Ein Mann schaut sich die Corona-Warn-App in der Entwickler-Version auf seinem Smartphone an. | dpa
Kommentar

Start der Corona-Warn-App Ein Grund zur Freude

Stand: 17.06.2020 03:10 Uhr

Ob die Corona-Warn-App am Ende wirklich etwas bringt, bleibt abzuwarten. Und trotzdem ist es ein gutes Zeichen, dass sie nun verfügbar ist. Angst vor Überwachung ist unangebracht.

Ein Kommentar von Kristin Becker, ARD-Hauptstadtstudio

Diese App ist keine Impfung, diese App ist kein Medikament, diese App ist ein Versuch. Ob sie am Ende etwas bringt? Wir wissen es nicht. Und trotzdem freue ich mich, dass sie endlich da ist. Zeigt sie doch, wie man Digitalprojekte in Deutschland organisieren kann, wenn man will: transparent und offen.

Kristin Becker ARD-Hauptstadtstudio

Auch wenn es monatelang gedauert hat, das Ringen um die richtige Lösung. Aber eine halbgare Variante, gegen die Datenschützer und Digital-Community Sturm laufen, wäre definitiv die schlechtere Option gewesen. Geklärt ist damit jedoch längst nicht alles.

Keine Panik vor Überwachung

Die meisten Testlabore sind bislang nicht an das digitale Meldesystem der App angeschlossen. Und ob die Telefonhotline wirklich sicher funktioniert, ist durchaus umstritten. Außerdem haben gerade viele ältere Menschen - Stichwort Risikogruppe - gar kein Smartphone, und manche Nutzer nur ein altes - und darauf läuft die App nicht.

Dieses Problem habe ich zum Glück nicht: auf meinem Handy funktioniert sie. Und ja, ich nutze sie. Diejenigen, die die App kategorisch ablehnen, weil sie entgegen vieler Experteneinschätzungen Überwachung befürchten, sollten bitte auch mal kurz prüfen, ob sie Whatsapp oder Facebook nutzen oder sich regelmäßig von Google Maps den Weg zeigen lassen.

Im Vergleich dazu ist diese App vorbildlich datenschlank. Und auch deinstallieren kann man sie übrigens problemlos. Das habe ich heute vorsichtshalber auch schon mal getestet.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. Juni 2020 um 23:00 Uhr.