Regisseur Dieter Wedel | dpa

Filmbranche reagiert auf Wedel-Skandal Hilfe für Missbrauchsopfer

Stand: 15.02.2018 16:28 Uhr

Der Fall Dieter Wedel hat die Film- und Fernsehbranche in Deutschland erschüttert. Sie steht unter Verdacht, anfällig für sexuelle Gewalt zu sein. Nun wird eine Beschwerdestelle für Opfer eingerichtet.

Zum Auftakt der Berlinale hat die deutsche Film- und Fernsehbranche die Gründung einer Beschwerdestelle gegen Machtmissbrauch und sexuelle Übergriffe angekündigt. Sie soll nach Angaben des Bundesverbands Schauspiel (BFFS) nicht nur erste Anlaufstelle für Betroffene von sexualisierter Belästigung, Gewalt und Diskriminierung sein, sondern sich auch mit der Aufarbeitung und Prävention befassen. Ziel sei es, mittel- bis langfristig einen Kulturwandel und eine Bewusstseinsbildung für eine gewaltfreie Arbeitskultur zu schaffen.

Unterstützung vom Staat

Kulturstaatsministerin Monika Grütters will den Aufbau des Projekts mit 100.000 Euro unterstützen. Hinter der Beschwerdestelle stehen mehr als zwölf Berufs- und Branchenverbände der Film- und Fernsehbranche, darunter die Deutsche Filmakademie, die Deutsche Fernsehakademie und der Bundesverband Regie. Die Verbände appellierten an die Fernsehsender, sich an der Anlaufstelle finanziell zu beteiligen. Die Anlaufstelle soll möglichst schon im März die Arbeit aufnehmen.

Auch die ARD will nach den Vorwürfen gegen Regisseur Dieter Wedel den Kampf gegen sexuelle Übergriffe vorantreiben. Der Senderverbund prüft die Einrichtung einer überbetrieblichen, unabhängigen Beschwerdestelle. Zudem durchforsten die ARD-Anstalten derzeit ihre Archive nach Hinweisen auf sexuelle Übergriffe bei früheren Produktionen mit Wedel. "Bisher ist uns jenseits des Saarländischen Rundfunks (SR) in den Akten nichts Verhaltensauffälliges untergekommen", sagte der ARD-Programmdirektor Volker Herres. Nach Angaben Wilhelms ist die Archivsuche voraussichtlich in einigen Wochen abgeschlossen.

ZDF findet keine Hinweise auf Übergriffe

Das ZDF hat nach eigenen Angaben keine neuen Hinweise zu möglichen sexuellen Übergriffen von Wedel. Eine interne Untersuchung der Auftragsproduktionen, an denen Wedel als Autor und Regisseur beteiligt war, sei vorläufig abgeschlossen worden, erklärte der Sender.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 24. Januar 2018 um 22:15 Uhr.