Jahresrückblick 1979 Umweltskandale

Jahresrückblick 1979 Umweltskandale

Stand: 15.12.2010 10:20 Uhr

Die Umweltkatastrophen des Jahres sind Menschenwerk: Ein brennendes Bohrloch im Golf von Mexiko kann erst nach über vier Monaten gestopft werden. Fünf Millionen Liter Erdöl treten jeden Tag aus. Fische, Meeresvögel und Kleintiere verenden. Bei einer Tankerexplosion im Bospurus sterben 60 Menschen, Istanbul ist von schwarzen Rauchwolken bedeckt.

Im US-Atomkraftwerk Harrisburg in Pennsylvania kommt es im März zu einem schweren Störfall. Das Kühlsystem bricht zusammen. Danach schaltet ein Aufseher versehentlich das Ersatzsystem ab, die Brennstäbe überhitzen. Es bildet sich eine Dampfwolke. Wegen Strahlenalarm und Explosionsgefahr werden Kleinkinder und schwangere Frauen in einem Umkreis von acht Kilometern evakuiert.

Im September stirbt ein achtjähriger Junge nach dem Spielen mit Chemikalien, die er auf dem Gelände der stillgelegten Hamburger Chemiefirma Hugo Stoltzenberg findet. Bergungskolonnen in Schutzanzügen entdecken Zyankali, Granaten und Kampfstoffe. Die Wohnungen der Umgebung müssen während der Bergung verlassen werden. Der Fall führt zum Rücktritt des Hamburger Justizsenators Frank Dahrendorf, der dem Gelände vor Jahren eine Unbedenklichkeitserklärung ausstellte.