Kommentar

Nach Verfassungsreferendum Grundgesetz hochhalten!

Stand: 18.04.2017 20:22 Uhr

Müssen sich Politik und Gesellschaft mehr um die türkischen Bürger kümmern, die für Erdogans Verfassungsreform gestimmt haben? Nein - erforderlich ist ein klares Bekenntnis zum Grundgesetz.

Ein Kommentar von Sonia Seymour Mikich, WDR

Recep Tayyip Erdogan spaltet auch hier, in Köln, Essen oder München. Auch wenn wir nicht genau wissen, wie die Deutschtürken wirklich zu ihm stehen. Denn: Viele Wahlberechtigte sind zuhause geblieben. Viele haben aus Trotz mit Ja gestimmt.

Nun plädieren einige Politiker hierzulande dafür, sich besonders um diese Trotzigen zu kümmern, Köpfe und Herzen zu gewinnen. Ein bisschen pampern, weil die Integration schlecht geklappt habe. Da klingt Schuldbewusstsein mit, die Deutschen hätten die Deutschtürken in Erdogans Arme getrieben. Nein! Zusammenleben heißt Respekt und Kritik, heißt Grundgesetz hochhalten. Dieses deutsche Grundgesetz gibt allen Luft zum Atmen, beschützt Minderheiten. Wenn Rechte missachtet werden, können sie eingeklagt werden. Anderssein, Gegenrede, Opposition gehören dazu.

Wo Integration misslingt

Schlimm, dass Präsident Erdogan sich dem fundamental verschließt und die Köpfe und Herzen seiner Landsleute enger macht. Auch hierzulande. Ein Beispiel: Ich war nach dem Putsch im vergangenen Juli schockiert, als in Köln Zehntausende Türkischstämmige ihren Präsidenten feierten und zugleich laute Rufe nach der Todesstrafe zu hören waren. Mich deprimierte das: Auf dem Boden einer Demokratie riefen Menschen, zum Teil mit deutschem Pass, nach der Todesstrafe. Das war (und ist) mein Marker für vermurkste Integration.

Erdogan hat nun die Todesstrafe auf die Agenda gesetzt. Heißt das demnächst wieder Kundgebungen, womöglich ein Ja zur Todesstrafe - auf deutschem Boden? Wer das unterstützt, möge seinen deutschen Pass abgeben. Ich möchte nicht einmal mehr streiten. Rote Linie. In diesem Punkt bin ich Integrationsverweigerin.

Der Kommentar von Sonia Seymour Mikich, WDR
tagesthemen 23:15 Uhr, 18.04.2017

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. April 2017 um 20:00 Uhr.

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