Jahresrückblick 1965 Auschwitz-Prozess und Israel

Stand: 06.12.2010 20:17 Uhr

In der Bundesrepublik wird die Verjährungsfrist von den Verbrechen aus der Nazi-Zeit diskutiert. 20 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sind etwa 80.000 Deutsche von in- und ausländischen Gerichten wegen Verbrechen in der NS-Zeit verurteilt worden.

Das größte Gerichtsverfahren in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, der Auschwitz-Prozess in Frankfurt am Main, geht im August mit den Urteilsverkündungen zu Ende. In den Prozessen werden unvorstellbare Gräuel aus den Konzentrationslagern bekannt.

Sechs frühere SS-Aufseher werden zu lebenslanger Freiheitsstrafe, zehn zu Zuchthaus zwischen dreieinhalb und 14 Jahren verurteilt, drei Angeklagte werden freigesprochen.

Es kommt zu Protesten im In- und Ausland, da die Strafen zum Teil als zu milde empfunden werden.

Diplomatische Beziehungen zu Israel

In Israel wird zum ersten Mal das Deutschlandlied gespielt. Der deutsche Botschafter Rolf Pauls nimmt stellvertretend in Jerusalem diplomatische Beziehungen zu Israel auf.

Während in Israel antideutsche Demonstrationen stattfinden, erscheint in Bonn der israelische Botschafter zu seinem Antrittsbesuch. Er nimmt an einer Gedenkfeier im ehemaligen Konzentrationslager Dachau teil.

In Reaktion auf die deutsch-israelischen Kontakte lädt der ägyptische Staatschef Nasser den DDR-Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht ein. Durch den Besuch gerät Bonn in eine außenpolitische Krisensituation. Zehn arabische Staaten brechen aufgrund des deutschen Kontaktes zu Israel ihre diplomatischen Beziehungen zur Bundesrepublik ab.

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