Kommentar

Hamburg-Wahl Der Siegeszug der AfD ist gestoppt

Stand: 24.02.2020 07:04 Uhr

Die Wähler in Hamburg haben die AfD geschrumpft. Damit ist der Siegeszug der Möchtegern-Volkspartei gestoppt, die mit ihrer Rhetorik den Boden bereitet für Rassismus und Gewalt.

Ein Kommentar von Sabine Henkel, ARD-Hauptstadtstudio

Das Zitat der Wahl kommt von Tino Chrupalla. "Wir bleiben weiter Volkspartei." Was für eine groteske Aussage, was für eine Chuzpe. Chrupalla ist seines Zeichens Sprecher der AfD. Das ist die Partei, deren Siegeszug in Hamburg gestoppt wurde. Volkspartei? Es darf gelacht werden.

Die Möchtegern-Volkspartei AfD, die in Wahrheit nur Stimmen vom rechten Rand einfängt, ist weder Volkspartei noch Zukunftspartei. Sie hat keine Antworten auf die Fragen, die in der Zukunft wichtig sind. Das Hamburger Ergebnis belegt das. Nur für fünf Prozent der Wählerinnen und Wähler dort hat das Thema Zuwanderung eine Rolle gespielt - das war's für die AfD.

Und dann: Hanau. Es ist nicht belegt, dass der rassistisch-motivierte Anschlag in Hanau Motivation für mehr Hamburgerinnen und Hamburger war, wählen zu gehen. Es ist aber möglich. Die Wahlbeteiligung jedenfalls hat zugenommen.

Wolf im Schafspelz

Und auch wenn die AfD in absoluten Zahlen keine Wähler verloren hat, so haben die Wähler der anderen Parteien dagegen und das prozentuale Ergebnis klein gehalten. Sie haben die AfD geschrumpft, die durch ihre Rhetorik den Boden bereitet für Rassismus und Gewalt, die motiviert zu Taten wie der in Hanau.

Es ist tatsächlich zu hoffen, dass immer mehr Menschen erkennen, dass die AfD den Umsturz sucht, dass sie sich immer weiter radikalisiert, menschenverachtend ist. Der Verfassungsschutz hat die AfD und ihre extremistischen Auswüchse im Visier. Sie gilt als Prüffall. Deshalb weist die AfD alle Vorwürfe von Hass und Hetze zurück und gibt sich moderat. Aber sie ist Wolf im Schafspelz, die auf leicht verführbare Menschen setzt.

Hamburg sollte nur der Anfang sein

Die Wähler in Hamburg haben entschieden. Die große Mehrheit stimmte gegen die AfD. Die Wähler setzen auf Parteien, die sich um ihre Zukunft kümmern, die Umweltpolitik machen, Klimaschutz betreiben, die ihre Stadt lebenswert gestalten wollen. Hamburg sollte nur der Anfang sein, ja, muss der Anfang sein - ein Weckruf - an alle, die mit der AfD sympathisieren. Und auch an diejenigen, die sich bisher raushalten. Alle tragen Verantwortung. Alle entscheiden und müssen sich einmischen. Die AfD ist keine Volkspartei, sie ist ein Sammelbecken von destruktiven Kräften, einige sind sogar rechtsextrem. Lassen wir sie links liegen.

Kommentar: Hamburg muss ein Anfang sein
Sabine Henkel, ARD Berlin
23.02.2020 22:44 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 24. Februar 2020 um 08:38 Uhr.

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