Kommentar

Wladimir Putin legt den Eid für seine vierte Amtszeit als russischer Präsident ab. | Bildquelle: REUTERS

Putins vierte Amtszeit Wenig Anlass zum Vertrauen

Stand: 07.05.2018 22:27 Uhr

Sich selbst zu inszenieren, das hat Russlands Präsident Putin perfektioniert. Da neigen selbst viele Deutsche dazu, zu vergessen, welche Politik dahinter steht. Glückwünsche zur vierten Amtszeit - der etwas anderen Art.

Ein Kommentar von Georg Restle, WDR

Glückwunsch Wladimir Wladimirowitsch Putin, da haben Sie es ja wieder mal geschafft. Die fünfte - pardon - die vierte Amtszeit im Kreml. 20 Jahre an der Macht, da kommt nicht mal Kanzlerin Angela Merkel ran.

Dass Sie ein harter Hund sind, wissen wir ja mittlerweile. Sie erlegen Bären mit nacktem Oberkörper - und die Opposition im eigenen Land gleich mit. Keine Säbelrassler der NATO, keine Wirtschaftssanktionen zwingen Sie in die Knie. Sogar die FIFA haben Sie um den Finger gewickelt. Eine Fußball-WM quasi zur Amtseinführung, das hat sonst noch keiner geschafft.

Der Kommentar von Georg Restle, WDR, zum deutsch-russischen Verhältnis
tagesthemen 22:15 Uhr, 07.05.2018

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Der Traum vom neuen Frühling

Auch aus Deutschland bekommen Sie jede Menge Applaus - und nein, nicht nur von Altkanzler Gerhard Schröder. 55 Prozent der Deutschen fordern einen Abbau der Sanktionen gegen Russland. Fast 90 Prozent wollen, dass russische Interessen in der Außenpolitik stärker berücksichtigt werden. Fehlt nicht mehr viel, und Sie hätten sogar hier richtig gute Chancen auf Wahlerfolge.

Die völkerrechtswidrige Annexion der Krim? Schnee von gestern! Die Unterdrückung der Opposition im eigenen Land? Egal. Keine freien Medien, keine Pressefreiheit? Alles unwichtig. Die Mehrheit der Deutschen scheint Ihnen zu vertrauen, träumt von einem neuen Frühling in den deutsch-russischen Beziehungen. Die halbe SPD sehnt sich zurück nach der Entspannungspolitik der 1970er-Jahre.

Was kommt noch?

Dabei lohnt ein Blick zurück: auf die Olympischen Winterspiele in Sotschi. Auch damals jubelte die ganze Welt Ihnen zu, freute sich auf die Spiele und hoffte auf Entspannung in der Politik. Doch kaum war die Flamme erloschen, annektierten Sie die Krim und entfesselten einen mörderischen Krieg in der Ostukraine. Und wehe dem, der in Russland dagegen demonstrierte.

Ihre vierte Amtszeit, Herr Putin, gibt wenig Anlass zum Vertrauen. Es ist zu befürchten, dass da noch einiges auf uns zukommt. Irgendwann, nachdem das letzte Tor bei der Fußball-WM geschossen sein wird.

Redaktioneller Hinweis

Kommentare geben grundsätzlich die Meinung des jeweiligen Autors und nicht die der Redaktion wieder.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 07. Mai 2018 um 22:15 Uhr.

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