Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie oder Gewaltverharmlosung wahrgenommen werde.

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