Jahresrückblick 1965 USA: Gesellschaft im Umbruch

Stand: 06.12.2010 19:58 Uhr

Im Jahr 1965 sind viele Menschen zur Flucht gezwungen. Die Konflikte in Kuba, China, Vietnam, Zentralafrika und Kaschmir lassen den Menschen keine andere Wahl. Auch in Deutschland gibt es seit 20 Jahren Flüchtlinge. Sie flüchten von Deutschland nach Deutschland.

Rassenunruhen

In den USA kommt es zu Ausschreitungen zwischen Schwarzen und Weißen. Unter dem Sternenbanner beginnt in Alabama ein Marsch weißer und schwarzer US-Bürger für die Gleichberechtigung und Freiheit des schwarzen Zehntels der amerikanischen Bevölkerung. Der schwarze Bürgerrechtler Martin Luther King beschwört in seiner Rede die gemeinsame Kampfhymne der amerikanischen Republik: "Unsere Wahrheit marschiert, Glory Halleluja."

Trotz der Aufrufe der schwarzen Anführer zur Gewaltlosigkeit brennt ein Vorort von Los Angeles. 15.000 Soldaten der Nationalgarde können die Unruhen nach sechs Tagen niederschlagen. Die Bilanz zeigt 36 Tote, 880 Verletzte und 3500 verhaftete Menschen. Die Kämpfe verursachen Sachschäden von 700 Millionen Mark und zerstören 700 Häuser.

Der Ku Klux Klan, eine seit 100 Jahren existierende Terrororganisation der Weißen, zelebriert weiter seine makabren Riten. Trotzdem hat der Klan heute keinen Einfluss mehr.

Der Blick der Menschen in den USA richtet sich jedoch nach vorn. Johnson proklamiert die "große Gesellschaft", das Wachstum und die Entwicklung der amerikanischen Nation. Das Programm stellt große finanzielle Mittel in Aussicht, die vor allem in Wissenschaft und Forschung investiert werden sollen.

Mehr Bürgerrechte für Schwarze

Die Gleichberechtigung der schwarzen Bevölkerung geht voran. Dem Bürgerrechtsgesetz zur Sicherung der vollen Gleichberechtigung folgt das Wahlrechtsgesetz, das die Beschränkungen des Schwarzen-Stimmrechts aufheben soll. Doch die farbige Bevölkerung zögert, sich in die Wählerlisten eintragen zu lassen. Die Menschen fürchten, terrorisiert zu werden.

Die Jugendarbeitslosigkeit soll durch so genannte Job-Corps, Ausbildungsorganisationen, gemindert werden. Die amerikanischen Anstrengungen richten sich ganz auf die Armutsbekämpfung im reichsten Land der Welt.

Papst Paul VI. und Ludwig Erhard in den USA

Papst Paul VI. besucht New York. Dieses ungewöhnliche Ereignis ist das erste Mal, dass ein Papst zu den Vereinten Nationen spricht. Er appelliert an alle Lager, Streitfragen friedlich beizulegen.

Der Besuch des deutschen Kanzlers Ludwig Erhard bei Johnson in Washington signalisiert und vertieft die deutsch-amerikanische Freundschaft und das gute persönliche Verhältnis der beiden Regierungschefs. In den Gesprächen wird eine angemessene Rolle Deutschlands in der nuklearen Verteidigung und eine Mitwirkung bei der Erforschung des Weltraums vereinbart. Besonders in Frankreich stoßen diese Vereinbarungen auf Misstrauen.

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