Aretha Franklin | Bildquelle: AFP

Abschied von Aretha Franklin Die "Queen of Soul" ist tot

Stand: 16.08.2018 16:26 Uhr

Aretha Franklin war eine Ausnahmekünstlerin, eine der erfolgreichsten Musikerinnen überhaupt: Sängerin, Songwriterin, Pianistin. Nun starb die "Queen of Soul" im Alter von 76 Jahren an Krebs.

Von Antraud Cordes-Strehle, WDR

So stimmgewaltig wie Aretha Franklin war kaum jemand. Sie konnte von einer Sekunde auf die andere die Klangfarbe ihrer Stimme ändern. Ein paar Töne der Sängerin reichten und man hatte Gänsehaut.

Dementsprechend lang ist die Liste ihrer Auszeichnungen: Sie erhielt insgesamt 18 Grammys. Die Zeitschrift "Rolling Stone" kürte sie 2008 zur besten Sängerin überhaupt. Franklin bekam außerdem die "Medal of Freedom", die höchste zivile Auszeichnung in den USA. Sie war die erste Frau, die in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurde, und ihre Heimatsstaat Michigan erklärte ihre Stimme zu einem "nationalen Schatz".

Trauer um Soul-Legende Aretha Franklin
tagesschau 17:00 Uhr, 16.08.2018, Verena Bünten, ARD Washington

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Kindheit im Gospelchor

Gesungen hat sie schon als Kind. Sie wurde am 25. März 1942 in Memphis (Tennessee) geboren, noch in der Zeit der Rassentrennung, als eines von fünf Kindern eines bekannten Baptistenpredigers, Cecil L. Franklin. Mit ihren beiden Schwestern sang sie im Chor der "New Bethel Baptist Church" ihres Vaters. Hier erkannte man ihre besondere musikalische Begabung, so dass sie frühzeitig gefördert wurde und Klavier- und Gesangsunterricht erhielt. Schon mit 14 Jahren nahm Aretha Franklin ihr erstes Album auf und sang zunächst ausschließlich Gospelsongs.

Aretha Franklin | Bildquelle: picture-alliance / Mary Evans Pi
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1980 trat sie in einer Nebenrolle in dem Film "Blues Brothers" zusammen mit John Belushi (links) und Dan Aykroyd (rechts) auf.

Wenig Erfolg mit Pop

Mit 18 Jahren hatte sie bereits zwei Söhne und hatte dennoch nur ein Ziel: eine Musikkarriere. Sie ließ die Kinder bei der Großmutter zurück und ging nach New York. In ihren Liedern besang sie nun nicht mehr Jesus, sondern Liebe und Liebesleid. Sie machte Pop und nahm ihr erstes "weltliches" Album auf. "Ich hatte zunächst keine Verkaufshits. Die Songs wurden viel gespielt und aufgelegt, aber kommerziell waren sie zunächst nicht erfolgreich", blickte Aretha Franklin später auf diese Zeit zurück. Immerhin erhielt sie nun aber Engagements als Clubsängerin.

Mit "Respect" zur Ikone

Den Durchbruch schaffte sie 1967. Franklin hatte ihre Plattenfirma gewechselt und gleich ihre erste Single "I never loved a man", eine Soulnummer, wurde ein Hit.

Soul war damals mehr als eine Musikrichtung, Soul war Ausdrucksmittel eines neuen Selbstbewusstseins der Schwarzen und hochpolitisch. So traf Franklin mit ihrer Cover-Version "Respect" den Nerv dieser Zeit: Franklin wurde zu einer Ikone der Bürgerrechtler. Martin Luther King, mit dem sie auch befreundet war, verlieh ihr den Southern Christian Leadership Award. Der Soulklassiker wurde außerdem zu einer Hymne der Feministinnen. Obwohl sich die Sängerin selbst immer mit politischen Äußerungen zurück hielt, reichte ihr Einfluss weit über die Musik hinaus. Der ehemalige US-Präsident Barack Obama schwärmte: "Wenn Aretha singt, breitet sich die ganze amerikanische Geschichte aus."

Aretha Franklin | Bildquelle: picture-alliance/ dpa
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Aretha Franklin sang bei der Amtseinführung Barack Obamas im Januar 2009 "My Country 'Tis of Thee".

Erfolge und Tiefschläge

Ende der 60er war Franklin ein Superstar. Von 1967 bis 1975 gewann sie jedes Jahr einen Grammy. Sie verkaufte Millionen Tonträger. Nach ein paar ruhigeren Jahren startete sie mit einem Auftritt im Film "Blues Brothers" in die 80er - und in eine neue Ära. Sie landete neue Hits. Vor allem Duette mit Stars wie Annie Lennox von den Eurythmics oder George Michael begeisterten ihre Fans.

Privat musste sie Schicksalsschläge einstecken. Sie hatte wenig Glück mit Männern, war zweimal verheiratet, eine dritte geplante Hochzeit platzte kurz vor dem Termin. 2010 wurde bei ihr Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert. Zwei Jahre später starb ihr Patenkind Whitney Houston überraschend mit nur 48 Jahren.

Eingeschränkt in ihrem Leben und ihrer Karriere fühlte sich Aretha Franklin auf Grund ihrer extremen Flugangst. Seit Mitte der 80er trat sie deshalb nur noch in Nordamerika auf. Nun starb sie im Alter von 76 Jahren an Krebs, wie ihre Sprecherin mitteilte. Weltweit aber wird sie unvergessen bleiben. Ihre Stimme wird, wo auch immer sie zu hören ist, weiterhin unter die Haut gehen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. August 2018 um 16:00 Uhr.

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