Ältere Arbeitnehmer an einer Werkbank | picture alliance / dpa
Kommentar

Rente mit 68 Damit lässt sich keine Wahl gewinnen

Stand: 08.06.2021 20:21 Uhr

Mit den Vorschlägen zur Rente mit 68 haben die Experten der CDU einen Bärendienst erwiesen. Immerhin sind es nur noch wenige Monate bis zur Wahl. Klar ist allerdings auch: Die nächste Bundesregierung muss an das Thema ran.

Ein Kommentar von Moritz Rödle, ARD-Hauptstadtstudio

Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat ein Machtwort gesprochen, die Vorschläge seines eigenen wissenschaftlichen Beirats mit einem Tweet weggewischt. Wahrscheinlich hat er damit für CDU und CSU gerettet, was zu retten war. Dreieinhalb Monate vor der Wahl wäre alles andere politischer Selbstmord gewesen. Denn mit Rentenkürzungen kann man in Deutschland keine Wahl gewinnen.

Moritz Rödle ARD-Hauptstadtstudio

SPD und Linke konnten ihr Glück kaum fassen ob der Chance, die sich ihnen da bot. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz konnte schnell verkünden, mit ihm als Kanzler werde es keine Rente mit 68 geben. Den Gefallen, ihm öffentlich zu widersprechen, hat CDU-Mann Altmaier dem SPD-Vizekanzler dann nicht mehr getan.

Doch auch so haben Altmaiers Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dem Minister einen Bärendienst erwiesen. Bei jedem Wahlkampfauftritt wird Scholz nun warnen können: Achtung, die CDU will an die Rente ran. Klar ist aber: Die nächste Bundesregierung wird entscheiden müssen, wie es mit unserer Rente weitergeht. Ein höheres Renteneintrittsalter ist dabei natürlich eine Option.

Wäre doch eigentlich ganz gut, wenn im Wahlkampf die Alternativen schon auf dem Tisch lägen.

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Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 08. Juni 2021 um 19:18 Uhr.