Stand: 30.08.2007 04:45 Uhr

Die Verurteilung der Herrschaftsmethoden Stalins auf dem XX. Parteitag der KPdSU durch Parteichef Chruschtschow löst im gesamten Ostblock Hoffnungen auf eine Liberalisierung aus. Im Juni 1956 kommt es dann in der polnischen Stadt Posen zu Arbeiterunruhen, die von Armee-Einheiten niedergeschlagen werden. 53 Menschen kommen dabei ums Leben. Aus Sympathie für die polnischen Arbeiter gehen am 23. Oktober in Budapest Studenten auf die Straße. Sie fordern demokratische Freiheiten und die Unabhängkeit Ungarns. Noch in der Nacht weiten sich die Demonstrationen zum Volksaufstand aus. Armee und Polizei gehen zu den Aufständischen über.

Der populäre Reformkommunist Imre Nagy bildet daraufhin eine neue Regierung. Nagy führt wieder ein Mehrparteiensystem ein und kündigt freie Wahlen an. Am 1. November 1956 tritt Ungarn aus dem Warschauer Pakt aus und erklärt seine Neutralität. Doch die UdSSR erlaubt keinem ihrer Satellitenstaaten auszuscheren und schickt Truppen. In blutigen Kämpfen schlagen sie den Aufstand ab dem 4. November nieder. Ministerpräsident Nagy wird von sowjetischen Militärs verhaftet und zum Tode verurteilt. Der sowjetische Einmarsch in Ungarn löst in den westlichen Staaten Empörung aus, jedoch leisten sie keinerlei militärische Hilfe. In der Bundesrepublik werden Spenden gesammelt, um die Not der Menschen zu lindern. Viele Flüchtlinge aus Ungarn finden in der Bundesrepublik Aufnahme.

Die DDR-Regierung hingegen begrüßt ausdrücklich das Eingreifen Moskaus als "Unterdrückung der Konterrevolution" und untersagt jegliche Kritik an den Vorgängen in Ungarn.