Jahresrückblick 1967 Katastrophen

Jahresrückblick 1967 Katastrophen und Prozesse

Stand: 09.12.2010 19:02 Uhr

Im April läuft der Tanker "Toray Canyon" auf das Riff der sieben Steine. Aus dem Riesentanker treten 40.000 Liter Öl aus und verschmutzen das Meer. Die Küsten Englands und der Bretagne ersticken in einem zähen klebrigen Ölteppich. Die Strände bleiben für Monate verödet, die Erstattung des Schadens ist unklar.

Im Mai brennt in Brüssel ein Kaufhaus. Mehr als 400 Menschen sterben bei dem Feuersturm, der ein Stockwerk nach dem anderen zerstört. Die Löschanlagen in dem Gebäude versagen, die Rettungsmannschaften sind hilflos und kommen in der dichtgeparkten Innenstadt nur schwer an das Gebäude heran. Sicherheitskräfte vermuten Brandstiftung hinter der Katastrophe.

In Mailand überfallen wild um sich feuernde Gangster immer wieder Banken. Die Serie von skrupellosen Überfällen findet zunehmend Nachahmer.

In Deutschland findet der bisher unheimlichste Prozess statt. Jürgen Bartsch soll vier Kinder überfallen und zu Tode gequält haben.

Immer wieder werden auch 20 Jahre nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft Nazi-Verbrecher aufgespürt und in so genannten Auschwitz-Verfahren des Mordes und Totschlags angeklagt und verurteilt.

Der umstrittenste Prozess des Jahres ist die Anklage gegen den Polizeimeister Heinz Kurras. Ihm wird vorgeworfen, den Studenten Benno Ohnesorg bei den Tumulten um den Schah-Besuch erschossen zu haben. Mit Kurras steht die Berliner Polizei, ihre Methoden und ihr politischer Auftrag vor Gericht. Umstritten ist auch der folgende Freispruch.

Ebenfalls vor Gericht steht der Student Fritz Teufel, der an den Tumulten beteiligt gewesen sein soll. Die Handlungen der Studenten werden als Verachtung der Ordnungsmacht wahrgenommen, trotzdem wird auch Teufel freigesprochen.