New York ehrt Pandemie-Helfer mit einer Konfettiparade | AP

Parade in New York Konfetti für die Helden der Pandemie

Stand: 07.07.2021 21:57 Uhr

Im Frühjahr 2020 galt New York als das Corona-Epizentrum der USA - bis zu 800 Menschen starben damals täglich. Inzwischen hat die Millionenmetropole die Pandemie ziemlich im Griff - und ihre Helden mit einer Parade geehrt.

Von Carsten Schabosky, ARD-Studio New York.

Wenn New York feiert, dann richtig. Diesmal ging es um New Yorks Heldinnen und Helden. "Sie hatten die Aufgabe, sich um uns zu kümmern. Und genau das haben sie getan. Das muss jeder mitkriegen." So wie diese junge Frau sehen es viele, auch New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio. "Diese Parade hat einen ganz besonderen Spirit. Es geht darum, ganz normale New Yorker zu feiern. Sie haben wirklich etwas ganz Heldenhaftes geschafft. Es ist Zeit, die Helden unserer Stadt zu feiern", so den Blasio.

Carsten Schabosky

Es gehe um die Menschen, die die Stadt während der Corona-Pandemie gerettet hätten, so de Blasio weiter. Also um Rettungskräfte, Krankenschwestern, Mitarbeiter in Arztpraxen, U-Bahn-Fahrer oder Verkäufer in Supermärkten. Oder auch um Lehrer, die während der Corona-Zeit einen harten Job hatten.

Euphorische Stimmung

Auch Patricia klatscht mit für New Yorks Helden. Sie fasst es so zusammen: "Das Beste, was wir machen können, ist 'Danke' zu sagen. Egal ob Ärzte oder Leuten im Gemüseladen - die haben gearbeitet. Wir waren zu Hause!"

 

Schaulustige halten Pappschilder mit Dankesbekundungen hoch. | REUTERS

Die New Yorker bedanken sich mit der Parade bei den Menschen, die in der Pandemie wichtige Arbeit geleistet haben. Bild: REUTERS

Sandra arbeitet bei einem Paketzusteller. Sie ist eine von denen, die gefeiert wurden. Sie sagt: "Das war echt das Highlight in meinem Berufsleben, es war am 14. Dezember: Wir bekamen die ersten Impfstoffe. Das war so großartig. Ich dachte, das ist der Weg, um New York wieder auf die Spur zu kriegen. Und wir durften dabei sein"

Das Schlimmste ist überstanden

Kaum eine andere US-Metropole hat so unter Corona gelitten wie New York. Auf dem Höhepunkt der Seuche wurde unter anderem im Central Park ein Feldlazarett errichtet. Mittlerweile hat sich die Lage entspannt.

Andrew Cuomo ist der Gouverneur des Bundesstaates New York. Auch er freut sich, dass es New York mittlerweile besser geht als anderen Regionen in den USA: "Was New York geschafft hat, ist außergewöhnlich! Wir waren am schlimmsten dran und sind nun ganz vorne mit dabei."

 

"Wir sind noch nicht über den Berg"

Knapp 300 Gruppen waren bei der Parade dabei. Angeführt wurde sie, bei einer Hitze von etwa 35 Grad, von Sandra Lindsay. Sie arbeitet als Krankenschwester im New Yorker Stadtteil Queens und war im vergangenen September der erste Mensch in den USA, der gegen Corona geimpft wurde. Sie warnt: "Klar, wir sind viel besser dran, als noch vor einem Jahr. Aber wir sind noch nicht komplett über den Berg." Aber immerhin: Im Bundesstaat New York gibt es mittlerweile eine Impfquote von 70 Prozent.

Die Tradition der sogenannten Konfettiparaden gibt es übrigens schon seit 1886. Sie entstand bei der Eröffnung der Freiheitsstatue. Ähnliche Paraden gab es zum Beispiel schon für Albert Einstein oder John F. Kennedy.

 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. Juli 2021 um 05:05Uhr.