Jahresrückblick 1983 Hüben und drüben

Stand: 15.12.2010 21:10 Uhr

Vieles verbessert sich für das geteilte Deutschland. Pakete und Briefe sollen schneller befördert werden, direkte Telefonate sollen in mehr Städte möglich werden und das Reisen in dringenden Familienangelegenheiten soll leichter möglich sein.

Tod an der Grenze

Auf den Transitstrecken und an der deutsch-deutschen Grenze geht es für die Reisenden langsam. Im April stirbt der Transitreisende Rudolf Burkert an dem Grenzübergang Berlin-Drewitz. Bei einer Vernehmung durch Sicherheitsorgane der DDR erleidet er einen Herzinfarkt. Die Darstellung der Todesursache durch die DDR-Behörden wird angezweifelt worden, obwohl auch ein Hamburger Gerichtsmediziner keine Fremdeinwirkung feststellen kann. Die sich langsam verbessernden Beziehungen beider deutscher Staaten erhalten einen Rückschlag. Die Wogen glätten sich jedoch schnell.

West trifft Ost

Besuche westdeutscher Politiker in Ost-Berlin folgen. Den Anfang macht Hans-Jochen Vogel, Oppositionsführer in Bonn. Nach ihm kommen Egon Bahr, ehemaliger deutsch-deutscher Unterhändler, Altbundeskanzler Helmut Schmidt, der Bürgermeister von West-Berlin, Richard von Weizsäcker, und Peter Glotz, Politstratege und Geschäftsträger der SPD mit Kurt Hager. Weitere Besucher, die sich in Ost-Berlin die Klinke in die Hand geben, sind Berthold Beitz, Sachwalter der Krupp-Stiftung, dem die Ehrendoktorwürde der Universität Greifswald verliehen wird, DKP-Chef Herbert Mies und der bayerische Ministerpräsident Franz-Josef Strauß. In Dresden benutzt Strauß seinen Einfluss, um einigen Bürgern die Ausreise zu ermöglichen.

Udo Lindenberg darf mit seinen Panikrockern in Ostberlin auftreten.

Feiern zum Lutherjahr

Im Lutherjahr 1983 werden die deutsch-deutschen Feierlichkeiten auf der Wartburg als erste gemeinsame Sendung live im Fernsehen übertragen. Anlässlich Martin Luthers 500. Geburtstag finden großzügige Feierlichkeiten in Luthers Geburtsstadt Eisleben statt.

Todestag von Karl Marx

Eher bescheiden nehmen sich die Feierlichkeiten zum 100sten Todestag von Karl Marx aus. Am Grab auf dem Londoner Highgate-Friedhof legt der deutsche Botschafter einen Kranz nieder. In Trier, der Geburtsstadt des deutschen Philosophen und Sozialrevolutionärs, wird Marx' Geburtshaus hergerichtet.

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