Jahresrückblick 1967 Der Sechs-Tage-Krieg

Stand: 10.12.2010 13:19 Uhr

Die Situation im Nahen Osten verändert sich dramatisch, als im November 1966 Syrien einen Verteidigungspakt mit Ägypten schloss. Die Ereignisse überschlagen sich: Im April 1967 kommt es zu zahlreichen Luftkämpfen zwischen syrischen und israelischen Verbänden. Am 18. Mai fordert Ägypten die UNO auf, ihre Truppen aus dem Sinai und dem Gaza-Streifen zurückziehen. Die Soldaten sind dort seit dem Suez-Krieg als Puffer stationiert.

Wenige Tage später blockiert Ägypten erneut die Schifffahrtswege für Israel und zieht seine Truppen auf der Sinai-Halbinsel zusammen. Am 30. Mai schließt Jordaniens König Hussein einen Militär- und Beistandspakt mit Ägypten. Irak folgt im Juni. Jordanische, syrische und irakische Soldaten werden mobilisiert und an den Grenzen zu Israel in Stellung gebracht.

Israels Armee ist vorbereitet. Noch bevor die arabischen Armeen angreifen können, hebt am Morgen des 5. Juni die israelische Luftwaffe zum Präventivschlag ab und zerstört innerhalb von drei Stunden fast die gesamte Luftwaffe der Ägypter am Boden. Noch am selben Tag wird die Luftwaffe der Syrer und der Jordanier vernichtet.

Innerhalb von nur sechs Tagen erobern die Truppen der israelischen Armee die ägyptische Sinai-Halbinsel, die syrischen Golan-Höhen, und das von Jordanien im Krieg von 1948/49 annektierte Ost-Jerusalem und Westjordanland. Israel hat nun die Größe von Palästina erreicht.

Bei einer arabischen Gipfelkonferenz wird das Vorgehen gegen Israel und eine gemeinsame Politik zur Beendigung der Kriege zum Thema. Von 13 Konferenzmitgliedern fehlen bei der Konferenz fünf Regierungschefs, daher endet die Sitzung im Prinzip ergebnislos.

Die Vereinten Nationen befassen sich mit dem Nahost-Konflikt. Die Delegierten fühlen sich unter Druck, weil unklar ist, ob die UN-Truppen zu übereilt aus dem Gebiet abgezogen sind. Israel wehrt sich gegen den Vorwurf der Aggression. Man sei nur arabischen Vernichtungsinteressen entgegen getreten.

Der von der UNO überwachte Waffenstillstand wird besonders durch die Aktivitäten der Fatah-Bewegung oft unterbrochen. Viele der geflüchteten Sodaten irren durch die Wüste und werden erst durch ihre Festnahme vor dem Verdursten gerettet. Der Austausch von Gefangenen wird durch das Rote Kreuz organisiert. Die Flüchtlingsströme rütteln die Weltöffentlichkeit auf. Die Kritik an Israel wächst.

Der Streit um Jerusalem und besonders um den Tempelberg hält an, da das Gebiet allen Religionen heilig ist.

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