Asterix in Italien | Bildquelle: Asterix® – Obelix® – Idefix ®  / © 2017 Les Éditions Albert René

Neuer Asterix-Comic Mamma mia, die Gallier kommen!

Stand: 19.10.2017 00:08 Uhr

Es wurde aber auch Zeit: Lange haben die wohl weltberühmtesten Gallier gebraucht, um Italien zu bereisen, doch der neue Band von Asterix und Obelix führt auf eine rasante Tour durch bella Italia - mit so manchem politischen Seitenhieb.

Von Alex Jakubowski, HR

Nach dem frühen Tod von Asterix-Erfinder René Goscinny 1977 machte Zeichner Albert Uderzo lange Zeit alleine weiter, bis er sich 2011 entschloss, die Stifte aus der Hand zu legen.

Fortan sollte ein neues Autoren-Duo die Geschicke des kleinen Galliers lenken: Und so sind es Didier Conrad (verantwortlich für die Zeichnungen) und Jean-Yves Ferri als Texter, die seitdem die Abenteuer von Asterix und Obelix gestalten.

Didier Conrad und Jean-Yves Ferri mit Asterix und Obelix | Bildquelle: AFP
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Didier Conrad (links) und Jean-Yves Ferri mit Asterix und Obelix

Endlich über Roms Stadtgrenzen hinaus

Auch wenn man es kaum glauben mag, in all den Jahren seit seinem ersten Auftritt 1959 kam der viel gereiste Asterix noch nie nach Italien. Okay, in Rom war er schon zwei Mal, aber den Rest von Italien ließ er bislang links liegen.

Eigentlich wollte das immer noch recht neue Autorenduo den kleinen Gallier erst nach Sizilien reisen lassen. "Wir merkten aber, dass die Insel nicht so viel hergab an Themen und Stereotypen - und so kamen wir schnell auf Italien", erzählt Ferri. Zufall nur, dass beide Frauen des Autorenteams selbst aus Italien stammen. Und auch die Vorfahren von Asterix-Ur-Zeichner Albert Uderzo sind dort geboren.

Alle achteten deshalb genau darauf, dass mit ihren Landsleuten respektvoll umgegangen wird. "Und so ist ein Album entstanden, das voller Angst geschrieben wurde", meint Conrad lachend und natürlich überhaupt nicht ernst gemeint.

Intrigen auf der Rennstrecke

In ihrem dritten gemeinsam verfassten Album - nach "Asterix bei den Pikten" 2013 und "Der Papyrus des Cäsar" im Jahr 2015 - liefern Conrad und Ferri ein rasant am Leser vorbeifliegendes Abenteuer ab. Es geht um ein Wettrennen - ebenfalls eine Reminiszenz an Uderzo, der Autorennen liebt - um den Zustand von Italiens Straßen, um Fairness und um Intrigen.

Anders als zu erwarten wäre, lenkt nicht Asterix den Rennwagen der Gallier, sondern Obelix darf die Zügel halten. Ihr Wagen ist dem gallischen Hahn nachempfunden und muss das Feld leider von hinten aufräumen. In Führung liegt der römische Wagen mit dem maskierten Caligarius und alle Völker der damaligen Zeit streiten mit ihm um den ersten Platz. Hinzu kommen die unterschiedlichen Regionen Italiens, die sich sehr darüber freuen würden, Rom ein Schnippchen zu schlagen.

Asterix in Italien | Bildquelle: Asterix® – Obelix® – Idefix ®  / © 2017 Les Éditions Albert René
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Asterix und Obelix müssen sich in Italien im Wettrennen beweisen. | Bildquelle: Asterix® – Obelix® – Idefix ®  / © 2017 Les Éditions Albert René

Ein bisschen Katalonien, ein wenig Berlusconi

"Wir wollen mit dem neuen Band natürlich unterhalten", erläutert Ferri. Asterix sei nie ein politischer Comic gewesen. "Aber es war natürlich verführerisch, Verbindungen herzustellen zwischen dem Italien von heute und dem von damals."

Und so klingen wie schon im vorherigen Band manch aktuelle Themen an. So erinnert bei der Reise der beiden Gallier durch die Regionen Italiens manches an den Konflikt zwischen Spanien und Katalonien. Cäsar träumt von einem vereinten Italien, die verschiedenen Regionen aber sind nicht nur stolz auf ihre jeweiligen kulinarischen Spezialitäten, sie legen auch großen Wert auf ihre Unabhängigkeit. In Venedig wird kurz einmal auf den Klimawandel angespielt und schließlich mischt sich auch noch eine Figur ins Abenteuer, die aussieht wie Silvio Berlusconi.

Schnell wird im Verlauf der Geschichte klar, dass es bei dem führenden Wagen nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Es wird gekämpft mit Haken und Ösen, Pferde gegen Zebras, Briten gegen Perser. Doch am Ende siegen ohnehin die immer siegreichen Gallier - dem Zaubertrank sei Dank.

Jede Seite kostete 30 Arbeitsstunden

Der hätte vielleicht auch Zeichner Conrad geholfen, der vor allem mit dem Fertigstellen der Rennpferde seine liebe Mühe hatte: "Ich wollte natürlich so nah an Uderzos Stil zeichnen wie möglich. Alle Pferde in unterschiedlichen Posen. Und wenn man dann vier Pferde an einem Wagen nebeneinander hat, dann muss man aufpassen, dass man alle Beine ordentlich zusammenbekommt."

Zeichnerisch ist ihm das durchaus gelungen, die 30 Stunden Arbeit pro Seite haben sich gelohnt. Erzählerisch aber hat "Asterix in Italien" noch Luft nach oben. Den Erfolg aber dürfte das kaum schmälern. Bislang wurden weltweit 370 Millionen Alben verkauft. Und mit dem neuen Band dürften noch ein paar weitere hinzukommen.

Neuer Asterix-Band erschienen
Neuer Asterix erschienen, 19.10.2017, Gudrun Engel, ARD Paris

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. Oktober 2017 um 05:54 Uhr. Zudem berichtete die tagesschau um 12:00 Uhr über dieses Thema.

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