Jahresrückblick 1965 Spannung im innerdeutschen Konflikt

Stand: 06.12.2010 20:33 Uhr

Das Jahr 1965 ist ein Jahr ohne echte Berlin-Krise. Doch die Unklarheiten im deutsch-deutschen Berlin-Verhältnis führen im April zu einer gefährlichen Situation. Als der deutsche Bundestag in Berlin zusammentritt, reagiert der Osten mit neun Tage dauernden Verkehrsschikanen auf der Strecke nach Berlin.

Der Verkehr steht still. Nicht so in West-Berlin. Dort rasen sowjetische Düsenflieger über die Stadt. Den Vorwurf der Völkerrechtsverletzung durch die Zusammenkunft in Berlin weist der Bundestag zurück. Völkerrechtsverletzungen seien allein von denen zu befürchten, die das Selbstbestimmungsrecht aller Völker missachten.

Zwar herrscht ein gespanntes Verhältnis, aber die Passierscheine für die Feiertage werden trotzdem ausgegeben. 1,8 Millionen West-Berliner können ihre Verwandten und Freunde auf der anderen Seite der Mauer besuchen.

Nach 23 Tagen der Verhandlungen in West- und Ost-Berlin können der Ost-Berliner Unterhändler Staatsrat Kohl und der West-Berliner Senatsrat Korber die neue Vereinbarung unterzeichnen. Für den Berliner Senat und die Bundesregierung ergibt sich daraus ein Problem durch die schrittweise Aufwertung und praktische Anerkennung der DDR.

Die Bundesregierung stellt schließlich ihre politischen Bedenken aufgrund des Vorteils der menschlichen Begegnungen in Ost-Berlin und der Überwindung der Mauer auf Zeit und Widerruf zurück. An Weihnachten wird an der Mauer ein Mensch durch Schüsse getötet.

In anderen Ostblock-Staaten wie Ungarn, werden Grenzblockaden abgebaut, doch die Mauer durch Berlin wird immer höher. Gegen Jahresende zeichnet sich eine Verschärfung des SED-Kurses ab. Der Chef der Plankommission, Erich Apel, begeht Selbstmord. Doch der Mauerbau geht weiter. Gräber, die dem Bau im Weg sind, werden verlegt.

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