Der Gitarrtist der Punkband "Gang of Four", Andy Gill | Bildquelle: AP

Britischer Post-Punk-Musiker Gang-of-Four-Gitarrist Gill ist tot

Stand: 02.02.2020 04:07 Uhr

Als Gitarrist und Mitbegründer der Post-Punk-Band Gang of Four prägte Andy Gill Generationen von Indie-Musikern. Nun ist der Brite im Alter von 64 Jahren gestorben.

Andy Gill, Gitarrist der einflussreichen britischen Post-Punk-Band Gang of Four, ist im Alter von 64 Jahren gestorben. Er sei am Samstag den Folgen einer Atemwegserkrankung erlegen, teilte die Gruppe auf Twitter mit. "Unser großer Freund und oberster Anführer ist heute gestorben", schreiben die Bandmitglieder.

Seine Bandkollegen würdigten Gills Hingabe an die Musik: Sogar im Krankenhausbett habe er noch Aufnahmen für ein bald erscheinendes Album angehört und die nächste Tour geplant.

"Wir werden seine Freundlichkeit und Großzügigkeit, seine furchteinflößende Intelligenz, schlechten Witze, verrückten Geschichten und endlosen Tassen mit schwarzem Tee in Erinnerung behalten. Und zufälligerweise war er auch ein kleines Genie", würdigten die aktuellen Band-Mitglieder ihren Gitarristen.

Debütalbum gilt als bahnbrechend

Gill wurde in Manchester geboren und studierte Kunst in Leeds, wo er den Sänger Jon King kennenlernte. Mitte der 1970er-Jahre taten sich Gill und King mit dem Drummer Hugo Burnham und Bassist Dave Allen zu Gang of Four zusammen. Die stilbildende Gruppe verband die musikalische Wildheit des Punk mit tanzbaren Rhythmen und politischen Texten. Ihr Debütalbum "Entertainment!" von 1979 gilt als Meilenstein der Punk-Ära. Das Magazin "Rolling Stone" führte es 2003 in der Liste der 500 besten Alben überhaupt.

Gills scharfes, bisweilen grob und gezacktes Gitarrenspiel drückte dem Sound von Gang of Four seinen Stempel auf. Die Band selbst vermengte Elemente von Rock, Funk, Reggae und R&B und beeinflusste Gruppen wie LCD Soundsystem, Bloc Party, Futureheads und Franz Ferdinand.

Anerkennung verschaffte sich Gill auch als Produzent. In dieser Funktion wirkte er am 1984 erschienen Debütalbum der Red Hot Chili Peppers mit und produzierte Alben von Bands wie The Jesus Lizard, Strangler und Killing Joke.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Februar 2020 um 06:00 Uhr.

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