Der Japaner Arata Isozaki steht vor dem von ihm entworfenen Eishockey-Stadion in Turin. | Bildquelle: DANIEL DAL ZENNARO/EPA-EFE/REX

Pritzker-Preis für Japaner Isozaki Ein "Visionär seiner Generation"

Stand: 05.03.2019 18:18 Uhr

Der japanische Architektur Isozaki hat den diesjährigen Pritzker-Preis gewonnen. Mit seinem Wirken brachte er den Stil seiner Heimat auf nahezu alle Kontinente und schlug eine Brücke zwischen Ost und West.

Man könnte sagen, dass sein Mut zur Lücke Arata Isozaki zum Erfolg geführt hat. Seine Bauten finden sich inzwischen auf nahezu allen Kontinenten - in Asien, dem Mittleren Osten, Europa, Nordamerika und Australien. Nun wurde der heute 87-Jährige mit dem Pritzker-Preis geehrt, der höchsten Auszeichnung im Bereich der Architektur.

Niemals Trends gefolgt

Die Jury begründete ihre Wahl damit, dass Isozaki als einer der ersten japanischen Architekten Projekte außerhalb seiner Heimat realisiert habe - in einer Zeit, in der Japan eher vom Westen beeinflusst worden sei. In seinem Wirken sei Isozaki niemals Trends gefolgt, sondern immer seinem eigenen Weg. Die Bauwerke des Japaners bezeichnete die Jury als "frisch" und "geometrisch simpel", aber immer voller "Theorie und Zweck". Mit diesem Stil habe sich Isozaki als "vielseitiger, maßgebender und wahrhaft internationaler Architekt" hervorgehoben.

Zu Isozakis bekanntesten Bauten zählen unter anderem das Olympische Stadion in Barcelona, die Daimler-Benz-Hochhäuser in Berlin oder auch das Museum of Contemporary Art in Los Angeles. Immer wieder spiegelt sich in seinen Entwürfen das Konzept "Ma" wider, welches typisch für Japan ist und für das Schaffen "negativer Räume" steht, also für das Belassen von Lücken oder Zwischenräumen.

Gebäude von Isozaki: Olympia-Stadion in Barcelona | Bildquelle: picture alliance / Heritage-Imag
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Das Olympia-Stadion von Barcelona und ...

Gebäude von Isozaki - Eishockey-Stadion in Turin | Bildquelle: picture-alliance/ dpa/dpaweb
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... das Eishockey-Stadion im Olympia-Park von Turin (vorderes Gebäude), sind Entwürfe Isozakis.

Von Spuren des Krieges beeinflusst

1931 wurde Isozaki im Südwesten Japans in Ōita auf der Insel Kyushu geboren. Teile seiner Jugend verbrachte er eigenen Angaben zufolge umgeben von den Ruinen, die die Bomben des Zweiten Weltkriegs hinterlassen hatten. Dieses Fehlen jeder Infrastruktur brachte ihn auf die Idee, wie die Japaner die eigenen Heimatstädte wieder aufbauen sollten. Isozaki studierte in Tokio und begann seine Laufbahn unter der Führung von Kenzo Tange, der 1987 selbst mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet wurde.

Beleuchtete Wasserfontänen spritzen vor dem Atrium Tower in Berlin in die Höhe. | Bildquelle: dpa
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Der von Isozaki entwirfene Atrium Tower in Berlin.

Ost und West verbinden

Ab den 1960er-Jahren gelang Isozaki der internationale Durchbruch und es folgten zahlreiche Auszeichnungen seiner Arbeit in verschiedenen Ländern. Der Architekt selbst sieht seinen Stil von dem Wunsch geprägt, eine Verbindung zwischen Ost und West zu schaffen, aber nie stillzustehen. Veränderung habe sein Leben geprägt und sei ebenso zum Leitfaden seiner Arbeit geworden.

Die Verleihung des mit 88.000 Euro dotierten Pritzker-Preises soll im May in Frankreich stattfinden. Isozaki ist der 46. Preisträger und der achte Japaner, der die Auszeichnung erhält. Im vergangenen Jahr war der Inder Balkrishna Doshi mit dem Preis geehrt worden, zudem haben auch schon Zaha Hadid und Rem Koolhaas die Auszeichnung verliehen bekommen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. März 2019 um 16:30 Uhr.

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