Lukas Bärfuss  | Bildquelle: DOMINIC STEINMANN/EPA-EFE/REX

Literaturauszeichnung Bärfuss erhält Georg-Büchner-Preis

Stand: 09.07.2019 10:54 Uhr

Der Schweizer Schriftsteller Bärfuss bekommt den Georg-Büchner-Preis 2019. Die Jury der renommiertesten deutschen Literaturauszeichnung sieht in ihm einen herausragenden Erzähler und Dramatiker.

Der Schweizer Schriftsteller und Dramatiker Lukas Bärfuss wird mit dem Georg-Büchner-Preis 2019 ausgezeichnet. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt mit. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland.

"Mit Lukas Bärfuss zeichnet die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung einen herausragenden Erzähler und Dramatiker der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur aus", heißt es in der Begründung der Jury. "Mit hoher Stilsicherheit und formalem Variationsreichtum erkunden seine Dramen und Romane stets neu und anders existentielle Grundsituationen des modernen Lebens." Es seien Qualitäten, die zugleich Bärfuss' Essays prägen, in denen er die heutige Welt mit "furchtlos prüfendem, verwundertem und anerkennendem Blick" begleite.

Bibiana Zeller 2005 im Wiener Akademietheater in dem Stück "Der Bus" von Lukas Bärfuss | Bildquelle: picture alliance / AP Photo
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Bibiana Zeller 2005 im Wiener Akademietheater in dem Stück "Der Bus" von Lukas Bärfuss

Erfolgreicher Theaterautor

Der 47-Jährige begann 1998 zunächst als Dramatiker und avancierte zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Theaterautoren. Seine Stücke wurden in rund ein Dutzend Sprachen übersetzt und werden weltweit gespielt. Als Erzähler debütierte er 2002 mit der Novelle "Die toten Männer". Bärfuss tritt immer wieder mit pointierten Essays und Debattenbeiträgen zum politischen Geschehen an die Öffentlichkeit. 2015 erschien sein Essayband "Stil und Moral", 2018 der Band "Krieg und Liebe".

Zu den bekanntesten Werken des vielfach ausgezeichneten Autors gehören die Romane "Hundert Tage" über den Völkermord in Ruanda und "Koala" über den Suizid seines Bruders sowie das Bühnenstück "Die sexuellen Neurosen unserer Eltern". Sein neuestes Drama, "Der Elefantengeist", wurde im September 2018 am Nationaltheater Mannheim uraufgeführt.

Georg-Büchner-Preis geht an Lukas Bärfuss
tagesschau 20:00 Uhr, 09.07.2019, Jan-Peter Bartels, HR

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"Das ist der Engelskuss"

Für Bärfuss kam die Auszeichnung nach eigenen Angaben überraschend. "Damit kann man doch nicht rechnen. Das ist der Engelskuss, der einen da trifft", sagte er der Nachrichtenagentur dpa. "Ich habe mich über jeden Preis gefreut, und jeder Künstler und Schriftsteller braucht Anerkennung." Der Georg-Büchner-Preis stehe aber einfach für sich alleine. "In dieser Reihe zu stehen, ist absolut bewegend und berührt mich sehr."

Max Frisch und Günter Grass unter den Preisträgern

Die Akademie vergibt die Auszeichnung seit 1951 an Schriftsteller, die in deutscher Sprache schreiben. Die Preisträger müssen "durch ihre Arbeiten und Werke in besonderem Maße hervortreten" und "an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben".

Zu den Preisträgern gehören Max Frisch (1958), Günter Grass (1965) und Heinrich Böll (1967) sowie zuletzt Marcel Beyer (2016), Jan Wagner (2017) und im vergangenen Jahr die Schriftstellerin Terézia Mora. Namensgeber ist der Dramatiker und Revolutionär Georg Büchner ("Woyzeck"). Er wurde 1813 im Großherzogtum Hessen geboren und starb 1837 in Zürich. Die Auszeichnung wird am 2. November während der Herbsttagung der Deutschen Akademie in Darmstadt verliehen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Juli 2019 um 11:00 Uhr.

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